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Steinkreuz mit 'Fußabdruck' - eines der Walldürner 'Rebellionskreuze' (16./17. Jhd.)

Steinkreuz mit 'Fußabdruck' - eines der Walldürner 'Rebellionskreuze' (16./17. Jhd.)

Aufgenommen am 8. Februar 2013 · Standort 49.57790, 9.36871

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Gedenkkreuz für einen Schuster - eines der WalldürnerRebellionskreuze (16./17. Jhd.): Laut Azzola (zitiert nach suehnekreuz.de (s.u.)) handelt es sich bei den beiden großen Einkerbungen (zentral auf der Vorderseite des Kreuzes) um eine spitz zulaufende, mittelalterliche Schuhsole (linkes Symbol vom Betrachter aus) und um einen Halbmond ohne Pfriem, ein altesLederschneidwerkzeug. Damit dürfte es sich bei dem Kreuz um ein Sühne- oder eher Gedenkkreuz für einen Schuster handeln, der hier zu Anfang des 16. Jahrhunderts zu Tode kam. . Die volkstümliche Überlieferung weiß natürlich -wie meist- etwas anderes zu berichten, bringt das Kreuz mit dem Bauernkrieg in Zusammenhang: Demnach handele es sich hier um eines der ehemals 4 Walldürner Rebellionskreuze: Nach der Niederlage der Bauern im Bauernkrieg (1525) wurde von der Obrigkeit überall Strafgericht gehalten. Auch in Walldürn sollen so vier Stadträte, die sich im Bauernkrieg auf die Seite der aufständischen Bauern geschlagen hatten, auf Geheiß des Truchseß von Waldburg an den vier Enden der Stadt enthauptet worden sein. Jedem Opfer soll daraufhin zum Gedenken ein Steinkreuz errichtet worden sein. Auch wenn das Kreuz offenbar tatsächlich ungefähr aus jener Zeit stammen dürfte, glaube ich nicht, dass die Geschichte so stimmt, obwohl die Hinrichtung von vier beteiligten Stadträten an den vier Enden der Stadt durchaus plausibel erscheint. (In Tauberbischofsheim wurden beispielsweise Gliedmaßen von Hingerichteten an den Ortseingängen aufgehängt oder -gespießt, weil man sich davon eine abschreckende Wirkung erhoffte.) Unplausibel erscheint mir jedoch, dass für diese Aufständischen Gedenkkreuze errichtet werden konnten, denn damit hätte man sich als Errichter vermutlich selbst in akute Lebensgefahr begeben. Die Repressalien nach dem Bauernkrieg war extrem hart, Bevölkerung und Gemeinden verloren wieder viele Privilegien, die Obrigkeit regierte wieder lange Zeit mit erheblich härterer Hand. -- verwendete Quellen: suehnekreuz.de Losch, Bernhard. Sühne und Gedenken. Steinkreuze in Baden-Württemberg. (Theiss: Stuttgart 1981), Seite 174 (Kreuz Walldürn II)

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