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Die Wolfgangskapelle (1472) am Distelhäuser Friedhof

Die Wolfgangskapelle (1472) am Distelhäuser Friedhof

Aufgenommen am 13. Januar 2012 · Standort 49.59630, 9.68596

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Die Wolfgangskapelle (1472) am Distelhäuser Friedhof Die Sage um die Errichtung der Wolfgangskapelle: Der Bauer Johann Klinger pflügte Mitte des 15. Jahrhunderts wieder einmal mit dem Pferd seinen Acker, als er einen großen Stein auf dem Acker fand. Er warf den Stein achtlos in die Tauber. Am nächsten Tag lag der Stein aber erneut an jener Stelle auf seinem Acker. Wieder warf er ihn in die Tauber. Als er den Stein jedoch am nächsten Tag wieder auf seinem Acker vorfand, schaute er sich den Stein genauer an und bemerkte, dass es ein kleiner Bildstock war, der Jesus am Kreuz, Maria, Johannes und den Heiligen Wolfgang zeigte. Johann Klinger sank betend auf die Knie, auch für die Genesung seines lahmenden Pferdes. Und augenblicklich war sein Pferd daraufhin wieder gesund. Aus Dankbarkeit beschloss er, die Wolfgangskapelle auf seinem Acker zu erbauen, auf welchem er denBildstock gefunden hatte und errichtete den Bildstock exakt an jener Stelle, an welcher er ihn wiederholt vorgefunden hatte. 1469 wurde Johann Klinger die Baugenehmigung durch den Mainzer Erzbischof erteilt, 1472 war die Kapelle fertiggestellt. Der Grabstein des Johann Klinger ist innen an der Südwand der Kapelle eingelassen worden, er selbst soll vor dem Hochaltar der Kapelle beigesetzt worden sein. Es gibt eine zweite Sage zum Bau der Wolfgangskapelle : Distelhausen hatte im 15. Jahrhundert schon die Hälfte der Einwohner durch die Pest verloren, als die restlichen Einwohner das Gelübde ablegten, dem Hl. Wolfgang eine Kapelle zu errichten, wenn sie von der Pest verschont blieben. Kurz darauf war die Pestzeit vorüber und die Distelhäuser errichteten die Kapelle. Alljährlich am 31. Oktober wurde eine (Pferde-)Prozession zu Ehren des Heiligen Wolfgangs zur Kapelle durchgeführt. Zwischen 1810 und 1935 war die Prozession zu Pferde verboten und erfolgte zu Fuß. Als 1935 die Pferdeprozession wieder eingeführt wurde, wurde sie aber auf den Pfingstmontag verlegt. Eines Tages sei ein Reiter, evtl. ein Söldner auf der Durchreise, zum Stehlen zur Kapelle geritten und habe beim Anblick eines Marienstandbildes lästernd mit seinem Schwert auf den Hals der Statue eingeschlagen. Das Schwert prallte am Standbild ab und durchtrennte dem Reiter den Hals. Seitdem sieht man in hellen Mondnächten einen kopflosen Reiter auf einem Schimmel über die Tauberwiesen reiten. Seinen Kopf trägt er in seinen Händen.

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