Ein sehr alter Bildstock (1519)
Aufgenommen am 8. Februar 2013 · Standort 49.60064, 9.43231
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Bildstock von 1519 in Höpfingen - einer der ältesten datierten Bildstöcke:
Der Bildstock aus rotem Sandstein steht in Höpfingen an der Kreuzung der Hardheimer Straße mit der Kolpingstraße (Hintere Straße) - und damit vermutlich noch an seinem Originalstandort (zumindest noch dort, wo ihn auch schon Köllenberger vorfand).
Auf dem vierkantigen, vorne abgefassten Stamm sitzt ein Oberteil mit Satteldach und Steinkreuz oben drauf. Die nur sehr flache Nische des Oberteils ist heute weiß ausgemalt. In der Nische ist ein modernes Metallkruzifix angebracht und zwar genau auf einem flachen Kreuzrelief, welches auf der weißen Nischenrückwand zu erkennen ist. Auf dem leicht geschwungenen Satteldach sitzt ein Steinkreuz.
Der Bildstock scheint monolithisch zu sein, also Stamm und Oberteil sind offenbar komplett aus einem Stein gehauen. Direkt unter der flachen Nische beginnt die Inschrift:
Anno dm
1519
JoH hom
bAch
.
Die ersten drei Zeilen sind hierbei unterstrichen. Die (heute klar so lesbare) Inschrift wurde anscheinend seit Köllenberger nachgebessert, denn er glaubte damals entziffern zu können:
Anno dni
1519
iorshorn
bAch
.
Ob es ursprünglich dni oder dm hieß, ist heute nicht mehr feststellbar, ebenso wenig ob die dritte Zeile mit iors oder JoH begann. Letzteres läßt viel Interpretationsspielraum, könnte also doch Jahr, Jörg oder Johann(es) gemeint gewesen sein. Ich tippe aufJohann(es).
Die zweite Hälfte der dritten und die vierte Zeile bilden sicherlich ein gemeinsames Wort und zwar entweder Hombach oder Hornbach. Hier bin ich mir ziemlich sicher, dass die Originalinschrift Hornbach lauten sollte und zwar aus zwei Gründen: Als Nachname ist Hornbach (im Gegensatz zu Hombach) in Hardheim und Umgebung noch heute relativ verbreitet. Zudem gibt es nordwestlich von Walldürn eine kleine Ortschaft mit eben diesem Namen (Klein- & Groß-Hornbach). Der Stifter (bzw. hier zu Tode gekommene) hieß also vermutlich Hornbach und/oder stammte aus jener ca. 12km entfernten Ortschaft.
http://www.heimatverein-hoepfingen.de/seinerzeit/auswanderung/baumarkt-hornbach/index.html
Es ist gut möglich, dass die Inschrift ursprünglich noch weiter ging und der Rest weiter unten am Stamm im Laufe der Zeit verwittert bzw. abgeblättert ist.
--
verwendete Literatur:
Köllenberger, Heinrich. Die Inschriften der Landkreise Mosbach, Buchen und Miltenberg. Auf Grund der Vorarbeiten von Ernst Cucuel. (Stuttgart: Alfred Druckenmüller Verlag 1964), S.181 (Nr.450a)
Schlagwörter
- Deutschland
- Baden-Württemberg
- # A- Winter
- # Wegkreuz
- # Stadt-Dorf
- Neckar-Odenwald-Kreis
- #Str. - B 27
- # Schnee
- # 1500 - 1599
- Höpfingen
- #Str. - Hardheimer Straße
- 1519
- #Str. - Kolpingstraße
- * Hornbach - Joh. Hornbach
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