Büscheme · Geschichte einer Stadt an der Tauber

Themenpfad

Kirchen, Klöster, Spital

Die Stadtkirche St. Martin, die Peterskapelle, das Spital der Elsbeth Liebhartin und das Franziskanerkloster erzählen eine zweite Stadtgeschichte: die der Frömmigkeit, der Stiftungen und der Bildung. Hier standen die Tafeln Matthias Grünewalds, bis sie 1900 verkauft wurden, und hier entstand die Verehrung der heiligen Lioba, die älter wirkt, als sie ist.

Der Pfad führt von den Pfarrrechten des 13. Jahrhunderts über die gotische Kirche und die Barockaltäre bis zum Neubau von 1910 bis 1914 und zur evangelischen Christuskirche.

Wo es im Buch steht

Die Daten

127 Einträge. Kennzeichnung: Einträge ohne Vermerk gelten als gesichert.

  1. um 735Nach der Tradition gründet Bonifatius in Bischofsheim ein Frauenkloster, Äbtissin wird Lioba. überliefert Kapitel 1
  2. um 735/737Lioba kommt um 732/35 aus Wimborne; Klostergründung „um 735, vielleicht erst nach 737/38“; 735 wird Referenzdatum der 1200-Jahr-Feier (1955; 1935 „aus politischen Gründen unterblieben“) und der 1250-Jahr-Feier 2005. wahrscheinlich Kapitel 1
  3. 782Tod der Lioba (Heiligenfest 28. September); sie hatte im Alter in Schornsheim bei Mainz gelebt. Das Bischofsheimer Kloster ist vermutlich bald danach untergegangen. Kapitel 1
  4. 799/800Eine Fälschung im Codex Eberhardi (um 1160) lässt Emhild von Milz „ad innubas in loco Biscofesheim“ flüchten – letzte Erwähnung des Klosters, nicht echt. überliefert Kapitel 1
  5. 836Rudolf von Fulda nennt in der Lebensbeschreibung der Lioba (Kap. 11, 12) „Biscofesheim“ an der Tauber als locus/villa – ein Dorf um einen Herrenhof. Kapitel 1
  6. 838Übertragung der Liobareliquien auf den Petersberg bei Fulda. Kapitel 1
  7. 1179Dendrochronologisch datiertes Dachwerk der Peterskapelle; es ist unklar, ob sie das erste Gotteshaus war. Kapitel 6
  8. 26. Januar 1288Seelgerät des „Vicarius perpetuus“ Heinrich – erste urkundliche Nachricht über kirchliche Verhältnisse. Kapitel 6
  9. 1337–1339Erster Rektor der Schule urkundlich genannt. Kapitel 6
  10. 1339Vikare an fünf Altären (Margaretha, Peter und Paul, Unsere Liebe Frau, Katharina, Nikolaus/Andreas/Apollonia). Kapitel 6
  11. 1341Ablassbrief Papst Benedikts für Pfarrkirche und Peterskapelle (erste Nennung der Peterskapelle). Kapitel 6
  12. 1350–1450Spätgotischer Neubau der Pfarrkirche St. Martin (Chor ca. 1435–45); Langhaus zuerst um 1350, Verbreiterung und Verlängerung um 1500, Sakristei 1510. Kapitel 6
  13. 1351Der Mainzer Dompropst inkorporiert die Pfarrei dem Domkapitel (Zehntherr). Kapitel 6
  14. 11. November 1351Dompropst Wilhelm Pinchon inkorporiert in Avignon die Pastorei Bischofsheim dem Mainzer Domkapitel; 16.12.1351 genehmigt Erzbischof Gerlach. Kapitel 6
  15. 1351Der Mainzer Dompropst verleibt die Pfarrei Bischofsheim dem Domkapitel ein; das Domkapitel behält die zwei Drittel des Kleinzehnten und den Großzehnten. Kapitel 6
