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- 1060Heinrich IV. verleiht dem Bischof Adalbero von Würzburg den Wildbann bis zur Tauber; später (1312) belehnt Würzburg Andreas von Bruneck und Konrad von Hohenlohe; Kurmainz erwirbt den Wildbann im Centgebiet Tauber–Gerchsheim. Kapitel 4
- 2. Hälfte 6. Jh. – spätes 7. Jh.Siedlung östlich der Tauber (u. a. Grabung Kapellenstraße 29–31, 1994: Gruben, Pfostenlöcher, Feuerstellen, Grubenhaus; karolingische Riemenzunge); sie bricht am Übergang zum Hochmittelalter ab und wird erst im späten 19. Jh. wieder besiedelt; der spätere Stadtboden unter dem Wellenberg wird Siedlungskern. Kapitel 1
- 6.–7. Jh.Fränkischer Landesausbau ab dem 2. Drittel des 6. Jh. (Zuzug auch thüringisch-langobardischer Gruppen); Gräber am Wellenberg (6./7. Jh.), Reihengräberfeld Dittigheim „Stadtschreiber“ mit 561 Bestattungen (1. Drittel 6. Jh. bis frühes 8. Jh., zuletzt christlich geprägt). Kapitel 1
- FrühzeitDittigheimer Gräberfeld: fränkische Reihengräber (u. a. Münze mit Kreuz, Brustkreuz, 1. Hälfte 7. Jh.), Hinweis auf Christentum seit der Merowingerzeit; weitere fränkische Gräber bei Moosigwald, Bahnübergang, Impfingen, Hammberg. wahrscheinlich Kapitel 1
- um 700„Dubra“ im Anonymus Ravennas; „Tubrigowe“ erstmals 750–779 (Fuldaer Urkunden); Taubergrafen 9. Jh. bis 1054. Kapitel 1
- um 735Nach der Tradition gründet Bonifatius in Bischofsheim ein Frauenkloster, Äbtissin wird Lioba. überliefert Kapitel 1
- um 735/737Lioba kommt um 732/35 aus Wimborne; Klostergründung „um 735, vielleicht erst nach 737/38“; 735 wird Referenzdatum der 1200-Jahr-Feier (1955; 1935 „aus politischen Gründen unterblieben“) und der 1250-Jahr-Feier 2005. wahrscheinlich Kapitel 1
- 741/42Karlmann schenkt dem neuen Bistum Würzburg 25 Kirchen und ein Kloster samt Zehnt aus 26 Königsgütern – aus dem Unteren Taubergau ist keine darunter; das Gebiet gehörte vermutlich zu Mainz. Kapitel 1
- 769Der Taubergau wird erstmals als „Tubrigowe“ genannt. Der Marbacher Graben gilt als Grenze zwischen Oberem und Unterem Taubergau; Hauptorte des Unteren Taubergaus sind Bischofsheim, Miltenberg und Wertheim. Kapitel 1
- 775Schenkung in Holzkirchen an Fulda; der Codex Eberhardi (1155–63, Nr. 24) nennt „Parental“ (Fahrental) – eine abgegangene Siedlung zwischen Bischofsheim und Impfingen, Lage umstritten (alternativ bei Wenkheim). wahrscheinlich Kapitel 1
- 782Tod der Lioba (Heiligenfest 28. September); sie hatte im Alter in Schornsheim bei Mainz gelebt. Das Bischofsheimer Kloster ist vermutlich bald danach untergegangen. Kapitel 1
- 799/800Eine Fälschung im Codex Eberhardi (um 1160) lässt Emhild von Milz „ad innubas in loco Biscofesheim“ flüchten – letzte Erwähnung des Klosters, nicht echt. überliefert Kapitel 1
- 7. August 807Graf Audulf (Seneschalk Karls des Großen, † 818) im Taubergau urkundlich (Urkunde 7.8.807); Grafen Gerung 961/972, Hecilo 1017–54. Kapitel 1
- 836Rudolf von Fulda nennt in der Lebensbeschreibung der Lioba (Kap. 11, 12) „Biscofesheim“ an der Tauber als locus/villa – ein Dorf um einen Herrenhof. Kapitel 1
- 838Übertragung der Liobareliquien auf den Petersberg bei Fulda. Kapitel 1
- 911Der Königshof Bischofsheim kommt an Uta, Gemahlin König Arnulfs (Berberich: Jutta, Mutter Ludwigs des Kindes). wahrscheinlich Kapitel 2
- 977 (Tausch 911)Otto II. bestätigt Mainz (Willigis) die Curtis Löwenstein, die Uta (Gemahlin Arnulfs, Mutter Ludwigs des Kindes) 911 gegen lebenslange Nutzung der Einkünfte des bischöflichen Hofes „Piscofesheim in pago Tubercowe“ von Erzbischof Hatto I. eingetauscht hatte – erster sicherer Beleg mainzischer Präsenz. Kapitel 2
- 978Der Königshof fällt an Mainz zurück („Piscofesheim“). wahrscheinlich Kapitel 2
- 1058Der Obere Taubergau („Mergintaim“) wird genannt – Abgrenzung zum Unteren (Bischofsheim, Miltenberg, Wertheim). Kapitel 1
- 1058Eine Urkunde nennt „im Taubergau in der Grafschaft Mergentheim“; Mergentheim gilt als Grafschaftsbezeichnung des Oberen Taubergaus, der Untere Taubergau hatte Bischofsheim, Miltenberg und Wertheim als Hauptorte. Kapitel 1
- 1096Berberich nennt Verfolgungen 1096 (Mainz, Köln, Worms, „Mainz mit Tauberbischofsheim“) und um 1146; für die Stadt selbst gibt es dazu keine Urkunde. überliefert Kapitel 5
- 1133Massive Mainbrücke in Würzburg (fängt Verkehr aus Richtung Bischofsheim); 1157 erreichen Würzburger Bürger auf dem Reichstag in Worms die Aufhebung der Mainzölle Bamberg–Mainz. Kapitel 4
- 1144(?)–1607Ogiermann setzt den Beginn des Burglehens bereits 1144 an; die gesicherte Reihe beginnt mit den Reichsschenken von Schüpf (Ludwig Colbo 1165) und Gottfried von Hohenlohe 1239. überliefert Kapitel 4
- 2. März 1147König Konrad III. stellt in Bischofsheim an der Tauber eine Urkunde für das Kloster Waldsassen aus (Zeugen Godefried von Lauda, Walter Colbo von Schüpf). Kapitel 2
- seit 1150Erste Frankfurter Ostermesse belegt (1240 Herbstmesse): Beginn der „650 Jahre“ Geleitstraße Nürnberg–Frankfurt (in Wahrheit viele Varianten); Untersuchungszeitraum Hendriks Vortrag 1150–1806. Kapitel 4
- um 1160„farental“ ist erstmals belegt: die Flur Fahrental ist nach dem abgegangenen Ort Farental benannt (Fahrentalsgrund auf Impfinger Gemarkung). Kapitel 1
- 18. August 1165Friedrich Barbarossa urkundet „auf der Burg“ in Bischofsheim (vom Bamberger Reichstag) für das Kloster Kitzingen; lange galt dies als älteste Urkunde. Kapitel 2
- 1165–1183Erzbischof Christian I. von Buch verpfändet Bischofsheim für 300 Mark an den Kaiser; Konrad I. von Wittelsbach löst den Hof für denselben Betrag aus; 1189/90 Erwerb von sieben Mansen von einem Ministerialen Hartmud. Kapitel 2
- 1169Heinrich von Luden übergibt Lauda dem Bischof von Würzburg; der Ort bleibt bei Würzburg, obwohl der Marbacher Graben als Grenze der Grafschaftsteile ihn zum Mainzer Bereich gezählt hätte. Kapitel 2
- 1179Dendrochronologisch datiertes Dachwerk der Peterskapelle; es ist unklar, ob sie das erste Gotteshaus war. Kapitel 6
- 1203Beginn der Mainzer Münzprägung in Bischofsheim. Kapitel 2
- 1203–1208Münzprägung in Bischofsheim für den Mainzer Gegenerzbischof Luppold von Schönfeld (staufische Partei König Philipps von Schwaben); die Denare tragen „BISCOFENEMSIS“, eine Münze die Aufschrift „WIRCEBUGEIN DVX“. Kapitel 2
- 1212Friedrich II. verzichtet zugunsten von Kurmainz auf Bischofsheim; dies wird nicht vollzogen. Kapitel 2
- 4. Februar 1212Urkunde für das Stift St. Viktor (Mainz-Weisenau): Der Propst erhält den Zehnt „in bischovesheym orientalis Franconie“ – Bischofsheim liegt demnach „in Ostfranken“ und gehört politisch noch nicht zu Mainz (staufisches Lehen; Verzicht Friedrichs II. erst 5.10.1212). Kapitel 2
- 5. Oktober 1212Friedrich II. gibt Erzbischof Siegfried II. von Eppstein alle Lehen zurück (Bischofsheim nicht ausdrücklich genannt). Kapitel 2
- 1222–12301230 erscheint ein Trutwin als „Vogt von Bischofsheim“ (Zeuge Bronnbach); die Urkunde 1222 erwähnt keine Burg. Kapitel 2
- 25. Mai 1222In Bischofsheim wird eine Urkunde ausgefertigt: Ludwig von Rieneck belehnt Konrad von Bessenbach mit der Vogtei Aschaffenburg (Zeugen u. a. aus Krensheim, Lauda, Königheim, Grünsfeld, Gamburg). Kapitel 2
- um 1230Baldemar Trutwin „Vogt von Bischofsheim“; sein Vater Hunfrid wohl erster Schultheiß († um 1288); auf der Hofstätte der Familie wird später auf Weisung Erzbischof Werners die Burg erbaut (Urkunde 30.4.1322). Kapitel 3
- 1231Statutum in favorem principum: Zentgrafen werden auf Lebenszeit mit dem Blutbann belehnt (Gerichtsstab, steuerfrei). Kapitel 9
- 1232Constitutio in favorem principum Friedrichs II.: Geleit ursprünglich Regal, wird den Landesherren zugestanden; Rudolf I. dehnt das Recht aus. Kapitel 4
- Januar 1235Erste Erwähnung von Juden in Bischofsheim durch ein Pogrom: In Bischofsheim und Lauda werden sieben bzw. acht angesehene Juden unter dem Vorwurf des Ritualmordes gefoltert und verbrannt. Kapitel 5
- 1237Friedrich II. übergibt Bischofsheim endgültig an Kurmainz (noch als „villa“); es bleibt bis 1803 kurmainzisch. Kapitel 2
- 1237Friedrich II. versichert Erzbischof Siegfried III. von Eppstein die Vogtei in Bischofsheim samt Gütern und „dem Dorf (villam ipsam)“, die er als Lehen der Mainzer Kirche innehat; danach gezielter Ausbau zur Stadt. Kapitel 2
- 19.–28. April 1237Friedrich II. verzichtet in Regensburg auf „Advocaciam in Bischovesheim et bona circum adiacencia, villam ipsam“ zugunsten der Mainzer Kirche (Dank für die Stimme Erzbischof Siegfrieds III. bei der Wahl Konrads IV.). Kapitel 2
- 1239Die Herren von Hohenlohe (Gottfried) erscheinen als Burglehen-Inhaber; Anfang des 13. Jh. hatten es die Grafen von Rieneck und die Herren von Schüpf (Reichsschenken; Ludwig Colbo musste 1235 nach der Empörung gegen Friedrich II. abgeben). Kapitel 4
- 1248Die Mainzer Heberolle nennt Bischofsheim „civitas“: Schultheiß Folcgerus, Marktzoll am Tag und Vortag der Margaretenfeier (10 Pfund), 40 zinsende Huben (8 vom Fronhof bewirtschaftet), Mühle (10 Malter), Fronhof samt 6 Huben für 250 Mark an Herrn Craphto von Boxberg verpfändet; Einkünfte 45½ Pfund. Kapitel 3
- um 1250Das Mainzer Rad erscheint auf Münzen Erzbischof Siegfrieds III. Es gilt (Menzel 1973) als stilisiertes Christusmonogramm, nicht als Wagenrad des Willigis. wahrscheinlich Kapitel 3
- 1259–1284Unter Erzbischof Werner von Eppstein entstehen frühgotisch Palas und Bergfried (Türmersturm) der Burg. wahrscheinlich Kapitel 3
- 7. Juli 1261Exkommunikation im Streit Erzbischof Werners mit Philipp von Hohenfels um Steuerforderungen auf Kirchengut; Vergleich 7.1.1263 (alle Mainzer Fronhöfe, Zehnten und freieigenen Güter in Hohenfels’ Gerichtsbarkeit abgabenfrei). Kapitel 3
- 3. Viertel 13. Jh.Der Ausbau zur Stadt wird im 3. Viertel des 13. Jh. unter Erzbischof Werner von Eppstein (1259–84) entscheidend vorangetrieben; ein Stadtrechtsakt ist nicht bekannt (anders Külsheim 1292, Lauda 1344). wahrscheinlich Kapitel 3
- 1267Propst Ludwig von St. Viktor überträgt die Pfarrkirche an die Stiftskanoniker (Patronat); 1279 erster Pfarrer Eberwin (Scholasticus Mainz); 1288 Vikar Heinrich; 1323 erster Dekan Conrad Crugelin. Kapitel 6
- 1278–1285Stadtrechtsverleihung vermutlich in der Zeit König Rudolfs von Habsburg; eine Urkunde ist nicht überliefert (anders als Külsheim 23.12.1292). strittig Kapitel 3
- 26.–30. März 1278Philipp von Hohenfels d. J. verkauft alle Äcker und Wiesen in Bischofsheim für 120 Mark Kölner Währung; das Domkapitel darf eine Hofstatt (area) kaufen, um Gebäude zu errichten; 1279 verzichtet Erwin von Kranichsberg – Mainz ist Siegerin gegenüber Rieneck/Hohenfels. Kapitel 3
- 1283Älteste Gültbeschreibung des Aschaffenburger Stifts St. Peter und Alexander in Bischofsheim (Bürger Ditmarus „Schelle“, 22 Denare). Kapitel 6
- 1285Vertrag der Städte Miltenberg, Amorbach und Bischofsheim mit dem Domkapitel (gleichrangig). Kapitel 3
- Dezember 1285Miltenberg, Bischofsheim und Amorbach versprechen dem Mainzer Domkapitel in der Sedisvakanz nach Erzbischof Werner (1284) Gehorsam; das Domkapitel soll die drei Städte „Christen wie Juden“ schützen. Kapitel 3
- 20. Januar 1288Erste Nennung als „oppidum“ (Stadt). Kapitel 3
- 26. Januar 1288Seelgerät des „Vicarius perpetuus“ Heinrich – erste urkundliche Nachricht über kirchliche Verhältnisse. Kapitel 6
- 1290Vertrag: Schirmgeld der Deutschordenshäuser (80 Pfund Heller) an die Kellerei Bischofsheim. Kapitel 4
- 1290Deutschordenshäuser (Mergentheim, Prozelten, Neubrunn, Archshofen) stehen im Schutz des Erzstifts: 80 Pfund Heller an die Kellerei Bischofsheim (erneuert 11.7.1334). Kapitel 4
- 1290Privileg Mergentheims: zollfreie Durchfahrt gegen eine Jahrespauschale an den Amtmann zu Bischofsheim (verteidigt 1804). Kapitel 4
- 23. Dezember 1292Külsheim erhält von König Adolf von Nassau Stadtrecht (Frankfurter Recht, Wochenmarkt, Befestigung) – zum Vergleich: für Bischofsheim fehlt eine Urkunde. Kapitel 3
- 25. März 1300Ulrich von Hanau sichert Regensburgern Geleit „die Tauber auf und ab“ bis zum hohenlohischen Geleit. Kapitel 4
- 1305„Markmühle“ in der Stadtmitte (wohl spätere Badmühle) – erste identifizierbare Mühle; Schenkung Heinrichs von Bischofsheim an das Stift Aschaffenburg. Kapitel 3
- 1309Erstmals gemeinsam Schultheiß und Schöffen als Aussteller; „opidani“, „Stadt vor der Burg“; ältestes Stadtsiegel (Topfhelm, siebenspeichiges Mainzer Rad). Kapitel 3
- 28. Januar/24. März 1309Schultheiß und Schöffen urkunden gemeinsam; „ceterique cives“ (Bürgervertreter); ältestes (beschädigtes) Stadtsiegel 24.3.1309; ältestes gut erhaltenes 14.3.1313. Kapitel 3
- 1145, 1312Hungersnöte 1145 und 1312; später 1530, 1628, 1635. überliefert Kapitel 4
- 1313Stadtsiegel mit der Umschrift „SIGILLUM CIVITADIS D' BISCHOFISHEIM“. Kapitel 3
- seit 1313Älteste Aufzeichnung der Bischofsheimer Zentgerechtsame in der Stadtkanzlei Rothenburg ob der Tauber 1343–47: „Zentladung seit 30 Jahren, also seit 1313“; Zentordnung nach Würzburger Vorbild; Vorbild für Buchen und Walldürn. Kapitel 9
- 1313Flurnamen dieser Zeit in Urkunden: Bremenliten (Brehmenleite, 1313), Mentelin (Mäntelein, 1313), 1314 Kyrchilberg und Hoeberg, 1323 Büchelberg, Hadermannsheldin und Edelbergerdal. Kapitel 3
- 1314Erstmals wird ein „Amtmann“ als Vertreter des Erzbischofs in der Burg genannt. Kapitel 4
- 23. November 1314Erstmals „officiatus“ (Amtmann) Johannes von Riedern (Ritter) statt eines Vogts. Kapitel 4
- 1316König Ludwig der Bayer macht das Reichslehen des Burglehens zum Mainzer Lehen. Kapitel 4
- 1317Das obere Tor wird erwähnt (Stadtmauer bereits 1314). Die Stadtmauer ist nach der Stadtrechtsverleihung im 13. Jh. entstanden. Kapitel 3
- 1317Zwei Bürgermeister als Schiedsrichter; 1318 Geleit beginnt am „markehl“ Bischofsheim; Ratsverfassung Mitte 14. Jh.; im 15. Jh. zeitweise drei Bürgermeister, 1485 wieder zwei. Kapitel 3
- 3. Juni 1317Erstmals zwei Bürgermeister namentlich (Walther genannt Leo, Liebhard am Markt); Siegelverwahrer Ludwig Wulpe und Hunvrid am oberen Tor – früher als in den anderen Oberstiftstädten. Kapitel 3
- 1318Erzbischof Peter von Aspelt nimmt Bürger und Kaufleute von Regensburg in Schirm und Geleit; das Geleit beginnt am Markt in Bischofsheim bis Oppenheim. Kapitel 4
- 5. Juni 1318Vertrag von Wernsberg: Burggraf Friedrich von Nürnberg, Hohenlohe, Rieneck und Wertheim gewähren Regensburger Bürgern Geleit (je Pferd mit Gewand 4 Schilling Heller, je Eimer Wein 2 Heller). Kapitel 4
- 23. Juli 1318Erzbischof Peter von Aspelt nimmt Bürger und Kaufleute von Regensburg in Schirm und Geleit „der sich anhebt in dem markehe Bischofsheim bis gen Oppenheim“. Kapitel 4
- 14. März 1320Graf Ludwig von Rieneck verspricht Regensburger Kaufleuten Geleit die Tauber auf- und abwärts bis Bischofsheim. Kapitel 4
- 30. April 1322Erste urkundliche Nennung einer Burg (castrum) in der Stadt auf erworbener Hofstatt (Trutwin). Kapitel 4
- 26. Februar 1322Erzbischof Matthias bestätigt die ständige Vikarie an der Pfarrkirche (Gottfried „olim rector“; „opido nostro Bissovisheym“). Kapitel 6
- 1327Erster Burgmannvertrag (Edelknecht Phal von Rinderfeld). Kapitel 4
