Büscheme · Geschichte einer Stadt an der Tauber

Themenpfad

Recht, Gericht und Herrschaft

Wer in Bischofsheim Recht sprach, wechselte mit den Jahrhunderten: der Königshof, die Vögte, der Amtmann des Erzbischofs, das Zentgericht für Dutzende Dörfer, der Rat der Bürger. Die Stadtordnung von 1527 zog nach dem Bauernkrieg die Grenze neu.

Der Pfad versammelt Stadtrechtsfragen, Ämter, die Zent, Hinrichtungen und Hexenprozesse bis zur letzten Hinrichtung 1820.

Wo es im Buch steht

Die Daten

94 Einträge. Kennzeichnung: Einträge ohne Vermerk gelten als gesichert.

  1. 1169Heinrich von Luden übergibt Lauda dem Bischof von Würzburg; der Ort bleibt bei Würzburg, obwohl der Marbacher Graben als Grenze der Grafschaftsteile ihn zum Mainzer Bereich gezählt hätte. Kapitel 2
  2. 1222–12301230 erscheint ein Trutwin als „Vogt von Bischofsheim“ (Zeuge Bronnbach); die Urkunde 1222 erwähnt keine Burg. Kapitel 2
  3. um 1230Baldemar Trutwin „Vogt von Bischofsheim“; sein Vater Hunfrid wohl erster Schultheiß († um 1288); auf der Hofstätte der Familie wird später auf Weisung Erzbischof Werners die Burg erbaut (Urkunde 30.4.1322). Kapitel 3
  4. 1231Statutum in favorem principum: Zentgrafen werden auf Lebenszeit mit dem Blutbann belehnt (Gerichtsstab, steuerfrei). Kapitel 9
  5. 1232Constitutio in favorem principum Friedrichs II.: Geleit ursprünglich Regal, wird den Landesherren zugestanden; Rudolf I. dehnt das Recht aus. Kapitel 4
  6. 1248Die Mainzer Heberolle nennt Bischofsheim „civitas“: Schultheiß Folcgerus, Marktzoll am Tag und Vortag der Margaretenfeier (10 Pfund), 40 zinsende Huben (8 vom Fronhof bewirtschaftet), Mühle (10 Malter), Fronhof samt 6 Huben für 250 Mark an Herrn Craphto von Boxberg verpfändet; Einkünfte 45½ Pfund. Kapitel 3
  7. 1278–1285Stadtrechtsverleihung vermutlich in der Zeit König Rudolfs von Habsburg; eine Urkunde ist nicht überliefert (anders als Külsheim 23.12.1292). strittig Kapitel 3
  8. 20. Januar 1288Erste Nennung als „oppidum“ (Stadt). Kapitel 3
  9. 1309Erstmals gemeinsam Schultheiß und Schöffen als Aussteller; „opidani“, „Stadt vor der Burg“; ältestes Stadtsiegel (Topfhelm, siebenspeichiges Mainzer Rad). Kapitel 3
  10. 28. Januar/24. März 1309Schultheiß und Schöffen urkunden gemeinsam; „ceterique cives“ (Bürgervertreter); ältestes (beschädigtes) Stadtsiegel 24.3.1309; ältestes gut erhaltenes 14.3.1313. Kapitel 3
  11. seit 1313Älteste Aufzeichnung der Bischofsheimer Zentgerechtsame in der Stadtkanzlei Rothenburg ob der Tauber 1343–47: „Zentladung seit 30 Jahren, also seit 1313“; Zentordnung nach Würzburger Vorbild; Vorbild für Buchen und Walldürn. Kapitel 9
  12. 1314Erstmals wird ein „Amtmann“ als Vertreter des Erzbischofs in der Burg genannt. Kapitel 4
  13. 23. November 1314Erstmals „officiatus“ (Amtmann) Johannes von Riedern (Ritter) statt eines Vogts. Kapitel 4
  14. 1317Zwei Bürgermeister als Schiedsrichter; 1318 Geleit beginnt am „markehl“ Bischofsheim; Ratsverfassung Mitte 14. Jh.; im 15. Jh. zeitweise drei Bürgermeister, 1485 wieder zwei. Kapitel 3
