Die Peterskapelle (1180) - das älteste erhaltene Bauwerk der Stadt Tauberbischofsheim
Aufgenommen am 5. Februar 2011 · Standort 49.62231, 9.65906
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Die Peterskapelle (1180) - das älteste erhaltene Bauwerk der Stadt Tauberbischofsheim
Die Peterskapelle ist das älteste erhaltene Bauwerk der Stadt Tauberbischofsheim. Bis Ende des 20. Jahrhunderts noch wurde als Baudatum das Jahr 1584 vermutet, weil diese Jahreszahl über dem ehemaligen Emporenzugang im Westgiebel zu lesen ist. Dass die Kapelle - vor allem der eingezogene, verschmälerte Chor mit dem kleinen romanischen Fenster an der Ostseite (der wohl älteste Teil des Gebäudes)- aber sehr viel älter ist, zeigte sich erst 1999: Bei der Restaurierung wurden dendrochronologische Untersuchungen durchgeführt, anhand welcher erkannt wurde, dass die Eichenbalken des Chordachstuhls aus zwischen 1178 und 1180 gefällten Bäumen gefertigt worden sind. Die Fälldaten der Hölzer des Schiffsdachstuhls liegen wesentlich später.
Um 1500 stand die Peterskapelle noch vor den Toren der Stadt. Welche Funktion sie bis dahin besaß, ist unklar. Evtl. war sie Pfarrkirche einer älteren Ursiedlung von Bischofsheim, was jedoch bisher reine Spekulation ist. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde jedenfalls auf dem Gelände um die Peterskapelle ein neuer Friedhof angelegt (und 1551 nochmals erweitert), da der erste Friedhof bei der alten, nicht mehr existenten Martinskirche zu klein geworden war. Die Peterskapelle wurde zur Friedhofskapelle.
In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Friedhof um die Peterskapelle dann schließlich auch zu klein und so wurde 1856 der neue, heutige Friedhof an der Hochhäuser Straße angelegt. Von da an wurde die Peterskapelle kaum noch genutzt und verfiel zusehends.
Ab 1922 wurde in der Peterskapelle das Heimatmuseum eingerichtet, wodurch sie 1931/32 erstmals in größerem Umfang renoviert wurde. 1955 jedoch wurden wegen der Feuchtigkeit in der Kapelle nahezu alle Sammlungen ausgelagert. Die Kapelle wurde sich selbst überlassen und verfiel immer mehr. 1999 schließlich wurde aus einer Bürgerinitiative heraus der Förderverein Peterskapelle e.V. gegründet. Die Kapelle wurde umfassend saniert (bis 2004).
Die zahlreichen Grabsteine an den Außenwänden der Kapelle und im Garten -dem ehem. Friedhof- um die Kapelle sind Zeugen des alten Friedhofs. Die ältesten Grabsteine stammen aus der Zeit um 1350, die Großzahl aus dem 17. und 18. Jahrhundert.
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Die Kapelle kann besichtigt werden: Der Schlüssel ist in der Tourist-Information im Rathaus, Marktplatz 8, erhältlich.
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Peterskapelle (1180)
Aus der Karte der Grenzsteine
Nach Kdm 1898 (S. 198 f.) trägt die Kapelle über der Westtür die Jahreszahl 1584 und lag im 15. Jahrhundert angelegten zweiten Friedhof vor der Stadt. Außen das Epitaph des Spitalverwalters Peter Erstenberger (1543), das älteste erhaltene Denkmal des Friedhofs, innen die Epitaphe Waltz (1532) und Kantzler (1600).
In der Stadtgeschichte (Büscheme) · In der Karte der Grenzsteine
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