- 1328/1333Juden als Gläubiger in Bischofsheim: 1328 Jakob wird Judenbürger in Nürnberg; 19.11.1333 zahlen Süßkind von Aschaffenburg und Yeckelin „gesessen zu Byschoffesheim“ 1000 Pfund Heller Schutzgeld an die Herren von Weinsberg. Kapitel 5
- 1333/1343Kornhaus; Gülten nach Wertheim oder Bischofsheim; 1338/39 zahlt der Mainzer Keller zwei Turmwächter. Kapitel 6
- August 1335König Ludwig der Bayer versetzt Gottfried von Hohenlohe Geleite und Zölle zu Erlach und Simmringen an der Reichsstraße Aub–Bischofsheim; 5.8.1336 Geleit zu Zimmern bei Grünsfeld für 2000 Pfund an Graf Gerhard von Rieneck. Kapitel 4
- 1336Die Scharen des Ritters Arnold III. von Uissigheim („König Armleder“) belagern die Stadt dreimal vergeblich; Arnold wird 14.11.1336 in Kitzingen hingerichtet. Kapitel 5
- 24. Dezember 1336Bürgermeister Rudolf Snider und Heinrich Granucz mit neun Schöffen (u. a. Walter Snider, Liebhart an dem Marker, Lodewig Woelpe); seit 1336 gibt es keinen Schultheißen als städtische Rechtsperson mehr. Kapitel 3
- 10. Juni 1337Die jüdische Gemeinde wird im Zuge der Armleder-Verfolgung vernichtet. Kapitel 5
- 1337–1339Erster Rektor der Schule urkundlich genannt. Kapitel 6
- ca. 1337–1339Bürgerklage an Erzbischof Heinrich III. von Virneburg gegen Burgmann und Nachbarn (u. a. Kraft Ruhenbuch hält zwei Bürger acht Wochen im Turm zu Kitzingen); die Bürger schicken zweimal den lateinischen Schulmeister – Zeugnis für eine Schule im 14. Jh. und eine selbstbewusste Bürgerschaft. Kapitel 4
- 18. Oktober 1338Erzbischof Heinrich erlässt Johannes von Riedern und seinen Söhnen ihre Schulden bei den erschlagenen Juden; bis 31.5.1338 wird die hinterlassene Habe für das Erzbistum verkauft (181 Pfund 8 Schilling). Kapitel 5
- 5. Juni 1337 – 5. Juni 1338Kellereirechnung des Pfarrers und Kellers Petrus (Liebhard): Rückstand u. a. 23 Fuder Wein, 210 Malter Korn; 1338/39 zwei Turmwächter in Bischofsheim (8 Pfund), Wächter an der Schutzwehr des Schlosses; Haus der Jüdin „Schönlerin“ verkauft (12,5 Pfund); Totschlagbußen Dittigheim 32, Dienstadt 30 Pfund. Kapitel 4
- 1339Vikare an fünf Altären (Margaretha, Peter und Paul, Unsere Liebe Frau, Katharina, Nikolaus/Andreas/Apollonia). Kapitel 6
- 1341Ablassbrief Papst Benedikts für Pfarrkirche und Peterskapelle (erste Nennung der Peterskapelle). Kapitel 6
- 7. Juni 1342Erzbischof Heinrich III. von Virneburg übernachtet im Schloss Bischofsheim auf dem Weg zu Kaiser Ludwig (10 Fuder Wein, 31 Malter Weizen verbraucht); Mitte Dezember 1342 erneut drei Tage. Kapitel 4
- 1343Jüdischer Scheidebrief in Bischofsheim; die Gemeinde hat sich neu gebildet. Erzbischof Adolf verspricht (nach Jewish Enc.) neun Städten keine Judensteuer mehr. Kapitel 5
- 1343–1347Zentordnung nach Würzburger Muster; Landgerichtshoheit noch bei Würzburg („alte Gerichtshoheit des Herzogs von Franken“); geladen werden Ritter, Knechte, Bürger, Juden. Kapitel 9
- 1344Erste Feuerschützen/Hakenbüchsen der Stadt; Sebastianus-Schützen; Schützenfeste in Bischofsheim 1521, 1524, 1567, 1576; Besuche in Miltenberg bis 1613. überliefert Kapitel 3
- 1345Erzbischof Matthias klagt über die Kosten für Besatzung und Bewachung der Schlösser und Städte Bischofsheim und Külsheim gegen Ludwig den Bayern (Pfarrkirche Königheim an das Domkapitel 1345). Kapitel 4
- 28. November 1346Der Mainzer Erzbischof privilegiert die Städte des späteren Neunstädtebundes (Aschaffenburg, Miltenberg, Dieburg, Seligenstadt, Amorbach, Buchen, Walldürn, Külsheim, Bischofsheim; Freizügigkeit, keine Sonderschatzung, Schöffenurteil, keine außerordentliche Steuer außer der Bede, Hälfte des Umgelds für die Stadtbefestigung). Bischofsheim spielt eine führende Rolle; Umgeld 1336: 66 Pfund Heller (dritthöchster Betrag). Kapitel 4
- 1346Freiheitsbrief Erzbischof Heinrichs an Schultheiß, Bürgermeister, Schöffen und Bürger; Privileg an „elf Städte“ (Heppenheim und Bensheim später ausgenommen). Ungeld-Pauschalen: Dieburg 100, Aschaffenburg 70, Bischofsheim 66, Seligenstadt 56, Miltenberg 45, Buchen 30, Külsheim 26, Amorbach 24, Walldürn 20 Pfund Heller. strittig Kapitel 4
- 25. März – 15. Juni 1346Reise des englischen Gesandten Walther de Mora (Predigermönch König Eduards III.) nach Ungarn: über Köln, Mainz, Miltenberg, Königheim (Nacht), Bischofsheim (Mittag), Aub (Nacht) nach Regensburg; auf dem Rückweg Bischofsheim zur Nacht (nach Fronleichnam 15.6.); Ausgaben und Tagesetappen als Zeugnis der Straße. Kapitel 4
- 1346 / 1505Anteil Bischofsheims am Steueraufkommen der Neun Städte: 1346 66 Pfund Heller = 15,1 %; 1505 1450 fl = 19,3 %, mehr als Aschaffenburg (1300 fl). Kapitel 4
- 1348/49Pestpogrom: Die kleine, nach 1343 neu entstandene jüdische Gemeinde wird erneut vernichtet. Kapitel 5
- 1350–1450Spätgotischer Neubau der Pfarrkirche St. Martin (Chor ca. 1435–45); Langhaus zuerst um 1350, Verbreiterung und Verlängerung um 1500, Sakristei 1510. Kapitel 6
- 1351Der Mainzer Dompropst inkorporiert die Pfarrei dem Domkapitel (Zehntherr). Kapitel 6
- 11. November 1351Dompropst Wilhelm Pinchon inkorporiert in Avignon die Pastorei Bischofsheim dem Mainzer Domkapitel; 16.12.1351 genehmigt Erzbischof Gerlach. Kapitel 6
- 1351Der Mainzer Dompropst verleibt die Pfarrei Bischofsheim dem Domkapitel ein; das Domkapitel behält die zwei Drittel des Kleinzehnten und den Großzehnten. Kapitel 6
- 17. Februar 1354Kaiser Karl IV. bestätigt in Trier die Stiftung eines Hospitals durch Elsbeth Liebhartin, Witwe des Bürgers Liebhart; sie hat alle Güter dafür eingesetzt. Ihr Haus am Markt wird das Spital. Kapitel 6
- 21. Januar 1354Bestätigung der Privilegien durch Erzbischof Gerlach von Nassau; Huldigung mit Vorbehalt (bei Gefangenschaft/Tod/Gegenwahl gehorcht die Stadt dem Domkapitel). Kapitel 4
- 1354–1482Stiftsfehde und Pfandschaften: 1354 Stadt versprochen an Graf Rudolf von Wertheim (3000 Pfund Heller); 16.3.1357 Gülten für 1000 Gulden an Graf Eberhard von Wertheim; 28.10.1357 Verkauf von Gülten an die Brüder Rüdt (2000 fl); ca. 1370 Verpfändung (11.250 fl); 1377 Amt an Egen Seman für 1100 fl; 1371 übergibt das Domkapitel das Schloss, weil Konrad von Stetinberg und Fritz Hoffener von dort räuberische Überfälle verübten. Kapitel 4
- 21. Januar 1354Grafen von Hohenlohe und Wertheim sind 1351 Inhaber der Festen „Byschofsheym und Luden“; Ende 1354 die Stadt in der Mainzer Stiftsfehde; Luther de Buches erhält 1354 die Pfarrei. Kapitel 4
- 1355Erzbischof bestätigt „Ordnung und Satzung“ zwischen Stadt und Spital; älteste Spitalordnung 1367; 1354 klagt Karl IV. bei Erzbischof Gerlach, die Stadt fordere weiter Abgaben von den Stiftungsgütern. Kapitel 6
- 1356Erzbischof Gerhard nimmt den Bischofsheimer Juden Gottlieb in Schutz, weil er ihm Geld zu niedrigem Zins zugesagt hatte. Kapitel 5
- 1360Vertrag Erzbischof Gerlachs: Mainz alleiniger Geleitsherr auf der Straße Mainz–Babenhausen–Obernburg–Miltenberg–Neunkirchen–Bischofsheim; erster fester Tauberübergang wohl im Zuge des Stadtausbaus, die Brücke wird 1360 als Geleitsübergabeort genannt. Kapitel 4
- um 1360Augsburger Geleitvertrag: Erzbischof Gerlach, Bischof Albrecht von Würzburg, Grafen von Öttingen, Hohenlohe, Rieneck; Straße vom Rhein bei Mainz über Langen, Babenhausen, Obernburg, Miltenberg, Külsheim nach Bischofsheim; Mainz Geleit bis Bischofsheim, Rieneck Bischofsheim–Grünsfeld–Simmringen, Hohenlohe Simmringen–Öttingen. Kapitel 4
- 1360Brücke als Ort der Übergabe von Geleit und Gefangenen („wie von Altherr herkommen“, 6.9.1543 Amtmann Hans Albrecht von Adolzheim). Kapitel 4
- 1359/1363Kraft von Hohenlohe erwirbt das (zuvor Rothenburger Reichsministerialen gehörende) Burglehen von Dietrich Küchenmeister. Kapitel 4
- um 1370–1380Der „Tauberbischofsheimer Reiter“ (hl. Martin) in den Chorwänden von St. Martin entsteht in der Parlerzeit (E. Vetter 1990), nicht in romanischer Zeit. wahrscheinlich Kapitel 6
- 1375Graf Ruprecht von Nassau leiht bei Juden aus Mergentheim und Bischofsheim 1100 fl. zu 29 % Zins. Kapitel 5
- seit 1375Reinhard von Hardheim hat das Burglehen (fast zwei Jahrhunderte in der Familie). 1368 wird Gräfin Irmengart von Nassau „edel Burgfrau“ genannt. Kapitel 4
- 31. Oktober 1383Erzbischof Adolf verkauft Burg und Stadt Bischofsheim für 3000 fl an Graf Johann I. von Wertheim (Gerichte, Zehnte, Bußen; Juden „dem Erzbischof zugehörig“) – nur kurz wirksam (Testament 1398). Kapitel 4
- 1385Urkunde Adolfs I. von Nassau für Pfennige „in unserer Stadt Bischofsheim“ (Mainzer Rad, Rs. Nassauer Löwe „BISCHOFSH“); 20.9.1404 Johann II.: Hohlpfennig, Münzmeister Fritz Hummel; ab 1461 prägt nur noch Mainz. Kapitel 4
- 1388–1408Wieder Mainzer Münzstätte: Adolf I. von Nassau (1388–90), Konrad II. von Weinsberg (1390–96), Johann II. (Prägeauftrag 20.9.1404 Miltenberg; Hohlringpfennige mit B; bis 1408). Um 1450 wird die Mainzer Prägung zentralisiert. Kapitel 4
- 1388„Badestoben“ erwähnt; zweites Bad bis Mitte 15. Jh. in der Manggasse. Kapitel 6
- 1390/1391Landsteuer „Zwanzigster Pfennig“ Konrads II. von Weinsberg (ca. 12.000 fl): Bischofsheim 1344 fl (vierter Platz hinter Miltenberg 3562, Aschaffenburg 2681, Dieburg 1781); 1505 erste Rate: Bischofsheim 1450 fl (zweiter Platz hinter Miltenberg 1600). Kapitel 4
- 14. Juni 1396Elsebet Ruckerin vermacht ihr Gut Bürgermeister, Schöffen und Rat der Stadt; Jahrtag, Almosen für fünf Altarpfründen, Schulmeister und Arme, Gelder für Brücken, Stege und Wege (Siegel Ruprecht Stetenberg, Zentgraf). Ende des 14. Jh. bestehen fünf Benefizien. Kapitel 6
- 14. Juni 1396Elsebet Ruckeryn: „guter heller der vorgenannten Stadt Währung“; fünf Altarien (Margaretha, Petrus/Paulus, Maria, Katharina, Nikolaus/Andreas/Apollonia). Kapitel 6
- nach 1397Zwei Jahrmärkte (Tag nach St. Veit 15.6., Sonntag nach St. Burkhard 14.10.); 26.5.1405 Johann II. verleiht Külsheim zwei Jahrmärkte „wie wir unsern Bürgermeistern … Bischofsheim gegeben“. Kapitel 6
- Ende 15. Jh.Wagner (nach Matzat 1968): ca. 1400 Einwohner Ende 15. Jh. – nach Mergentheim bevölkerungsreichste Stadt im mittleren Taubertal (Külsheim 425, Walldürn 350, Königshofen 560, Buchen 800). strittig Kapitel 6
- 1401Friedrich von Riedern (Amtmann 1396–1401) erscheint als Pfandherr; zahlreiche Verpfändungen des Amtes im 14./15. Jh. Kapitel 4
- 1401–1429Pfand an Amtmann Friedrich von Riedern (1100 fl); 1409 Teil des Schlosses an Strauß von Bensfort; 1423 Amt an Adel von Tottenheim; 1416 Popp Rüdt; 1429 Gült 325 fl an Eberhard von Rosenberg (6500 fl). Kapitel 4
- 1405Zwei Jahrmärkte erstmals genannt (Külsheim erhält dasselbe Privileg). Kapitel 6
- 29. Januar 1408Eisgang zerstört die Tauberbrücken in Bronnbach und Wertheim sowie die Mainbrücke in Aschaffenburg. Kapitel 4
- 5. November 1410Nürnberg bestreitet die Geleitgeld-Nachforderung des Amtmanns Eberhard Adel von Tottenheim; 24.2.1437 sagt Amtmann Zürch von Stetten Nürnbergern Geleit zur Frankfurter Fastenmesse zu; 7.9.1548 Streit Martin Grüner ↔ Nürnberger Kaufmann Mainig Dillher. Kapitel 4
- 1. Juli 1411Johannes Hiltprant aus Bischofsheim, Abt von Bronnbach 1404–1416 († 12.3.1416): Brunnenhaus im Kreuzgang (begonnen 1.7.1411, im selben Jahr vollendet) und Taubertalbrücke bei Bronnbach. Kapitel 6
- um 1415Erste Nennung einer Tauberbrücke (Dittigheimer Gültbuch: „weingarth vor Bischoffsheim bruck“). Kapitel 3
- 1419Letzter Beleg „bischofsheymer stat werunge“ (Währung); im 15. Jh. verdrängt Miltenberger Prägung die Bischofsheimer. Kapitel 6
- 12. Oktober 1419Privilegienbestätigung durch Erzbischof Konrad III. von Daun (und weitere 1434, 1459, 1463–1508). Kapitel 4
- 1426Augsburger Händler kehren über Worms und den Odenwald (Bensheim, Michelstadt, Külsheim) ins Bischofsheimer Geleit zurück. Kapitel 4
- 1429Die Judensteuer erscheint unter den Einkünften des Amtes. Kapitel 5
- 1430–1480Frachtaufkommen +50 % (Tuchhandel, schwere Güter). Kapitel 6
- 1434Feste Brücke statt Zugbrücke am Schloss; spätgotische Erweiterung unter Erzbischof Dietrich Schenk von Erbach (1434–59). Kapitel 4
- 1435Erstmals Lehenurkunde mit vier „Frauenhöfen“ (Burglehen Hohenlohe). Kapitel 4
- 13. Februar 1435Reinhard von Hardheim wird mit dem Burglehen (und „neundhalb Pfund Geld auf der Bede“) belehnt; die Hardheimer halten es bis zum Tod Georg Wolfs 1607 (Geschlecht erlischt; Güteraufnahme 1607 im Beisein von Amtmann Heinrich von Greiffenclau, Amtskeller Paul Erstenberger, Centgraf Sebastian Schraut). Kapitel 4
- 1438Der russische Metropolit Isidor auf dem Weg zum Konzil von Florenz ist vom Wohlstand der Gegend beeindruckt. überliefert Kapitel 6
- 4. Mai 1439Bestätigung der Frühmesse; Patronat bei Bürgermeister und Rat; 1479 Pfarrer Schippel stiftet tägliche Salve-Andacht. Kapitel 6
- 2. Juni 1443Erzbischof Diether Schenk zu Erbach und der Würzburger Bischof vereinbaren in einem Brief, in Bischofsheim gemeinsam zu jagen. Kapitel 4
- 1444–1448Im 15. Jh. zeitweise drei Bürgermeister (1444: Conrad Stoll, Endres Butener, Fritz Kulstein; Glockeninschrift 7.7.1448: Stoll, Putner, Petrus Gedemer). Kapitel 6
- 1444–1455Bischof Gottfried IV. von Würzburg zieht 1444 von Bischofsheim gegen Schloss Werberg und lässt Krafft, Heiligenberg und Kohler hängen; Gottfried stirbt am 1. April 1455 in der Stadt. überliefert Kapitel 4
- 1445/1448Sakramentshäuschen in St. Martin, Jahreszahl 1448; Bildhauer Dietrich Krebs aus Münster bei Creglingen; Bauherren Conrad Stoll und Conrad Heimburg. Kapitel 6
- 1446Rückkehr von der Frankfurter Messe: Wagen mit 51 Reitern und 198 Pferden. Kapitel 4
- 7. Juli 1448Die große Glocke der Martinskirche trägt die Inschrift, das Werk sei unter den Bürgermeistern Conrad Stoll, Endres Putner und Peter Gedemer und dem Werkmeister Conrad Heimburg vollendet worden; Gießer ist Jacob Stempfel. Kapitel 6
- 1449Erzbischof Dietrich von Erbach überträgt das Spital im Tausch gegen das bis dahin spitälische Dorf Dienstadt aus den Händen des Domstifts an die Stadt. Kapitel 6
- 15. JahrhundertDie „Ruhe Christi“ (Erbärmde) am Geiersberg auf Dittigheimer Gemarkung entsteht im 15. Jahrhundert; das Original steht heute im Foyer des geschlossenen Langzeitkrankenhauses, am Geiersberg eine Kopie. wahrscheinlich Kapitel 6
- 1451Ein Ioannes Sper aus Bischofsheim studiert an der Universität Wien; möglicherweise ein Vorfahr der Familie Spehr/Speher. Kapitel 6
- 1455Würzburger Bischof Gottfried IV. „frolich gelebt, geessen, getruncken und getantzet“ in Bischofsheim; Torwart Hans Engelhan am unteren Tor; obere Badstube erstmals. Kapitel 6
- 1458Neues Haus Eberhards von Riedern (Vitztum Aschaffenburg); Riedernhof nördlich unterhalb der Martinskirche, einziges sicher lokalisierbares Adelsgrundstück. Kapitel 6
- 1459Seit 1459 kommen jährlich drei Mainzer Domherren zur Abrechnung der Amtskellerei. Kapitel 4
- 1459–1463Mainzer Stiftsfehde (Diether von Isenburg ↔ Adolf von Nassau); 1463 Diether entbindet die zwölf Städte vom Eid; Frieden 17.8.1467: Graf Heinrich von Württemberg (Koadjutor) erhält Stadt und Amt auf Lebenszeit; 30.10.1467 Huldigung. Kapitel 4
- 9. Dezember 1462Gerichtstag Münnerstadt: Graf Johann von Wertheim hat zwei Nürnberger Warenzüge geraubt („zwischen Bischofsheim und Külsheim in das tiefe Tal“, „Taubenloch“). Kapitel 4
