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Alter Kreuzigungsbildstock (1582), der ursprünglich die Stelle eines tödl. Unglücks markierte

Alter Kreuzigungsbildstock (1582), der ursprünglich die Stelle eines tödl. Unglücks markierte

Aufgenommen am 1. April 2013 · Standort 49.58494, 9.36657

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Alter Kreuzigungsbildstock (1582), der ursprünglich die Stelle eines tödl. Unglücks markierte: Der kleine Bildstock steht heute im Bereich der Ecke Hauptstr. - Sandgasse, und zwar direkt rechts neben der kleinen Eingangstüre des Kleinbürgerhauses (heute Heimatmuseum). Damit steht der Bildstock nicht mehr an seinem Originalstandort, mit dem er aber eigentlich fest verwurzelt ist, steht er doch zum Gedenken an ein tödliches Unglück, welches sich an jenem Ort abgespielt haben soll (s.u.): Köllenberger fand den Bildstock Mitte des 20. Jhd. noch an seinem vermeintlichen Originalstandort vor, nämlich an der Gabelung der alten Bundesstraße 27 (Richtung Tauberbischofsheim) und der Alten Altheimer Straße. (Das müsste heute die Abzweigung der Straße Im Spangel von der Würzburger Str. bzw. der daneben liegende Beginn der L518 an der Würzburger Straße sein, also direkt südlich der Bahnunterführung zur Unteren Vorstadtstraße.) . Laut Köllenberger gibt es eine regionale Überlieferung, nach welcher am Originalstandort des Bildstocks, derjenige, dem der Bildstock gesetzt ist, unter den Pflug gekommen sei - also vermutlich Hans Tal im Jahre 1572, 10 Jahre vor Errichtung des Bildstocks durch seine Witwe Anna und deren zweiten Ehemann (?) Hans Valentin Bernhart. Dem Verunglückten soll dabei die Pflugschar in den Leib eingedrungen sein und ihn so tödlich verwundet haben. Daher sei auch vorn das Wappenschild mit der Pflugschar abgebildet. . Das Wappenschild auf dem breiten, vorderen und unteren Rand des Bildteils ist auch heute noch gut zu erkennen: In ihm ist tatsächlich eine Pflugschar abgebildet. (Die Sage entwickelte sich aber womöglich auch nur aus dem Vorhandensein dieser Abbildung heraus...) Rechts und links von dem Wappen stehen jeweils zwei Ziffern des Errichtungsjahres: 15 [Wappen] 8Z Darüber findet sich in einer großflächigen Nische mit Satteldach das eigentliche Bild: Eine gute Relief-Darstellung des Gekreuzigten (ohne Assistenzfiguren). Köllenberger schreibt, dass auf der Rückseite des Oberteils ebenfalls ein solches Kreuzigungsrelief zu finden sein soll (heute nicht zu sehen, da Bildstock an Hauswand steht) - Der Bildstock muss an seinem Originalstandort also so an der Weggabelung gestanden haben (zwischen den beiden sich gabelnden Wegen?), dass an beiden Seiten des Bildstocks Wege vorbei führten. . Die relativ schmalen Seitenflächen des Bildgehäuses und dessen Rückseite (unterer Rand, wo vorne Jahreszahl und Wappen sind) beherbergen die (heute kaum mehr entzifferbare) Stifterinschrift: Rückseite: DER ERSAM HANS TAL DER ALT ANNO 1572 Linke Seitenfläche: ANNA SEIN EHELICHE HAUSFRAW HANS VELTEN BERNHART Rechte Seitenfläche: IHR ALLE SO DIESE STRASEN GEHET SEHET AUFF UNDT MER CKET OB EIN SCHMERTZ SEI DER DISEM MEINEM SCHME RZEN GLEICH SEI . Der sehr kurze, vierkantige Stamm ist nicht mehr der Originalstamm. (Bereits Köllenberger fand den Bildstock aber 1955 schon auf einemerneuerten Stamm vor.) Auf diesem findet sich vorne in seiner unteren, sockelartig leicht verbreiterten Hälfte eine weitere, neuere Inschrift, die aber kaum mehr zu erkennen ist: ?Jalle??thiu?? Zu d?? ?????? B?utt 177Z Es könnte sich hier um einen Wegweiser für Wallfahrer zum Heiligen Blut handeln, mit gutem Willem könnte man die Inschrift so ergänzen, dass sie sinngemäß aussagen könnte: Wallet hier zu dem Heiligen Blutt, 1772 -- verwendete Literatur: Köllenberger, Heinrich. Die Inschriften der Landkreise Mosbach, Buchen und Miltenberg. Auf Grund der Vorarbeiten von Ernst Cucuel. (Stuttgart: Alfred Druckenmüller Verlag 1964), S.184/185 (Nr.461)

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