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Bildstockgruppe unter einer alten Weide

Bildstockgruppe unter einer alten Weide

Aufgenommen am 8. Februar 2013 · Standort 49.60359, 9.44422

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Doppelseitiger Bildstock Pieta/ Heiliger Wendelin (1729/ 1783) unter einer alten Weide (Höpfingen): Die Weide steht an der (alten) Hardheimer Straße am süd-östlichen Ortsrand von Höpfingen. Unter der Weide stehen heute zwei Bildstöcke und ein altes Steinkreuz. . Der Bildstock weist ungewöhnliche Proportionen auf, womöglich sitzt er nicht mehr auf seinem Originalsockel: Auf einem sehr hohen, rechteckigen grauen Sockel steht eine (rot überstrichene) runde Säule, die sogar eine knapp geringere Höhe als der Sockel aufweist. Auf dieser ruht das (ebenfalls überstrichene) doppelseitige Bildteil, auf dessen Vorderseite eine stark verwitterte Pieta und auf dessen Rückseite -umrahmt von zwei Putten- zwischen zwei Säulen ein stehender Mann mit Umhang und Schäferschippe in der Hand zu sehen ist. Obwohl die Inschrift im kleinen Medaillon direkt unter dieser Person aufgrund der Übermalung nicht mehr zu erkennen ist, dürfte es sich hier ziemlich sicher um den Heiligen Wendelin handeln, den Schutzpatron der Schäfer. Die Inschrift auf dem hohen, altarähnlichen Sockel lautet: 17 83 GOTT UND MARIA ZU LOB UND EHR HAT DIESEN BILTSTOCK AUF RICHTEN LASEN MATHES BERBERICH UND MARGARETA SEINE HAUSFRAU UND BERNHART BERBERICH 1729 Auf der Rückseite ein Renovierungshinweis: RENOVIERT / 1986 . Die Bedeutung der beiden, um mehr als 50 Jahre differierenden Jahreszahlen erschließt sich mir nicht wirklich. Möglich wäre z.B., dass Matthias und Margaretha Berberich den Bildstock 1729 gestiftet hatten und er dann 1783 von deren Sohn/Enkel Bernhard Berberich erneuert wurde, wobei dieser womöglich den Originalsockel durch den heutigen ersetzte und den Stamm kürzte bzw. nur noch ein Teil des evtl. bereits zuvor zerbrochenen Stamms oben drauf setzte. Steinkreuz (vermutlich vor 1569) unter einer alten Weide (Höpfingen): Die Weide steht an der (alten) Hardheimer Straße am süd-östlichen Ortsrand von Höpfingen. Unter der Weide stehen heute zwei Bildstöcke und ein altes Steinkreuz. . Das Kreuz ist bei Losch (s.u.) gelistet. Demnach wurde es am heutigen Standort (Gewann Heidlein) im Jahre 1968 auf dem großen Sandsteinsockel neu errichtet. Es dürfte aber nicht allzu weit vom Originalstandort entfernt worden sein, zumindest spielt die regionale Sage zur Stiftung des Kreuzes auch in Gewann Heidlein. (s.u.) Das Kreuz hat einen achteckigen Querschnitt und auf nahezu allen Seiten kleinere Einkerbungen (z.B. Kreuze), die jedoch wohl eher irgendwann nachträglich eingeritzt wurden. Da laut Losch in einem Güterverzeichnis von 1569 ein solches Steinkreuz erwähnt werden soll und -zumindest heute- in Höpfingen kein anderes niederes Steinkreuz existiert, dürfte das Kreuz älter als 1569 sein (15. Jhd. oder erste Hälfte 16. Jhd.). Falls das Kreuz tatsächlich so alt ist, dürfte es sich wahrscheinlich um ein Sühnekreuz handeln. Zu dieser Datierung passt allerdings nicht die lokale Sage, die sich um das Kreuz rankt, was aber nichts Besonderes ist, denn die meisten mündlichen Überlieferungen zu den Errichtungsgründen solcher Steinkreuze wurden diesen nachträglich (oft jahrhunderte später) angedichtet. Und so soll es sich auch bei diesem