- 1465Acht Bischofsheimer Weinhändler sind namentlich genannt (Hans Mewrer, Hans Stetkrafft u. a.). Kapitel 6
- Januar 1465Tod des Amtmanns Eberhard von Riedern (Amtmann 1453–1465); sein Grabstein an der Martinskirche zeigt das Wappen mit Kanne und Mönchsrumpf als Heimzier. Kapitel 6
- 1466Grabplatte des Hensen Kremer an der Martinskirche mit Hauszeichen und Waage; 1465 ist ein Jorg Kremer als Weinkäufer erwähnt. Kapitel 6
- 19. Februar 1468Vertrag Adolf von Mainz – Rudolf von Scherenberg (Würzburg) – Johann von Wertheim: Warenzüge zur Frankfurter Messe von Würzburg über Wertheim und Main nach Miltenberg; Bischofsheim (damals an Württemberg verpfändet) wird umgangen. Kapitel 4
- 1470Erzbischof Adolf II. von Nassau weist alle Juden aus Mainz und dem gesamten Erzstift aus – betroffen auch Bischofsheim und Külsheim. Kapitel 5
- 1470Verpfändung von Schloss und Amt an Graf Philipp d. J. von Rieneck (mit Inventar); 1482 löst Erzbischof Diether von Isenburg Stadt und Schloss auf Dauer aus. Kapitel 4
- 24. Februar 1470Inventar des Schlosses (u. a. Schlangenbüchse, zwei Tarrasbüchsen, drei Handbüchsen, zwei Armbrüste, zehn Betten, Zinn und Messing; Zettel Johann Stube, Kanzler) bei der Verpfändung an Philipp d. J. von Rieneck. Kapitel 4
- 1471–1532Martin Goel (1471–1532), Dekan des Aschaffenburger Stifts; Familien Weymar, Goel, Virnkorn sind verwandt. Kapitel 6
- 1474Bau der Sebastianuskapelle als Friedhofskapelle. Kapitel 6
- 1475Bischofsheimer Schützen beim Schießen in Würzburg (1488 Aschaffenburg, 1516 Wertheim); 1521/24/67/76 Schießen in Bischofsheim. Kapitel 6
- 1476Wallfahrt nach Niklashausen (Hans Böhm, „Pfeiferhänsle“): Bischofsheimer sind mit Kerzen und Kleinodien dabei; der Pfeifer wird 12./13. Juli verhaftet und später verbrannt. Kapitel 6
- 1479Philipp von Riedern, Ortsherr in Gissigheim und Amtmann in Bischofsheim, stiftet eine Salve-Regina-Messe. Kapitel 6
- 5. März 1482Lösung der Pfandschaft für 12.650 Gulden durch Erzbischof Diether; Huldigungsbefehl an Bürgermeister, Räte, Gemeinde und die Dörfer der Zent. Kapitel 4
- 1483Das Mainzer Domkapitel kauft den „Hof auf der Beche, genannt das Rathus“ um 258 fl.; das älteste Rathaus stand am Platz des späteren Mackert’schen Hauses (achteckige Sandsteinsäulen, 1960 gefunden, wohl 1230–1250). Kapitel 6
- 1484–1504Unter Erzbischof Berthold von Henneberg: Kapellenerker (1490), Südostflügel (1493); „das rathuß wollen wir besichtigen“ (1495). Kapitel 6
- 14. Oktober 1485Stadtordnung Bertholds von Henneberg: nur noch zwei Bürgermeister (je 8 fl), keine Viertelmeister, Parität 12+12 im Rat bleibt; 1491 nur ein Bürgermeister (Paul Beck) in der Zentordnung. Kapitel 6
- 13.–20. Oktober 1487Sendreise durch 21 Sendpfarreien; Bischofsheim am 17. Oktober. Kapitel 6
- 13.–20. Oktober 1487Sendreise durch die 21 Sendpfarreien des Landkapitels Taubergau (Miltenberg bis Kist), am 17. Oktober in Bischofsheim; zwei bis drei Orte am Tag. Kapitel 6
- 1490Ruin des Spitals droht; Berthold von Henneberg erlässt 40-tägigen Ablass. Kapitel 6
- 1490Kapellenerker des kurmainzischen Schlosses mit Wappen des Erzbischofs Berthold von Henneberg; Relieffigur mit Inschrift „HNAS“ (wohl Hans) und Steinmetzzeichen des Meisters Hans. Kapitel 4
- 11. März 1491Urkunde zur Zentordnung; ein Kampfgericht ist vor 1469 belegt. Die Cent Bischofsheim reichte bis 1585 weit über die Stadt hinaus (Kist, Kleinrinderfeld, Gerlachsheim, Kützbrunn, Limbach, Brunn, Irtenberg). Kapitel 9
- 11. März 1491Der Notar Johann Gryme aus Külsheim beglaubigt mit seinem Signet die Aussagen der früheren Centgrafen Wilhelm Stickel (1455–69) und Heinz Hofstetter (1469–91) zur Bischofsheimer Centordnung. Kapitel 9
- 1491Das Sühnekreuz am Ende des Taubentals am Rand des Brückenwalds trägt die Jahreszahl 1491 („Butterhändlerkreuz“). Kapitel 6
- 1494„In der oberen forstat“ und „untere Vorstadt“ erstmals genannt; städtische Eich 1494; Gemeiner Pfennig 1495: ca. 1050 Erwachsene über 15 Jahre. Kapitel 6
- 18. November 1494 / 23. Januar 1495Zehntregister: sechs Landschieder (Hans Ditzel, Johann Cleyn, Dietz Fuger / Wilhelm Hauer, Jorg Doner, Contz Stolzenberg), Notar Heinrich Stoltzenberg; Zehntverteilung nach Gewannen (Mittelberg, Götzberg, Heimelberg, Kychelberg, Spreyt, Ipperg, Nonnenberg/Seligental, Bremenleite). Kapitel 6
- 1494Speer’sches Stipendium (Johannes Speer, Kaplan); Heilig-Kreuz-Kaplanei (Stiftung 1493). Kapitel 6
- 1495Neues Rathaus an der Nordseite des Marktplatzes. Kapitel 6
- 1495/1578Der Name „Wellerbergk“ wird von Gehrig/Müller als Weilerberg gedeutet; ein fränkisches Reihengräberfeld bei der evangelischen Kirche zeigt frühe Besiedlung. wahrscheinlich Kapitel 3
- 29. August 1497Wilhelm Sighart, Kleriker und Notar, zeichnet das Hofweistum des Stifts Aschaffenburg für Poppenhausen auf (1514–1518 Dekan des Landkapitels Taubergau und Altarist). Kapitel 6
- 1498Pestzeiten 1300–1500; die Sebastianuskapelle (Grundstein 23. Juli [Apollinaris] 1474) entsteht als Friedhofs-/Beinhauskapelle; Leprosenhaus jenseits der Tauber, Leprosenfriedhof (Bildstock Weihe 1572). Kapitel 6
- 1490erKriegsschäden der 1490er Jahre; 1499 Umgeld erhöht. Kapitel 6
- 1499Ewald Weymar (1439–1499; 1468–82 Sekretär Diethers) stiftet 1000 Gulden an seine Vaterstadt (Weymars Almosenamt); Schenkung 17.6.1468 Haus am Kirchhof neben der Sebastianuskapelle. Kapitel 6
- 1499Berthold gestattet Bischofsheim zusätzlich vier Maß je Eimer Wein als Ungelt. Kapitel 6
- 26. Mai 1499Ewald Weymar (* 1439, Sohn Johannes Weymars) stirbt; er war 1468–82 Sekretär Erzbischof Diethers, danach unter Albrecht von Sachsen und Berthold von Henneberg, Reisen nach Ungarn (1486), Rom, Wien (1493 Begräbnis Friedrichs III.); er vermacht der Heimatstadt 1000 rhein. Gulden (30 fl Korn für Teuerungszeiten, 10 fl graue Tuche, 10 fl Aussteuer; „Stadtalmosenfonds“, 1794: 3210 fl) und stiftet 100 Goldgulden für den Magdalenenaltar der Schlosskapelle. Kapitel 6
- um 1500Der älteste christliche Friedhof lag um die Martinskirche; ab ca. 1500 wird der Peterfriedhof genutzt (1551 vergrößert). wahrscheinlich Kapitel 6
- um 1500Am unteren Tor noch 1827 die Jahreszahl 1500 mit Mainzer Wappen. Kapitel 6
- um 1500Hauptroute Nürnberg–Frankfurt in sieben Geleitsetappen: Nürnberg – Windsheim – Aub – Bischofsheim – Külsheim – Miltenberg – Aschaffenburg – Frankfurt; Bischofsheim ist bis zum 30jährigen Krieg „weniger aktiver Handelsplatz als Durchgangsstation“. Kapitel 6
- um 1500Die Ölberggruppe am Steinbergweg (Christus, Petrus, Jakobus, Johannes) entsteht; sie wird in einer Hospitalurkunde vom 8. Mai 1514 erwähnt. wahrscheinlich Kapitel 6
- 1504Martin Goel, später Stiftsdekan in Aschaffenburg, ist Altarist des Margarethenaltars. Kapitel 6
- 5. Februar 1504Erste Stiftung des Friedrich Virnkorn (Pfarrer in Distelhausen) für den Heiligkreuzaltar; Neustiftung 23.8.1515 (Messverpflichtungen: Sonntag Trinitatsmesse, Montag Totenmesse, Samstag Marienmesse, Freitag Leidensmesse; wöchentliche Prozession zum Gebeinhaus); Ablass 12.6.1517 (100+40 Tage). Kapitel 6
- 1509Ewige Messe Magdalenenaltar in der Schlosskapelle (Ewald Weymar). Kapitel 6
- 19. Mai 1509Frühestens nach dieser Bestätigung (Uriel von Gemmingen; erste Bestätigung 15.5.1504) und der Fertigstellung der Seitenkapellen (~1510) kann der Kreuzaltar mit den Grünewald-Tafeln entstanden sein; Ogiermann sieht Virnkorn mit Sicherheit als Auftraggeber (Schreibung „Esaias“ wie in Virnkorns Urkunde 1504). Kapitel 6
- 1510Jahreszahl am Kapellenpfeiler; Sakristei; Bilderzyklen Margaretenlegende 1510–20 (1909 freigelegt). Kapitel 6
- 1511–1521Martin Goel (1471–1532) ist Sekretär des Mainzer Domkapitels (Protokolle 1511–21); Rom 1512/13; 24.12.1519 Dekan des Stifts Aschaffenburg; † 28.6.1532. Kapitel 6
- 1512/1513Überfall Götz’ von Berlichingen auf Nürnberger Kaufleute; 1513 sichert der Nürnberger Rat seine Bürger mit 460 Fußknechten und 120 Reisigen. Kapitel 6
- 1513Christoph Schreiber (Scriptoris) aus Lauda wird Pfarrer; er neigt der Reformation zu, wird aber von Rentmeister und Rat gebremst und entfernt; 1522 folgt Johannes Fuchs (Vulpis). Kapitel 8
- 1513–1522Pfarrer Christoph Schreiber (Scriptoris) neigt als einziger Geistlicher Luther zu und gewinnt den Kaplan; Ende 1523 Schreiber in Gefangenschaft (Brief Johannes Drach, Pfarrer in Miltenberg); 25.3.1522 Johannes Fuchs neuer Pfarrer. Kapitel 8
- 8. Mai 1514Jahrtagstiftung der Anna Lutzin (Bürgermeister und Rat); acht Benefizien (u. a. neuer Kreuzaltar und Stephansaltar) bestehen. Kapitel 6
- 1514–1525Erzbischof Albrecht von Brandenburg sieht im Neunstädtebund ein Hindernis; nach dem Bauernkrieg werden alle Privilegien beseitigt. Kapitel 7
- 1515Schweinehirtentor („porta subulci“) belegt; Vorstadttore: Schweinehirtentor (Königheim/Miltenberg) und Kuhhirtentor/Schaftor (Hochhausen). Kapitel 6
- 31. März 1515Ablassbulle (Generalkommissar Albrecht und Franziskanerguardian Alexander Molitor); Dr. Johannes Kuchenmeister ist Subkommissar für das Taubergebiet. Kapitel 8
- 19. Januar 1516Verhandlungen über das Amt Bischofsheim mit Ulrich von Hutten (80 fl, Titel Landvogt); das Domkapitel lehnt ab. Kapitel 6
- 13. Februar 1520Amtseid des Amtmanns Wolf Morle genannt Beheim (Gehorsam gegenüber dem Domkapitel); Wolf Morle Amtmann 1514–1528, Marschall, † 1539 (Grabplatte Stiftskirche Aschaffenburg). Kapitel 7
- 1521Wilhelm Sighart aus Bischofsheim ist Faktor des Aschaffenburger Stifts; Dekan des Landkapitels. Kapitel 6
- September 1521Tod des Kaplans Johannes Spehr (Margarethenaltar, früher Altarist am Petersaltar); Grabstein mit Lockenkopf am Chor der Martinskirche. Kapitel 6
- 1522/23Versuch des Pfarrers Christoph Schreiber scheitert; 1523 Mandat verbietet lutherische Predigt. Kapitel 8
- um 1524Entstehung der Grünewald-Tafeln (Kreuztragung und Kreuzigung) für den Stephansaltar am Choreingang; Auftraggeber nach E. Vetter Martin Goel (Neffe des Pfarrers Friedrich Virnkorn). wahrscheinlich Kapitel 6
- 1524–1525Wolf Morle genannt Beheim ist Amtmann; Amtskeller ist Asmus Grünsfelder (Keller im Bauernaufstand). Kapitel 7
- April–Juni 1525Bischofsheim schließt sich dem Mergentheimer Haufen an (mit der Erklärung, ein eigenes Kontingent zu führen); Miltenberger Vertrag 7.5.1525; Zug gegen den Marienberg scheitert; nach Königshofen (3.6.1525) „Kapitulationsurkunde“ gegenüber Erzbischof Albrecht von Brandenburg. Kapitel 7
- 5./6. April 1525Amtskeller Asmus Grünsfelder berichtet: Mergentheim, Lauda, Rinderfeld, Grünsfeld in Bewegung, Bischofsheim und Königshofen noch ruhig; am 6.4. versichert die Stadt dem Statthalter Wilhelm von Straßburg ihre Treue. Kapitel 7
- 10. April 1525Ballenberg und Krautheim (Odenwälder/Neckartäler Haufen) fordern die Stadt zum Anschluss auf („unser ungnädiger Herr … wir wollen Herr sein“); bis 12.4. lagern drei Haufen zu je rund 10.000 Mann (Würzburger Gau, Schöntal, Mergentheim). Kapitel 7
- 13./14. April 1525In der Nacht vom 13. auf den 14. April verlassen Amtmann Wolf Morle genannt Beheim, Amtskeller Asmus Grünsfelder, der Zentgraf und die Amtsknechte die Stadt; am Karfreitag (14.4.) erste Verhandlungen mit den Bauern; die Stadt gibt die Geschütze nicht heraus und sichert Neutralität zu; das Schloss Oberlauda wird niedergebrannt (Amtmann Philipp von Riedern misshandelt). Kapitel 7
- 18.–22. April 1525Florian Geyer bringt die Stadt in Mergentheim auf die Seite des Fränkischen Haufens: die Stadt verpflichtet sich, die Neun Städte zu einer „christlichen Versammlung der neun Städte“ zu bewegen und einen eigenen Haufen zu bilden; im Gegenzug soll der Haufen nicht ins Erzstift ziehen. Vorher stimmt die Gemeinde auf dem Marktplatz bei Glockengeläut ab („da tratten sie alle einhelliglich auf die Seite“); sieben Hauptleute, oberster Feldhauptmann „Alexius“. Kapitel 7
- 30. April – 7. Mai 1525Statthalter Wilhelm wird in Aschaffenburg festgesetzt, am 30.4. freigelassen; 1.5. besetzt der Helle Haufen Miltenberg; 5.5. „Amorbacher Erklärung“ der Neun Städte; 7.5. Miltenberger Vertrag (Dekan Lorenz Truchseß von Pommersfelden und Amtmann Wolf Morle unterzeichnen): Zwölf Artikel, 15.000 Gulden Kriegsentschädigung, Abzug der Bauern aus dem Erzstift. Kapitel 7
- 4./6. Mai 1525Teile des Bauernzugs lagern zwei Tage auf den Tauberwiesen bei Bischofsheim; sie übernehmen die vom Schwäbischen Bund 1523 in Boxberg beschlagnahmten Geschütze; die Bischofsheimer übergeben diese erst nach dem 7.5. und ziehen mit einem eigenen Fähnlein unter Alexius nach Würzburg. Kapitel 7
- 14./15. Mai 1525Alexius lässt sein Fähnlein allein gegen die Festung Marienberg in Würzburg anrennen: etwa 400 Tote. Schon am 11.5. hatte er ohne Wissen der Führer in Aschaffenburg um Büchsenmeister und vier Geschütze gebeten (Boten Hans Eichel, Hans Raubenberger). Kapitel 7
- 20. Mai 1525Ultimatum Statthalter Wilhelms (Feldlager Neckargartach) an die Neun Städte: Gehorsam, Mitbürger vom Bauernheer zurückziehen, binnen drei Tagen auf Gnade oder Ungnade dem Schwäbischen Bund ergeben; Aichhorn antwortet, die Stadt sei vertraglich gebunden. Kapitel 7
- 3. Juni 1525Schlacht bei Königshofen: Niederlage der Taubertäler Bauern, rund 4000 Tote, über 300 Bürger Königshofens; 5.6. Bündisches Heer in Heidingsfeld; 8.6. Statthalter Wilhelm in Würzburg. Kapitel 7
- 12./13. Juni 1525Zwölf Haupträdelsführer werden hingerichtet (vermutlich auf dem Marktplatz), nur Bürgermeister Andreas Aichhorn wird begnadigt; am 13.6. unterzeichnen Bürgermeister, Rat und Gemeinde (samt Gamburg) die Unterwerfungsurkunde (13 Artikel): bedingungsloser Gehorsam, Vertrag mit dem Hellen Haufen nichtig, Entwaffnung, Verlust aller Privilegien, Versammlungsverbot, Schadenersatz. Alexius verschwindet spurlos (vermutlich Frankfurt). Kapitel 7
- 26. März 1525Der Augustiner Ambrosius (Friedrich Süß), Pfarrer von Waldmannshofen, ruft in Unterschüpf zum Aufstand; Georg Metzler aus Ballenberg wird Anführer des „hellen Haufens“; Florian Geyer führt die „schwarze Schar“. Kapitel 7
- 14.–15. April 1525Oberlauda: Schloss gestürmt, Amtmann Philipp von Riedern, Sigmund von Zobel und Erasmus von Fechenbach misshandelt; der Bischofsheimer Büchsenmacher Kunz Bayr rettet Gefangene. Kapitel 7
- Mai 1525Bischofsheimer fangen Boten des Bischofs und werfen sie in den Turm bei der Tauberbrücke; 14. Mai fordern die Heerführer vor Würzburg die Bischofsheimer Geschütze (Quartaunen/Notschlangen); 17. Mai erobern Bischofsheimer, Mergentheimer und Laudaer Bocksberg und Schweigern (Boxberg); 18. Mai sagt Bischofsheim Lauda ab. überliefert Kapitel 7
- 4. Juni 1525 (Pfingstsonntag)Nach der Wertheimer Handschrift (Mone III 554) und Fries (Brief der Stadt Gemünden) wird Bischofsheim am Pfingstsonntag, 4. Juni 1525, „eingenommen, gestraft und der Hauptsächer ein gut teil mit dem Schwertgericht“. strittig Kapitel 7
- 2./3. Juni 1525Schlacht bei Königshofen: ca. 4000 tote Bauern (andere Quelle 6–7000); „von Lauda und Tauberbischofsheim waren die meisten Bürger umgekommen“; Königshofen verliert 300 Bürger, nur 15 Greise/Kranke bleiben. Kapitel 7
