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Gedenkstein für den am 29.12.1626 mit 18 Jahren gestorbenen Heinrich Eberhard Stockmeister neben dem Hotel St. Michael [Infos: Kommentar]

Gedenkstein für den am 29.12.1626 mit 18 Jahren gestorbenen Heinrich Eberhard Stockmeister neben dem Hotel St. Michael [Infos: Kommentar]

Aufgenommen am 20. Oktober 2011 · Standort 49.61854, 9.65388

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Gedenkstein für den am 29.12.1626 mit 18 Jahren gestorbenen Heinrich Eberhard Stockmeister neben dem Hotel St. Michael Auf dem Sockel des Bildstocks befindet sich eine sehr umfangreiche Inschrift, die allerdings teils gar nicht mehr, teils sehr schwer zu entziffern ist und u.a. ein Todesdatum 29.12.1626 enthält. Das Datum fällt mitten in den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) der auch in Tauberbischofsheim und dem restlichen Taubertal arg wütete. 1626 brach im Taubertal die Pestschwer aus, die von Soldaten eingeschleppt wurde. Vermutlich hat der Bildstock (oder Grabstein?) mit diesen Ereignissen zu tun. Bei dem Bildstock handelt es sich um den Grabstein bzw. einen Gedenkstein zum Tode des Heinrich Eberhard Stockmeister am 29.12.1626. Nach einer Sage soll der Bildstock die Stadt Tauberbischofsheim im Jahre1806 davor bewahrt haben, von Französischen Truppen in Brand gesetzt worden zu sein: Napoleons Truppen belagerten im Krieg gegen Russland und Preußen schon seit Wochen Tauberbischofsheim und forderten mit aller Gewalt Lebensmittel und Futter für ihre Pferde ein. Ein französischer Soldat, der sich dabei "ungebührlich aufführte", wurde von Einwohnern getötet, worauf das Kriegsgericht zusammen trat und der erboste französische General die Stadt nach Kriegsrecht in Flammen aufgehen lassen wollte. Der verzweifelten Bevölkerung wurden noch 4 Stunden gegeben, bevor das Urteil vollstreckt werden sollte. Da wurde dem General in letzter Sekunde berichtet, dass an der Straße nach Külsheim ein Bildstock mit dem französischen Königswappen -den drei Lilien- stehe. Der General ließ sich zum Bildstock führen, sah dort tatsächlich die drei Lilien und war darüber so erfreut, dass er den Brandbefehl aufheben ließ. Tatsächlich finden sich auf dem Bildstock die drei Lilien (auf dem Sockel, oben mittig, direkt über der umfangreichen Inschrift) - diese symbolisieren aber hier das Lilienwappen der alten, deutschen Familie von Dalberg. Bei dem Lilienwappen auf dem Gedenkstein handelt es sich nicht -wie in der Sage (s.o.) fälschlicherweise überliefert- um das Wappen der Familie von Dalberg, sondern -viel naheliegender- um das Wappen der Familie Stockmeister. - Quelle: Tauberbischofsheim. Franz Gehrig & Hermann Müller, 1997 Verein Tauberfränkische Heimatfreunde e.V., FN Druck (Tauberbischofsheim) Die Autoren des Buches Tauberbischofsheim (s.o.) haben die Inschrift auf dem Gedenkstein von 1626 aus Anlass des frühen Todes vonHeinrich Eberhardt Stockmeister (1608-1626) entziffert: Gott zu Lob und Eren auch alle die fürüber gehn zur Andacht und Dancksagung des unschuldigen Leiden Jesu Christi hat der erbar Jüngling Heinrich Eberhardt Stockmeister selligen Herr Caspar Stockmeister selig des Raths alhie hinderlassener Son dis Bildt alhero verschafft welcher dan auch nach groser Leibs Schwagheit ist in Gott seeliglich entschlaffen im Jahr 1626 den 29. December seines Alters gewest achzehn Jahr deme Gott genedig sein wolle Amen. Heinrich Eberhard Stockmeister war der Sohn von Caspar Stockmeister(Spitalmeister, Rentmeister und Faktor des St.-Stephanus-Altares). Caspar Stockmeister starb am 14. Februar 1613 und wurde auf dem damaligen Friedhof an der Peterskapelle (Foto) beigesetzt. Unter dem Foto des Grabsteins von Caspar Stockmeister finden sich als Kommentar weitere Infos. Heinrich Eberhardt war also 5 jahre alt, als sein Vater Caspar starb und überlebte diesen selbst dann nur um 13 Jahre.

Mehr zu diesem Kleindenkmal

Der Stockmeister-Bildstock (1626)

Aus der Stadtgeschichte Tauberbischofsheim

Ein großer Gedenkstein, errichtet nach dem frühen Tod des achtzehnjährigen Heinrich Eberhardt Stockmeister, der am 29. Dezember 1626 nach langer Krankheit starb. Sein Vater Caspar Stockmeister war Ratsmitglied und Spitalmeister gewesen. Den Mittelteil nimmt ein Relief der Kreuzigung mit Maria und Johannes ein. Darüber sitzt ein giebelförmiger Aufbau mit dem Jesus-Monogramm IHS in einer ovalen Kartusche, der vielleicht erst später aufgesetzt wurde. Die Schrifttafel im breiten Sockel ist stark verwittert, ebenso das Wappenschild mit der Lilie der Familie.

An dem Stein hängt eine Geschichte. Nach Berberich soll er die Stadt 1806 vor dem Untergang bewahrt haben: Weil ein französischer Soldat ermordet worden war, sollte Bischofsheim niedergebrannt werden. Man führte den französischen Offizier zum Stockmeister-Bildstock, dessen Lilie zugleich das Wappen der französischen Könige war, und der Offizier ließ die Stadt in Ruhe. Gehrig/Müller geben die Erzählung nach Berberich wieder; einen Aktenbeleg nennen sie nicht.

Gott zu Lob und Eren auch alle die fürüber gehn zur Andacht und Dancksagung des unschuldigen Leiden Jesu Christi hat der erbar Jüngling Heinrich Eberhardt Stockmeister selligen Herr Caspar Stockmeister selig des Raths alhie hinderlassener Son dis Bildt alhero verschafft welcher dan auch nach groser Leibs Schwagheit ist in Gott seeliglich entschlaffen im Jahr 1626 den 29. December seines Alters gewest achzehn Jahr deme Gott genedig sein wolle Amen.

Sockel
Der Drei-Lilien-Bildstock beim Konvikt, frontal. Inschrift und Wappen am Sockel, sehr schwer lesbar. Der Bildstock im heutigen Umfeld.

Gehrig/Müller 1997, S. 478 (mit Verweis auf Berberich 1895, S. 159, und Kolb, Bildstöcke im Taubertal, 1952, Nr. 64).

In der Stadtgeschichte (Büscheme) · In der Karte der Grenzsteine

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