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Der 'Erbärmde' schaut nach Dittigheim

Der 'Erbärmde' schaut nach Dittigheim

Aufgenommen am 1. Februar 2012 · Standort 49.60987, 9.68520

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Der 'Erbärmde' auf dem Geiersberg (15. Jhd.) Der "Erbärmde" auf dem Geiersberg: - Inschrift auf einem kleinen Metall-Infoschild: Christusruhe, Kopie nach dem Original aus dem 15. Jahrhundert, von Bildhauer Gottfried Fleck, Tauberbischofsheim. Grundplatte und Säule spätere Zutaten. Gestiftet vom Heimatverein Dittigheim 1998. - Inschrift auf dem (jüngeren) Sockel (Rückseite): HW 1825 Auf dem Sockel (Vorderseite) befindet sich noch eine weitere, ältere und längere Inschrift, die mit der Jahreszahl 1715 endet. Der Rest ist leider nicht mehr zu entziffern. - Nach Karl Kolb (Bildstöcke im Taubertal. Wig-Verlag TBB, 1952) stellt der Erbärmde in Bayern eine sehr häufige, im Taubertal hingegen sehr seltene Bildstockform dar: Der obige Erbärmde ist laut Kolb der einzige im Taubertal. Andere Bezeichnungen für diese Bildstockform lauten: Christi Kümmernis, Christi Rast, Ruhe etc. - Der Erbärmde steht nicht mehr an seinem Originalstandort, der wohl weiter oben auf dem Berg am Waldrand liegt. - Mehr Infos zu diesem Bildstock gibt es in einem Artikel der Fränkischen Nachrichten vom 21.10.2009.

Mehr zu diesem Kleindenkmal

Die „Ruhe Christi“ (Erbärmde) am Geiersberg (15. Jahrhundert)

Aus der Stadtgeschichte Tauberbischofsheim

Dieser Nachbar gehört streng genommen nicht zu Tauberbischofsheim, wird aber von Gehrig/Müller aufgenommen, weil ihn ein Bischofsheimer Gastwirt stiftete. Auf einer von Sockel und kurzer Säule getragenen Platte sitzt Christus, den Blick in die Ferne gerichtet; mit dem linken Arm stützt er den Kopf, der rechte hängt über das Knie. Die Darstellung ist seit dem 14. Jahrhundert bekannt, im tauberfränkischen Raum aber äußerst selten. Vielleicht zeigt sie Christus nach der Geißelung und vor der Dornenkrönung. Kolb sieht Parallelen zu den bayerischen Bildstöcken der „Erbärmde“, „Christi Kümmernis“ oder „Christi Rast“.

Am Sockel steht „HW 1895“, offenbar das Zeichen einer Renovierung. Die Inschrift nennt Franz Servontaine und seine Frau Margareta mit der Jahreszahl 1715. Gehrig/Müller lesen das als Stiftungsjahr; nach Hendrik Beierstettel ist 1715 das Datum einer Renovierung, der Stein selbst stammt aus dem 15. Jahrhundert. In der Fotosammlung Pano heißt er „Die Erbärmde auf dem Geiersberg“. Servontaine war von 1707 bis 1719 Gastwirt „Zur Sonne“ und seit 1706 zugleich Posthalter. Vielleicht hatte er auf dem Geiersberg ein Erlebnis, das ihn zur Erneuerung bewog; belegt ist das nicht. Sein Grabstein von 1719 liegt in der Martinskirche.

Am ursprünglichen Standort steht heute eine Kopie. Das Original befindet sich derzeit im Foyer vor dem ehemaligen Hallenbad im geschlossenen Langzeitkrankenhaus. Beide Orte sind in der Karte der Grenzsteine verzeichnet.

HEC SPECIES (PER?) DOMINVM FRANCISCVM SERVONTAINE ET MARGARETAM EIVS CONIVGEM ANNO 1715

Übersetzung: Diese Gestalt (ist errichtet) durch Herrn Franz Servontaine und seine Ehefrau Margareta im Jahr 1715.

Sockel
Das Original der Ruhe Christi (Erbärmde) im Foyer des geschlossenen Langzeitkrankenhauses

Gehrig/Müller 1997, S. 485 (mit Verweis auf Kolb, Bildstöcke im Taubertal, 1952, S. 10).

In der Stadtgeschichte (Büscheme) · In der Karte der Grenzsteine

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