- April 1526Erzbischof Albrecht kehrt erst Ende April 1526 ins Erzstift zurück; Bittgesuche der Städte um Milderung bleiben erfolglos. Kapitel 7
- 1527Nach dem Bauernkrieg verliert die Stadt ihre alte Zentordnung durch die Stadtreformation des Kurfürsten Albrecht von Brandenburg; die Fischerei wird der Stadt genommen. Kapitel 7
- 1527„Bischofsheimer Stat Reformation“ (GLA 67/1519): Neunstädtebund aufgehoben; Bürgermeister und Rat beseitigt; zwei Rentmeister, zwölf vom Erzbischof/Amtmann berufene Räte, Zünfte verlieren Rechte. Kapitel 7
- 14. März 1527„Bischofsheimer Stat Reformation“ (ausgestellt Aschaffenburg, Donnerstag nach Invocavit = 14.3.1527 julianisch): Neunstädtebund aufgehoben; zwei Rentmeister statt der Bürgermeister, zwölf vom Amtmann einsetzbare Räte (u. a. Endres Eichhorn/Aichhorn), Zentgraf statt Schultheiß, Zünfte kontrolliert, Fischerei im Bach entzogen, Verbot lutherischer Prediger (Art. 63), Wirtshaus nur bis 8 Uhr (Sommer)/7 Uhr (Winter), Hochzeit höchstens sechs Tische, Kleiderordnung; jährlich 260 fl an die Kellerei. Kapitel 7
- 22./25. Juni 1527Domkapitelsitzung (Frowein von Hutten, Wolf Morle, Caspar Lerch von Dürmstein, Heinrich Brömser): Die „Strafe“ soll „Hilfe oder Steuer“ heißen; Landsteuer „20. Pfennig“; 1529 sechsjährige Bedefreiheit. Kapitel 7
- 1. Dezember 1529Register der Hohenlohe-Gült (Stand 1509): 26 Gültpflichtige, jährlich 40 Malter Korn, 10 Weizen, 50 Hafer. Kapitel 4
- 23. September 1530Der Keller soll den Armen Hafer zur Saat vorstrecken. Kapitel 6
- 24. April 1533Vertrag: Propst Johannes Albrecht von Brandenburg verpachtet den Viktor-Zehnt für 80 fl/Jahr an Dompropst Marquard vom Stein und Dompräsenz. Kapitel 8
- 1538–1542Pfarrer Ulrich Fock: Einkünfte zu gering, Pfarrhaus baufällig; das Domkapitel baut um 1539 „mit großen Kosten“ einen neuen Pfarrhof; Fock verlässt die Pfarrei, als „die sterbenden Läufe“ (Pest, Herbst 1541) den Ort ergreifen; 3.11.1541 bittet die Stadt um einen Priester; ein Zisterzienser aus Haina verwest die Pfarrei und stirbt Ostern 1542. Kapitel 8
- 16. Mai 1543Grabstein des Spitalverwalters Peter Erstenberger (Fischwappen). Kapitel 6
- 6. September 1543Amtmann Hans Albrecht von Adolzheim ordnet an, Mörder aus Grünsfeld/Impfingen „gen Bischoffsheim an die Brucken“ zu überantworten – ältester Hinweis auf die Brücke als Übergabeort. Kapitel 8
- 1544Stadtschreiber Kaspar Othmar lehnt das Amt des Domkapitelsekretärs ab (Subdiakonspflicht) – „Stimmungswandel“. Kapitel 8
- 1544Fastenmesse 1544: Geleitreiter ab Bischofsheim 9 + 42 Pferde, Külsheim 5 + 8, Miltenberg 8 + 15, Klingenberg 2 + 2, Stockstadt 5 + 11, Seligenstadt 1 + 1, Steinheim 9 + 18; Herbstmesse: Übergabe beim Bildstock am Kister Mark. Kapitel 8
- 1549Visitation unter Erzbischof Sebastian von Heusenstamm: St. Martin hat 9 Altäre und 60 Stiftungen; Pfarrer Christoph Geiger; Kirchenzucht lässt zu wünschen übrig; Leonhardskapelle jenseits der Tauber; Peterskapelle mit Pestbegräbnissen. Kapitel 8
- 1548/1549Visitation (Erzbischof Sebastian von Heusenstamm; Visitatoren Peter Wank und Johannes Wirtenberg): Pfarrer Christoph Geiger; Altaristen beschweren sich; Gläubige missachten Anordnungen, Wirtschaften während des Gottesdienstes; mehrere haben Schriften Luthers; Bruderschaften: Unsere Liebe Frau, Sebastian, Urban, Anna und Jakobus; das Gebiet bleibt katholisch. Kapitel 8
- 1549Visitation: 42 Pfarreien im Landkapitel, 28 besucht; Leonhardskapelle ohne Einkünfte, Friedhof bei der Stadtkirche „Viehplatz“, Peterskapelle als Notfriedhof in der Pest, Spital mit 27 Pfründnern. Kapitel 8
- 21. Juni 1551Vergrößerung des Peterfriedhofs; Weihe durch den Mainzer Weihbischof. Kapitel 6
- 21. Juni 1551Der erweiterte Friedhof bei der Peterskapelle wird vom Mainzer Weihbischof geweiht; seit etwa 1500 diente er als Friedhof. Kapitel 6
- 1552–1554Zweiter Markgräflerkrieg: Albrecht Alcibiades plündert Bischofsheim, teilweise Brand; 1553 Erzbischof Sebastian von Heusenstamm lässt Schäden untersuchen; Urkundenverluste. Kapitel 8
- Juni 1552Markgraf Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach überfällt das Mainzer Oberstift; Bischofsheim wird mit Lösegeld belegt; Graf Christoph von Oldenburg droht, Bischofsheim, Miltenberg und Amorbach niederzubrennen; Brandschatzung und Anleihe von 600 fl vom Domkapitel (14.1.1553); der Kurfürst erlässt der Stadt die halbe Bede (260 fl) drei Jahre lang. Viele Stiftungsbriefe gehen verloren (Rat 1602). Kapitel 8
- 1554/1555Streit um Johann Leinkauf (Katharinenaltar/Prädikatur); Juli 1555 Absetzung des Pfarrers, der die Schwester des Zentgrafen heiraten wollte; 8.11.1596 meldet Kommissar Dr. Weber, die Geistlichen im Landkapitel lebten „ohne alle Furcht“ in vermeintlicher Ehe; 1600 „ehrbare“ Haushaltungen. Kapitel 8
- 1556–1586Kontraktenbuch der Stadt (Verträge, Kaufbriefe); Archivale im Stadtarchiv vorhanden. Kapitel 8
- 1556Wirt der „Krone“ Bastian Dürr fordert höhere Vergütung für die Verpflegung der Geleitsreiter. Kapitel 8
- 1561Älteste Ansicht (Wildbannbeschreibung/Aquarell Mainz–Würzburg): ummauerte Stadt mit Türmersturm, dreibogiger Tauberbrücke und Brückentor jenseits des Flusses. Kapitel 10
- 4. August 1561Würzburger Wildbann-Karte (StAW MRA 52 K 275): „Ungeferlicher bezirck Maintzischer Wiltpan zwischen Wirtzperg und Bischofsheim“ – zeigt zugleich die gewölbte Tauberbrücke als Glied der Mainzer Geleitstraße; ältestes Stadtbild. Kapitel 8
- 1568Mainzer Jurisdiktionalbuch: Wegegeld für Erhaltung von Weg und Steg (je fremdem Wagen 1 Kreuzer, Karren 2 Pfennig; Bürger frei); über die Tauberbrücke 1 Kreuzer je Pferd. Kapitel 8
- 1569–1749Grenzbeschreibungen der Stadt in sechs Heften; 1580 99 Grenzsteine, 1749 115; Grenzumgang 1580 mit Amtmann, Rentmeister, vier Landschiedern, vier Ratsleuten, Stadtschreiber und etwa 150 Leuten. Kapitel 8
- 1572Dreimärker Nr. 96 (Rad/BBB, Leuchtenberg, Grünsfeld, Dittigheim) – heute beim Museum. Kapitel 8
- 1572Wappentafeln des Philipp Zehender und der Magdalena Virnhaber (redendes Wappen: Hafergarbe, Löwe); sie sind später am Armenspital in der Klostergasse eingemauert worden. Kapitel 6
- 1572Am Sonntag Exaudi 1572 wird der Hochhäuser Friedhof geweiht; der Bildstock zeigt die Kreuzigung und sechs Wappen der Gründer (Echter von Mespelbrunn, Herren zu Rosenberg, Abt Johannes VIII. Knoll von Bronnbach, Erzbischof Daniel Brendel von Homburg, der Pfarrer, Schultheiß Pfreundschig). Kapitel 8
- 1572/1573Bildstock 1572 (Johannes d. T. und Pankratius) vom Leprosenfriedhof; Weihe 1572. Kapitel 8
- 1578Türkensteuer („Vermögensbeschreibung“): 433 steuerpflichtige Personen mit allen Gebäuden und Grundstücken; Reichste: Philipp Zehender (Nr. 366, Markt) und Wilhelm Speckhart (Nr. 354); fast alle, auch die Armen, besitzen Weinberge. Summe für Bischofsheim 568 fl.; für das Amt in sechs Jahren 3000 fl. (Bischofsheim), Königshofen 1800, Königheim 1494. Kapitel 8
- 1578Stadtbild 1578: Armengasse (heute Frauenstraße) 46 Häuser, Gerbergasse 29, obere Vorstadt 24 + 17 Scheuern, untere Vorstadt 10 + 8, Spitalgasse (spätere Klostergasse) 24, Markt 23; Kirchhof 12 Häuser; Strafturm am unteren Tor, Steinerner Centstuhl, Kuh- und Seuhirten-Tor, Wolfstalsturm; es gibt noch keine Klostergasse und keinen Zwinger. Kapitel 8
- 1578Handwerkssparten 1578 (Schatzungsregister): Bader, Bäcker, Büchsenschmied, Büttner, Fischer, Fuhrmann, Gerber, Hafner, Häcker, Kannengießer, Kaufmann, Kürschner, Messerschmied, Metzger, Müller, Sattler, Schlosser, Schmied, Schneider, Schreiner, Schuster, Wagner, Weber, Wirt, Ziegler, Zimmermann u. a.; 1598 früheste Leineweberordnung (Amtmann Gablenz); 1730: unter 133 Handwerkern nur drei, die ohne Landwirtschaft gut leben konnten. Kapitel 8
- 1578Im Schatzungsregister: der Ziegler Christoffel Behem besitzt eine eigene Ziegelhütte (250 Gulden), Philipp Zehender einen Garten „bei der eußern Ziegelhutte“; es gab damals mindestens zwei Ziegeleien (erste Erwähnung 1495). Kapitel 8
- 1578Bildstock mit der Inschrift „Per misere mei tollitur ira dei“ von 1578 („Leprosenbild“); das Original lehnt an der Rückseite der Peterskapelle, eine Replik steht an der Laurentiusbergstraße. Kapitel 8
- 1579–1602Pfarrer Michael Lannius (1579, Prämonstratenser), Christian Hartung (1589–93), Jakob Molitor von Dieburg (1593–1602, „gewann viele Neugläubige zurück“). Kapitel 8
- 16. Juni 1579Stadtschreiber Johann Vollrath aus Iphofen (1578–1583) urkundet als Notar im Streit zwischen Wilderich von Walderdorf und den Rüdt zu Eubigheim; sein Signet zeigt Fortuna im Nachen. Kapitel 8
- 15801580: 99 Grenzsteine; Rad mit drei B auf den Grenzsteinen. Kapitel 6
- 1584Erweiterung der Peterskapelle (Westfassade). Kapitel 6
- 1584Zwei hohe Grenzsteine im Wald bei Gerchsheim: „Wirtzburgisch Gelaid, Zennth, Wildban …“ und „Maintzisch Glaidt, Cent, Zoll, Wildtban“; an der Würzburger Straße bei Großrinderfeld Steine mit „BD“ (= Bischofsheimensis Ductus, Bischofsheimer Geleit). Kapitel 6
- 1584Polizeiverordnung des Amtmanns Anton von der Gablenz gegen „streunendes Volk“ (1584–1604 Amtmann); 1591 Anordnung: nur geschworener Ratsschreiber für Urkundsgeschäfte. Kapitel 9
- 1584Zwei hohe Hoheitssäulen („Wirtzburgisch Gelaid, Zennth, Wildban“ / „Maintzisch Glaidt, Cent, Zoll, Wildtban“) bei Irtenberg an der Grenze der Geleitsbezirke; offizielle Übergabestelle bis 1584 „Kaltes Loch bei Kist“. Kapitel 8
- 1585Vertrag zwischen Bischof Julius Echter und Erzbischof Wolfgang: Kist, Kleinrinderfeld, Gerlachsheim, Kützbrunn, Limbach, Brunn kommen von der Cent Bischofsheim zur Cent Lauda. Kapitel 9
- 30. März 1585Hauptvertrag Julius Echter ↔ Wolfgang von Mainz: Kist, Gerlachsheim, Kützbrunn, Ober-/Unterbaibach kommen zur Cent Lauda; die Landgerichtshoheit Würzburgs über Mainzer Gebiet entfällt. Kapitel 9
- 1588Nach der Festschrift schenkt ein Alexander von Riedern, „Oberamtmann“ und letzter seines Stammes, das Gebäude des Riedernhofs seiner Frau Anna Maria von Crailsheim († 13. März 1623). überliefert Kapitel 3
- 1589Urban-Bruderschaft der Häcker; Häckerzunfthaus am Kirchplatz (1613 neu); Bruderschaftsfeier bis 1895; Abbruch 1950er. Kapitel 10
- 1590Elisabet Klinglerin, Witwe, lässt das Kreuz am Montag nach dem zweiten Adventssonntag 1590 errichten (Klinglerkreuz). Kapitel 8
- 1590Andres Schmit, Bürger und Siebmacher zu Bischofsheim, wird Ende August 1590 bei Külsheim ermordet; ein Steinkreuz („Siebmacherkreuz“) im Wald Taubenloch erinnert daran. Kapitel 8
- 1591/1592Ecksteine „GEORG DILMAN 1591“ und GD 1592 an der Ecke Frauenstraße/Untere Gasse: Georg Dillmann, Domkapitelsfaktor 1580–1604. Kapitel 8
- 1592Vertrag Kurmainz–Leuchtenberg: Gissigheim, Dittwar, Dittigheim, Distelhausen, Schönfeld, Ilmspan, Paimar, Grünsfeldhausen, Zimmern und Krensheim kommen zur Cent Grünsfeld. Kapitel 9
- 13. März 1592Vergleich Landgraf Georg Ludwig von Leuchtenberg ↔ Erzbischof Wolfgang: Mainz behält Gerchsheim, Impfingen, Werbach, Dienstadt, Königheim, Hochhausen, Werbachhausen, Brunntal, Böttigheim, Oberaltertheim, Großrinderfeld, Buch am Ahorn, Brehmen (1118 Mannschaften); Leuchtenberg erhält Zimmern, Krensheim, Grünsfeldhausen, Paimar, Ilmspan, Dittigheim + Steinbach, Distelhausen, Dittwar, Gissigheim, Schönfeld (603 Mannschaften). Kapitel 9
- 1595Erste indirekte Nachricht über Tauberhochwasser (Marke an der Eulschirbenmühle Gamburg–Bronnbach). wahrscheinlich Kapitel 10
- 1595Wappentafel des Dompropstfaktors Julius Zehender (Greif über drei Sternen) am Haus Zwinger 2 mit Namen und Wappen seiner Frauen Margaretha Denerin und Catharina Pfreundschick. Kapitel 10
- 1596–1635Centgerichtsbuch (Stadtarchiv, 900 S.): drei geschworene Centgerichte pro Jahr; Centgraf ist der Stadtschultheiß; das Bischofsheimer Gericht wertete Hexenbeschuldigungen meist als Verleumdung und bestrafte die Ankläger. Kapitel 9
- 1597In der Cent werden zwei Frauen hingerichtet (Wendel Schmids Hausfrau wegen Diebstahls enthauptet, Engelhardin von Impfingen als Urfehdebrecherin verbrannt); Amtmann Antonius von der Gablenz (1588–1603) gilt als Haupttreiber der Hexenverfolgung im Amt. Kapitel 9
- 1597Streit um die Kosten der Zent-Hinrichtung zweier Frauen: Brehmen und Buch am Ahorn weigern sich zu zahlen („seit 80 Jahren nie für Hexenhinrichtung gezahlt, bei den Zentfällen steht nichts von Zauberei“); Zentgraf Sebastian Schraudt: Wendel Schmids Frau wegen angeblicher Zauberei eingezogen, unter Tortur nur Diebstahl gestanden, mit dem Schwert gerichtet; Engelhardin von Impfingen, Gespielin der „zuerst verbrannten“ Eva Blockin, als Urfehdebrecherin verbrannt. Kapitel 9
- 1598Firmung durch den Mainzer Weihbischof: 756 Personen. Kapitel 9
- 1601/1602Kirchenrechnungen 1601: noch acht Altäre; Prädikaturmeister Mathes Haimerich; Organist Kaspar Berthold (50 fl), Schulmeister Jakob Adel; Sakramentsprozessionen um die Stadt an Fronleichnam und Mariä Heimsuchung; Karfreitag-Tenebrae; Totenhaus am neuen Friedhof; Türkenschatzung. Kapitel 9
- 1601Jakob Adel erhält 15 fl. aus einer Stiftung (Stephansaltar) als Schulmeister; um 1600 gibt es Kantor und deutschen Schulmeister. Kapitel 9
- 1. Juli 1602Grabstein der Catharina Erstenberger († mit einem Jahr und 20 Wochen) an der Peterskapelle: das älteste Chronogramm des badischen Main- und Taubergrundes. Kapitel 10
- 1603Hexenprozess (Hexenturm nachweisbar). Kapitel 9
- 1603Prozess der Ofenmacherin von Lauda (53 Jahre, Folter, verbrannt): sie nennt „zwei bereits verbrannte Weiber aus Tauberbischofsheim“; Verfolgungen im Mainzer Gebiet seit 1593; Hexenturm „wo die Klostergasse den Graben schneidet“. Kapitel 9
- 1604Stephan Thein (Stadtschreiber 1604–1607) ist „Notar päpstlicher und kaiserlicher Autorität“; zehn Bischofsheimer Stadtschreiber waren zugleich Notare. Kapitel 10
- 3. Juli 1605Güter hingerichteter „Zauberer“ fallen an die Kammer (Erzbischof, Fall Michael Becker, Königshofen). Kapitel 9
- 1607–1613Pfarrer Philipp Appel (1607–13): Ephemeris ecclesiastica 1612 (kennt Lioba nicht); Pfarrer Johann Scherpf (1613–28); Georg Federle (1628–32; Initiative zur Berufung der Franziskaner). Kapitel 10
- 1607Hans Langenberger kommt „auf der Straße“ ums Leben; ein Steinkreuz bei Dittwar (Losch XIII) trägt die Inschrift „ZU GETECKNUS HANS LANGENBERGER 1607“. Kapitel 8
- 1608Feuer- und Sturmordnung: Türme als Sammelorte der Wehrkontingente; Wasserzufuhr des Mühlkanals geregelt. Kapitel 10
- 1608Der Bischofsheimer Metzger Jörg Weimer lässt den Metzgerstein am Anfang des Gissigheimer Pfades errichten; Doppelbild mit Kreuzigung und dem Stifter mit Kalb und Hund. Kapitel 9
- 1611–1619Caspar Lerch von Dürmstein (Oberamtmann): neues Portal am Oberen Tor, Vortor und Leonhardstor jenseits der Brücke (1613), Stadtmauer und Zwinger erneuert, Jägerhäuschen 1609, 1615 hohes Steinkreuz vor dem Oberen Tor mit Wappen; Protocollum Generale (über 800 Seiten); Wappentafel 1613 (jetzt im Schloss). Kapitel 10
- 1611–1619Caspar IV. Lerch von Dürmstein (* 13.12.1575 Dirmstein), Amtmann 1611–19: Studium Jura in Dole (1593–95), Kämmerer des Bischofs von Speyer, ⚭ 5.11.1602 Martha Brendel von Homburg, neun Kinder; Schriften: „Annales Lerchianae“; Protocollum generale (800 S.); Verhältnis zu Erzbischof Johann Schweikhard von Kronberg schwierig. Kapitel 10