  15. 3. Juni 1317Erstmals zwei Bürgermeister namentlich (Walther genannt Leo, Liebhard am Markt); Siegelverwahrer Ludwig Wulpe und Hunvrid am oberen Tor – früher als in den anderen Oberstiftstädten. Kapitel 3
  16. 24. Dezember 1336Bürgermeister Rudolf Snider und Heinrich Granucz mit neun Schöffen (u. a. Walter Snider, Liebhart an dem Marker, Lodewig Woelpe); seit 1336 gibt es keinen Schultheißen als städtische Rechtsperson mehr. Kapitel 3
  17. 5. Juni 1337 – 5. Juni 1338Kellereirechnung des Pfarrers und Kellers Petrus (Liebhard): Rückstand u. a. 23 Fuder Wein, 210 Malter Korn; 1338/39 zwei Turmwächter in Bischofsheim (8 Pfund), Wächter an der Schutzwehr des Schlosses; Haus der Jüdin „Schönlerin“ verkauft (12,5 Pfund); Totschlagbußen Dittigheim 32, Dienstadt 30 Pfund. Kapitel 4
  18. 1343–1347Zentordnung nach Würzburger Muster; Landgerichtshoheit noch bei Würzburg („alte Gerichtshoheit des Herzogs von Franken“); geladen werden Ritter, Knechte, Bürger, Juden. Kapitel 9
  19. 21. Januar 1354Bestätigung der Privilegien durch Erzbischof Gerlach von Nassau; Huldigung mit Vorbehalt (bei Gefangenschaft/Tod/Gegenwahl gehorcht die Stadt dem Domkapitel). Kapitel 4
  20. 1444–1448Im 15. Jh. zeitweise drei Bürgermeister (1444: Conrad Stoll, Endres Butener, Fritz Kulstein; Glockeninschrift 7.7.1448: Stoll, Putner, Petrus Gedemer). Kapitel 6
  21. Januar 1465Tod des Amtmanns Eberhard von Riedern (Amtmann 1453–1465); sein Grabstein an der Martinskirche zeigt das Wappen mit Kanne und Mönchsrumpf als Heimzier. Kapitel 6
  22. 14. Oktober 1485Stadtordnung Bertholds von Henneberg: nur noch zwei Bürgermeister (je 8 fl), keine Viertelmeister, Parität 12+12 im Rat bleibt; 1491 nur ein Bürgermeister (Paul Beck) in der Zentordnung. Kapitel 6
  23. 11. März 1491Urkunde zur Zentordnung; ein Kampfgericht ist vor 1469 belegt. Die Cent Bischofsheim reichte bis 1585 weit über die Stadt hinaus (Kist, Kleinrinderfeld, Gerlachsheim, Kützbrunn, Limbach, Brunn, Irtenberg). Kapitel 9
  24. 11. März 1491Der Notar Johann Gryme aus Külsheim beglaubigt mit seinem Signet die Aussagen der früheren Centgrafen Wilhelm Stickel (1455–69) und Heinz Hofstetter (1469–91) zur Bischofsheimer Centordnung. Kapitel 9
  25. 19. Januar 1516Verhandlungen über das Amt Bischofsheim mit Ulrich von Hutten (80 fl, Titel Landvogt); das Domkapitel lehnt ab. Kapitel 6
  26. 13. Februar 1520Amtseid des Amtmanns Wolf Morle genannt Beheim (Gehorsam gegenüber dem Domkapitel); Wolf Morle Amtmann 1514–1528, Marschall, † 1539 (Grabplatte Stiftskirche Aschaffenburg). Kapitel 7
  27. 1524–1525Wolf Morle genannt Beheim ist Amtmann; Amtskeller ist Asmus Grünsfelder (Keller im Bauernaufstand). Kapitel 7
  28. April–Juni 1525Bischofsheim schließt sich dem Mergentheimer Haufen an (mit der Erklärung, ein eigenes Kontingent zu führen); Miltenberger Vertrag 7.5.1525; Zug gegen den Marienberg scheitert; nach Königshofen (3.6.1525) „Kapitulationsurkunde“ gegenüber Erzbischof Albrecht von Brandenburg. Kapitel 7
