Panoramio reincarnated

Kreuzigungsgruppe von 1792 vor dem Finanzamt (TBB)

Kreuzigungsgruppe von 1792 vor dem Finanzamt (TBB)

Aufgenommen am 11. Dezember 2011 · Standort 49.62423, 9.66792

Zum Bild

Kreuzigungsgruppe von 1792 vor dem Finanzamt (TBB): Am ersten Pfeiler (rechts der Tauber, also Richtung Großrinderfeld) der alten Tauberbischofsheimer Tauberbrücke stand früher die Leonhardikapelle. Im Jahr 1792wurde Tauberbischofsheim wieder einmal von einem großen Hochwasser heimgesucht, welches die damals eh schon ziemlich baufällige Leonhardikapelle derart beschädigte, dass sie abgerissen werden musste. Der alte Stadtrat Johann Baptist Rincker kam gerade auf dem Heimweg von Würzburg an der Tauberbrücke an, als er von der plötzlichen Flutwelle des Hochwassers überrascht wurde und geriet in derart große Not, dass er das Gelübde ablegte, die St. Leonardi-Kapelle renovieren zu lassen, wenn er nur unbeschadet nach Hause komme. Er überlebte das Hochwasser, aber da die Kapelle nicht mehr zu retten war, ließ er stattdessen die Kreuzigungsgruppe jenseits der Tauber errichten. Diese stand ursprünglich dort, wo jetzt die Würzburger Strasse unmittelbar nach ihrer Kreuzung mit der Wertheimer Strasse weiter Richtung Großrinderfeld verläuft. Beim Bau dieser Straße im Jahr 1890 wurde die Kreuzigungsgruppe ca 50m weiter an ihren jetzigen Standort versetzt. . Johann Baptist Rincker war von 1786 bis 1827 Spitalmeister, stammte aus Mainz, hatte 1786 Regina Steinam, Tochter des Posthalters Anton Steinam geheiratet (ihr Grabmal von 1812 befindet sich noch heute an der Peterskapelle) und bewohnte das Eckhaus Hauptstraße/ Obere Marktplatzseite (mit dem Neidkopf im Giebel und den Buchstaben SM und der Jahreszahl 1678 im Eckbalken). Er starb am 24. Oktober 1837 im Alter von 85 Jahren. - Quellen: Stadt Tauberbischofsheim (Hrsg.) Tauberbischofsheim. (FN-Druck & Schnaufer Verlagsdruckerei. TBB, 1955), Seite 536 & Gehrig, Franz & Müller, Hermann Tauberbischofsheim. (FN-Druck. TBB, 1997), Seiten 484 & 334 Inschrift auf dem Sockel: Links: Könnt er und ich mehr lieben Dich? Wie liebst o Mensch! Nun Ihn und mich? Mitte: Aspice peccator, num non sim verus amator? Ut vivas, Morior, quae nam dilectio maior? [= Betrachte, Sünder, ob ich nicht bin der wahre Freund? Damit Du lebst, sterbe ich. Denn welche Liebe ist größer?] Wer hat jemals so geliebet? 1792. Rechts: Siehe Mensch, und denk daran, dieses hat die Sünd gethan.

Mehr zu diesem Kleindenkmal

Die Kreuzigungsgruppe des Stadtrats Rincker (1792)

Aus der Stadtgeschichte Tauberbischofsheim

Der Stadtrat Rincker stiftete sie 1792 aus Dank dafür, dass er aus Hochwassernot gerettet worden war. Die Figuren sind von beachtlicher Qualität; Johannes und Maria zeigen noch die bewegte barocke Form.

Aspice peccator num non sim amator? Ut vivas morior. Quae nam dilectio maior? Wer hat jemals so geliebet? 1792

Übersetzung: Betrachte, Sünder, ob ich nicht der wahre Freund bin. Damit du lebst, sterbe ich. Denn welche Liebe ist größer?

Unter dem Kreuz

Könnt er und ich mehr lieben dich? Wie liebst o Mensch nun Ihn und mich?

Unter Maria

Sieh o Mensch und denk daran, dieses hat die Sünd gethan.

Unter Johannes
Kolb Nr. 105: Die Kreuzigungsgruppe Rincker von 1792 an der Tauberbrücke. Foto: Dr. Josef Ihringer (1952 bis 1958), Archiv der Tauberfränkischen Heimatfreunde.

Gehrig/Müller 1997, S. 484. Zum Hochwasser vgl. Kapitel 13.

In der Stadtgeschichte (Büscheme) · In der Karte der Grenzsteine

Schlagwörter

Im Bildarchiv lässt sich dieses Foto in voller Größe ansehen, auf der Karte verorten und mit der Umgebung vergleichen.

Ähnliche Aufnahmen