  16. 17. Februar 1354Kaiser Karl IV. bestätigt in Trier die Stiftung eines Hospitals durch Elsbeth Liebhartin, Witwe des Bürgers Liebhart; sie hat alle Güter dafür eingesetzt. Ihr Haus am Markt wird das Spital. Kapitel 6
  17. 1355Erzbischof bestätigt „Ordnung und Satzung“ zwischen Stadt und Spital; älteste Spitalordnung 1367; 1354 klagt Karl IV. bei Erzbischof Gerlach, die Stadt fordere weiter Abgaben von den Stiftungsgütern. Kapitel 6
  18. um 1370–1380Der „Tauberbischofsheimer Reiter“ (hl. Martin) in den Chorwänden von St. Martin entsteht in der Parlerzeit (E. Vetter 1990), nicht in romanischer Zeit. wahrscheinlich Kapitel 6
  19. 14. Juni 1396Elsebet Ruckerin vermacht ihr Gut Bürgermeister, Schöffen und Rat der Stadt; Jahrtag, Almosen für fünf Altarpfründen, Schulmeister und Arme, Gelder für Brücken, Stege und Wege (Siegel Ruprecht Stetenberg, Zentgraf). Ende des 14. Jh. bestehen fünf Benefizien. Kapitel 6
  20. 14. Juni 1396Elsebet Ruckeryn: „guter heller der vorgenannten Stadt Währung“; fünf Altarien (Margaretha, Petrus/Paulus, Maria, Katharina, Nikolaus/Andreas/Apollonia). Kapitel 6
  21. 1445/1448Sakramentshäuschen in St. Martin, Jahreszahl 1448; Bildhauer Dietrich Krebs aus Münster bei Creglingen; Bauherren Conrad Stoll und Conrad Heimburg. Kapitel 6
  22. 7. Juli 1448Die große Glocke der Martinskirche trägt die Inschrift, das Werk sei unter den Bürgermeistern Conrad Stoll, Endres Putner und Peter Gedemer und dem Werkmeister Conrad Heimburg vollendet worden; Gießer ist Jacob Stempfel. Kapitel 6
  23. 1449Erzbischof Dietrich von Erbach überträgt das Spital im Tausch gegen das bis dahin spitälische Dorf Dienstadt aus den Händen des Domstifts an die Stadt. Kapitel 6
  24. 1451Ein Ioannes Sper aus Bischofsheim studiert an der Universität Wien; möglicherweise ein Vorfahr der Familie Spehr/Speher. Kapitel 6
  25. 1471–1532Martin Goel (1471–1532), Dekan des Aschaffenburger Stifts; Familien Weymar, Goel, Virnkorn sind verwandt. Kapitel 6
  26. 1474Bau der Sebastianuskapelle als Friedhofskapelle. Kapitel 6
  27. 1479Philipp von Riedern, Ortsherr in Gissigheim und Amtmann in Bischofsheim, stiftet eine Salve-Regina-Messe. Kapitel 6
  28. 13.–20. Oktober 1487Sendreise durch 21 Sendpfarreien; Bischofsheim am 17. Oktober. Kapitel 6
  29. 13.–20. Oktober 1487Sendreise durch die 21 Sendpfarreien des Landkapitels Taubergau (Miltenberg bis Kist), am 17. Oktober in Bischofsheim; zwei bis drei Orte am Tag. Kapitel 6
  30. 1490Ruin des Spitals droht; Berthold von Henneberg erlässt 40-tägigen Ablass. Kapitel 6
  31. 1499Ewald Weymar (1439–1499; 1468–82 Sekretär Diethers) stiftet 1000 Gulden an seine Vaterstadt (Weymars Almosenamt); Schenkung 17.6.1468 Haus am Kirchhof neben der Sebastianuskapelle. Kapitel 6
  32. 26. Mai 1499Ewald Weymar (* 1439, Sohn Johannes Weymars) stirbt; er war 1468–82 Sekretär Erzbischof Diethers, danach unter Albrecht von Sachsen und Berthold von Henneberg, Reisen nach Ungarn (1486), Rom, Wien (1493 Begräbnis Friedrichs III.); er vermacht der Heimatstadt 1000 rhein. Gulden (30 fl Korn für Teuerungszeiten, 10 fl graue Tuche, 10 fl Aussteuer; „Stadtalmosenfonds“, 1794: 3210 fl) und stiftet 100 Goldgulden für den Magdalenenaltar der Schlosskapelle. Kapitel 6
