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Priester, Lehrer, Gründer
Julius Berberich wurde am 24. November 1846 in Malsch geboren. Am 18. Juli 1871 empfing er die Priesterweihe. Es folgten Vikariate in Limbach, Karlsruhe, Mannheim, Pforzheim und Rastatt. 1880 promovierte ihn die Universität Freiburg mit einer Arbeit über die Christologie des Justinus Martyr zum Doktor der Theologie.
1882 kam Berberich als Kaplan und geistlicher Lehrer am Gymnasium nach Tauberbischofsheim. Schon im folgenden Herbst eröffnete er im alten Seminargebäude ein privates Pensionat für Gymnasiasten. 1889 wurde daraus das Erzbischöfliche Knabenkonvikt; Berberich war dessen erster Rektor. Als das Haus zu klein wurde, setzte er den Neubau am Stammberg durch. Die Grundsteinlegung fand 1890 statt, im September 1891 wurde das Gebäude bezogen.
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Der Chronist von Tauberbischofsheim
Neben Unterricht und Konviktsleitung arbeitete Berberich an seinem umfangreichsten Buch: der Geschichte der Stadt Tauberbischofsheim und des Amtsbezirks. Die M. Zöller’sche Buchhandlung und Buchdruckerei veröffentlichte das 431 Seiten starke Werk 1895. Ein historischer Stadtplan von 1790 war ihm beigegeben.
Berberich sammelte Urkunden, ältere Geschichtswerke und lokale Überlieferungen zu einer Gesamtdarstellung, die lange den Ausgangspunkt der Tauberbischofsheimer Stadtgeschichtsschreibung bildete. Sein Buch ist zugleich Forschungsleistung und Zeitzeugnis: Auswahl, Sprache und Wertungen verraten den katholischen Geistlichen des späten 19. Jahrhunderts. Das gilt besonders für seine judenfeindlichen Passagen. Diese Edition lässt sie als Teil der Quelle sichtbar, ordnet sie aber ausdrücklich historisch ein.
Zur editorischen Einordnung des Werks03
Bruchsal und Bühl
1898 erhielt Berberich den Titel Geistlicher Rat. Im August 1901 verließ er Tauberbischofsheim und übernahm die Stadtpfarrei St. Paul in Bruchsal. Drei Jahre später wechselte er an die Stadtpfarrei St. Peter und Paul in Bühl. Dort begleitete er den Ausbau und die Ausmalung der Kirche und gründete 1907 den katholischen Arbeiterverein.
Nach zweijähriger Krankheit starb Julius Berberich am 27. Januar 1916 in Bühl. Sein Grab liegt auf dem Bühler Friedhof an der Kapelle „Maria zum Trost“, die auch als Alban-Stolz-Kapelle bekannt ist. In Tauberbischofsheim erinnert die Julius-Berberich-Straße an den früheren Konviktsrektor und Chronisten.