Der 'Erbärmde' auf dem Geiersberg (15. Jhd.)
Aufgenommen am 1. Februar 2012 · Standort 49.61023, 9.68449
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Die „Ruhe Christi“ (Erbärmde) am Geiersberg (15. Jahrhundert)
Aus der Stadtgeschichte Tauberbischofsheim
Dieser Nachbar gehört streng genommen nicht zu Tauberbischofsheim, wird aber von Gehrig/Müller aufgenommen, weil ihn ein Bischofsheimer Gastwirt stiftete. Auf einer von Sockel und kurzer Säule getragenen Platte sitzt Christus, den Blick in die Ferne gerichtet; mit dem linken Arm stützt er den Kopf, der rechte hängt über das Knie. Die Darstellung ist seit dem 14. Jahrhundert bekannt, im tauberfränkischen Raum aber äußerst selten. Vielleicht zeigt sie Christus nach der Geißelung und vor der Dornenkrönung. Kolb sieht Parallelen zu den bayerischen Bildstöcken der „Erbärmde“, „Christi Kümmernis“ oder „Christi Rast“.
Am Sockel steht „HW 1895“, offenbar das Zeichen einer Renovierung. Die Inschrift nennt Franz Servontaine und seine Frau Margareta mit der Jahreszahl 1715. Gehrig/Müller lesen das als Stiftungsjahr; nach Hendrik Beierstettel ist 1715 das Datum einer Renovierung, der Stein selbst stammt aus dem 15. Jahrhundert. In der Fotosammlung Pano heißt er „Die Erbärmde auf dem Geiersberg“. Servontaine war von 1707 bis 1719 Gastwirt „Zur Sonne“ und seit 1706 zugleich Posthalter. Vielleicht hatte er auf dem Geiersberg ein Erlebnis, das ihn zur Erneuerung bewog; belegt ist das nicht. Sein Grabstein von 1719 liegt in der Martinskirche.
Am ursprünglichen Standort steht heute eine Kopie. Das Original befindet sich derzeit im Foyer vor dem ehemaligen Hallenbad im geschlossenen Langzeitkrankenhaus. Beide Orte sind in der Karte der Grenzsteine verzeichnet.
HEC SPECIES (PER?) DOMINVM FRANCISCVM SERVONTAINE ET MARGARETAM EIVS CONIVGEM ANNO 1715
Übersetzung: Diese Gestalt (ist errichtet) durch Herrn Franz Servontaine und seine Ehefrau Margareta im Jahr 1715.
Gehrig/Müller 1997, S. 485 (mit Verweis auf Kolb, Bildstöcke im Taubertal, 1952, S. 10).
In der Stadtgeschichte (Büscheme) · In der Karte der Grenzsteine
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