  33. um 1500Der älteste christliche Friedhof lag um die Martinskirche; ab ca. 1500 wird der Peterfriedhof genutzt (1551 vergrößert). wahrscheinlich Kapitel 6
  34. 1504Martin Goel, später Stiftsdekan in Aschaffenburg, ist Altarist des Margarethenaltars. Kapitel 6
  35. 1509Ewige Messe Magdalenenaltar in der Schlosskapelle (Ewald Weymar). Kapitel 6
  36. 19. Mai 1509Frühestens nach dieser Bestätigung (Uriel von Gemmingen; erste Bestätigung 15.5.1504) und der Fertigstellung der Seitenkapellen (~1510) kann der Kreuzaltar mit den Grünewald-Tafeln entstanden sein; Ogiermann sieht Virnkorn mit Sicherheit als Auftraggeber (Schreibung „Esaias“ wie in Virnkorns Urkunde 1504). Kapitel 6
  37. 1510Jahreszahl am Kapellenpfeiler; Sakristei; Bilderzyklen Margaretenlegende 1510–20 (1909 freigelegt). Kapitel 6
  38. 1511–1521Martin Goel (1471–1532) ist Sekretär des Mainzer Domkapitels (Protokolle 1511–21); Rom 1512/13; 24.12.1519 Dekan des Stifts Aschaffenburg; † 28.6.1532. Kapitel 6
  39. 1513Christoph Schreiber (Scriptoris) aus Lauda wird Pfarrer; er neigt der Reformation zu, wird aber von Rentmeister und Rat gebremst und entfernt; 1522 folgt Johannes Fuchs (Vulpis). Kapitel 8
  40. 1513–1522Pfarrer Christoph Schreiber (Scriptoris) neigt als einziger Geistlicher Luther zu und gewinnt den Kaplan; Ende 1523 Schreiber in Gefangenschaft (Brief Johannes Drach, Pfarrer in Miltenberg); 25.3.1522 Johannes Fuchs neuer Pfarrer. Kapitel 8
  41. 8. Mai 1514Jahrtagstiftung der Anna Lutzin (Bürgermeister und Rat); acht Benefizien (u. a. neuer Kreuzaltar und Stephansaltar) bestehen. Kapitel 6
  42. 31. März 1515Ablassbulle (Generalkommissar Albrecht und Franziskanerguardian Alexander Molitor); Dr. Johannes Kuchenmeister ist Subkommissar für das Taubergebiet. Kapitel 8
  43. 1522/23Versuch des Pfarrers Christoph Schreiber scheitert; 1523 Mandat verbietet lutherische Predigt. Kapitel 8
  44. um 1524Entstehung der Grünewald-Tafeln (Kreuztragung und Kreuzigung) für den Stephansaltar am Choreingang; Auftraggeber nach E. Vetter Martin Goel (Neffe des Pfarrers Friedrich Virnkorn). wahrscheinlich Kapitel 6
  45. 1538–1542Pfarrer Ulrich Fock: Einkünfte zu gering, Pfarrhaus baufällig; das Domkapitel baut um 1539 „mit großen Kosten“ einen neuen Pfarrhof; Fock verlässt die Pfarrei, als „die sterbenden Läufe“ (Pest, Herbst 1541) den Ort ergreifen; 3.11.1541 bittet die Stadt um einen Priester; ein Zisterzienser aus Haina verwest die Pfarrei und stirbt Ostern 1542. Kapitel 8
  46. 16. Mai 1543Grabstein des Spitalverwalters Peter Erstenberger (Fischwappen). Kapitel 6
  47. 1549Visitation unter Erzbischof Sebastian von Heusenstamm: St. Martin hat 9 Altäre und 60 Stiftungen; Pfarrer Christoph Geiger; Kirchenzucht lässt zu wünschen übrig; Leonhardskapelle jenseits der Tauber; Peterskapelle mit Pestbegräbnissen. Kapitel 8