Kreuz (mal wieder) um ein Schwedenkreuz handeln, also ein Kreuz, das mit der schwedischen Besatzung während des 30jährigen Krieges (1618-48) zu tun haben soll, konkret: Während des Dreißigjährigen Krieges, im Jahr 1632, hausten die Schweden in Höpfingen. Bei ihrem Abmarsch hätten sie einen Höpfinger Bürger mitgenommen und hier im Wiesendistrikt Heidlein (Flurname: Am steinernen Kreuz) schließlich erschossen. Als Denkmal wurde ihm (von Höpfingern) an der Stelle seines Todes das Steinkreuz errichtet. -- verwendete Quellen: suehnekreuz.de Losch, Bernhard. Sühne und Gedenken. Steinkreuze in Baden-Württemberg.(Theiss: Stuttgart 1981), Seite 165 f. Nischenbildstock von 1612 unter einer alten Weide (Höpfingen): Die Weide steht an der (alten) Hardheimer Straße am süd-östlichen Ortsrand von Höpfingen. Unter der Weide stehen heute zwei Bildstöcke und ein altes Steinkreuz. . Dieser Bildstock steht heute nicht mehr an seinem Originalstandort: Laut Köllenberger (s.u.) stand er früher an der Bundesstraße 27, etwa 250m westlich der Ziegelei (Richtung Hardheim), nördlich der Straße. Auf dem vierkantigen Stamm sitzt ein Gehäuse mit (heute) leerer, tiefer Nische und Satteldach. In der Nische (Rückwand) ist ein flaches, schlichtes Kreuzrelief noch gut erkennbar, ebenso auf der linken Außenwand des Bildstockgehäuses. Dieses Kreuzrelief auf der linken Außenseite befindet sich dabei in einer rechtekigen, oben aber halbrunden und sehr flachen Vertiefung, welche sich vergleichbar auch auf der rechten Außenseite des Gehäuses findet. Hier beinhaltet sie aber kein Kreuzrelief, sondern scheint heute vielmehr leer. Es könnte sein, dass hier einstmals ein flaches Relief einer stehenden Person zu sehen war, letzte vorhandene Rillen könnten darauf hinweisen. Die Gehäuse-Rückseite erscheint nahezu grob und ist leicht konvex geformt. Der Bildstockstamm ist zweigeteilt: Das obere Drittel wird mit einer alten Metallklammer mit den beiden unteren Dritteln zusammengehalten. Nischengehäuse und oberes Stammdrittel hingegen scheinen aus einem Stein gehauen zu sein. Ganz oben auf der Stammvorderseite ist die Jahreszahl eingehauen, darunter folgt ein heute nicht mehr identifizierbares Wappen und unmittelbar unter diesem die restliche Inschrift: 16 12 [Wappen] HA NS BAUMAN CATARINA HARTMEN IN [Klammer] ????? ???? [Klammer] ????? ???? [Klammer] ????? ABER [Klammer] ICH W EIS D [Klammer] AS M EIN ERLÖS ER LEBT UND ER WIRT MI CH HERNACH AUS DER ERD EN AUFER WECKEN U ND WERDE_ DARNACH MIT DISER MEINER HAUT UMB GEBEN WERDEN U ND WERT IN MEIN´M FLEISCH G OT SEHEN DEN SELBE W ERDE ICH MI T SEHEN UND MEINE AUGEN WERDEN IHN SCHAUEN UN D KEIN FREM DER. HIOB AM 19 CAPITEL . Die Fragezeichen markieren heute leere Stellen um die Metallklammer herum. Evtl. standen dort aber einst noch 2 1/2 weitere Inschriften-Zeilen, die abgesplittert sind? . Auf der Bildstockrückseite konnte Köllenberger auch noch Reste einer weiteren Inschrift erkennen, von der heute fast gar nichts mehr zu sehen ist. Auch Köllenberger konnte von dieser schon fast nichts mehr lesen: K???? / ????? / EST -RT??? / ????? / CASP?? / ????? / ????? -- verwendete Literatur: Köllenberger, Heinrich. Die Inschriften der Landkreise Mosbach, Buchen und Miltenberg. Auf Grund der Vorarbeiten von Ernst Cucuel. (Stuttgart: Alfred Druckenmüller Verlag 1964), S.193 (Nr.482)

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