Büscheme · Geschichte einer Stadt an der Tauber

Themenpfad

Mauern, Schloss und Tore

Der Mauerring, der Türmersturm und das Schloss über der Tauber bestimmten fast ein halbes Jahrtausend das Bild der Stadt. Erst im 19. Jahrhundert fielen Mauern und Tore – bis auf den Türmersturm, den ein Bürger 1848 vor dem Abbruch rettete.

Der Pfad verbindet Archäologie, Urkunden und Bilder: von der ersten Erwähnung der Mauer 1314 über die Bauten Bertholds von Henneberg und Caspar Lerchs bis zum Abbruch des Unteren Tors 1851 und der Rettung des Schlosses 1904.

Wo es im Buch steht

Die Daten

50 Einträge. Kennzeichnung: Einträge ohne Vermerk gelten als gesichert.

  1. 1144(?)–1607Ogiermann setzt den Beginn des Burglehens bereits 1144 an; die gesicherte Reihe beginnt mit den Reichsschenken von Schüpf (Ludwig Colbo 1165) und Gottfried von Hohenlohe 1239. überliefert Kapitel 4
  2. 18. August 1165Friedrich Barbarossa urkundet „auf der Burg“ in Bischofsheim (vom Bamberger Reichstag) für das Kloster Kitzingen; lange galt dies als älteste Urkunde. Kapitel 2
  3. 1179Dendrochronologisch datiertes Dachwerk der Peterskapelle; es ist unklar, ob sie das erste Gotteshaus war. Kapitel 6
  4. 1222–12301230 erscheint ein Trutwin als „Vogt von Bischofsheim“ (Zeuge Bronnbach); die Urkunde 1222 erwähnt keine Burg. Kapitel 2
  5. 1239Die Herren von Hohenlohe (Gottfried) erscheinen als Burglehen-Inhaber; Anfang des 13. Jh. hatten es die Grafen von Rieneck und die Herren von Schüpf (Reichsschenken; Ludwig Colbo musste 1235 nach der Empörung gegen Friedrich II. abgeben). Kapitel 4
  6. 1259–1284Unter Erzbischof Werner von Eppstein entstehen frühgotisch Palas und Bergfried (Türmersturm) der Burg. wahrscheinlich Kapitel 3
  7. 1316König Ludwig der Bayer macht das Reichslehen des Burglehens zum Mainzer Lehen. Kapitel 4
  8. 1317Das obere Tor wird erwähnt (Stadtmauer bereits 1314). Die Stadtmauer ist nach der Stadtrechtsverleihung im 13. Jh. entstanden. Kapitel 3
  9. 30. April 1322Erste urkundliche Nennung einer Burg (castrum) in der Stadt auf erworbener Hofstatt (Trutwin). Kapitel 4
  10. 7. Juni 1342Erzbischof Heinrich III. von Virneburg übernachtet im Schloss Bischofsheim auf dem Weg zu Kaiser Ludwig (10 Fuder Wein, 31 Malter Weizen verbraucht); Mitte Dezember 1342 erneut drei Tage. Kapitel 4
  11. 1350–1450Spätgotischer Neubau der Pfarrkirche St. Martin (Chor ca. 1435–45); Langhaus zuerst um 1350, Verbreiterung und Verlängerung um 1500, Sakristei 1510. Kapitel 6
  12. 1359/1363Kraft von Hohenlohe erwirbt das (zuvor Rothenburger Reichsministerialen gehörende) Burglehen von Dietrich Küchenmeister. Kapitel 4
  13. seit 1375Reinhard von Hardheim hat das Burglehen (fast zwei Jahrhunderte in der Familie). 1368 wird Gräfin Irmengart von Nassau „edel Burgfrau“ genannt. Kapitel 4
  14. 1434Feste Brücke statt Zugbrücke am Schloss; spätgotische Erweiterung unter Erzbischof Dietrich Schenk von Erbach (1434–59). Kapitel 4
  15. 1435Erstmals Lehenurkunde mit vier „Frauenhöfen“ (Burglehen Hohenlohe). Kapitel 4