  29. 5./6. April 1525Amtskeller Asmus Grünsfelder berichtet: Mergentheim, Lauda, Rinderfeld, Grünsfeld in Bewegung, Bischofsheim und Königshofen noch ruhig; am 6.4. versichert die Stadt dem Statthalter Wilhelm von Straßburg ihre Treue. Kapitel 7
  30. 10. April 1525Ballenberg und Krautheim (Odenwälder/Neckartäler Haufen) fordern die Stadt zum Anschluss auf („unser ungnädiger Herr … wir wollen Herr sein“); bis 12.4. lagern drei Haufen zu je rund 10.000 Mann (Würzburger Gau, Schöntal, Mergentheim). Kapitel 7
  31. 13./14. April 1525In der Nacht vom 13. auf den 14. April verlassen Amtmann Wolf Morle genannt Beheim, Amtskeller Asmus Grünsfelder, der Zentgraf und die Amtsknechte die Stadt; am Karfreitag (14.4.) erste Verhandlungen mit den Bauern; die Stadt gibt die Geschütze nicht heraus und sichert Neutralität zu; das Schloss Oberlauda wird niedergebrannt (Amtmann Philipp von Riedern misshandelt). Kapitel 7
  32. 18.–22. April 1525Florian Geyer bringt die Stadt in Mergentheim auf die Seite des Fränkischen Haufens: die Stadt verpflichtet sich, die Neun Städte zu einer „christlichen Versammlung der neun Städte“ zu bewegen und einen eigenen Haufen zu bilden; im Gegenzug soll der Haufen nicht ins Erzstift ziehen. Vorher stimmt die Gemeinde auf dem Marktplatz bei Glockengeläut ab („da tratten sie alle einhelliglich auf die Seite“); sieben Hauptleute, oberster Feldhauptmann „Alexius“. Kapitel 7
  33. 30. April – 7. Mai 1525Statthalter Wilhelm wird in Aschaffenburg festgesetzt, am 30.4. freigelassen; 1.5. besetzt der Helle Haufen Miltenberg; 5.5. „Amorbacher Erklärung“ der Neun Städte; 7.5. Miltenberger Vertrag (Dekan Lorenz Truchseß von Pommersfelden und Amtmann Wolf Morle unterzeichnen): Zwölf Artikel, 15.000 Gulden Kriegsentschädigung, Abzug der Bauern aus dem Erzstift. Kapitel 7
  34. 4./6. Mai 1525Teile des Bauernzugs lagern zwei Tage auf den Tauberwiesen bei Bischofsheim; sie übernehmen die vom Schwäbischen Bund 1523 in Boxberg beschlagnahmten Geschütze; die Bischofsheimer übergeben diese erst nach dem 7.5. und ziehen mit einem eigenen Fähnlein unter Alexius nach Würzburg. Kapitel 7
  35. 14./15. Mai 1525Alexius lässt sein Fähnlein allein gegen die Festung Marienberg in Würzburg anrennen: etwa 400 Tote. Schon am 11.5. hatte er ohne Wissen der Führer in Aschaffenburg um Büchsenmeister und vier Geschütze gebeten (Boten Hans Eichel, Hans Raubenberger). Kapitel 7
  36. 20. Mai 1525Ultimatum Statthalter Wilhelms (Feldlager Neckargartach) an die Neun Städte: Gehorsam, Mitbürger vom Bauernheer zurückziehen, binnen drei Tagen auf Gnade oder Ungnade dem Schwäbischen Bund ergeben; Aichhorn antwortet, die Stadt sei vertraglich gebunden. Kapitel 7
  37. 3. Juni 1525Schlacht bei Königshofen: Niederlage der Taubertäler Bauern, rund 4000 Tote, über 300 Bürger Königshofens; 5.6. Bündisches Heer in Heidingsfeld; 8.6. Statthalter Wilhelm in Würzburg. Kapitel 7