  48. 1548/1549Visitation (Erzbischof Sebastian von Heusenstamm; Visitatoren Peter Wank und Johannes Wirtenberg): Pfarrer Christoph Geiger; Altaristen beschweren sich; Gläubige missachten Anordnungen, Wirtschaften während des Gottesdienstes; mehrere haben Schriften Luthers; Bruderschaften: Unsere Liebe Frau, Sebastian, Urban, Anna und Jakobus; das Gebiet bleibt katholisch. Kapitel 8
  49. 1549Visitation: 42 Pfarreien im Landkapitel, 28 besucht; Leonhardskapelle ohne Einkünfte, Friedhof bei der Stadtkirche „Viehplatz“, Peterskapelle als Notfriedhof in der Pest, Spital mit 27 Pfründnern. Kapitel 8
  50. 21. Juni 1551Vergrößerung des Peterfriedhofs; Weihe durch den Mainzer Weihbischof. Kapitel 6
  51. 21. Juni 1551Der erweiterte Friedhof bei der Peterskapelle wird vom Mainzer Weihbischof geweiht; seit etwa 1500 diente er als Friedhof. Kapitel 6
  52. 1572Wappentafeln des Philipp Zehender und der Magdalena Virnhaber (redendes Wappen: Hafergarbe, Löwe); sie sind später am Armenspital in der Klostergasse eingemauert worden. Kapitel 6
  53. 1572Am Sonntag Exaudi 1572 wird der Hochhäuser Friedhof geweiht; der Bildstock zeigt die Kreuzigung und sechs Wappen der Gründer (Echter von Mespelbrunn, Herren zu Rosenberg, Abt Johannes VIII. Knoll von Bronnbach, Erzbischof Daniel Brendel von Homburg, der Pfarrer, Schultheiß Pfreundschig). Kapitel 8
  54. 1572/1573Bildstock 1572 (Johannes d. T. und Pankratius) vom Leprosenfriedhof; Weihe 1572. Kapitel 8
  55. 1579–1602Pfarrer Michael Lannius (1579, Prämonstratenser), Christian Hartung (1589–93), Jakob Molitor von Dieburg (1593–1602, „gewann viele Neugläubige zurück“). Kapitel 8
  56. 1584Erweiterung der Peterskapelle (Westfassade). Kapitel 6
  57. 1601Jakob Adel erhält 15 fl. aus einer Stiftung (Stephansaltar) als Schulmeister; um 1600 gibt es Kantor und deutschen Schulmeister. Kapitel 9
  58. 1607–1613Pfarrer Philipp Appel (1607–13): Ephemeris ecclesiastica 1612 (kennt Lioba nicht); Pfarrer Johann Scherpf (1613–28); Georg Federle (1628–32; Initiative zur Berufung der Franziskaner). Kapitel 10
  59. 14. Februar 1613Tod des Spitalmeisters und Ratsverwandten Caspar Stockmeister; sein fast lebensgroßes Epitaph an der Peterskapelle zeigt das Stockmeister-Wappen (Lilie) und das der Erstenberger. Kapitel 10
  60. 14. Februar 1613Caspar Stockmeister stirbt am 14. Februar 1613; sein Grabstein ist außen an der Peterskapelle eingemauert (früher Petersfriedhof). Kapitel 10
  61. 1618Wiederaufbau der Leonhardskapelle jenseits der Tauberbrücke auf Befehl von Caspar Lerch; ein Altar zu Ehren der Lioba, „die einst am Ort des neuen Spitals fromme Nonne war“ – erster Hinweis auf eine Liobaverehrung. Kapitel 10
  62. 1622Das Spital kauft das Haus des Kellers Johann Michael Dühmig am Markt (2350 Gulden); zusammen mit dem Nachbarhaus wird es das Reichenspital. Kapitel 10