  16. 13. Februar 1435Reinhard von Hardheim wird mit dem Burglehen (und „neundhalb Pfund Geld auf der Bede“) belehnt; die Hardheimer halten es bis zum Tod Georg Wolfs 1607 (Geschlecht erlischt; Güteraufnahme 1607 im Beisein von Amtmann Heinrich von Greiffenclau, Amtskeller Paul Erstenberger, Centgraf Sebastian Schraut). Kapitel 4
  17. 24. Februar 1470Inventar des Schlosses (u. a. Schlangenbüchse, zwei Tarrasbüchsen, drei Handbüchsen, zwei Armbrüste, zehn Betten, Zinn und Messing; Zettel Johann Stube, Kanzler) bei der Verpfändung an Philipp d. J. von Rieneck. Kapitel 4
  18. 1483Das Mainzer Domkapitel kauft den „Hof auf der Beche, genannt das Rathus“ um 258 fl.; das älteste Rathaus stand am Platz des späteren Mackert’schen Hauses (achteckige Sandsteinsäulen, 1960 gefunden, wohl 1230–1250). Kapitel 6
  19. 1484–1504Unter Erzbischof Berthold von Henneberg: Kapellenerker (1490), Südostflügel (1493); „das rathuß wollen wir besichtigen“ (1495). Kapitel 6
  20. 1490Kapellenerker des kurmainzischen Schlosses mit Wappen des Erzbischofs Berthold von Henneberg; Relieffigur mit Inschrift „HNAS“ (wohl Hans) und Steinmetzzeichen des Meisters Hans. Kapitel 4
  21. 1494„In der oberen forstat“ und „untere Vorstadt“ erstmals genannt; städtische Eich 1494; Gemeiner Pfennig 1495: ca. 1050 Erwachsene über 15 Jahre. Kapitel 6
  22. 1495Neues Rathaus an der Nordseite des Marktplatzes. Kapitel 6
  23. um 1500Am unteren Tor noch 1827 die Jahreszahl 1500 mit Mainzer Wappen. Kapitel 6
  24. 1509Ewige Messe Magdalenenaltar in der Schlosskapelle (Ewald Weymar). Kapitel 6
  25. 1510Jahreszahl am Kapellenpfeiler; Sakristei; Bilderzyklen Margaretenlegende 1510–20 (1909 freigelegt). Kapitel 6
  26. 1515Schweinehirtentor („porta subulci“) belegt; Vorstadttore: Schweinehirtentor (Königheim/Miltenberg) und Kuhhirtentor/Schaftor (Hochhausen). Kapitel 6
  27. 1561Älteste Ansicht (Wildbannbeschreibung/Aquarell Mainz–Würzburg): ummauerte Stadt mit Türmersturm, dreibogiger Tauberbrücke und Brückentor jenseits des Flusses. Kapitel 10
  28. 4. August 1561Würzburger Wildbann-Karte (StAW MRA 52 K 275): „Ungeferlicher bezirck Maintzischer Wiltpan zwischen Wirtzperg und Bischofsheim“ – zeigt zugleich die gewölbte Tauberbrücke als Glied der Mainzer Geleitstraße; ältestes Stadtbild. Kapitel 8
  29. 1578Stadtbild 1578: Armengasse (heute Frauenstraße) 46 Häuser, Gerbergasse 29, obere Vorstadt 24 + 17 Scheuern, untere Vorstadt 10 + 8, Spitalgasse (spätere Klostergasse) 24, Markt 23; Kirchhof 12 Häuser; Strafturm am unteren Tor, Steinerner Centstuhl, Kuh- und Seuhirten-Tor, Wolfstalsturm; es gibt noch keine Klostergasse und keinen Zwinger. Kapitel 8
  30. 1611–1619Caspar Lerch von Dürmstein (Oberamtmann): neues Portal am Oberen Tor, Vortor und Leonhardstor jenseits der Brücke (1613), Stadtmauer und Zwinger erneuert, Jägerhäuschen 1609, 1615 hohes Steinkreuz vor dem Oberen Tor mit Wappen; Protocollum Generale (über 800 Seiten); Wappentafel 1613 (jetzt im Schloss). Kapitel 10
  31. 1612Renaissance-Torbogen oberhalb des oberen Tores, errichtet unter Amtmann Caspar Lerch von Dürmstein (Rentmeister u. a.); nur dekorativer Abschluss, nicht das eigentliche Stadttor; 1812 an die Rollenmühle versetzt. Kapitel 10