  38. 12./13. Juni 1525Zwölf Haupträdelsführer werden hingerichtet (vermutlich auf dem Marktplatz), nur Bürgermeister Andreas Aichhorn wird begnadigt; am 13.6. unterzeichnen Bürgermeister, Rat und Gemeinde (samt Gamburg) die Unterwerfungsurkunde (13 Artikel): bedingungsloser Gehorsam, Vertrag mit dem Hellen Haufen nichtig, Entwaffnung, Verlust aller Privilegien, Versammlungsverbot, Schadenersatz. Alexius verschwindet spurlos (vermutlich Frankfurt). Kapitel 7
  39. 26. März 1525Der Augustiner Ambrosius (Friedrich Süß), Pfarrer von Waldmannshofen, ruft in Unterschüpf zum Aufstand; Georg Metzler aus Ballenberg wird Anführer des „hellen Haufens“; Florian Geyer führt die „schwarze Schar“. Kapitel 7
  40. 14.–15. April 1525Oberlauda: Schloss gestürmt, Amtmann Philipp von Riedern, Sigmund von Zobel und Erasmus von Fechenbach misshandelt; der Bischofsheimer Büchsenmacher Kunz Bayr rettet Gefangene. Kapitel 7
  41. Mai 1525Bischofsheimer fangen Boten des Bischofs und werfen sie in den Turm bei der Tauberbrücke; 14. Mai fordern die Heerführer vor Würzburg die Bischofsheimer Geschütze (Quartaunen/Notschlangen); 17. Mai erobern Bischofsheimer, Mergentheimer und Laudaer Bocksberg und Schweigern (Boxberg); 18. Mai sagt Bischofsheim Lauda ab. überliefert Kapitel 7
  42. 4. Juni 1525 (Pfingstsonntag)Nach der Wertheimer Handschrift (Mone III 554) und Fries (Brief der Stadt Gemünden) wird Bischofsheim am Pfingstsonntag, 4. Juni 1525, „eingenommen, gestraft und der Hauptsächer ein gut teil mit dem Schwertgericht“. strittig Kapitel 7
  43. 2./3. Juni 1525Schlacht bei Königshofen: ca. 4000 tote Bauern (andere Quelle 6–7000); „von Lauda und Tauberbischofsheim waren die meisten Bürger umgekommen“; Königshofen verliert 300 Bürger, nur 15 Greise/Kranke bleiben. Kapitel 7
  44. April 1526Erzbischof Albrecht kehrt erst Ende April 1526 ins Erzstift zurück; Bittgesuche der Städte um Milderung bleiben erfolglos. Kapitel 7
  45. 1527Nach dem Bauernkrieg verliert die Stadt ihre alte Zentordnung durch die Stadtreformation des Kurfürsten Albrecht von Brandenburg; die Fischerei wird der Stadt genommen. Kapitel 7
  46. 1527„Bischofsheimer Stat Reformation“ (GLA 67/1519): Neunstädtebund aufgehoben; Bürgermeister und Rat beseitigt; zwei Rentmeister, zwölf vom Erzbischof/Amtmann berufene Räte, Zünfte verlieren Rechte. Kapitel 7
  47. 14. März 1527„Bischofsheimer Stat Reformation“ (ausgestellt Aschaffenburg, Donnerstag nach Invocavit = 14.3.1527 julianisch): Neunstädtebund aufgehoben; zwei Rentmeister statt der Bürgermeister, zwölf vom Amtmann einsetzbare Räte (u. a. Endres Eichhorn/Aichhorn), Zentgraf statt Schultheiß, Zünfte kontrolliert, Fischerei im Bach entzogen, Verbot lutherischer Prediger (Art. 63), Wirtshaus nur bis 8 Uhr (Sommer)/7 Uhr (Winter), Hochzeit höchstens sechs Tische, Kleiderordnung; jährlich 260 fl an die Kellerei. Kapitel 7
  48. 23. September 1530Der Keller soll den Armen Hafer zur Saat vorstrecken. Kapitel 6
  49. 1569–1749Grenzbeschreibungen der Stadt in sechs Heften; 1580 99 Grenzsteine, 1749 115; Grenzumgang 1580 mit Amtmann, Rentmeister, vier Landschiedern, vier Ratsleuten, Stadtschreiber und etwa 150 Leuten. Kapitel 8
  50. 15801580: 99 Grenzsteine; Rad mit drei B auf den Grenzsteinen. Kapitel 6