  63. 22. Februar 1623Oberamtmann Sickingen und Amtskeller Simrock legen einen Wochenspeiseplan für die „reichen Pfründner“ des Spitals fest, bis zu drei Viertel Maß Wein täglich. Kapitel 11
  64. 1627Die Pfarrei tritt ihren Zehnt in Distelhausen an Würzburger Kammer, Juliusspital und Deutschen Orden ab (gegen 12 Malter Korn und 3 Malter Haber im Jahr). Kapitel 11
  65. 12. Juni – 15. Juli 1629Der Magistrat bittet 12.6.1629 Kurfürst Georg Friedrich von Greiffenklau um Franziskaner (Anregung Amtmann Johann Schweikard von Sickingen); 15.7.1629 Ankunft; 1629–36 Gottesdienst in der Sebastianuskapelle; 8.3.1636 Zuweisung des Klösterleins/Spitals und der Elisabethenkapelle (Kurfürst Anselm Kasimir); 23.4. Besitzübernahme; 30.4.1637 Konvent „zur hl. Jungfrau Lioba“, 1. Guardian Adam Streit. Kapitel 11
  66. 1629Die Franziskaner siedeln sich im Kaplaneihaus an der Sebastianuskapelle an. Kapitel 11
  67. 1632–1637Pfarrer Christian Felgenhauer (1632–37) wird von den Schweden in Bettingen erstochen. Kapitel 11
  68. 8. März 1636Zuweisung eines Teils des Hospitals (Armenspital, Elisabethkapelle, Teile des Reichenspitals, Bäckerei) an die Franziskaner; Ersatzunterkunft für die Pfründner. Kapitel 11
  69. 1636Erzbischof Wamboldt weist dem Konvent den Südflügel des Reichen Spitals und die Elisabethkapelle zu; Bestätigungsurkunde nennt „Klösterlein der hl. Lioba“; 1637 Konvent; 1665 Eingliederung in die Thüringer Ordensprovinz. Kapitel 11
  70. 1651–1664Pfarrer Tilman Zilch (1651–64): Bau der Klosterkirche; Grundsteinlegung 25.3.1656 (Oberamtmann Johann Schweikard von Sickingen, Rentmeister Johann Jakob Kurkrock, Zentgraf Johann Michael Otto); Portiuncula 2.8.1656; Weihe 14.10.1657 (Weihbischof Johann Melchior Söllner, 435 Gefirmte), alles aus freiwilligen Spenden der Bürger. Kapitel 12
  71. 1655–1661Liobareliquien: 1655 Teilung des Schulterblatts in Fulda (Datum im Text widersprüchlich: 1655/1665), Ankunft 1.5.; 1661 Kinnlade (Kief) von Freiherr Johann Valentin von Siezig; Ankunft 26.9.1661; Liobafest 28.9.1661 mit großer Prozession. Kapitel 12
  72. 1656/57Neubau der Hospitalkapelle (Klosterkirche), Weihe Oktober 1657; Hauptpatronin Lioba (Provinzkapitel 1655, Guardian Burvenich brachte Reliquien); Grund vom Stadtrat. Kapitel 11
  73. 25. März / 14. Oktober 1656Klosterkirche St. Lioba: Grundstein 25.3.1656, Weihe 14.10.1656 (Dreifaltigkeit, Lioba, Elisabeth); Lioba-Reliquien aus Fulda (1655) und Mainz (1661). Kapitel 11
  74. 1656Pfarreientausch zwischen Mainz und Würzburg unter Johann Philipp von Schönborn: mehrere Pfarreien des Landkapitels Taubergau (u. a. Dittigheim) kommen zu Würzburg. Kapitel 11
  75. 7. Oktober 1664Bericht des Guardians Stravius: neun Altäre in der Pfarrkirche; Kreuzaltar in der zweiten Seitenkapelle auf der Evangelienseite, Stephansaltar am Choreingang. Kapitel 12
  76. 1666–1683Guardian P. Kaspar Liebler (aus Bischofsheim); sein Liobabüchlein erscheint 1683. Kapitel 12
