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Ist das der legendäre Bildstock, wegen welchem 1472 die Wolfgangskapelle errichtet wurde?

Ist das der legendäre Bildstock, wegen welchem 1472 die Wolfgangskapelle errichtet wurde?

Aufgenommen am 13. Januar 2012 · Standort 49.59646, 9.68607

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Ist das der legendäre Bildstock, wegen welchem 1472 die Wolfgangskapelle errichtet wurde? Die Sage um die Errichtung der Wolfgangskapelle: Der Bauer Johann Klinger pflügte Mitte des 15. Jahrhunderts wieder einmal mit dem Pferd seinen Acker, als er einen großen Stein auf dem Acker fand. Er warf den Stein achtlos in die Tauber. Am nächsten Tag lag der Stein aber erneut an jener Stelle auf seinem Acker. Wieder warf er ihn in die Tauber. Als er den Stein jedoch am nächsten Tag wieder auf seinem Acker vorfand, schaute er sich den Stein genauer an und bemerkte, dass es ein kleiner Bildstock war, der Jesus am Kreuz, Maria, Johannes und den Heiligen Wolfgang zeigte. Johann Klinger sank betend auf die Knie, auch für die Genesung seines lahmenden Pferdes. Und augenblicklich war sein Pferd daraufhin wieder gesund. Aus Dankbarkeit beschloss er, die Wolfgangskapelle auf seinem Acker zu erbauen, auf welchem er den Bildstock gefunden hatte und errichtete den Bildstock exakt an jener Stelle, an welcher er ihn wiederholt vorgefunden hatte. 1469 wurde Johann Klinger die Baugenehmigung durch den Mainzer Erzbischof erteilt, 1472 war die Kapelle fertiggestellt. Der Grabstein des Johann Klinger ist innen an der Südwand der Kapelle eingelassen worden, er selbst soll vor dem Hochaltar der Kapelle beigesetzt worden sein. Zumindest bzgl. der beschriebenen Personen, welche auf jenem legendären Bildstock abgebildet sein sollten (s.o.), dürfte es sich um jenen Bildstock handeln: Der gekreuzigte Jesus mit Maria und einer weiteren Person (evtl. Johannes). Im Sockel ist ein vierte Person herausgearbeitet: Ein Bischof, der in der rechten Hand ein Beil hält: Der Heilige Wolfgang, Bischof von Regensburg (972-994) und wegen des angeblichen Beilwunders am Falkenstein oft neben Bischofsstab und -mütze auch mit Beil abgebildet. Bzgl. des Alters würde ich obigen Bildstock allerdings eher auf das 16. Jahrhundert datieren, da im 15. jahrundert eigentlich noch eher die relativ schlichten Steinkreuze der letzte Schrei waren und obiger Bildstock auch gerade bzgl. seiner Form starke Ähnlichkeit zu anderen regionalen Bildstöcken des (späten) 16. Jahrhunderts aufweist, z.B.: Bsp.#1, Bsp.#2,Bsp.#3, Bsp.#4 oder Bsp.#5. Aber selbst wenn der Bildstock aus dem 16. Jhd. stammt, damit jünger als die Kapelle (1472) ist und somit nicht der Grund für ihren Bau sein konnte, heißt das ja noch lange nicht, dass sich die Sage bzgl. der Errichtung der Wolfgangskapelle nicht dennoch auf diesen Bildstock bezieht. Die Sage entstand vermutlich eh erst später (zB 17. oder 18. Jhd.) und Sagen nehmen es zumindest im Detail mit der Wahrheit ja nicht unbedingt ganz genau, vgl. zB auch die Sage um die Dittwarer Schwedenkreuze:Schwedenkreuz#1 und Schwedenkreuz#2 (Infos zur Sage: siehe Kommentare unter den beiden verlinkten Fotos).

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