Die Kunigundenlinde - angeblich schon über 1000 Jahre alt
Aufgenommen am 8. Januar 2013 · Standort 49.52740, 10.03590
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Die Kunigundenlinde und die abgegangene Ortschaft Altenberg:
Die Linde ist ein Naturdenkmal. Ihr Alter wird im Volksmund auf 1000 Jahre datiert - und dieses hohe Alter scheint gar nicht so abwegig zu sein. Die Linde stand hier also wohl schon wirklich zu Lebzeiten Kunigunds. Sie wurde mehrmals (erstmals spätestens 1760) bereits kräftig zurückgeschnitten -zuletzt um ein vollständiges Auseinanderbrechen der Linde zu verhindern- und treibt dennoch immer wieder neu aus. Ihr Hauptstamm ist mittlerweile dreigeteilt, so dass die Linde inne einen riesigen Hohlraum aufweist, in den man sich hineinstellen kann. Daher ist sie heute nur noch knapp 2 Meter hoch. Bis vor wenigen Jahrzehnten noch soll sie -noch nicht auseinandergebrochen- eine Höhe von 12 Metern gehabt haben und weithin sichtbar gewesen sein. Ein solch mächtiger Baum an einer derart markanten Stelle wurde sicherlich öfter vom Blitz getroffen...
Der Sage nach (s.o.) soll die Linde ja den Standort der Kapelle bestimmt haben, indem sich der Schleier Kunigunds in ihr verfing. Und selbst in der Realität könnte dies zutreffen, jedoch aus anderem Grund: Ausgrabungen deuten darauf hin, dass es um das Areal der Kunigundenkapelle herum eine frühe mittelalterliche Siedlung (hieß evtl. auch Altenberg) gegeben haben muss, vielleicht ein Weiler mit wenigen Höfen und einer kleinen Wehrkirche. Dieses Kirchlein war vermutlich der Vorgängerbau der heutigen Kapelle (evtl. finden sich letzte Reste in ihrer Bausubstanz) und könnte ca. im 11. Jhd. in der damaligen Ortsmitte -bei der Dorflinde- erbaut worden sein. Die Ortschaft ist, vermutlich schon gegen Ende des 15. Jhd., wieder verschwunden - die Linde blieb. (Ausgrabungen legen den Verdacht nahe, dass der Ort abgebrannt (Unglück oder Brandschatzung?) ist, evtl. war aber auch Wassermangel der Grund, den Weiler aufzugeben.)
Neben dieser Kunigundenlinde gibt es in Franken noch einige weiterer alter Linden, die diesen Namen tragen. Die Vermutung wäre nicht allzu abwegig, dass all diese Bäume schon vorchristliche Kultstätten markierten, die dann im Rahmen der Christianisierung mit christlichen Legenden und Bauten vernebelt und vereinnahmt werden sollten.
(…)
verwendete Quellen:
Aushang direkt bei der Kuigundenkapelle (beim Torbogen der Friedhofsmauer)
Menth, Georg. Stadt Aub: Kunst und Geschichte, Band I - St. Kunigund auf dem Altenberg. (Wolfratshausen: Aubanusverlag, 1985)
kunigundenkapelle.de
wikipedia.org
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