  77. 1666P. Kaspar Liebler aus Bischofsheim wird Guardian der Franziskaner; 1683 erscheint sein Buch „Leben der hl. Jungfrau und Äbtissin Lioba“. Kapitel 11
  78. 1671–1673Der Kapuzinerpater Martin von Cochem weiht den Kirchhof der Filiale Dienstadt; bis dahin brachten die Dienstadter ihre Toten bis vor den Petersfriedhof in Bischofsheim. Kapitel 11
  79. 1688Der Mainzer Erzbischof genehmigt das Gymnasium (Vorläufer des Matthias-Grünewald-Gymnasiums). Kapitel 12
  80. 1688Erzbischof Anselm Franz von Ingelheim genehmigt das Gymnasium; der Konvent wächst von 8–9 auf 24 Mitglieder. Kapitel 12
  81. 1688Franziskaner-Klosterschule/Pädagogium (Gymnasium); Fasz. 1683. Kapitel 12
  82. 9. Januar 1688Erzbischof Anselm Franz von Ingelheim stimmt auf Bitten des Stadtrats der Studienanstalt der Franziskaner zu: Latein, zwei Patres, vier Jahreskurse. Kapitel 12
  83. 1700Der Apotheker Johann Henrich Ludwig Staub und Maria Elisabetha erbauen die Maria-Hilf-Kapelle; 1715 folgt der Maria-Hilf-Bildstock an der Königheimer Straße (Inschrift 1715). Kapitel 12
  84. 1702Die Pfarrei Dittwar wird gestiftet; ihr Weinbergzehnt von 6 Morgen fällt vom Bischofsheimer Pfarrer an den Dittwarer. Kapitel 12
  85. 1719–1722Neubau des Franziskanerklosters (vierflügelig). Kapitel 12
  86. 1720–1722Neubau des vierflügeligen Klosters (ca. 21 a; Südflügel überwölbt den Mühlbach 1721). Kapitel 12
  87. 1719–1722Das Franziskanerkloster wird von Grund auf neu gebaut (vierflügelige Anlage); die Klosterkirche wird vergrößert. Kapitel 12
  88. 14. September 1723Lorenzkapelle (Stifter Simon Dürr) geweiht; „Wunder“ der sich bewegenden Statue bei der Weihe, notariell bezeugt. Kapitel 12
  89. 1731/1734Barocker Hochaltar (1731, Eickmann, Würzburg, 220 Taler); Fresken: Chor 1734 Johann Hugo Schlegel, Langhaus 1737/38 Antonio Wolhaupter; Holzdecke 1737; Stifter u. a. Weinhändler Johann Michael Schäffner. Kapitel 12
  90. 1731Der gotische Hochaltar wird 1731 abgebrochen; Barockaltar nach Vertrag Pfarrer Specht – Kunstschreiner Eickmann (Würzburg); 1846 neuer neugotischer Hochaltar (Barth, Würzburg; Fassung Seiz, Külsheim). Kapitel 12
  91. 1760Der Stephansaltar wird entfernt und durch eine verschlossene Loge des Oberamtmanns ersetzt. Kapitel 12
  92. 1751–1760Abbruch des Schleieraltars (Stephansaltar) und Loge („Grafenstuhl“) für Oberamtmann Franz Conrad Graf von Stadion; 1799 will Pfarrer Kunkel sie entfernen (Widerstand des Amtsvogts Harrich); erst 1806 unter Leiningen genehmigt. Kapitel 12
  93. 1761Die Grünewald-Tafeln kommen auf den neuen Heilig-Kreuz-Altar (Bildhauer Johann Michael Huttmann, Würzburg). Kapitel 12
  94. 12. Oktober 1761Michael (Johann Michael) Huttmann/Buttmann (Würzburg) baut einen neuen Rokoko-Aufbau für den Heilig-Kreuz-Altar (Quittung 12.10.1761); Pfarrer Johann Sebastian Severus nannte um 1760 das Bild „elegans pictura Alberti Dürer“. Kapitel 12
  95. 1767Die Landschieder versteinen für 20 Gulden den Weinzehntbezirk der Pfarrei in Distelhausen (44¾ Morgen). Kapitel 12
