Im Muckbachtal, bei der Abzweigung hoch zur Senke, in welcher einst der Losenhof stand
Aufgenommen am 4. September 2013 · Standort 49.59690, 9.64618
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Burg und abgegangene Ortschaft Losenhof(en) bei Dittwar:
In einer quellenreichen Senke (auf obigem Foto im unteren Bilddrittel von links nach rechts durchs Bild ziehend) leicht nördlich zwischen Dittwar und Hof Steinbach lag vor langer Zeit einmal die Ortschaft/ der Weiler Losenhof (Losenhofen). Heute ist nichts mehr von dieser abgegangenen Ortschaft zu finden, alleine die Gemarkung trägt noch heute den Namen des einstigen Weilers. Die Lage -eine auf der Anhöhe neben einem Fluss-/Bachtal (hier der Muckbach) liegende und wasserreiche (noch heute enstpringen hier einige kleinere Quellen) Senke- ist typisch für die Standorte vieler kleinerer Weiler der Region, die irgendwann im Mittelalter enstanden und von denen viele im Laufe der Jahrhunderte auch schon wieder verschwunden sind. Viele dieser abgegangenen Ortschaften wurden bereits zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert aufgrund von Hungersnöten und oder Seuchen aufgegeben, andere gingen dann z.B. im 30jährigen Krieg (1618-48) durch Brandschatzungen, Hunger und Seuchen zugrunde.
Die Gründung und womöglich auch der Untergang des Losenhofs (Losenhofens) könnten unmittelbar mit einer benachbarten Burgzusammengehängt haben, von welcher heute ebenfalls nichts mehr zu finden ist. Laut Dittwarer Ortschronik (s.u.) sollen die Steine der Burg für den Bau der ersten Häuser des nahen Hof Steinbach verwendet worden sein. Die Burg soll auf dem Bergsporn gestanden haben, der sich links der kleinen Straße von Dittwar hoch nach Hof Steinbach befindet
(auf obigem Bild ungefähr dort, wo der braune, gepflügte Acker auf die links von ihm liegende, gelblich-grüne Wiese trifft). Diese Burg ist als
Bekelle (Burghelle) mehrmals urkundlich erwähnt. Das Wort bezeichnete aber dabei wohl weniger den vermeintlichen Namen der Burg als vielmehr deren bereits damals desolaten Zustand (helle, abgeleitet vom mittelhochdeutschen h(a)ele = Vergänglichkeit). Im Jahr 1169 war die Burg wohl noch bewohnt (aber in schlechtem Zustand?) und ist laut urkundlicher Erwähnung samt Einwohnern und umliegenden Gütern vom Eigentümer Henricus de Luden an das Bistum Würzburg verschenkt worden. 1369 wurde sie von den Herren Münch, 1371 dann von den Herren von Hund bewohnt. Im selben Jahr soll sie dann auch schon weiter an die Herren von Riedern übergegangen sein, welche sie wiederum einer Herda von Demmeneck überließen. Die Burg muss damals offenbar ein unbeliebter, ungemütlicher (baufälliger?) Wohnsitz gewesen sein... Spätestens ab 1631 -also im Dreißigjährigen Krieg- lag sie dann in Trümmern.
Laut einer
Sage sollen von der Burg aus drei unterirdische Gänge weggeführt haben: Einer ins Muckbachtal (beim Heidenkessel), einer Richtung Dittwar und einer zum Hof Steinbach.
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verwendete Quelle:
Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar insb. der dort auffindbaren Dittwarer Ortschronik
d01888
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