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Mariensäule (1753) und Bildstock (1586) vorm ehem. Gasthaus 'Zum Güldenen Engel' (1588, heute Stadt- und Wallfahrtsmuseum)

Mariensäule (1753) und Bildstock (1586) vorm ehem. Gasthaus 'Zum Güldenen Engel' (1588, heute Stadt- und Wallfahrtsmuseum)

Aufgenommen am 1. April 2013 · Standort 49.58448, 9.36722

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Mariensäule (1753) vorm ehem. Walldürner Gasthaus "Zum Güldenen Engel": Die prunkvolle Statue der Maria der unbefleckten Empfängnis steht in der Hauptstrasse vor dem ehemaligen Gasthaus "Zum Güldenen Engel" beim Aufgang zur Kirche. Maria, mit goldenem Heiligenschein und goldener, dreiblütiger Trichterblume (Lilie als Symbol für Jungfräulichkeit), steht auf einem gekippten, sichelförmigen Mond (?), der wiederum auf drei beflügelten Engelsköpfen ruht, zwischen denen ein Inschriftenband (Inschrift I) verläuft. Darunter folgt ein erster, nicht breiter als die Mariafigur selbst ausgefallener Sockel, der von zwei frei stehenden Engelsfiguren umrahmt wird, die ebenso hoch wie der Sockel sind. Der (vom Betrachter) linke Engel hält Marias Himmelskrone in der Hand, der rechte Engel ein Zepter (?) in Form eines Füllhorns, um welches ein weiteres Inschriftenband (Inschrift II) geschlungen ist. Auf dem Sockel selbst findet sich in einer Art Wappenschild, welches von einem beflügelten Engelskopf bekrönt ist, ein vales Inschriftenmedaillon mit weiterer Inschrift (Inschrift III). Dieser kleinere Sockel und die beiden ihn umgebenden Engelsfiguren stehen nun auf einem weiteren, mächtigen Sockel mit Inschriftenmedaillon auf seiner Vorderseite, in welchem sich die längste, aber teilweise abgesplitterte Inschrift befindet (Inschrift IV). Dieser große, altarähnliche Sockel ist aus rotem Sandstein, der gesamte Rest aus gelbem. Die Inschriften lauten: Inschrift I: Ich will feindschaft zwischen dir und dem Weib(.) sie wirth dir den Kopf verdrehen . Inschrift II: ???OSE DER ??? / ???ERT??? / ??? DER / Gerechtigkeit . Inschrift III: Du bist ganz schön meine Freundin und an dir ist kein Mackel . Inschrift IV: Wandersman hier still thu stehen Sih Ein Lilien Unbefleckt In Maria hier kanst Sehen Die der Feind Nicht Ungesteckt Diesen Garten hat Verschantzet Albs ein ???????e?ehrtes Land Diese Lilien [h]at Gepflantzet Gott Mit seiner Gnaden Hand O Maria Ohne Maasen Gottes Mutter Allseits Rein Ach uns Möchtest nicht verlasen Schütz Uns Vor Der Hölle Pein. Immakulata Conceptio tua Dei Genitrip Virgo Gaudium empliavit universo mundo 1753 Valentin Stumpfs 3-seitiger Bildstock (1586) vor seinem ehem. Gasthaus Zum Güldenen Engel (1588; Walldürn) Valentin Stumpfs 3-seitiger Bildstock (1586) vor seinem ehem. Gasthaus Zum Güldenen Engel (1588; Walldürn): Bei dem alten Bildstock handelt es sich um ein würfelförmiges Bildgehäuse mit spitzem Satteldach, welches vorne und auf beiden Seitenflächen Reliefs in flachen Nischen und auf seiner Rückseiteein großes Wappen im Relief zeigt. Auf der Gehäusevorderseite ist ein Relief des Gekreuzigten -ohne Assistenzfiguren- zu sehen. Direkt darunter, auf dem breiten unteren Rand des Bildgehäuses, kann man eine erste Inschrift entziffern: DIE BILTNUS CHRISTI MAGST VEREHREN IEDOCH ANBETTEN GOT DEIN HERREN . Auf der linken Seite des Bildteils sieht man das Relief eines älteren, bärtigen Mannes mit Mantel, der den Hut vor sich abgelegt und kniend