  96. 1771Der Pfarrer erklärt das alte Pfarrhaus beim früheren Riedernhof für nicht mehr reparierbar; Domkapitel und Dompropst, baupflichtig, halten ihn hin; später neues Pfarrhaus neben der Sebastianuskapelle. Kapitel 12
  97. 1773Neue kurmainzische Schulordnung (Griechisch kommt in den Lehrplan); gegen Ende des Jahres ruht der Schulbetrieb der Franziskanerschule aus Geldnot vorübergehend. Kapitel 12
  98. 1773Der Amtskeller Winterfeldt baut die Maria-Schmerz-Kapelle auf dem Stammberg mit einem Gnadenbild der schmerzhaften Mutter. Kapitel 12
  99. um 1780Einkommen des Pfarrers: Zinsen aus 810 Gulden, Grundzinsen aus fünf Orten, Zehntanteile in Bischofsheim, Distelhausen, Dittigheim und Dienstadt, Holz, Pfarrgüter (über 40 Morgen Acker), Stolgebühren. Kapitel 12
  100. 1784Die Franziskanerschule hat 43 Schüler und vier Professoren, untergebracht im Westflügel des Klosters. Kapitel 12
  101. 24. Mai 1786Das Domkapitel genehmigt den Vergleich über den Kleinzehnten: jährlich 12 Malter Korn, 12 Dinkel, 11 Haber und 200 Gebund Haberstroh für die Pfarrei. Kapitel 12
  102. 14. März 1810Deutsches Schulhaus in der Kirchgasse (700 fl.). Kapitel 13
  103. 1823Das Franziskanerkloster wird aufgehoben; das Gymnasium zieht ein (1824 Pädagogium, 1828 wieder Gymnasium, 1846). Kapitel 14
  104. 13. August 1823Aufhebung des Franziskanerklosters (Sept. 1816: 5 Patres, 7 Laienbrüder, 40 Studenten); 1827 Pädagogium (63 Schüler, Direktor Stadtpfarrer Binz); 1846/47 wieder Gymnasium (108 Schüler); 1883–85 Vollgymnasium. Kapitel 14
  105. 1828Das Franziskanergymnasium wird aufgehoben, ein staatliches Pädagogium mit vier Klassen entsteht; 1825 war die Finanzierung aus kirchlichen Stiftungen und städtischen Leistungen gesichert worden. Kapitel 14
  106. 30. Oktober 1837Das Pädagogium wird um einen fünften Jahreskurs erweitert; die Lehrer hatten dafür freiwillig mehr Stunden übernommen, um die Umwandlung in eine höhere Bürgerschule zu vermeiden. 1836/37 hat die Schule nur 29 Schüler. Kapitel 14
  107. 23. November 1846Der Oberstudienrat verleiht der Bischofsheimer Schule wieder den Charakter eines Gymnasiums; 1847 gibt der badische Staat erstmals einen Beitrag, 1848 sind es 116 Schüler unter Direktor Karl Damm. Kapitel 14
  108. 1847/1857Bezirksbauinspektor Moosbrugger meldet den schlechten Zustand der Tafel. Kapitel 14
  109. 18. November 1854Zehntablösungsvertrag zwischen Pfarrer Karl Rombach und der Gemeinde Dittigheim: 1195 Gulden 20 Kreuzer statt der überhöhten 15 Gulden Jahresrente. Kapitel 14
  110. 1856Neuer Friedhof am Weg nach Hochhausen, geweiht zur Kirchweih 1856 durch Pfarrer Dr. Rombach. Kapitel 14
  111. 1853–1856Neuer Friedhof an der Straße nach Hochhausen beschlossen (1853) und am Kirchweihfest 1856 von Stadtpfarrer Karl Rombach eingeweiht; der Petersfriedhof war zu klein geworden. Kapitel 14
  112. 19. Oktober 1856Einweihung des neuen Friedhofs an der Straße nach Hochhausen (Beschluss 1853 unter Bürgermeister Steinam); Friedhofskreuz am 2. Januar 1857 geweiht. Kapitel 14
