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Steinkreuz mit Schwert - eines der Walldürner 'Rebellionskreuze' (15./16. Jhd.)

Steinkreuz mit Schwert - eines der Walldürner 'Rebellionskreuze' (15./16. Jhd.)

Aufgenommen am 1. April 2013 · Standort 49.58684, 9.36041

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Steinkreuz mit Schwert - eines der Walldürner Rebellionskreuze(15./16. Jhd.): Das kleine Steinkreuz -ein Sühne- oder Gedenkkreuz- steht auf einer Wiese am nordwestlichen Stadtrand Walldürns, wo Theodor-Heuss-Ring, Sandgasse und Schmalgasse aufeinander treffen. Das Kreuz aus Buntsandstein weist als besonderes Merkmal die zentral auf der Kreuzvorderseite eingehauenen Umrisse eines nach unten gerichteten Schwerts mit Knaufgriff auf. Die heute auch zu sehende Parierstande des Schwerts wurde laut Losch (s.u.) erst bei einer Restaurierung ergänzt. Im Kopfteil des Kreuzes kann man zudem ein kleines, eingehauenes Kreuz entdecken. Das Kreuz zeigt aber noch weitere Bearbeitungsspuren, z.B. auf seinem Kopf zwei tiefe, nach schräg rechts verlaufende Schleifrillen. Laut Losch waren bereits im Jahre 1923 die beiden Kreuzarme herausgebrochen. Sie wurden 1967 ersetzt und das Kreuz am Schaftende in einen Sockel einzementiert. Der Kreuzkopf erscheint heute auffällig hoch. Auf suehnekreuz.de (s.u.) wird Azzola zitiert, der vermutet, dass das Steinkreuz einst um 1,50m (!) hoch war und im beginnenden 16. Jahrhundert errichtet wurde. . Eine volkstümliche Überlieferung bringt das Kreuz mit dem Bauernkrieg in Zusammenhang: Demnach handele es sich hier um eines der ehemals 4 Walldürner Rebellionskreuze: Nach der Niederlage der Bauern im Bauernkrieg (1525) wurde von der Obrigkeit überall Strafgericht gehalten. Auch in Walldürn sollen so vier Stadträte, die sich im Bauernkrieg auf die Seite der aufständischen Bauern geschlagen hatten, auf Geheiß des Truchseß von Waldburg an den vier Enden der Stadt enthauptet worden sein. Jedem Opfer soll daraufhin zum Gedenken ein Steinkreuz errichtet worden sein. Auch wenn das Kreuz offenbar tatsächlich ungefähr aus jener Zeit stammen dürfte, glaube ich nicht, dass die Geschichte so stimmt, obwohl die Hinrichtung von vier beteiligten Stadträten an den vier Enden der Stadt durchaus plausibel erscheint. (In Tauberbischofsheim wurden beispielsweise Gliedmaßen von Hingerichteten an den Ortseingängen aufgehängt oder -gespießt, weil man sich davon eine abschreckende Wirkung erhoffte.) Unplausibel erscheint mir jedoch, dass für diese Aufständischen Gedenkkreuze errichtet werden konnten, denn damit hätte man sich als Errichter vermutlich selbst in akute Lebensgefahr begeben. Die Repressalien nach dem Bauernkrieg war extrem hart, Bevölkerung und Gemeinden verloren wieder viele Privilegien, die Obrigkeit regierte wieder lange Zeit mit erheblich härterer Hand. -- verwendete Quellen: suehnekreuz.de Losch, Bernhard. Sühne und Gedenken. Steinkreuze in Baden-Württemberg. (Theiss: Stuttgart 1981), Seite 174 (Kreuz Walldürn I)

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