  51. 1584Zwei hohe Grenzsteine im Wald bei Gerchsheim: „Wirtzburgisch Gelaid, Zennth, Wildban …“ und „Maintzisch Glaidt, Cent, Zoll, Wildtban“; an der Würzburger Straße bei Großrinderfeld Steine mit „BD“ (= Bischofsheimensis Ductus, Bischofsheimer Geleit). Kapitel 6
  52. 1584Polizeiverordnung des Amtmanns Anton von der Gablenz gegen „streunendes Volk“ (1584–1604 Amtmann); 1591 Anordnung: nur geschworener Ratsschreiber für Urkundsgeschäfte. Kapitel 9
  53. 1585Vertrag zwischen Bischof Julius Echter und Erzbischof Wolfgang: Kist, Kleinrinderfeld, Gerlachsheim, Kützbrunn, Limbach, Brunn kommen von der Cent Bischofsheim zur Cent Lauda. Kapitel 9
  54. 30. März 1585Hauptvertrag Julius Echter ↔ Wolfgang von Mainz: Kist, Gerlachsheim, Kützbrunn, Ober-/Unterbaibach kommen zur Cent Lauda; die Landgerichtshoheit Würzburgs über Mainzer Gebiet entfällt. Kapitel 9
  55. 1592Vertrag Kurmainz–Leuchtenberg: Gissigheim, Dittwar, Dittigheim, Distelhausen, Schönfeld, Ilmspan, Paimar, Grünsfeldhausen, Zimmern und Krensheim kommen zur Cent Grünsfeld. Kapitel 9
  56. 13. März 1592Vergleich Landgraf Georg Ludwig von Leuchtenberg ↔ Erzbischof Wolfgang: Mainz behält Gerchsheim, Impfingen, Werbach, Dienstadt, Königheim, Hochhausen, Werbachhausen, Brunntal, Böttigheim, Oberaltertheim, Großrinderfeld, Buch am Ahorn, Brehmen (1118 Mannschaften); Leuchtenberg erhält Zimmern, Krensheim, Grünsfeldhausen, Paimar, Ilmspan, Dittigheim + Steinbach, Distelhausen, Dittwar, Gissigheim, Schönfeld (603 Mannschaften). Kapitel 9
  57. 1596–1635Centgerichtsbuch (Stadtarchiv, 900 S.): drei geschworene Centgerichte pro Jahr; Centgraf ist der Stadtschultheiß; das Bischofsheimer Gericht wertete Hexenbeschuldigungen meist als Verleumdung und bestrafte die Ankläger. Kapitel 9
  58. 1597In der Cent werden zwei Frauen hingerichtet (Wendel Schmids Hausfrau wegen Diebstahls enthauptet, Engelhardin von Impfingen als Urfehdebrecherin verbrannt); Amtmann Antonius von der Gablenz (1588–1603) gilt als Haupttreiber der Hexenverfolgung im Amt. Kapitel 9
  59. 1597Streit um die Kosten der Zent-Hinrichtung zweier Frauen: Brehmen und Buch am Ahorn weigern sich zu zahlen („seit 80 Jahren nie für Hexenhinrichtung gezahlt, bei den Zentfällen steht nichts von Zauberei“); Zentgraf Sebastian Schraudt: Wendel Schmids Frau wegen angeblicher Zauberei eingezogen, unter Tortur nur Diebstahl gestanden, mit dem Schwert gerichtet; Engelhardin von Impfingen, Gespielin der „zuerst verbrannten“ Eva Blockin, als Urfehdebrecherin verbrannt. Kapitel 9
  60. 1603Hexenprozess (Hexenturm nachweisbar). Kapitel 9
  61. 1603Prozess der Ofenmacherin von Lauda (53 Jahre, Folter, verbrannt): sie nennt „zwei bereits verbrannte Weiber aus Tauberbischofsheim“; Verfolgungen im Mainzer Gebiet seit 1593; Hexenturm „wo die Klostergasse den Graben schneidet“. Kapitel 9
  62. 3. Juli 1605Güter hingerichteter „Zauberer“ fallen an die Kammer (Erzbischof, Fall Michael Becker, Königshofen). Kapitel 9