- 1612Renaissance-Torbogen oberhalb des oberen Tores, errichtet unter Amtmann Caspar Lerch von Dürmstein (Rentmeister u. a.); nur dekorativer Abschluss, nicht das eigentliche Stadttor; 1812 an die Rollenmühle versetzt. Kapitel 10
- 1612„Ephemeris ecclesiastica“ (Rektor Jakob Adel, Pfarrer Appelius, Amtskeller Paul Erstenberger, Zentgraf Johann Schraut, Amtmann Lerch): Gottesdienstordnung mit Palmeselprozession bis zum Haus der Riedern, Osterspielen, Himmelfahrt-/Pfingstbräuchen, Fronleichnamsprozession um die ganze Stadt, Urbanusfest 25. Mai der Häckerzunft; Lioba kommt nicht vor. Kapitel 10
- 1612Der Spitalmeister Wilhelm Zeitbos und seine Frau Christina lassen am Weg zur Stammbergkapelle einen Bildstock errichten (1619 Kindergrabstein an der Martinskirche). Kapitel 11
- 1613Wappentafel „Caspar Lerch in Dürmstein … Rentmeister Johannes Spehr und David Spehet 1613“ – erstmals die drei „B“ im Wappen. Kapitel 10
- 1613Inschrift über dem Brückentor (Leonhardstor): „Casparus Lerch in Dürrnstein Satrapas Episcopiensis; Quaestoribus Joanne Spehr et Davide Speher fieri ordinavit Anno Christi 1613“ – beweist laut Sprotte noch keine Steinbrücke. Kapitel 10
- 14. Februar 1613Tod des Spitalmeisters und Ratsverwandten Caspar Stockmeister; sein fast lebensgroßes Epitaph an der Peterskapelle zeigt das Stockmeister-Wappen (Lilie) und das der Erstenberger. Kapitel 10
- 14. Februar 1613Caspar Stockmeister stirbt am 14. Februar 1613; sein Grabstein ist außen an der Peterskapelle eingemauert (früher Petersfriedhof). Kapitel 10
- 1616Amtmann Caspar Lerch von Dürmstein stiftet eine Kreuzigungsgruppe für den alten Friedhof bei der Peterskapelle (1796 renoviert; heute in der Friedhofskapelle). Kapitel 10
- 1617Amtskeller überweist 150 fl. „inname Hexengeld“ an die Kellerei Aschaffenburg (Herkunft unklar: Bischofsheim oder Königshofen). Kapitel 9
- 1617Lerch lässt die Gewerbe- und Zunftordnungen neu aufrichten (Protocollum generale S. 45): Metzgerordnung 1617, Kannengießerordnung 10.3.1612, Brottaxe 1595, Bäckerordnung 1614; Ratsdiener-Pflichtenkatalog 1614. Kapitel 10
- 1618Wiederaufbau der Leonhardskapelle jenseits der Tauberbrücke auf Befehl von Caspar Lerch; ein Altar zu Ehren der Lioba, „die einst am Ort des neuen Spitals fromme Nonne war“ – erster Hinweis auf eine Liobaverehrung. Kapitel 10
- 1618Aussage eines Oberwittighäuser Wirts: „Man hat deine Schwester in Grünsfeld verbrannt“ (Schwester des Poppenhäuser Schultheißen); Wirt wegen Verleumdung zu zwei Zentbußen verurteilt. Kapitel 9
- 24. April 1619Lerch verlässt das Amt; Reise per Schiff Miltenberg–Mainz (20 Gulden); 1612 Obere-Tor-Inschriften (Johann Schweikhard, Lerch, Amtskeller Paul Erstenberger, Rentmeister Bernhard Baier, Wolf Müller); 1615 Glocke (Christoph Glockengießer, Nürnberg); 1616 Kreuzigungsgruppe am Friedhof der Peterskapelle (Lerch und Marta Brendelin). Kapitel 10
- 1619Grabstein des Spitalmeisters Wilhelm Zeitbos für seine drei früh verstorbenen Söhne (darunter ein ungetauft gestorbenes Kind), heute über dem nordwestlichen Eingang der Martinskirche. Kapitel 10
- 1621–1634Reichsacht gegen Hohenlohe; Amtmann Johann Schweikhardt von Sickingen zieht die Gült ein; 1637 geht sie an den Deutschorden Mergentheim. Kapitel 11
- 1622Das Spital kauft das Haus des Kellers Johann Michael Dühmig am Markt (2350 Gulden); zusammen mit dem Nachbarhaus wird es das Reichenspital. Kapitel 10
- 22. Februar 1623Oberamtmann Sickingen und Amtskeller Simrock legen einen Wochenspeiseplan für die „reichen Pfründner“ des Spitals fest, bis zu drei Viertel Maß Wein täglich. Kapitel 11
- 14. Juli 1625Das Centgericht fällt bis Ostern 1626 aus („Infection“). Kapitel 9
- 1626Eiersheimer Magd (Dienst in Impfingen) elf Wochen als angebliche Zauberin gefangen, auf Befehl der Behörden freigelassen; fordert 1000 fl. Buße; Endurteil nicht überliefert. Kapitel 9
- 1626Rektorskapelle (Liebler/Trefz). Kapitel 12
- 29. Dezember 1626Bildstock beim Zimmerplatz (drei Lilien = Wappen Dalberg) von Heinrich Eberhard Stockmeister (18 Jahre) gestiftet; die Legende vom französischen Brandbefehl 1806 ist unbelegt. Kapitel 11
- 1626Zwei Bürger, Caspar Liebler und Jacob Trefs, stiften die Pietà der Rektorskapelle (heute auf dem Hammberg); der Stockmeister-Bildstock für den mit 18 Jahren gestorbenen Heinrich Eberhardt Stockmeister (29. Dezember 1626). Kapitel 11
- 1627Die Pfarrei tritt ihren Zehnt in Distelhausen an Würzburger Kammer, Juliusspital und Deutschen Orden ab (gegen 12 Malter Korn und 3 Malter Haber im Jahr). Kapitel 11
- 12. Juni – 15. Juli 1629Der Magistrat bittet 12.6.1629 Kurfürst Georg Friedrich von Greiffenklau um Franziskaner (Anregung Amtmann Johann Schweikard von Sickingen); 15.7.1629 Ankunft; 1629–36 Gottesdienst in der Sebastianuskapelle; 8.3.1636 Zuweisung des Klösterleins/Spitals und der Elisabethenkapelle (Kurfürst Anselm Kasimir); 23.4. Besitzübernahme; 30.4.1637 Konvent „zur hl. Jungfrau Lioba“, 1. Guardian Adam Streit. Kapitel 11
- 1628–1630Wetterchronik: Schnee 9.3.1628, Frost 9.9. und 16.10. (Trauben erfroren), Malter Korn 3 fl.; 1630 voller Herbst, Fässermangel; 1624 Teuerung (Eimer Wein in Königshofen 20 fl.). Kapitel 11
- Fastenmesse 1628Von 67 Geleiteten stammen 18 aus Augsburg, 10 aus Ulm, 4 aus München, 2 aus Memmingen; der Zentgraf garantiert Nürnbergern Hin- und Rückweg. Kapitel 11
- 1629Die Franziskaner siedeln sich im Kaplaneihaus an der Sebastianuskapelle an. Kapitel 11
- 1631–1634Schwedische Besatzung; als schwedischer Amtskeller wird der Lutheraner Crusius eingesetzt; 1631–34 Velten Heinrich Rüdt von Bödigheim-Collenberg als schwedischer Amtmann. Kapitel 11
- Herbst 1631–1634Nach dem Fall Würzburgs ziehen die Schweden ein, erzwungene Kapitulation; Abzug 1634; 1645–48 weitere Verwüstungen durch Schweden, Franzosen und Kaiserliche. Kapitel 11
- 1632–1637Pfarrer Christian Felgenhauer (1632–37) wird von den Schweden in Bettingen erstochen. Kapitel 11
- 19. November 1631Gustav Adolf von Würzburg aus vor Bischofsheim, nimmt die Stadt ein; die Schweden setzen eine eigene Behörde ein; bis 1635 Brandschatzung; 1634/35 Hungersnot; Amtmann Valentin Heinrich Rüdt von Collenberg erbittet einen evangelischen Prediger (Bartholomäus Reichardt aus Memmingen). Kapitel 11
- 8. März 1636Zuweisung eines Teils des Hospitals (Armenspital, Elisabethkapelle, Teile des Reichenspitals, Bäckerei) an die Franziskaner; Ersatzunterkunft für die Pfründner. Kapitel 11
- 1636Erzbischof Wamboldt weist dem Konvent den Südflügel des Reichen Spitals und die Elisabethkapelle zu; Bestätigungsurkunde nennt „Klösterlein der hl. Lioba“; 1637 Konvent; 1665 Eingliederung in die Thüringer Ordensprovinz. Kapitel 11
- 1636Der Metzger Hans Vogel baut eine Scheuer in der Bachgasse 18 (Hausspruch „Wer will bauen an die Straßen …“); er stirbt 1637, die Witwe heiratet den Notar Petrus Faulhaber. Kapitel 11
- 1637Mainzer Erzbischof stellt einen Judenschutzbrief für die Gemeinde aus – nach Müller 1980 der erste Nachweis seit dem 15. Jh. Kapitel 5
- 9. April 1637Tod des kurmainzischen Amtskellers Johann Sauer; Grabstein am Nordwesteingang der Martinskirche. Kapitel 11
- 1639Petrus Faulhaber aus Königheim wird Notar in Bischofsheim (Wahlspruch „Tempus me ducit in auras“); 1672 bestätigt er den Bericht über die Dittwarer Kreuzkapelle. Kapitel 11
- 1641–1647Friedrich Groß (Abt von Bronnbach 1641–47; † 26.3.1656), Lateinschule bei Magister Jacobus Adelius; 1631 verwüsten die Schweden Bronnbach; Dr. theol. 6.6.1639 in Wien; Rücktritt 1647. Kapitel 11
- Januar 1643Hessen-Kasselaner vor Miltenberg; Salva Guardia statt Widerstand; Bischofsheim als Beispiel. überliefert Kapitel 11
- 1643Wilhelm und Catharina Gros lassen den rechten Bildstock vor der Stammbergkapelle errichten. Kapitel 11
- 1644Kaiserliche und kurbayerische Truppen; Holzkauf von 60 Stämmen in Brehmen für Kirche; Pacht der Amtskellerei um 20 Malter ermäßigt. Kapitel 11
- 1644Hans Weber, Sohn des Dittwarer Gerichtsmanns Simon, wird von Soldaten erschossen; sein Kreuz im Wald hinter den Rammersbergsteinbrüchen („Schwedenkreuz“) nennt das Jahr 1644. Kapitel 8
- 28. August 1646Zentgraf Johann Michael Otto bittet den Schwedengeneral Königsmarck bei Impfingen um Schonung; Zusage gegen 30 Fuder Wein und einige tausend Brote. Kapitel 11
- 30. Dezember 1648Tod des Centgrafen Leonhard Hügel; Gedenkstein am Nordwesteingang der Martinskirche, der auch seine Frau Magdalena Wüst († 1634), den Oberzoller Veit Weber († 1691) und dessen Frau Margaretha Hügel († 1685) nennt. Kapitel 11
- 1651–1664Pfarrer Tilman Zilch (1651–64): Bau der Klosterkirche; Grundsteinlegung 25.3.1656 (Oberamtmann Johann Schweikard von Sickingen, Rentmeister Johann Jakob Kurkrock, Zentgraf Johann Michael Otto); Portiuncula 2.8.1656; Weihe 14.10.1657 (Weihbischof Johann Melchior Söllner, 435 Gefirmte), alles aus freiwilligen Spenden der Bürger. Kapitel 12
- 1655–1661Liobareliquien: 1655 Teilung des Schulterblatts in Fulda (Datum im Text widersprüchlich: 1655/1665), Ankunft 1.5.; 1661 Kinnlade (Kief) von Freiherr Johann Valentin von Siezig; Ankunft 26.9.1661; Liobafest 28.9.1661 mit großer Prozession. Kapitel 12
- 6. Dezember 1655Tod der Anna Margaretha Echter von Mespelbrunn, geb. von Bicken (65 Jahre); Grabstein an der Martinskirche. Kapitel 11
- 1656/57Neubau der Hospitalkapelle (Klosterkirche), Weihe Oktober 1657; Hauptpatronin Lioba (Provinzkapitel 1655, Guardian Burvenich brachte Reliquien); Grund vom Stadtrat. Kapitel 11
- 1656Pfarreientausch Johann Philipp von Schönborns (u. a. Dittigheim an Würzburg); Hexenprozess-Verbot unter Schönborn (1647–73). Kapitel 12
- 25. März / 14. Oktober 1656Klosterkirche St. Lioba: Grundstein 25.3.1656, Weihe 14.10.1656 (Dreifaltigkeit, Lioba, Elisabeth); Lioba-Reliquien aus Fulda (1655) und Mainz (1661). Kapitel 11
- 15. Mai 1656Pfarreientausch Schönborns: Würzburg übernimmt die geistliche Gerichtsbarkeit über Gerlachsheim, Kist, Kleinrinderfeld, Distelhausen, Ilmspan, Gerchsheim, Impfingen, Dittigheim und Bettingen – der „Mainzer Dorn“ vor den Toren Würzburgs fällt. Kapitel 12
- 1656Pfarreientausch zwischen Mainz und Würzburg unter Johann Philipp von Schönborn: mehrere Pfarreien des Landkapitels Taubergau (u. a. Dittigheim) kommen zu Würzburg. Kapitel 11
- 1659Mattheus und Margaretha Schmid aus Königheim lassen den linken Bildstock vor der Stammbergkapelle errichten (Kreuzigung mit beiden Schächern). Kapitel 11
- 17. Jh.Linie Frankfurt–Bamberg (Teil Köln–Prag): Wechselstationen Aschaffenburg – Miltenberg – Bischofsheim – Würzburg; 18. Jh. Postwagen zweimal wöchentlich Mergentheim–Bischofsheim; 1706 Poststation im Gasthof „Zur Sonne“, 1733 im „Badischen Hof“. Kapitel 12
- 1662Pläne zur Tauberschiffbarmachung erwähnen „der Brücken zu Bischoffsheim … zu beeden seithen … schregs gegen dem Brückenbogen“ – Bogenbrücke bezeugt. Kapitel 12
- 7. Oktober 1664Bericht des Guardians Stravius: neun Altäre in der Pfarrkirche; Kreuzaltar in der zweiten Seitenkapelle auf der Evangelienseite, Stephansaltar am Choreingang. Kapitel 12
- 1666–1683Guardian P. Kaspar Liebler (aus Bischofsheim); sein Liobabüchlein erscheint 1683. Kapitel 12
- 1666P. Kaspar Liebler aus Bischofsheim wird Guardian der Franziskaner; 1683 erscheint sein Buch „Leben der hl. Jungfrau und Äbtissin Lioba“. Kapitel 11
- 1668Jurisdiktionalbuch: Bischofsheim „Ihrer Churfürstlichen Gnaden und Erzstift Mainz einzig und allein zuständig“; Unterhalt des Hochgerichts: 1/3 Stadt, Rest Untertanen der Cent. Kapitel 12
- 1668Amt/Gericht Bischofsheim 1668: Stadt frei mit 327 Herdstätten; zusammen 1351 Herdstätten, 1641 Männer, 1833 Frauen in Stadt und Zentorten. Kapitel 12
- 1668Fünf Jahrmärkte (Mittfasten, Pfingsten, Margarete 13.7., Martini 11.11., Thomas 21.12.) und Wochenmarkt (nur Königshofen und Königheim haben außerdem Jahrmärkte); 1803 sieben Krämer- und Viehmärkte, Wochenmarkt Mitte 18. Jh. aufgegeben. Kapitel 12
- 1669Georg und Maria Rab stiften den Bildstock an der Hochhäuser Straße (Pietà, hl. Georg, Maria Magdalena); Georg Rab starb am 14. März 1708 mit 80 Jahren. Kapitel 11
- 1670Johann Hermann Franck, Dompropst-Faktor, erbaut das „Fratzenhaus“ am Markt (Inschrift 1670). Kapitel 12
- 1671–1673Der Kapuzinerpater Martin von Cochem weiht den Kirchhof der Filiale Dienstadt; bis dahin brachten die Dienstadter ihre Toten bis vor den Petersfriedhof in Bischofsheim. Kapitel 11
- 1673Scharfrichter seit 1673 namentlich bekannt. Kapitel 12
- 5./6. Mai 1673Huldigung der Untertanen der Ämter Bischofsheim und Külsheim „an der Linde an der Tauber“: Empfang am Steinernen Kreuz im Königheimer Weg, drei Jungfrauen, Prozession zur Pfarrkirche, Te Deum, Geschützsalut, Eid im Schloss vor dem Kanzler. Kapitel 12
- 1687Vitus Carens Spolein und Anna Maria lassen einen Kreuzigungs-Bildstock am Ende der Laurentiusbergstraße errichten („Alter und neuer Adam“). Kapitel 12
- 1688Der Mainzer Erzbischof genehmigt das Gymnasium (Vorläufer des Matthias-Grünewald-Gymnasiums). Kapitel 12
- 1688Erzbischof Anselm Franz von Ingelheim genehmigt das Gymnasium; der Konvent wächst von 8–9 auf 24 Mitglieder. Kapitel 12
- 1688Franziskaner-Klosterschule/Pädagogium (Gymnasium); Fasz. 1683. Kapitel 12
- 9. April 1688Geleitzettel des Würzburger Geleits für die Frankfurter Ostermesse: „Zwen Batzen zahlt dem Fürstlich Würzburgischen Gelaid … Herr Wolf Manger von Nürnberg zu Pferdt … soll uff der von Alters gewöhnlichen Gelaids-Straßen nach Bischoffsheim und Miltenberg und uff kein ander Orth passiret werden.“ Kapitel 12
- 9. Januar 1688Erzbischof Anselm Franz von Ingelheim stimmt auf Bitten des Stadtrats der Studienanstalt der Franziskaner zu: Latein, zwei Patres, vier Jahreskurse. Kapitel 12
- 20. März 1691Grabmal des Oberzollers Veit Weber († 20.3.1691) – die Zollstätte Bischofsheim hatte einen „Oberzoller“. Kapitel 12
- 1692Kurmainz hebt für verzollende Kaufleute die Geleitsteuer auf (Juden ausgenommen); Zollstreit mit Mergentheim (Messewaren 1742 in Bischofsheim beschlagnahmt). Kapitel 12
- 22. Februar 1696Zunftbrief der Schuhmacher (Erzbischof Lothar Franz von Schönborn, 28 Artikel): Zunftmesse am Tag nach Philippi und Jakobi, Meisterstück, Einschreibgeld 5 fl. bzw. 2½ fl., Lehrzeit zwei Jahre, Zunfttag einmal jährlich im Beisein eines Beamten, keine Sonntagsarbeit. Kapitel 12
- 1697Wallfahrts-Bildstock von 1697 mit nur teilweise lesbarer Inschrift (Würzburg genannt). wahrscheinlich Kapitel 12
- 1699Rotgerber-Zunftordnung (1699). Kapitel 12
- 1700Maria-Hilf-Kapelle auf der Grabenbrücke vor dem Oberen Tor (Apotheker Johann Henrich Staub; Kopie des Gnadenbildes von Passau); 1702 Laurentiuskapelle (Simon Dürr), eingeweiht 1723. Kapitel 12
- 1700–1714Spanischer Erbfolgekrieg 1701–14, Siebenjähriger Krieg, Revolutionskriege: Dauereinquartierung durch die großen Verkehrsstraßen Frankfurt–Mergentheim/Rothenburg und Bamberg/Würzburg–Heidelberg. Kapitel 12