die Hände zum Gebet gefaltet hat. Wie die darunter auf dem breiten Rand des Bildteils befindliche Inschrift verrät, handelt es sich hierbei wohl um den Stifter Valentin Stumpf: O IHESU FILI DEI MISERERE MEI VALENTIN STUMPFF . Auf der rechten Gehäuseseite sind, kniend und mit gefalteten Händen, zwei betende Frauen (Schwestern des Valentin Stumpf?) im Relief zu sehen, deren Gesichter leider kaum (mehr) zu erkennen sind. Unter ihnen folgende Inschrift: HELENA DHURINGIN ANNA MEULIN . Auf der Gehäuserückseite ist schließlich noch ein geteiltes Wappenschild zu sehen: Im oberen Teil erkennt man einen auf einem Baumstumpfstehenden Vogel, der untere Teil ist nochmals gespalten: Rechts sieht man hier einen Löwenkopf mit Ring im Maul und links eine Pflugschar. . Trotz der drei schönen Reliefs ist bei diesem Bildstock aber ausnahmsweise einmal nicht das Bild der auffallendste und bemerkenswerteste Teil des Bildstocks, sondern der runde Bildstockstamm mit der Hauptinschrift, die sich in großen, leicht nach rechts geneigten Buchstaben spiralförmig in 23 Umdrehungen um den gesamten Stamm herum zieht - und beim Lesen hohe Konzentration erfordert... Die Inschrift auf dem Stamm lautet: O IHESU LIEBER (IHESU M)EIN WIR BITTEN DURCHS BITTER LEIDEN DEIN BEHUT UNS VOR DER HELLEN PEIN LAS UNS DEINS REICHS MITERBEN SEIN MIT ALLEN AUSERWELTEN FEIN: ZU WHON INS EWIGEN VATTERS SCHREIN HILF UNS O GOT MIT FREUDEN DREIN DOSELBST DIE LIEBEN ENGELEIN OHN UNTERLAS GAR FROLICH SEIN UND SINGEN MIT HOHER STIMMEN REIN HEILIG IST UNSER GOT ALLEIN IM SEI LOB EHR UND PREIS GEMEIN DAS SOL IMMER UND SEIN SPRECHT AL MIT MIR DAS AMEN FEIN ALS NACH IHESU CHRIST GEBURT 1500 GEZEH(LET W)URD DARZU AUCH 86 IHAR. ?IS?? BILD GESETZT FURWAHR DU(RCH) VALENTIN STUMPFF ALHIE GENANT BURGER ZU DHURN GAR WOL BEKANT ZUR GEDECHNUS UNSER ERLOSUNG GUT VOLNBRACHT DURCH CHRISTI THEWRES BLUTH . Der Stifter Valentin Stumpf war zu seiner Zeit der reichste Mann Walldürns. U.a. ließ er auch den hinter diesem Bildstock stehenden ehem. GasthofZum Güldenen Engel erbauen - ebenso wie die beiden dahinter noch folgenden und schon etwas älteren Häuser. Valentin Stumpfs Familie hatte auch den zeitweilig zum Protestantismus übergewechselten Walldürner Pfarrer Hofius wieder zum alten, katholischen Glauben zurückgeführt. . Dieser Bildstock des Valentin Stumpf stand ursprünglich aber nicht hier vor seinem ehemaligen Gasthof, sondern noch bis 1938 an der Straßengabelung Amorbach-Miltenberg. -- verwendete Literatur: Köllenberger, Heinrich. Die Inschriften der Landkreise Mosbach, Buchen und Miltenberg. Auf Grund der Vorarbeiten von Ernst Cucuel. (Stuttgart: Alfred Druckenmüller Verlag 1964), S.186 (Nr.467) Schnell, Hugo & Steiner, Johannes (Hrsg.). Kunstführer Nr. 774: Wallfahrts- und Pfarrkirche Walldürn. (Wolfgang Brückner) (Schnell & Steiner: Regensburg 2002 (8. Auflage)) ehem. Gasthaus "Zum Güldenen Engel" (1588), heute Stadt- und Wallfahrtsmuseum: Der Erbauer, Valentin Stumpf, war zu seiner Zeit der reichste Mann Walldürns. U.a. ließ er auch den heute direkt neben dem Güldenen Engel stehenden Bildstock errichten - ebenso wie zwei weitere und schon etwas älteren Häuser direkt hinter dem Güldenen Engel. Valentin Stumpfs Familie hatte auch den zeitweilig zum Protestantismus übergewechselten Walldürner Pfarrer Hofius wieder zum alten, katholischen Glauben zurückgeführt.

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