  63. 1611–1619Caspar IV. Lerch von Dürmstein (* 13.12.1575 Dirmstein), Amtmann 1611–19: Studium Jura in Dole (1593–95), Kämmerer des Bischofs von Speyer, ⚭ 5.11.1602 Martha Brendel von Homburg, neun Kinder; Schriften: „Annales Lerchianae“; Protocollum generale (800 S.); Verhältnis zu Erzbischof Johann Schweikhard von Kronberg schwierig. Kapitel 10
  64. 1617Amtskeller überweist 150 fl. „inname Hexengeld“ an die Kellerei Aschaffenburg (Herkunft unklar: Bischofsheim oder Königshofen). Kapitel 9
  65. 1618Aussage eines Oberwittighäuser Wirts: „Man hat deine Schwester in Grünsfeld verbrannt“ (Schwester des Poppenhäuser Schultheißen); Wirt wegen Verleumdung zu zwei Zentbußen verurteilt. Kapitel 9
  66. 14. Juli 1625Das Centgericht fällt bis Ostern 1626 aus („Infection“). Kapitel 9
  67. 1626Eiersheimer Magd (Dienst in Impfingen) elf Wochen als angebliche Zauberin gefangen, auf Befehl der Behörden freigelassen; fordert 1000 fl. Buße; Endurteil nicht überliefert. Kapitel 9
  68. 30. Dezember 1648Tod des Centgrafen Leonhard Hügel; Gedenkstein am Nordwesteingang der Martinskirche, der auch seine Frau Magdalena Wüst († 1634), den Oberzoller Veit Weber († 1691) und dessen Frau Margaretha Hügel († 1685) nennt. Kapitel 11
  69. 1668Amt/Gericht Bischofsheim 1668: Stadt frei mit 327 Herdstätten; zusammen 1351 Herdstätten, 1641 Männer, 1833 Frauen in Stadt und Zentorten. Kapitel 12
  70. 5./6. Mai 1673Huldigung der Untertanen der Ämter Bischofsheim und Külsheim „an der Linde an der Tauber“: Empfang am Steinernen Kreuz im Königheimer Weg, drei Jungfrauen, Prozession zur Pfarrkirche, Te Deum, Geschützsalut, Eid im Schloss vor dem Kanzler. Kapitel 12
  71. 3. Mai 1705Tod des Oberamtmanns Lothar Friedrich Freiherr von Hoheneck; sein Grabstein am Sakristeiaufgang trägt ein dreizehnfaches Chronogramm auf 1705 und acht Ahnenwappen. Kapitel 12
  72. 1706/07Kellereirechnung des Amtes Bischofsheim: Einnahmen 58 101 Gulden (davon 32 892 Rückstand und 19 790 Schatzungen), Ausgaben 1823 Gulden, 128 Gulden bar nach Mainz an Zahlmeister Franz Agricola (6. April 1707), 3337 Gulden Zoll-, Geleit- und Accisgelder gesondert. Kapitel 12
  73. 1706Güldenzoll für Landwein (2 Gulden je Fuder): Bischofsheim 119 Fuder, Königheim 104, Werbach 25, Dittwar 12, Werbachhausen 11, Dienstadt 6, Brunntal 1. Kapitel 12
  74. 1721–1757Graf Anton Heinrich Friedrich von Stadion ist Oberamtmann; er adoptierte 1725 Georg Michael Franck (später von La Roche, Ehemann der Schriftstellerin Sophie von La Roche). Kapitel 12
  75. 1749Grenzumgang: 115 Grenzsteine. Kapitel 12
  76. 17491749 Grenzgang mit 115 Grenzsteinen; ältester Grenzstein „1308“ in den Grünsfelder Tannen: Lesung fraglich, wohl 1508 (Wohlfarth/Pahl). Kapitel 12
  77. 1760Der Stephansaltar wird entfernt und durch eine verschlossene Loge des Oberamtmanns ersetzt. Kapitel 12
  78. 1751–1760Abbruch des Schleieraltars (Stephansaltar) und Loge („Grafenstuhl“) für Oberamtmann Franz Conrad Graf von Stadion; 1799 will Pfarrer Kunkel sie entfernen (Widerstand des Amtsvogts Harrich); erst 1806 unter Leiningen genehmigt. Kapitel 12
  79. 1782Amtsvogteien (Bischofsheim, Königshofen, Königheim, Külsheim); Reform der kurmainzischen Verwaltung. Kapitel 13
