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Blick vom alten Bildstock (1483) übers Gollachtal zum Bergfried der Reichelsburg-Ruine

Blick vom alten Bildstock (1483) übers Gollachtal zum Bergfried der Reichelsburg-Ruine

Aufgenommen am 28. Mai 2013 · Standort 49.54853, 10.04758

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Einer der ersten Bildstöcke - Bildstock mit Kreuzigungs- und Beter-Relief aus dem Jahre 1483 (Baldersheim): Der Bildstock steht an einem nur wenige Meter langen Trampelpfad vom Reichelsburgweg zum Gaubahn-Radweg. Direkt neben dem Radweg fließt die Gollach in ihrem tiefen Tal. Auf der anderen Uferseite steht im Wald die Ruine der Reichelsburg. Der noch stehende Turm der Burg ist vom Bildstock aus gut zu sehen. Im Jahr 1480 wurde die Reichelsburg vom damaligen Lehensherrn Philipp dem Älteren von Weinsberg als sein Sitz neu ausgebaut. Der obige Bildstock wurde laut Liste der Baudenkmäler in Aub im Jahr 1483 errichtet. Er wurde also nur 3 Jahre nach dem Ausbau der Reichelsburg gesetzt. Aus diesem frühenm Zeitraum existieren nur noch sehr wenige Bildstöcke, es dürfte damals aber auch noch nicht allzu viele gegeben haben. (Der "Bildstockboom" setzte erst Mitte/Ende des 16. Jahrhunderts ein, davor gab es fast ausschließlich die eher schlichten, niederen Steinkreuze, die als Sühnezeichen oder zum Gedenken an Verunglückte/Ermordete gesetzt wurden.) Die wenigen Bildstöcke aus dem 15. Jahrhundert wurden -soweit bekannt- i.d.R. von Personen mit hohem gesellschaftlichen Status errichtet (Bürgermeister, Ratsherren, Adlige). Es wäre somit nicht unwahrscheinlich, dass obiger Bildstock vom damaligen Herrn der Reichelsburg, Philipp dem Älteren von Weinsberg (1508 gestorben) gesetzt worden sein könnte. Eine andere, nahezu noch plausibler erscheinende Möglichkeit wäre, dass der Bildstock vom damaligen Truchseß von Baldersheim, Jörg I. zu Aub, testamentarisch gestiftet bzw. von seinen Erben zu m Gedenken seiner errichtet wurde: Er starb exakt im Jahre der Bildstock-Errichtung, also 1483, im Alter von offenbar nur 35 bzw. 36 Jahren, was für ein Unglück oder Mord als Todesursache spricht. Über den Stiftungsgrund des Bildstocks kann man nur spekulieren, vermutlich ereignete sich an seinem Originalstandort (der durchaus ungefähr dem heutigen Standort entsprochen haben könnte) irgendein Unglück mit glimpflichem oder tragischen Ende, in das der Stifter oder jemand aus seiner Verwandtschaft geraten war. Evtl. steht er ja wirklich in direktem Zusammenhang mit dem Tod des Jörg I. zu Aub im selben Jahr. Die Inschrift (s.u.) des Bildstocks könnte hier sicherlich zur Aufklärung beitragen, ich kann sie aber nicht mehr entziffern. Laut Zeitungsartikeln vom Dezember 2012 (s.u.) soll der Bildstock laut mündlichen Überlieferungen an einen Mord erinnern: Demnach hat am Standort des Bildstocks im Jahr 1483 eine Wallfahrergruppe au einem Nachbarort ihren Pfarrer erschlagen. (Zur Sühne mussten die Täter dann eventuell den Bildstock errichten.) Ich wüsste gerne den Grund, aus welchem eine Wallfahrergruppe (!) ihren Pfarrer ermordert. - Der Bildstock steht auf einem Findling, der ihm als Sockel dient. Es ist daher nicht unwahrscheinlich, dass sich der Bildstock noch an seinem Originalstandort befindet. Der vierkantige Bildstockstamm weist in seiner unteren Hälfte einen geringeren Umfang als in seiner oberen auf. Auf seiner oberen Hälfte findet sich vorne in großen Buchstaben die 7- oder 8-zeilige, offenbar lateinische Inschrift, die jedoch stellenweise schon arg verwittert und an den Seitenrändern zum Großteil abgewetzt ist. Ich kann sie daher leider nicht mehr entziffern. Gelingt es jemandem? (Die erste Zeile dürfte Anno dm lauten, in der zweiten müsste sich die -lateinische-jahreszahl befinden. Da der Bildstock laut Liste der Baudenkmäler in Aub aus dem Jahr 1483 stammen soll, müsste die zweite Zeile somit lauten: m cd lxxx III, evtl. aber auch mcccclxxxIII geschrieben.) Auf der unteren Stammhälfte findet sich vorne ein Relief eines auf einem Stein knieenden Mannes mit vermutlich zum Gebet gefalteten, nach oben gereckten Händen. Der obere Teil des Reliefs -Kopf und Hände des Beters- sind großteils abgesplittert bzw. verwittert. Es dürfte sich hierbei um den Bildstockstifter handeln. Auf dem nach oben zu einem spitzen Dach zulaufenden Oberteil (Eselsrücken) erkennt man noch gut das Relief: Dargestellt ist -wie fast immer bei derart alten Bildstöcken- die Kreuzigungsszene mit Maria links und Johannes rechts unter dem Kreuz stehend. Details (zB Gesichter) sind leider nicht mehr zu erkennen, das Bild ist im Laufe der Jahrhunderte ziemlich verwittert. Das Oberteil war an seinen Seitenrändern sicherlich einst erheblich stärker mit kugel-/blumenförmigen Gebilden verziert, von denen heute nur noch Bruchstücke vorhanden sind. verwendete Quellen: Liste der Baudenkmäler in Aub musikverein-baldersheim.de Fränkische Nachrichten, Artikel vom 7.12.2012 Mainpost, Artikel vom 5.12.2012

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