  32. 1744Johann Georg Bögner baut am Marktplatz das Barockpalais (heute Mackert’sches Haus; Initialen JGB/EMB 1744); 1842 an den jüdischen Weinhändler Samuel Strauß verkauft. Kapitel 12
  33. 1748Zürner-Plan der Stadt (ergänzt 1792); Lehenrenovator Jacob Heinrich Zürner; Flurklassifizierung durch vier Landschieder am 20.1.1748; Grundriss der Stadt von Georg Adam Zürner 1790. Kapitel 12
  34. 1785Erzbischof Erthal erlaubt die Versteigerung der „öd gelegenen“ Gräben; 1784/85 verkauft die Stadt alle Geschütze; 1786 Versteigerung der Gräben am Oberen Tor; 1791 Zürner-Risse zur Einebnung. Kapitel 13
  35. 1790Grundriss der Stadt von Georg Adam Zürner (21 Türme laut Berberich; Schneider ca. 20). Kapitel 13
  36. 8. August 1812Das Kreisdirektorium Wertheim ordnet an, die Mauer (7–10 m hoch, Hütten dahinter) auf 12 Schuh abzutragen; Renaissance-Torbogen 1812 an die Rollenmühle versetzt. Kapitel 13
  37. 1812Das Ministerium ordnet an, die Stadtmauer auf 3,60 m abzutragen (die Stadt bat um 5,40 m „bei den Räuberzeiten“); Turm des Oberen Tores mit Torwartswohnung noch 1812 abgebrochen. Kapitel 13
  38. 1822–1832Unter Bürgermeister Stephan Weber wird der Stadtwall im Norden abgerissen und die Häuserreihe an der Ringstraße („zum neuen Bau“) gebaut. Kapitel 14
  39. ca. 1823Nordmauer wird abgetragen; Miltenberger Tor 1823 auf Abbruch verkauft, 1845/46 abgebrochen; Ringstraße („Neubaugasse“) um 1850/60. Kapitel 14
  40. 19. Mai 1825Mauer im Bereich der Brauerei durchbrochen; weitere Türme und Plätze werden verpachtet oder versteigert. Kapitel 14
  41. um 1830Die Niederlegung der Stadtmauern beginnt im Norden; die Häuser an der Ringstraße heißen im Volksmund „der neue Bau“. wahrscheinlich Kapitel 14
  42. 1842Samuel Strauß kauft das Bögner-Palais für 6400 fl.; erster Jude von Dittigheim mit Bürgerrecht 1816; 1864 Darlehen für Rathausneubau und Tauberdurchstich. Kapitel 14
  43. 1848/1850Der Türmersturm sollte 1848 auf Abbruch versteigert werden; Josef Zugelder („ein 48er“) verhindert die Versteigerung; 1850 kauft die Stadt Platz, Turm und das leiningensche Rentamtsgebäude für 12.000 fl. Kapitel 14
  44. 17. Februar 1849Die Stadt kauft vom Fürsten Leiningen Schloss, Türmersturm und Rentamt für 13.000 fl.; Türmersturm 1848 vor Abbruch gerettet (Josef Zugelder). Kapitel 14
  45. 9. Juli 1851Das untere Stadttor wird abgebrochen (Maurermeister Adam Hoffmann). Kapitel 14
  46. 1851Unterer Torturm abgebrochen (500 fl an Maurer Hoffmann); letzter Tor, das Schäferstor, 1866/67 (Beschluss 1857). Kapitel 14
  47. 10. Mai 1851Abbruch des Torturms am unteren Tor (Maurer Adam Hoffmann 600 fl; 6 Wochen Beeinträchtigung der Landstraße Wiesenbach–Würzburg), weil das Tor (nutzbar nur 2,70 m) zu eng ist; Beschluss 20.3.1851. Kapitel 14
  48. 28. Juli 1855Hirschgraben an der Burg eingeebnet. Kapitel 14
  49. 5. Oktober 1865Grundsteinlegung des neugotischen Rathauses (Bau bis 1867/68). Kapitel 14
  50. 1901–1904Der Stadtrat beschließt 1901/02 den Abbruch des Schlosses; Verwaltungsgerichtshof 3.4.1903 gegen die Stadt; Bürgerausschuss 22.4.1904 für Erhalt. Kapitel 15