  80. 1787Tod des Oberamtmanns Graf Franz Konrad von Stadion († 25.11.1787). Kapitel 12
  81. 4. Juni 1808Sechstes badisches Konstitutionsedikt: Juden erbfreie Staatsbürger; 13.1.1809 Judenedikt; 20.12.1816 Schutzgelder abgeschafft; 1.6.1828 alle Sonderabgaben; 4.10.1862 volles Gemeindebürgerrecht. Kapitel 13
  82. 1809Organisationsedikt: Bezirksamt Tauberbischofsheim im Main-Tauber-Kreis (Wertheim); 1832 Unterrheinkreis; 5.10.1863 Kreis Mosbach, Bezirksamt Gerlachsheim wird mit Tauberbischofsheim vereinigt; 1.4.1924 Reduktion der Amtsbezirke; 1936/37 Landkreis Tauberbischofsheim (83 Gemeinden). Kapitel 13
  83. 19. Februar 1814Das Bezirksamt überträgt dem Stadtrat Prailes die vorläufige Verwaltung, weil Bürgermeister Baumann dauernd krank ist; Baumann amtiert nach seiner Genesung weiter. Kapitel 13
  84. 12. Januar 1816Hinrichtung des Metzgers und Kronenwirts Georg Fridsen (Mord an der Ehefrau Margareta Krug aus Gissigheim) bei der Wolfstalwüstung. Kapitel 13
  85. 10. November 1820Letzte Hinrichtung in Bischofsheim (Gewann Sprait) wegen des Mordes (22.1.1818) an Müller Stephan Trabold aus Königheim; Quellen: Berberich, G/M, Schneider. Kapitel 13
  86. 10. November 1820Letzte Hinrichtung auf dem Sprait: Publikation 9 Uhr auf dem Marktplatz, Hinrichtung 11 Uhr; Scharfrichter Schwarz (Bischofsheim) richtet den Soldaten, Schönbein (Uissigheim) die Frauen (Müllerin aus Königheim, Magd aus Dittwar); Stadtpfarrer Michael Josef Kunkel. Kapitel 13
  87. Januar 1820Bürgermeister Baumann wird wegen Alters und Krankheit in den Ruhestand versetzt (25 Gulden und zwei Klafter Holz jährlich). Kapitel 13
  88. 1822–1832Bürgermeister Stephan Weber (Rollenmühle); später Steinam, Reidel, Baumann u. a. Gemeindeordnung 31.12.1831. Kapitel 13
  89. 1822Der Stadtrat Weber wird im zweiten Wahlgang zum Bürgermeister gewählt und bestätigt (zuvor war die Wahl des Handelsmanns Schwab nicht bestätigt worden); 1823 Gehalt 100 Gulden. Kapitel 13
  90. Sommer 1832Der Kaufmann Franz Reidel wird Bürgermeister; im September 1835 bittet er um Entlassung. Kapitel 13
  91. 31. Oktober 1835Die Neuwahl verlangt einen Gemeindebürger christlicher Religion; der gewählte Stephan Weber wird nicht bestätigt, weil er das Mindestkapital von 800 Gulden nicht nachweist. Kapitel 13
  92. 14. September 1836Der Kaufmann Franz Michael Steinam wird zum Bürgermeister gewählt (Verpflichtung 25. September); 1842 tritt er zurück, zwei Nachfolger werden nicht bestätigt. Kapitel 13
  93. 18. Februar 1843Der Große Ausschuss (36 Mitglieder, dazu Gemeinderat und kleiner Ausschuss) wählt den Landwirt Jakob Barth zum Bürgermeister; Verpflichtung am 11. März durch Oberamtmann Dr. Schmieder. Kapitel 13
  94. 1856–1864Bürgermeister Franz Baumann: Baulandbahn/Taubertalbahn begonnen, Tauberkorrektion, Wiesenbewässerung, Rathaus, Spital Schmiederstraße, Gymnasium, Freiwillige Feuerwehr, neuer Friedhof; Klosterbrand 16./17.5.1862; † 5.8.1864. Nachfolger Leonhard Reidel (Wahl 26.8.1864, 40 von 51 Stimmen). Kapitel 14