- 1. Hälfte 18. Jh.Itinerar Nürnberg–Frankfurt: Würzburg → „bis Bischofsheim 4 Meilen, kein Ort wo man bleiben kann“ (31 km), Nacht in Bischofsheim „in der Obern Vorstadt“, Mittag Külsheim, Nacht Miltenberg „beym Riesen“; Würzburg–Bischofsheim 300 Höhenmeter. Kapitel 12
- 1700Der Apotheker Johann Henrich Ludwig Staub und Maria Elisabetha erbauen die Maria-Hilf-Kapelle; 1715 folgt der Maria-Hilf-Bildstock an der Königheimer Straße (Inschrift 1715). Kapitel 12
- 1702Staub wehrt sich gegen die Eröffnung einer zweiten Apotheke durch den Miltenberger Apotheker Johann Jost Gischeidt: in „einem so geringen Städtlein“ sei Platz für nur eine. Kapitel 12
- 1702Die Pfarrei Dittwar wird gestiftet; ihr Weinbergzehnt von 6 Morgen fällt vom Bischofsheimer Pfarrer an den Dittwarer. Kapitel 12
- 3. Mai 1705Tod des Oberamtmanns Lothar Friedrich Freiherr von Hoheneck; sein Grabstein am Sakristeiaufgang trägt ein dreizehnfaches Chronogramm auf 1705 und acht Ahnenwappen. Kapitel 12
- 1706Zoll-, Geleit- und Accisgelder 3337 fl. 22 kr. nach Mainz; Weinverkauf 119 Fuder; Schutzgeld: 6 jüdische Familien in Bischofsheim je 25 fl. Kapitel 12
- 1706Poststation im Gasthof „Zur Sonne“; 1733 neuer „Badischer Hof“ (Anton Philipp von Fleischmann; Hauptstraße 70–72). Kapitel 12
- 1706/07Kellereirechnung des Amtes Bischofsheim: Einnahmen 58 101 Gulden (davon 32 892 Rückstand und 19 790 Schatzungen), Ausgaben 1823 Gulden, 128 Gulden bar nach Mainz an Zahlmeister Franz Agricola (6. April 1707), 3337 Gulden Zoll-, Geleit- und Accisgelder gesondert. Kapitel 12
- 1706Güldenzoll für Landwein (2 Gulden je Fuder): Bischofsheim 119 Fuder, Königheim 104, Werbach 25, Dittwar 12, Werbachhausen 11, Dienstadt 6, Brunntal 1. Kapitel 12
- 1707–1830Weinverkaufsprotokolle: Käufer aus Sachsen 1707, Köln 1709, Augsburg 1710, Fulda 1711, München 1760, Salzburg 1783. Kapitel 12
- 1711Die Kinder des Faktors Veit Carl Franck stiften die Stammberg-Pietà (Bildhauer Biggen); Berberich glaubte die Kapelle 1773 gebaut, Gehrig/Müller halten sie für älter und 1773 nur für renoviert. Kapitel 12
- 1715Der Gastwirt und Posthalter Franz Servontaine und Margareta lassen die „Ruhe Christi“ (Erbärmde) am Geiersberg (Dittigheimer Gemarkung) erneuern; die Inschrift nennt 1715, G/M lesen das als Stiftung, nach Hendrik Beierstettel ist es ein Renovierungsdatum (der Stein stammt aus dem 15. Jahrhundert); Servontaine stirbt 1719. Kapitel 12
- 1719–1722Neubau des Franziskanerklosters (vierflügelig). Kapitel 12
- 1719Johannes Gallus de Jacob (Sohn eines Seilers aus Bischofsheim), Hofkammerdirektor des Würzburger Fürstbischofs Greiffenclau, wird nach dessen Tod 1719 von Schönborn angeklagt (203 Artikel); Sühne 600.000 Gulden für den Bau der Würzburger Residenz; er stiftete sechs silberne Leuchter für den Hochaltar der Stadtpfarrkirche. Kapitel 12
- 1719Tod des Sonnenwirts und Posthalters Franz Servontaine; Grabstein mit dem Reichsadler der Post und Chronogramm an der Peterskapelle. Kapitel 12
- 1720–1722Missionskreuz auf dem Marktplatz seit 1720 (Stifter Wilhelm Bögner; Steinsockel 1727), erneuert 1821, steinern 1887. Kapitel 12
- 1721–1757Graf Anton Heinrich Friedrich von Stadion ist Oberamtmann; er adoptierte 1725 Georg Michael Franck (später von La Roche, Ehemann der Schriftstellerin Sophie von La Roche). Kapitel 12
- 1720–1722Neubau des vierflügeligen Klosters (ca. 21 a; Südflügel überwölbt den Mühlbach 1721). Kapitel 12
- 1719–1722Das Franziskanerkloster wird von Grund auf neu gebaut (vierflügelige Anlage); die Klosterkirche wird vergrößert. Kapitel 12
- 14. September 1723Lorenzkapelle (Stifter Simon Dürr) geweiht; „Wunder“ der sich bewegenden Statue bei der Weihe, notariell bezeugt. Kapitel 12
- 10. August 1723Einweihung der Laurentiuskapelle unter großer Beteiligung des Volkes; 1748 gründliche Erneuerung durch Hans Michel Fröhling. wahrscheinlich Kapitel 12
- 1724Der Steinmetz Andreas Block stiftet den großen Bildstock (Kreuzabnahme, Familie, hl. Barbara), der an der Peterskapelle stand und heute am Krankenhaus; sein Sohn Johannes war ebenfalls Steinmetz. Kapitel 12
- 1724Bildstock „Marienkrönung“ am alten Dienstadter Weg; heute nur ein Rest, Kolb fand ihn 1952 noch vollständig. Kapitel 12
- 1726Steintafel CB 1726 in der Manggasse: Carolus Berta, Kaufmann aus Italien, 1716 Stadtrat und Weinhändler. Kapitel 12
- 13. Mai 1728Pietà am Stammbergweg gegenüber dem Konvikt, damals erste Station der Maria-Schmerz-Wallfahrt. Kapitel 12
- 1729Sieben jüdische Familien plus Rabbiner (41 Personen) in der Stadt, 13 im Amt; 1803/04 14 schutzsässige Juden; Höchststand 1884 mit 200 Personen. Kapitel 12
- 1730Bericht des Stadtschreibers: 1368 Einwohner + 41 Juden = 1409; 112 Häcker (5 „giebig“, 28 mittel, 68 arm, 11 bettelarm), 20 Büttner, 11 Weinhändler/Krämer, 8 Bäcker, 9 Metzger, 17 Pferde- und 40 Ochsengespanne. Kapitel 12
- 1730Etwas über 1400 Einwohner, Handwerk überbesetzt, 123 Häcker (75 arm, 14 bettelarm); Wein kaum verkäuflich, Getreide fast täglich aus dem Gäu. Kapitel 12
- 1731/1734Barocker Hochaltar (1731, Eickmann, Würzburg, 220 Taler); Fresken: Chor 1734 Johann Hugo Schlegel, Langhaus 1737/38 Antonio Wolhaupter; Holzdecke 1737; Stifter u. a. Weinhändler Johann Michael Schäffner. Kapitel 12
- 1731Der gotische Hochaltar wird 1731 abgebrochen; Barockaltar nach Vertrag Pfarrer Specht – Kunstschreiner Eickmann (Würzburg); 1846 neuer neugotischer Hochaltar (Barth, Würzburg; Fassung Seiz, Külsheim). Kapitel 12
- 1732Hochwasser am Michaelstag (29.9.1732), 5 Tote; Wasser bis zum Tabernakel der Klosterkirche; Leonhardskapelle beschädigt; Hospital verliert 30 Fuder Wein (Schaden 2312 fl.). Kapitel 12
- 29. September 1732Hochwasser am Michaelstag: Untere Stadt „2 bis 3 Mann hoch unter Wasser“; Klosterkirche (Flut hob Altarsteine und Grabsteine); Stadtmauer wird zum Abfluss geöffnet; Tauberbrücke: sechs Pfeiler, drei östliche neu. Kapitel 12
- 16. April 1732Frankfurter Fuhrleute beschweren sich über die Landstraße am Bischofsheimer Berg (Sprait) „fast gänzlich unbrauchbar“; Fuhrmann Johannes Humser steckt fest; Nebenweg im Hottenloch steil, nur eine Handbreit zum Wasser. Kapitel 12
- 29. September 1732Hochflut am Michaelstag nach schwerem Gewitter (Augenzeuge Johann Christian Heuß 1733): „der niedrige Theil der Stadt 2 bis 3 Mann hoch unter Wasser“, in der Franziskanerkirche Wasser 4–5 Schuh hoch, Altar- und Grabsteine herausgerissen; zwei alte Eheleute ertrinken, bis zu 180 Stück Vieh; von sechs Brückenpfeilern werden die drei östlichen abgetragen und neu errichtet, die östlichen Felder erhalten Holzüberbauten. Kapitel 12
- 13. Februar 1736Georg Adam Wüst, Benefiziatverwalter 1717–1739 und Notar, beurkundet den Bau von Behausung und Kelter des Dittwarer Pfarrers Johann Adam Frank. Kapitel 12
- 11. November 1739Tod des Kaufmanns und Weinhändlers Wilhelm Bögner (70 Jahre, Witwer); Grabstein mit Chronogramm und Monogramm WB am Sakristeiaufgang. Kapitel 12
- nach 1740Nach dem Bau der Spessart-Chaussee lenkt Würzburg den Verkehr auf eigenes Gebiet; Kurmainz hält am Geleit über Bischofsheim fest; Hohlwege (Hammbergsteige, Teufelsloch, Rinderfelder Weg, Hottenlochshohle) verdecken ältere Spuren. Kapitel 12
- 1744Johann Georg Bögner baut am Marktplatz das Barockpalais (heute Mackert’sches Haus; Initialen JGB/EMB 1744); 1842 an den jüdischen Weinhändler Samuel Strauß verkauft. Kapitel 12
- 1744Wallfahrts-Bildstock zum Heiligen Blut (Walldürn) am Anfang des Leintals. Kapitel 12
- 1745Jacob und Peter Keim vom Wolferstetter Hof stiften die Rosenkranzmadonna auf der Säule vor dem Krankenhaus; der Bauer Jacob Keim stirbt 1747. Kapitel 12
- 28. Januar 1745Amtsschreiber Johann Balthasar Lipp siegelt eine Dittwarer Urkunde (Lacksiegel mit Schreiber). Kapitel 12
- 1. März 1746Martin Hefner und Maria Margaretha stiften den Bildstock mit der Heiligen Familie und Dreifaltigkeit an der Albert-Schweitzer-Straße (ursprünglich im Külsheimer Gemeindewald). Kapitel 12
- 1748Zürner-Plan der Stadt (ergänzt 1792); Lehenrenovator Jacob Heinrich Zürner; Flurklassifizierung durch vier Landschieder am 20.1.1748; Grundriss der Stadt von Georg Adam Zürner 1790. Kapitel 12
- 1748/1749Juden dürfen auf kurmainzischem Gebiet Grundstücke erwerben und Ackerbau betreiben (Müller: seit 1748). Kapitel 12
- 1749Grenzumgang: 115 Grenzsteine. Kapitel 12
- 1749Beim Schutzengelfest schießen „Stadtkonstabler“ mit Geschütz die Kreuze vom Stadtturm teilweise herunter. überliefert Kapitel 12
- 17491749 Grenzgang mit 115 Grenzsteinen; ältester Grenzstein „1308“ in den Grünsfelder Tannen: Lesung fraglich, wohl 1508 (Wohlfarth/Pahl). Kapitel 12
- 1749Feuersbrunstordnung für die Residenzstadt Mainz (Kurfürst von Ostein), die als Muster diente und die Berufe zur Löschhilfe verpflichtet. Kapitel 12
- 1755Chausseeplanung Großrinderfeld–Forst; die Großrinderfelder „Rebellen“ sabotieren den Bau; die „Alte Straße“ durch den Forst existiert noch. Mit der Spessart-Chaussee (um 1740) wird der Verkehr Nürnberg–Frankfurt über Würzburg gelenkt. Kapitel 12
- 1760Der Stephansaltar wird entfernt und durch eine verschlossene Loge des Oberamtmanns ersetzt. Kapitel 12
- 1751–1760Abbruch des Schleieraltars (Stephansaltar) und Loge („Grafenstuhl“) für Oberamtmann Franz Conrad Graf von Stadion; 1799 will Pfarrer Kunkel sie entfernen (Widerstand des Amtsvogts Harrich); erst 1806 unter Leiningen genehmigt. Kapitel 12
- 1761Die Grünewald-Tafeln kommen auf den neuen Heilig-Kreuz-Altar (Bildhauer Johann Michael Huttmann, Würzburg). Kapitel 12
- 12. Oktober 1761Michael (Johann Michael) Huttmann/Buttmann (Würzburg) baut einen neuen Rokoko-Aufbau für den Heilig-Kreuz-Altar (Quittung 12.10.1761); Pfarrer Johann Sebastian Severus nannte um 1760 das Bild „elegans pictura Alberti Dürer“. Kapitel 12
- 1763Der Ziegler Johannes Wörner übernimmt die städtische Ziegelhütte im Burgweg in Erbbestand (15 Gulden jährlich); am Garteneingang des Franziskanerklosters entsteht der Schlussstein mit den gekreuzten Armen Christi und des heiligen Franziskus. Kapitel 12
- 1767Die Landschieder versteinen für 20 Gulden den Weinzehntbezirk der Pfarrei in Distelhausen (44¾ Morgen). Kapitel 12
- 1771Der Pfarrer erklärt das alte Pfarrhaus beim früheren Riedernhof für nicht mehr reparierbar; Domkapitel und Dompropst, baupflichtig, halten ihn hin; später neues Pfarrhaus neben der Sebastianuskapelle. Kapitel 12
- 1773Neue kurmainzische Schulordnung (Griechisch kommt in den Lehrplan); gegen Ende des Jahres ruht der Schulbetrieb der Franziskanerschule aus Geldnot vorübergehend. Kapitel 12
- 1773Der Amtskeller Winterfeldt baut die Maria-Schmerz-Kapelle auf dem Stammberg mit einem Gnadenbild der schmerzhaften Mutter. Kapitel 12
- 23. März 1774Niclaus Kuhn, des Gerichts, und seine Frau Maria lassen das Wegkreuz im Leintal errichten. Kapitel 12
- 11. März 1775Georg Werrle aus Buch am Ahorn (Diebstahl Königshöfer Markt 1770, 13.11.1773 lebenslange Schanzarbeit) bricht aus dem Hexenturm aus. Kapitel 12
- 29. Mai 1777Statue des hl. Nepomuk (Stifter Bürgermeister Andreas Krug aus Eiersheim) – gehört nach Dittigheim. Kapitel 13
- um 1780Einkommen des Pfarrers: Zinsen aus 810 Gulden, Grundzinsen aus fünf Orten, Zehntanteile in Bischofsheim, Distelhausen, Dittigheim und Dienstadt, Holz, Pfarrgüter (über 40 Morgen Acker), Stolgebühren. Kapitel 12
- um 1780Bildstock der Vierzehn Nothelfer von ungewöhnlicher Form, ursprünglich in eine Weinbergmauer eingesetzt (Marke Dawerdle-Nothelfer). wahrscheinlich Kapitel 12
- 1782Amtsvogteien (Bischofsheim, Königshofen, Königheim, Külsheim); Reform der kurmainzischen Verwaltung. Kapitel 13
- 1784Große Tauberüberschwemmung (Archivalien vernichtet; Hochwassermarke 177,84 m ü. NN). Kapitel 13
- 1784Hochwasser: Unterstadt unter Wasser (Marke Hauptstraße 12: 2,30 m), Leonhardstor und Leonhardskapelle zerstört; danach hoher Erddamm vor dem Wallgraben. Kapitel 13
- 1784Die Franziskanerschule hat 43 Schüler und vier Professoren, untergebracht im Westflügel des Klosters. Kapitel 12
- 1785Erzbischof Erthal erlaubt die Versteigerung der „öd gelegenen“ Gräben; 1784/85 verkauft die Stadt alle Geschütze; 1786 Versteigerung der Gräben am Oberen Tor; 1791 Zürner-Risse zur Einebnung. Kapitel 13
- 24. Mai 1786Das Domkapitel genehmigt den Vergleich über den Kleinzehnten: jährlich 12 Malter Korn, 12 Dinkel, 11 Haber und 200 Gebund Haberstroh für die Pfarrei. Kapitel 12
- 1787Tod des Oberamtmanns Graf Franz Konrad von Stadion († 25.11.1787). Kapitel 12
- 1790–1793Streit um Brückengeld: 1790 hölzernes Joch erneuert (acht Eichenstämme 14,40 m, 37 Stämme 5 m); Brückengeld ab 25.11.1790 (Bischofsheimer ausgenommen, 1 Kreuzer je Pferd); Amtskeller: „Bischofsheimer Route ist abnehmend seit der Spessart-Chaussee“; 1792 Einnahme 190 fl (Kaiserkrönung); Ende 1801 Versteigerung. Kapitel 13
- 1790Grundriss der Stadt von Georg Adam Zürner (21 Türme laut Berberich; Schneider ca. 20). Kapitel 13
- 1792Tumultuarische Auftritte (Mainzer Republik) ohne Änderung der Verhältnisse. Kapitel 13
- 20. Juni 1792Auflage an die Ämter Külsheim und Bischofsheim, die Geleitsstraße und den Hottenlochweg über Külsheim nach Hundheim herzurichten – wegen der Durchreise der Reichsinsignien Nürnberg → Frankfurt zur Kaiserkrönung. Kapitel 13
- 1792Stadtrat Rincker stiftet aus Dank für Rettung aus Hochwassernot die Kreuzigungsgruppe an der Wertheimer Straße; der Hochhäuser Schultheiß Caspar Baer die Mariensäule (heute vor dem Haus Heimberg). Kapitel 13
- 1795„Schütt“ erstmals belegt: Aufschüttung bei der Brehmbachmündung zum Schutz der Stadt. Kapitel 13
- 7. September 1796Viehseuche nach dem Ochsentrieb der Österreicher; Gelöbnis eines Wendelinusfestes (20. Oktober); Wallfahrten zum Steinberg und nach Dittwar. Kapitel 13
- 1798Hochwasser zerstört die Leonhardskapelle am ersten Brückenpfeiler; Stadtrat Rincker lässt ein Steinkreuz errichten. strittig Kapitel 13
- Silvester 1799/1800Glocken zum Jahrhundertwechsel; 1801 Lunéville; 25.2.1803 Reichsdeputationshauptschluss: die kurmainzischen Oberämter Tauberbischofsheim und Amorbach kommen mit weiteren Ämtern an das Fürstentum Leiningen; Preßburger Frieden Dezember 1805 → Baden; Rheinbundakte 12.7.1806. Kapitel 13
- um 1800Fuhrwesen (städtische Frachtrechnungen, über 180 Personen): Der Hauptteil des Fernhandels/Fuhrwesens liegt bei jüdischen Kaufleuten (Großunternehmer Löw Abraham); Orientierung nach Westen (Frankfurt, Mainz, Heidelberg). Kapitel 13
- 1802–1806Letzter kurmainzischer Oberamtmann Johann Baptist Ovelog (1797–1802); 1803 Leiningen; 1806 Baden; Georg Michael Baumann erster Bürgermeister (1802/06–1820). Kapitel 13
- 1802/1803Besitznahme durch Karl Friedrich Wilhelm Fürst zu Leiningen (1802); Reichsdeputationshauptschluss 1803; 12.7.1806 Rheinbundakte: Baden. Kapitel 13
- 1803Das Fürstentum Leiningen übernimmt Zehnt und Baupflicht vom Mainzer Domkapitel; die Stadt gehört nach über 560 Jahren Kurmainz zu Leiningen. Kapitel 13
- 1803Leiningische Erhebung: 340 bürgerliche Häuser, 366 begüterte Familien (ohne 15 jüdische Haushalte), 1600 Seelen; 10 Schild- und Bierwirte; Ernährung hauptsächlich vom Weinbau; Stadt 53.776 fl Schulden. Kapitel 13
