Eine Stadtgeschichte in fünfzehn Kapiteln
Büscheme
Wie aus einem fränkischen Königshof an einer Furt der Tauber eine Stadt wurde, die an der Straße zwischen Nürnberg und Frankfurt lag, 1525 mit ihren Bauern aufstand, Hexen verfolgte, Kriege überstand, ihre Mauern abtrug und 1866 zum Schlachtfeld wurde.
Eine Stadt, drei Namen. Bis weit ins 19. Jahrhundert hieß die Stadt Bischofsheim, mit dem Zusatz „an der Tauber“. Tauberbischofsheim taucht erst ab etwa der Mitte des 19. Jahrhunderts in amtlichen Akten auf. Die Alteingesessenen sagen im Dialekt Büscheme. Diese Seiten verwenden den Namen der jeweiligen Zeit.
Diese Seiten erzählen die Geschichte einer fränkischen Kleinstadt, die auf den ersten Blick keine großen Ereignisse zu bieten hat und auf den zweiten erstaunlich viele. Sie lag an einer der wichtigsten Handelsstraßen des Reiches und war doch nie eine Handelsstadt. Sie war Sitz eines Amtmanns des Mainzer Erzbischofs und stellte sich 1525 gegen ihn. Sie besaß eines der letzten Werke des Malers Matthias Grünewald, ließ es im 19. Jahrhundert für ein paar tausend Mark an einen Sammler gehen und verkaufte es 1900 an die Karlsruher Kunsthalle.
Jedes Kapitel führt zuerst in das große Thema ein, dann in die Stadt. Wo sich die Quellen widersprechen, wird das ausgesprochen und begründet; Begriffe sind im Text erklärt und im Glossar gesammelt.
Die Kapitel
Von den Franken bis zur Gegenwart1 · Vor der Stadt
Franken an der Tauber, das Gräberfeld von Dittigheim, die Lioba-Überlieferung.
900 bis 12372 · Königshof und Staufer
Von der Königin Uta bis zu Friedrich II.: Der Hof wechselt die Herren.
1237 bis 13203 · Vom Dorf zur Stadt
Kein Stadtrecht auf Papier: Wie Mauer, Markt und Rat entstanden.
1320 bis 14804 · Eine Stadt des Erzbischofs
Amtmänner, Pfandherren und der Neunstädtebund.
1235 bis 13505 · Pogrome und Pest
Die jüdische Gemeinde und die Verfolgungen des Mittelalters.
1350 bis 15206 · Gotik und Wohlstand
Martinskirche, Spital, Rathaus – und ein Maler, der kommen sollte.
1525 bis 15277 · Die Stadt, die ihren eigenen Haufen wollte
Der Bauernkrieg in Bischofsheim und der Verlust der Selbstverwaltung.
1520 bis 16008 · Reformation und neue Ordnung
Pfarrer, Visitation, Türkensteuer und ein Register der Vermögen.
1590 bis 16309 · Hexenzeit und Cent
Wie das Hochgericht in der Stadt mit Verdächtigungen umging.
1611 bis 161910 · Der Amtmann aus Dürmstein
Caspar Lerch baut, schreibt und lässt Tore errichten.
1629 bis 164811 · Schweden und Franziskaner
Der Dreißigjährige Krieg und ein Kloster auf den Resten eines Spitals.
1650 bis 179012 · Barock, Wein und Wasser
Weinhändler, Palais, Hochwasser und die Straße, die zu schlecht wurde.
1790 bis 181513 · Revolution und Napoleon
Das Ende von Kurmainz, Leiningen, Baden.
1815 bis 186614 · Die Mauern fallen
Abbruch, 1848, Kirchenstreit, Bahn und Tauberkorrektion.
ab 186615 · Ausblick
Ein Gefecht, die jüdische Gemeinde, die NS-Zeit und der Neuanfang.
Quer durch die Kapitel
Themenpfade und ZeitleisteThemenpfade
Straße und Geleit, Wein, Mauern und Tore, Kirchen, Juden, Recht: die Daten zu einem Thema auf einen Blick.
Fünf KartenKarten und Pläne
Der Zürner-Plan mit Zeitreise: Was stand wann an welcher Stelle? Dazu Wildbannkarte, Amtskarte und Stadtmodell.
Rund 480 DatenZeitleiste
Von den Franken bis zur Gegenwart, filterbar nach Themen und durchsuchbar.
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Ein experimenteller Übersetzer für die Tauberbischofsheimer Mundart, passend zum „Büscheme“ dieser Seite.