  113. 1857Erster evangelischer Gottesdienst; ab 1877 bis 1895 nutzt die evangelische Gemeinde die Klosterkirche; Christuskirche 1895 geweiht. Kapitel 14
  114. 16. Mai 1862Brand des Nordflügels (Kloster/Gymnasium, Reichenspital); Neubau des Spitals in der Schmiederstraße 1866 bezogen; Gymnasiumsneubau 1865–68. Kapitel 14
  115. 1871–1889Erzbischöfliches Knabenkonvikt: 1871 erste Gründung, 1874 Kulturkampf-Aufhebung, 1889 Neubau am Steinberg (Bauinspektor Maier, Heidelberg). Kapitel 15
  116. Herbst 1871Gründung des Knabenkonvikts (Leiter Dr. Sebastian Otto); 1874 im Kulturkampf aufgehoben, 1883 Privatpensionat Berberichs, 1889 wieder kirchliche Anstalt. Kapitel 15
  117. um 1873Entfernung der Tafel aus der Kirche; ein Vergolder nimmt sie „an Zahlungs Statt“; 1873 sieht Hans Thoma sie beim Vergolder; 1877 Oskar Eisenmann; 1882 Kauf durch den deutsch-amerikanischen Sammler Habich für 2000 Goldmark; 1883 Restaurator Alois Hauser jun. sägt die Tafel auseinander; Rückforderung durch Ordinariat/Ministerium, die Tauberbischofsheimer zahlen 7000 Mark; 1888–93 im Chor, dann im Pfarrhaus-Treppengang; Kaufvertrag 7.1.1900/6.6.1900 (Hans Thoma als Direktor der Kunsthalle Karlsruhe), 18.6.1900 Zustimmung Kultusminister Nock; 40.000 Mark für die Erweiterung der Pfarrkirche. Kapitel 14
  118. 1884Das bestehende Progymnasium wird zum Gymnasium; viele jüdische Schüler legen das Abitur ab. Kapitel 15
  119. 22. September 1891Das Knabenkonvikt am Steinberg wird bezogen (Rektor Dr. Julius Berberich). Kapitel 15
  120. 1894/1895Evangelische Christuskirche (1894 Bau, 1895 geweiht); evangelische Gemeinde erst neuzeitlich (Beamte, Zugewanderte), bis 1888 Pfarrer aus Wenkheim. Kapitel 15
  121. 1895Gründung des Kirchenbauvereins (bis 1910 rund 113 000 Mark); die Grünewald-Bilder werden 1899/1900 verkauft, die Baukosten betragen 417 580 Mark. Kapitel 15
  122. 1900Verkauf beider Grünewald-Tafeln an die Badische Gemäldegalerie Karlsruhe für 40.000 Mark als Grundstock für den Neubau der Martinskirche. Kapitel 15
  123. 13. März 1906Vereinbarung zwischen Kirchengemeinde und Stadt über die Besitzverhältnisse: Martinskirche der Kirchengemeinde, Kirchenuhr der Stadt; Peterskapelle, Sebastianuskapelle, Klosterkirche und alter Friedhof gehören der Stadt. Kapitel 15
  124. 14. März 1910Abbruch der spätgotischen Pfarrkirche bis auf den Turm (dreischiffige flachgedeckte Basilika); Neubau bis 1914; Turm um 13 m erhöht; übernommen: Sakramentshäuschen 1448, Taufstein, Marienaltar 1517, Riedern-Epitaph, „Tauberbischofsheimer Reiter“. Kapitel 15
  125. 24. Mai 1914Einweihung der neuen Martinskirche (Architekt Ludwig Maier); Abbruch der alten 1910. Kapitel 15
  126. 1989Arbeiter finden bei der Peterskapelle den Grabstein der Spitalstifterin Elsbeth Liebhartin. Kapitel 15
  127. 20051250-Jahr-Feier der Stadt (Bezug 755 nach Schneider „Stadtjubiläum 1250 Jahre 2005“); Lioba wird Stadtpatronin (Urkunde Erzbischof Robert Zollitsch). Kapitel 15