- 1806Das Amt kommt zum Großherzogtum Baden (Mediatisierung Leiningens; Rentamt behält Domänen, Zehnten, Zinsen). Kapitel 13
- 1805/1806Stadtkasse leer; 1806: 80.000 fl. Schulden, täglich drei Tafeln für französische Generäle; Kirchengeld 800 fl. als Anleihe. Kapitel 13
- 1806Bericht: Der Wein ist „zwar nicht von der besten, doch wohl von der mittleren Güte, bergweis auch von der ersten Güte“; Weinhändler mit Niederlassungen in Frankfurt; Miltenberg Umschlagplatz für mehrere tausend Fuder fränkischen Weins. Kapitel 13
- 1806Nach der Überlieferung (Berberich) rettet der Stockmeister-Bildstock mit der Lilie die Stadt, die nach der Ermordung eines französischen Soldaten niedergebrannt werden sollte. überliefert Kapitel 13
- 4. Juni 1808Sechstes badisches Konstitutionsedikt: Juden erbfreie Staatsbürger; 13.1.1809 Judenedikt; 20.12.1816 Schutzgelder abgeschafft; 1.6.1828 alle Sonderabgaben; 4.10.1862 volles Gemeindebürgerrecht. Kapitel 13
- 1809Organisationsedikt: Bezirksamt Tauberbischofsheim im Main-Tauber-Kreis (Wertheim); 1832 Unterrheinkreis; 5.10.1863 Kreis Mosbach, Bezirksamt Gerlachsheim wird mit Tauberbischofsheim vereinigt; 1.4.1924 Reduktion der Amtsbezirke; 1936/37 Landkreis Tauberbischofsheim (83 Gemeinden). Kapitel 13
- 1809Hochwasser: Tauber durchbricht den Wall, halbe Stadt unter Wasser; Höchststand ~½ m unter 1784; Gesuch um höheres Weg-/Brückengeld 10.7.1809 genehmigt. Kapitel 13
- 1809/1810Der Ziegler Valtin Stockmeister liefert für Arbeiten an der Tauberbrücke 379 Malter Kalk. Kapitel 13
- 1809Die badische Landesvogtei Wertheim fragt wiederholt, welche Kapellen entbehrlich seien; Pfarrer und Bürger wehren sich für die Maria-Hilf-Kapelle. Kapitel 13
- 14. März 1810Deutsches Schulhaus in der Kirchgasse (700 fl.). Kapitel 13
- 30. März 1811Gerücht beim badischen Innenministerium, in Bischofsheim werde Rübenzucker hergestellt; tatsächlich hatte nur der Apotheker Hergt aus sechs Zentnern Rüben achteinhalb Pfund Rohzucker gewonnen, ein Gewinn blieb bei den Holzpreisen aus (Bericht der Kreisdirektion vom 30. April 1811). Kapitel 13
- 8. August 1812Das Kreisdirektorium Wertheim ordnet an, die Mauer (7–10 m hoch, Hütten dahinter) auf 12 Schuh abzutragen; Renaissance-Torbogen 1812 an die Rollenmühle versetzt. Kapitel 13
- 1812Das Ministerium ordnet an, die Stadtmauer auf 3,60 m abzutragen (die Stadt bat um 5,40 m „bei den Räuberzeiten“); Turm des Oberen Tores mit Torwartswohnung noch 1812 abgebrochen. Kapitel 13
- 1809–1813Durchmärsche, Bürgersöhne im Russlandfeldzug; Stadt leiht 400 fl. aus Impfingen. Kapitel 13
- 19. Februar 1814Das Bezirksamt überträgt dem Stadtrat Prailes die vorläufige Verwaltung, weil Bürgermeister Baumann dauernd krank ist; Baumann amtiert nach seiner Genesung weiter. Kapitel 13
- 12. Januar 1816Hinrichtung des Metzgers und Kronenwirts Georg Fridsen (Mord an der Ehefrau Margareta Krug aus Gissigheim) bei der Wolfstalwüstung. Kapitel 13
- 1817Malter Korn 30 Gulden, Eimer Wein 50 bis 60 Gulden; 1821 kostet das Malter nur noch 4 Gulden (Urkunde im erneuerten Missionskreuz). Kapitel 13
- 10. November 1820Letzte Hinrichtung in Bischofsheim (Gewann Sprait) wegen des Mordes (22.1.1818) an Müller Stephan Trabold aus Königheim; Quellen: Berberich, G/M, Schneider. Kapitel 13
- 5. Oktober 1820Badisches Gesetz zur Ablösung der Gülten; 1853 wird die Hohenlohe-Gült für 4000 fl. abgelöst. Kapitel 14
- 10. November 1820Letzte Hinrichtung auf dem Sprait: Publikation 9 Uhr auf dem Marktplatz, Hinrichtung 11 Uhr; Scharfrichter Schwarz (Bischofsheim) richtet den Soldaten, Schönbein (Uissigheim) die Frauen (Müllerin aus Königheim, Magd aus Dittwar); Stadtpfarrer Michael Josef Kunkel. Kapitel 13
- 5. Oktober 1820Badisches Straßengesetz: Brücken- und Pflastergelder nur noch in sieben Städten erlaubt; Bischofsheim verliert die Einnahme (gültig ab 1.3.1821); Heidelberg–Würzburg 28 Stunden. Kapitel 14
- Januar 1820Bürgermeister Baumann wird wegen Alters und Krankheit in den Ruhestand versetzt (25 Gulden und zwei Klafter Holz jährlich). Kapitel 13
- 1822–1832Bürgermeister Stephan Weber (Rollenmühle); später Steinam, Reidel, Baumann u. a. Gemeindeordnung 31.12.1831. Kapitel 13
- 1822–1832Unter Bürgermeister Stephan Weber wird der Stadtwall im Norden abgerissen und die Häuserreihe an der Ringstraße („zum neuen Bau“) gebaut. Kapitel 14
- 1822Der Stadtrat Weber wird im zweiten Wahlgang zum Bürgermeister gewählt und bestätigt (zuvor war die Wahl des Handelsmanns Schwab nicht bestätigt worden); 1823 Gehalt 100 Gulden. Kapitel 13
- 1823Das Franziskanerkloster wird aufgehoben; das Gymnasium zieht ein (1824 Pädagogium, 1828 wieder Gymnasium, 1846). Kapitel 14
- ca. 1823Nordmauer wird abgetragen; Miltenberger Tor 1823 auf Abbruch verkauft, 1845/46 abgebrochen; Ringstraße („Neubaugasse“) um 1850/60. Kapitel 14
- 13. August 1823Aufhebung des Franziskanerklosters (Sept. 1816: 5 Patres, 7 Laienbrüder, 40 Studenten); 1827 Pädagogium (63 Schüler, Direktor Stadtpfarrer Binz); 1846/47 wieder Gymnasium (108 Schüler); 1883–85 Vollgymnasium. Kapitel 14
- 19. Mai 1825Mauer im Bereich der Brauerei durchbrochen; weitere Türme und Plätze werden verpachtet oder versteigert. Kapitel 14
- 18252374 Einwohner: 2250 katholisch, 15 evangelisch, 109 israelitisch. Kapitel 14
- 29. September 1826Das badische Innenministerium bewilligt einen dreitägigen „Schützenmarkt“; erstmals am 27. August 1827, abgeschafft am 26. Juli 1851. Kapitel 13
- 1828Das Franziskanergymnasium wird aufgehoben, ein staatliches Pädagogium mit vier Klassen entsteht; 1825 war die Finanzierung aus kirchlichen Stiftungen und städtischen Leistungen gesichert worden. Kapitel 14
- 18302338 Einwohner, 329 wahlberechtigt (14 %). Verfassung 22.8.1818, Wahlmänner, geheime Wahl zuerst bei der Bürgermeisterwahl (1832). Kapitel 13
- 1830Aus der Zeit nach 1800 sind Bürgersiegel mit Monogramm erhalten: Georg Wilhelm Bögner 1830, Gottfried Rincker und Adam Baumann 1842, Steinam 1857, Reidel und Halbig 1858, Halbig 1861. Kapitel 14
- um 1830Die Niederlegung der Stadtmauern beginnt im Norden; die Häuser an der Ringstraße heißen im Volksmund „der neue Bau“. wahrscheinlich Kapitel 14
- Sommer 1832Der Kaufmann Franz Reidel wird Bürgermeister; im September 1835 bittet er um Entlassung. Kapitel 13
- 1833Badisches Zehntablösungsgesetz: Ablösung zum Zwanzigfachen des durchschnittlichen Jahresertrags; Großzehnt, Kleinzehnt, Wiesenzehnt, Weinzehnt. Kapitel 14
- 1833–1836Bürgermeister Reidel mahnt Brückenneubau; 13.8.1835 Oberdirektion Karlsruhe: Überschwemmungen durch Mühlbach-Rückstau, Mündung um 300 m nach Norden verlegen; Stadtschulden über 70.000 fl; Regierung 25.1.1836: Brücke bestand aus sieben Bögen (drei steinerne Bögen „cassiert“ und durch Holz ersetzt). Kapitel 14
- 31. Oktober 1835Die Neuwahl verlangt einen Gemeindebürger christlicher Religion; der gewählte Stephan Weber wird nicht bestätigt, weil er das Mindestkapital von 800 Gulden nicht nachweist. Kapitel 13
- 14. September 1836Der Kaufmann Franz Michael Steinam wird zum Bürgermeister gewählt (Verpflichtung 25. September); 1842 tritt er zurück, zwei Nachfolger werden nicht bestätigt. Kapitel 13
- 30. Oktober 1837Das Pädagogium wird um einen fünften Jahreskurs erweitert; die Lehrer hatten dafür freiwillig mehr Stunden übernommen, um die Umwandlung in eine höhere Bürgerschule zu vermeiden. 1836/37 hat die Schule nur 29 Schüler. Kapitel 14
- 30. Mai 1838Vertrag zur Zehntablösung (Leiningen); Ablösesumme 64.000 fl.; Staat zahlt 1/5, Stadt 51.200 fl.; Bürgerbefragung 26.7.1850 (337 von 369 dafür); Urkunde 12.2.1851. Kapitel 14
- 30. Mai 1838Vorläufiger Vertrag zwischen der Stadt und dem Fürsten von Leiningen: Statt Naturalzehnt zahlt die Stadt jährlich 2550 Gulden Zins; das Stadtsiegel (Rad über Mitra) trägt noch nicht die drei B. Kapitel 14
- November 1838Von 477 Zehntpflichtigen stimmen nicht alle für die Berechnung nach dem Steuerkapital; damit gilt nach dem Gesetz der Ertrag der Jahre 1818–1832 (Leiningen: 5472 Gulden, Zwanzigfaches 109 440; die Stadt erreicht 3200 Gulden). Kapitel 14
- 1839Die staatliche Baubehörde bezeichnet das Langhaus der Pfarrkirche als „sehr baufällig“; der Neubau folgt erst 1910 bis 1914. Kapitel 14
- 30. Juli 1840Gültablösung: 7448 Gulden, ab 1841 zu 5 % in zehn Jahresraten; erster Vergleich (2500 Gulden mit 194 Unterschriften) war abgelehnt worden; Rückstände erlassen. Kapitel 14
- 1841Die Regierung kauft den Riedernhof als Amtssitz (Landratsamt). Kapitel 14
- 1842Samuel Strauß kauft das Bögner-Palais für 6400 fl.; erster Jude von Dittigheim mit Bürgerrecht 1816; 1864 Darlehen für Rathausneubau und Tauberdurchstich. Kapitel 14
- 28. Juni 1842Tauberbischofsheim wird nach Wenkheim eingepfarrt; die Evangelischen sind auf katholische Geistliche für Taufe, Trauung und Beerdigung angewiesen. Kapitel 14
- 18. Februar 1843Der Große Ausschuss (36 Mitglieder, dazu Gemeinderat und kleiner Ausschuss) wählt den Landwirt Jakob Barth zum Bürgermeister; Verpflichtung am 11. März durch Oberamtmann Dr. Schmieder. Kapitel 13
- 1844Gründung des Männergesangvereins Liederkranz; Großherzog Leopold interessiert sich für Tauberbegradigung und Wiesenbewässerung. Kapitel 14
- Februar 1844Die Einwohner reißen die Brückenbrüstungen ab, um das Wasser abzuleiten; die Statuen St. Nepomuk (über dem Eisbrecher des 3. Pfeilers) und die Marienstatue (über dem 4.) bleiben verschont. Kapitel 14
- 1845Hochwasser im März 1845; Schneckenturm am Rathaus abgebrochen; mittlerer Graben trockengelegt. Kapitel 14
- März 1845Märzhochwasser 1845; 1847 Abbruch der alten (schlecht gebauten) Tauberbrücke und Neubau als Holzbrücke auf vier steinernen Pfeilern. Kapitel 14
- 28. März / 31. Mai 1845Hochfluten 1845: 28.3.1845 übertrifft 1784 um wenige cm, 31.5.1845 ca. ½ m unter 1784; Höhe 1784 laut Marke Hauptstraße 12 (Schlosser Karch): 177,84 m ü. NN. Kapitel 14
- 30. April 1845Zehntablösungsvertrag im Rathaus: 64 000 Gulden (Stadt 51 200, Staat 12 800); genehmigt 16. Dezember 1846; Spitalzehnt im Brehmenleiten 231 Gulden (27. Juni 1845). Kapitel 14
- 23. November 1846Der Oberstudienrat verleiht der Bischofsheimer Schule wieder den Charakter eines Gymnasiums; 1847 gibt der badische Staat erstmals einen Beitrag, 1848 sind es 116 Schüler unter Direktor Karl Damm. Kapitel 14
- 1847/1857Bezirksbauinspektor Moosbrugger meldet den schlechten Zustand der Tafel. Kapitel 14
- 4. August 1847Abbruch der alten siebenbogigen Brücke (97,20 m lang, sechs Pfeiler, ca. 8,00 m Bogenweite) nach Fertigstellung der Notbrücke (Ende Juli 1847): „äußerst schlecht erbaut, nur zu wundern, dass sie so lange gehalten hat“ (Pfeiler nur 70 cm Mauerschale, innen Geröll). Neubau 1846–50 als Holzbrücke auf vier steinernen Pfeilern (Kosten ca. 50.000 fl), übergeben 27.3.1850. Kapitel 14
- März 1848Agrarunruhen („Hunger und Elend“); Gymnasialdirektor Karl Damm, Bürgermeister Franz Michael Steinam und Gottfried Rincker verhindern Ausschreitungen; Bürgerwehr; Frankfurter Wahl 16.5.1848: Karl Damm (Direktor des Gymnasiums) wird Abgeordneter. Kapitel 14
- 4. November 1848Tumult in der Martinskirche bei der Rede von Prof. Franz Josef Buß. Kapitel 14
- 1848/1850Der Türmersturm sollte 1848 auf Abbruch versteigert werden; Josef Zugelder („ein 48er“) verhindert die Versteigerung; 1850 kauft die Stadt Platz, Turm und das leiningensche Rentamtsgebäude für 12.000 fl. Kapitel 14
- 1848In den Revolutionsjahren 1848/49 versiegen die Zehntzinsen fast ganz; teilweise werden alte Zinsbücher verbrannt; 1849 Rückstand 1100 Gulden, Leiningen verzichtet auf Zinseszinsen. Das Jagdrecht geht durch das Gesetz vom 26. Juni 1848 an die Grundeigentümer. Kapitel 14
- 17. Februar 1849Die Stadt kauft vom Fürsten Leiningen Schloss, Türmersturm und Rentamt für 13.000 fl.; Türmersturm 1848 vor Abbruch gerettet (Josef Zugelder). Kapitel 14
- Juli 1849Preußische Besetzung des Taubertals bis 30.10.1850; Kosten für TBB 6130 fl.; Bürgermeister Leonhard Reidel (seit 24.3.1849) abgesetzt. Kapitel 14
- 1. Advent 1849Von der katholischen Kanzel wird verkündet, dass der Pfarrbann für die Evangelischen endet. Kapitel 14
- 9. Juli 1851Das untere Stadttor wird abgebrochen (Maurermeister Adam Hoffmann). Kapitel 14
- 1851Unterer Torturm abgebrochen (500 fl an Maurer Hoffmann); letzter Tor, das Schäferstor, 1866/67 (Beschluss 1857). Kapitel 14
- 10. Mai 1851Abbruch des Torturms am unteren Tor (Maurer Adam Hoffmann 600 fl; 6 Wochen Beeinträchtigung der Landstraße Wiesenbach–Würzburg), weil das Tor (nutzbar nur 2,70 m) zu eng ist; Beschluss 20.3.1851. Kapitel 14
- 12. Februar 1851Vergleich über die Zehntbaulasten: 11 500 Gulden statt 13 275 (Kirche 657 und 636, Pfarrhof 9122 und 1083); Zehntbaulastenfonds mit Rechner Gottfried Rincker, 1855 gewachsen auf 14 273 Gulden. Kapitel 14
- 5. September 1851Leiningen verlangt für die Jagd 853 Gulden; Barzahlung auf 600 scheitert; Pacht steigt 1850 von 10 über 36 Gulden 30 Kreuzer (1853) auf 150 Gulden (1866). Kapitel 14
- 18. Mai 1853Beschluss zur Sparkasse; Aufnahme des Betriebs 19.3.1854. Kapitel 14
- 20. Juni 1854Exkommunikation von Oberamtmann Ruth und Bürgermeister Steinam in der Stadtkirche im Badischen Kirchenkonflikt (28.5.1854 500 Mann Infanterie in der Stadt). Kapitel 14
- 1854Ablösung der Fischerei (seit 1527 beim Oberamtmann, später Leiningen) für 134 Gulden; die Fischerei ist wieder städtisch. Kapitel 14
- 18. November 1854Zehntablösungsvertrag zwischen Pfarrer Karl Rombach und der Gemeinde Dittigheim: 1195 Gulden 20 Kreuzer statt der überhöhten 15 Gulden Jahresrente. Kapitel 14
- 1854Gründung der Gewerbeschule Tauberbischofsheim, der zweiten im Kreis nach Wertheim (1835). Kapitel 14
- 28. Juli 1855Hirschgraben an der Burg eingeebnet. Kapitel 14
- 1856Neuer Friedhof am Weg nach Hochhausen, geweiht zur Kirchweih 1856 durch Pfarrer Dr. Rombach. Kapitel 14
- 1853–1856Neuer Friedhof an der Straße nach Hochhausen beschlossen (1853) und am Kirchweihfest 1856 von Stadtpfarrer Karl Rombach eingeweiht; der Petersfriedhof war zu klein geworden. Kapitel 14
- 19. Oktober 1856Einweihung des neuen Friedhofs an der Straße nach Hochhausen (Beschluss 1853 unter Bürgermeister Steinam); Friedhofskreuz am 2. Januar 1857 geweiht. Kapitel 14
- 1857Erster evangelischer Gottesdienst; ab 1877 bis 1895 nutzt die evangelische Gemeinde die Klosterkirche; Christuskirche 1895 geweiht. Kapitel 14
- 16. August 1857Erster evangelischer Gottesdienst im Gymnasiumssaal (Pfarrer Kessler, Niklashausen), über hundert Besucher. Kapitel 14
- 16. Mai 1862Brand des Nordflügels (Kloster/Gymnasium, Reichenspital); Neubau des Spitals in der Schmiederstraße 1866 bezogen; Gymnasiumsneubau 1865–68. Kapitel 14
- 1863–1866Tauberkorrektion (Kanalisierung); Sprotte bedauert „den häßlichen Anblick einer verödeten Flußaue“. Kapitel 14
- 1863Das Defizit von 446 Gulden der Gültablösungskasse wird aus dem Überschuss der Zehntablösungskasse gedeckt; Zustimmung der Zehntpflichtigen am 14. Februar im Amtshaus im Riedernhof. Kapitel 14
- 1856–1864Bürgermeister Franz Baumann: Baulandbahn/Taubertalbahn begonnen, Tauberkorrektion, Wiesenbewässerung, Rathaus, Spital Schmiederstraße, Gymnasium, Freiwillige Feuerwehr, neuer Friedhof; Klosterbrand 16./17.5.1862; † 5.8.1864. Nachfolger Leonhard Reidel (Wahl 26.8.1864, 40 von 51 Stimmen). Kapitel 14
- 1862–1867Ablösung kleinerer Lasten: Rollenmühle (107 Gulden 6 Kreuzer), Herrenmühle (4038 Gulden 31 Kreuzer), Speersches Stipendium (111 und 242 Gulden), Kirchner- und Glöcknerdienst; Spitalgülten 332 Gulden 12 Kreuzer (21. Dezember 1864). Kapitel 14
- 5. Oktober 1865Grundsteinlegung des neugotischen Rathauses (Bau bis 1867/68). Kapitel 14
- 1865Bahnhof; Taubertalbahn Lauda–Wertheim (zwei Jahre später ganz eröffnet); Tauberkorrektion bis Sommer 1865 weitgehend abgeschlossen (Wasserspiegel 1,20 m tiefer). Kapitel 14
- 1865486 Häuser, knapp 2900 Einwohner (um 1830: ca. 2400 Einwohner, 400 Häuser); Riehl 1865: „enger, dunkler, altertümlicher als Mergentheim“. Kapitel 14
- 1866Schneider: „mehr als 650 württembergische Gefallene“; Massengrab Albert-Schweitzer-Straße/Ecke Am Brenner; finanzielle Belastung ca. 118.000 fl. strittig Kapitel 15
- 24. Juli 1866Gefecht bei Bischofsheim: Preußische Brigade Wrangel (Division Goeben) gegen württembergische Division; Preußen stürmen die Stadt, Württemberger scheitern in fünf Angriffen an der Brücke; ca. 14 Uhr erster Kanonenschuss (Batterie Cöster an der oberen Kapelle/Sprait); Verluste und Verwundetenversorgung (Lazarette im neuen/alten Spital, Schloss, Gymnasium, Klosterflügel, Kegelbahn; Barmherzige Schwestern); rund 200 württembergische Tote und Vermisste (Denkmalliste), 68 im Massengrab; Cholera in der Folge (ca. 800 Tote im Frankenland); Denkmal König Karls 24.7.1867. Kapitel 15
- 18.–24. Juli 186618./19. Juli bayerische Chevaulegers und österreichische Brigade biwakieren an der Tauberbrücke; 20.7. Kriegsrat (Prinz Karl von Bayern, Prinz Alexander von Hessen, von der Tann); 22.7. König von Württemberg in der Stadt. Kapitel 15
- 28. Juli 1866Preußische Requisition: 12.000 Laib Brot, 80 Ochsen, 340.000 Zigarren; 76 beschädigte Häuser; Lazarette im neuen und alten Spital, Rentamt, Klosterflügel, Schulhäusern. Kapitel 15
- 24. Juli 1867Einweihung des Württemberg-Denkmals (roter Sandstein, gestiftet von König Karl I. von Württemberg) am ersten Jahrestag; Namen: 12 Offiziere, 125 Soldaten, 63 Vermisste (Quelle: wandertauber.wordpress.com/2020/04/01/das-wurttemberg-denkmal/). Kapitel 15
- 2. Februar 1870Erste standesamtliche Trauung (Nr. 4); 1870: 21 Eheschließungen, 1871/72: 25. Kapitel 15
- 1871–1889Erzbischöfliches Knabenkonvikt: 1871 erste Gründung, 1874 Kulturkampf-Aufhebung, 1889 Neubau am Steinberg (Bauinspektor Maier, Heidelberg). Kapitel 15
- Herbst 1871Gründung des Knabenkonvikts (Leiter Dr. Sebastian Otto); 1874 im Kulturkampf aufgehoben, 1883 Privatpensionat Berberichs, 1889 wieder kirchliche Anstalt. Kapitel 15
- 23. November 1872Erste Direktwahl des Bürgermeisters (401 Stimmberechtigte, 291 = 82,5 %); Nikolaus May 1872–84; Alois Kachel 1885–1908 (Wasserleitung 1896, Elektrizität 1900, Schloss, Volksschule 1907/08). Kapitel 15
- um 1873Entfernung der Tafel aus der Kirche; ein Vergolder nimmt sie „an Zahlungs Statt“; 1873 sieht Hans Thoma sie beim Vergolder; 1877 Oskar Eisenmann; 1882 Kauf durch den deutsch-amerikanischen Sammler Habich für 2000 Goldmark; 1883 Restaurator Alois Hauser jun. sägt die Tafel auseinander; Rückforderung durch Ordinariat/Ministerium, die Tauberbischofsheimer zahlen 7000 Mark; 1888–93 im Chor, dann im Pfarrhaus-Treppengang; Kaufvertrag 7.1.1900/6.6.1900 (Hans Thoma als Direktor der Kunsthalle Karlsruhe), 18.6.1900 Zustimmung Kultusminister Nock; 40.000 Mark für die Erweiterung der Pfarrkirche. Kapitel 14
- 3. November 1876Erster Jahrgang der Landwirtschaftlichen Winterschule Tauberbischofsheim. Kapitel 15
- 1880Reparaturkosten seit 1850: 11.428 Mark; bis 1940 „quälte man sich mit Holz“; Hochwasser 14.12.1880, 31.1.1882, 23.11.1882 (176,90 m ü. NN). Kapitel 15
- 1884Das bestehende Progymnasium wird zum Gymnasium; viele jüdische Schüler legen das Abitur ab. Kapitel 15
- 1887–1889Ca. 85 % der Rebfläche werden aufgegeben (Reblaus u. a.). Kapitel 15
- 22. September 1891Das Knabenkonvikt am Steinberg wird bezogen (Rektor Dr. Julius Berberich). Kapitel 15
- 1894/1895Evangelische Christuskirche (1894 Bau, 1895 geweiht); evangelische Gemeinde erst neuzeitlich (Beamte, Zugewanderte), bis 1888 Pfarrer aus Wenkheim. Kapitel 15
- 1895Gründung des Kirchenbauvereins (bis 1910 rund 113 000 Mark); die Grünewald-Bilder werden 1899/1900 verkauft, die Baukosten betragen 417 580 Mark. Kapitel 15
- 1896–1899Zentrale Wasserleitung (Willetsheimer Quelle im Muckbachtal bei Dittwar; Reservoir Wellenberg; 372 private Anschlüsse, 10 öffentliche Brunnen). Kapitel 15
- 1900Verkauf beider Grünewald-Tafeln an die Badische Gemäldegalerie Karlsruhe für 40.000 Mark als Grundstock für den Neubau der Martinskirche. Kapitel 15
- 19001900: 3430 Einwohner (2909 katholisch, 338 evangelisch, 181 israelitisch = 5,3 %); 1825: 2374; 1875: 2839; 1925: 3672 (3270 kath., 287 ev., 111 isr.); 17.5.1939: 3609. Kapitel 15
- 1901–1904Der Stadtrat beschließt 1901/02 den Abbruch des Schlosses; Verwaltungsgerichtshof 3.4.1903 gegen die Stadt; Bürgerausschuss 22.4.1904 für Erhalt. Kapitel 15
- 13. März 1906Vereinbarung zwischen Kirchengemeinde und Stadt über die Besitzverhältnisse: Martinskirche der Kirchengemeinde, Kirchenuhr der Stadt; Peterskapelle, Sebastianuskapelle, Klosterkirche und alter Friedhof gehören der Stadt. Kapitel 15
- 14. März 1910Abbruch der spätgotischen Pfarrkirche bis auf den Turm (dreischiffige flachgedeckte Basilika); Neubau bis 1914; Turm um 13 m erhöht; übernommen: Sakramentshäuschen 1448, Taufstein, Marienaltar 1517, Riedern-Epitaph, „Tauberbischofsheimer Reiter“. Kapitel 15
- 24. Mai 1914Einweihung der neuen Martinskirche (Architekt Ludwig Maier); Abbruch der alten 1910. Kapitel 15
- 1914–1918Im Ersten Weltkrieg verlieren sechs (nach Müller fünf) jüdische Tauberbischofsheimer ihr Leben; nach Ogiermann/Haun insgesamt ca. 150 Söhne der Stadt. Kapitel 15
- 24. September 1915Das Bezirksamt beantragt bei der Inspektion des 14. (Badischen) Armeekorps ein Kriegsgefangenenlager im „Badischen Hinterland“ (Anfragen der Landwirte); Zuweisung von Arbeitskommandos seit April 1915 (z. B. 10 Russen im Saal des Gasthauses „Zur Bretze“); 1.10.1915 62 Gefangene in der Stadt. Kapitel 15
- 1916–1918Kriegsgefangenenlager auf dem Laurentiusberg (Kommando 917; Kommandantur im Jägerhäuschen des Schlosses; Chef Generalmajor von Carnap, 1917 Oberstleutnant Eichert; Lazarett Landsturmpflegearzt Wiedenhorn/Stabsarzt Remmlinger); 27.11.1916: 6926 Gefangene (6060 Russen, 866 Franzosen); Besuch einer spanischen Delegation 27.11.1916 und 5.3.1917 (6590 Gefangene, davon 1174 im Lager); Arbeitskommandos in Landwirtschaft, Schulmöbelfabrik, Brauhaus AG; Lagerzeitung „L’Anti Cafard“ (Frankonia-Druckerei); Kirchenbaracke; Scheckmarken ab Juli 1916. Kapitel 15
- 1917Franz Hefner löst die Erbpachtabgabe der städtischen Ziegelhütte ab; um den Ersten Weltkrieg stellen die Ziegeleien den Betrieb ein. Kapitel 15
- 1916–1918Zwischen dem 8.4.1916 und 24.12.1918 sterben im Lazarett 279 Kriegsgefangene (202 Russen, 32 Franzosen, 13 Rumänen, 30 Italiener, 2 Briten); August 1918 meldet Bürgermeister Emmerich Schnupp, dass seit 1.1.1918 43 gestorben sind und keine Beerdigungsplätze mehr da sind; Gedenkstein an der oberen Friedhofsmauer (teils kyrillisch); die Franzosen werden nach dem Krieg umgebettet; 23.1.1919 sind alle Gefangenen abtransportiert; Durchgangslager bis 1920, dann abgebrochen. Kapitel 15
- 1923–1933Eugen Diebold, erster Berufsbürgermeister (1923–33): Schulmöbelfabrik am Wellenberg abgebrannt (1.8.1923), Wohnungsbau, erste Motorspritze zwischen Heidelberg und Würzburg 1924, Kanalisation, Peterskapelle zum Heimatmuseum, Ehrenmal 1866 und Weltkrieg. Kapitel 15
- 1926Tod des jüdischen Religionslehrers Oskar Dreifuß (Mai 1926; Grabstein auf dem jüdischen Friedhof); 1931 Schändung des jüdischen Friedhofs (nach Hau 18.2.1931: sechs Grabsteine). Kapitel 15
- 28. Mai 1933Bei der Bürgermeisterwahl wird Eugen Diebold wiedergewählt (17:18 – Zentrum 10, NSDAP 8 nach Haun); die Regierung versagt die Bestätigung; Gauinspekteur Adalbert Ullmer setzt Hans Knab durch; 4.–7.7.1933 wird Sturmbannführer Hans Knab (Eberbach) kommissarischer Bürgermeister. Kapitel 15
- 1933Ende Oktober 1933 Ehrenbürgerrecht für Reichsstatthalter Robert Wagner; Hauptstraße, Königheimer Straße und Straße Tauberbrücke–Kalkwerk Wild werden in „Robert-Wagner-Straße“ umbenannt. Kapitel 15
- 1. April 1933Boykott jüdischer Geschäfte: SA-Posten, Zettel; Geschäfte am Sabbat ohnehin geschlossen; keine Plünderungen überliefert; 3.9.1933 wandert das Ehepaar Katzenstein als erste jüdische Familie in die USA aus. Kapitel 15
- 15. September 1935Nürnberger Gesetze; seit 1934 Marktverbot, 1935 Niederlassungsverbot für Juden in Tauberbischofsheim; Schilder „Juden betreten diese Anlage auf eigene Gefahr“ in den Tauberanlagen; 8.6.1936 Anweisung des Bürgermeisters, die Schilder an Hauptstraßen „unauffällig, am besten bei Nachtzeit“ wegen der Olympiade zu entfernen. Kapitel 15
- 1. Mai 1936Kreisleiter Wilhelm Vollrath (Schreiner aus Schwabhausen, NSDAP seit 1928) wird Bürgermeister (Einführung 11.5.1936); Hans Knab wird Bürgermeister in Oberkirch; Parteikreis Tauberbischofsheim wird mit Wertheim vereinigt (Kreisleiter Dr. Hermann Schmidt). Kapitel 15
- 1936Kreisstadt des Landkreises (Landkreis Tauberbischofsheim 1936/37 mit 83 Gemeinden; Landkreisordnung 24.6.1939; Zusammenlegung mit Wertheim 1.4.1938). Kapitel 15
- 31. Juli 1938Raphael Bauer, jüdischer Viehhändler aus Tauberbischofsheim, wird in der „Juni-Aktion“ verhaftet und am 31.7.1938 im KZ Dachau erschossen. Kapitel 15
- 10. November 1938Pogrom: Abend des 10.11. stürmen SA/NSKK die Synagoge in der Bachgasse, zerschlagen die Einrichtung und verbrennen Bundeslade, Torarollen, Bücher und Gebetsmäntel auf dem Marktplatz (zusammen mit Torarollen aus Külsheim); das Gebäude wird wegen der Nachbarhäuser nicht angezündet; Laden Leopold Sauer geplündert. Kapitel 15
- 1939–19551939 3600 Einwohner, 1955 knapp 6000; 1956–59 Landratsamt auf der Parzelle des abgebrochenen Riedernhofs; keine nennenswerten Kriegsschäden 1945. Kapitel 15
- 3. September 1939SA und NSKK treiben die letzten Juden der Stadt über den Marktplatz zur Bachgasse, lassen sie die Synagogentreppe mit der Zunge ablecken und im Mühlkanal Liegestütze machen („Wir sind die Kriegshetzer“), sperren sie bis 25.10.1939 im jüdischen Gemeindehaus ein (26 Menschen in drei Wohnungen); Hermann Sauer wird zum „Judenbürgermeister“ bestimmt. Kapitel 15
- 22. Oktober 1940Um 6 Uhr benachrichtigt, um 9 Uhr am Sonnenplatz: 22 Juden werden nach Heidelberg und von dort nach Gurs deportiert; 6 sterben in Gurs, 2 in Noé, später Theresienstadt, Riga, Auschwitz; drei überleben (Emil Bauer, Hannelore Simons, Adolf Strauß). Gedenktafel im Rathaus 1981; Bronzetafel 22.10.2010 nahe der Peterskapelle; Erinnerungszimmer im Limbachhaus. Kapitel 15
- 29. Februar 1940Die Stadt kauft die Synagoge (Bachgasse) für 2000 RM; Kriegsgefangene; 22.6.1943 Vermietung an Fabrikant Josef Reis (Kleinwallstadt); 1949 JRSO; 5.4.1950 Verkauf an Privatleute, Umbau zum Wohnhaus. Kapitel 15
- 1940–1941Neubau der Tauberbrücke als durchlaufende Eisenbetonplatte (5 × 14,39 m; Fahrbahn 8,50 m; Bauunternehmung Gustav Stumpf, Bruchsal; Abbruch 29.1.1941, zweispurig übergeben 19.9.1941; ca. 185.000 RM); die Unterbauten ruhen auf den Fundamenten der alten Gewölbebrücke. Kapitel 15
- 1942Neubau/Betonüberbau der Tauberbrücke 1941/42. Kapitel 15
- 21. Juli 1944Bombenangriff auf die Gemarkung (~89–90 Bombentrichter); 1940 Bomben bei Hochhausen, 4.3.1943 Dittigheim, 25./26.11.1943 Dittwar Bahnhof. Kapitel 15
- 31. März 1945Karsamstag, ca. 11 Uhr: erste amerikanische Panzer im Westteil (12. US-Panzerdivision, 7. Armee); Widerstand nur im Ostteil; Artillerie vom Sprait; misslungene Sprengung der Tauberbrücke; Granate in der Julius-Berberich-Straße tötet acht Personen (u. a. Sparkassendirektor Emmerich Helmuth und Frau); Ausgangssperre 18–5 Uhr; Volkssturm (750 Mann) tritt nicht an; Königshofen wird zerstört (1./4.4.). Kapitel 15
- Juni 1945Der bisherige stellv. Bürgermeister August Schäffner muss am 4.6.1945 zurücktreten; August Haun (Autor des Teils IV der Festschrift) wird von der Militärregierung ernannt; ≥ 1500 US-Soldaten einquartiert; am 17.5.1946 Entlassung Hauns (1933–35 Schriftleiter des „Tauber- und Frankenboten“; Haun und Kiefer standen dem Zentrum nahe; Spruchkammer stellt 6.6.1947 ein); August Otto Bruch Bürgermeister 1946–52. Kapitel 15
- 31. März 1945Die Sprengung der Brücke zur Deckung des Rückzugs misslingt; bei der Reparatur wird ein überwölbter Raum der „ehedem westlichsten Brückenöffnung“ im Mühlkanal-Tunnel entdeckt (Aufmaß 23.9.1970). Kapitel 15
- April 1946Erster Transport Heimatvertriebener über das Durchgangslager Gerlachsheim; 1950 Einwohnerzahl 5.824 (davon 1239 Heimatvertriebene); Ende 1954: 5998. Kapitel 15
- 1948Baugebiet Schlacht (Fränkische Wohnungsbaugesellschaft gegr. 4.6.1948; 491 Wohneinheiten bis 1954), Industriegelände am Dittwarer Bahnhof, Wiederbelebung der Martinimesse, Winzerfest. Kapitel 15
- 22. Juli 1951Einweihung des Frankenbades (50×25 m; 220.000 DM). Kapitel 15
- 25. Juni – 3. Juli 19551200-Jahr-Feier (Lioba 735); Festhalle (Grundstein 30.10.1954, 650.000 DM); Festschrift „Aus der Geschichte einer alten Amtsstadt“. Kapitel 15
- 1958–1962Umgehungsstraße B 27: neue Tauberbrücke (erste Spannbetonbrücke über die badische Tauber; Züblin; Bau 3.10.1960–23.1.1962; Einweihung 15.12.1962; 1.213.000 DM); Fußgängersteg seit 18.10.1975. Kapitel 15
- 1970Eröffnung des Tauberfränkischen Landschaftsmuseums im Kurmainzischen Schloss (Peterskapelle war Heimatmuseum 1922/1960). Kapitel 15
- 1981Gedenktafel im Rathaus für 35 ermordete jüdische Mitbürger (Wikipedia: 1981; Hau: Tafel im Rathaus). Kapitel 15
- 1986Der Gemeinderat lehnt nach Anfrage zu Trunk-Aufführungen eine Aberkennung bzw. weitere Nachforschungen ab (Verweis auf die Spruchkammer). Kapitel 15
- 1989Arbeiter finden bei der Peterskapelle den Grabstein der Spitalstifterin Elsbeth Liebhartin. Kapitel 15
- 20051250-Jahr-Feier der Stadt (Bezug 755 nach Schneider „Stadtjubiläum 1250 Jahre 2005“); Lioba wird Stadtpatronin (Urkunde Erzbischof Robert Zollitsch). Kapitel 15
- 22. Oktober 2010Enthüllung eines Memorialsteins vor der Peterskapelle für die 22 deportierten Juden (Projekt Mahnmal von evangelischer und katholischer Jugend, Dokumentation „wegverbracht“ 2009); Erinnerungszimmer im Limbachhaus. Kapitel 15
- 23. Juli 2025Der Gemeinderat setzt den Antrag auf Umbenennung der Richard-Trunk-Musikschule mit 15 zu 5 Stimmen von der Tagesordnung ab: seit 1986 keine neuen Erkenntnisse. Kapitel 15
- 17. Mai 2026Erste Stolpersteinverlegung in Tauberbischofsheim: Gunter Demnig verlegt zwölf Stolpersteine an vier Orten, angeregt 2023 von Nachkommen der Familie Brückheimer. Kapitel 15