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Kunigundenkapelle und Kunigundenlinde auf dem Alten Berg

Kunigundenkapelle und Kunigundenlinde auf dem Alten Berg

Aufgenommen am 8. Januar 2013 · Standort 49.52765, 10.03619

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Die Kunigundenkapelle mit der steinernen Kunigunde, die aus dem Turmfenster schaut Kunigundenkapelle, -linde und -stein auf dem Alten Berg: . Die Heilige Kunigunde und die Legende um die Erbauung der Kapelle: Kunigunde von Luxemburg wurde um 980 im heutigen Luxemburg oder auf der Burg Gleiberg bei Gießen geboren und heiratete kurz nach 995 Herzog Heinrich IV. von Bayern (später Kaiser Heinrich II.), mit dem sie angeblich eine keusche Josephsehe führte. Zumindest blieb die Ehe kinderlos. Wahrscheinlich im Jahre 1033 starb sie am 3. März in Kaufungen. Kunigunde wurde am 3. April 1200 Heilig gesprochen und daraufhin in Franken eine sehr populäre Heilige, wozu ihr mariengleicher, ganz im Sinne des mittelalterlichen Frömmigkeitsideals stehender Ruf als Königin und Jungfrau beigetragen haben dürfte. Der Legende nach ist Kunigunde persönlich für den Bau der Kunigundenkapelle verantwortlich: Sie soll als Kaiserin beschlossen haben, an den drei Stellen jeweils eine Kapelle errichten zu lassen, an welchen ihre drei Schleier wiedergefunden würden, die sie vom Bamberger Schloss aus davonfliegen ließ. Einer dieser drei Schleier soll demnach in der[Kunigundenlinde](http://www.panoramio.com/user/5151034/tags/%23%20Kunigundenlinde] hier auf dem Alten Berg hängen geblieen sein. Die Bewohner von Buch wünschten sich damals aber auch endlich eine Pfarrkirche und so schleppten sie die bereits zum Bau der Kapelle auf dem Alten Berg bereit gelegten Steine nachts mühsam durchs Gollachtal hoch nach Buch. Doch am nächsten Tag sollen alle Steine wieder auf dem Altenberg gelegen haben. Also wurden die Steine nachts erneut nach Buch geschleppt. Ein Zimmermann hielt Wache und blieb die ganze Nacht auf den Steinen. Am nächsten Morgen erwachte er mitsamt aller Steine auf dem Alten Berg. Jetzt wurde es den Buchern langsam unheimlich und so fügten sie sich; die Kunigundenkapelle wurde nun am Fundort des Schleiers erbaut, also direkt neben der alten Linde. Auffällig bei dieser Geschichte ist die Parallelität zur Sage um die Erbauung derLaudenbacher Bergkirche. Die Kunigundenkapelle - Baugeschichte: Die spätromanische Kunigundenkapelle wurde um 1220-1235 herum von Graf Konrad von Hohenlohe-Brauneck und vermutlich auch noch dessen Vater Heinrich erbaut, den Burgherrn der nahen Burg Brauneck, einem -oder gar dem- Stammsitz der Hohenloher. Besonders auffallende Details der Kirche, die vermutlich auch noch aus dieser Anfangszeit des Gebäudes stammen, sind einige merkwürdige Figuren, die an stilistisch ähnliche Figuren am Eingangsportal der Oberwittighäuser St. Sigismundkapelle erinnern: Im Doppelfenster des Turms steht eine archaische, längliche Frauenfigur, die in ihren Händen Ring und Lilie vor ihrer Brust hält. Bekleidet ist sie mit der typischen höfischen Tracht der spätromanischen Zeit vor und um 1200. Ursprünglich besaß die Figur, die wohl die Heilige Kunigunde darstellen soll, offenbar aufgesetzte Pupillen aus smaragdgrünem Glas mit gelbem Überfang und war bemalt. Schon in ihrem heutigen Aussehen beschleicht einen bereits vor dem Betreten des Kirchhofes das Gefühl, von der steinernen Kunigunde genau beobachtet zu werden. Wie muss es erst in ihrem ursprünglichen Zustand gewirkt haben... Vermutlich handelt es sich um eine der frühesten plastischen Darstellungen Kunigundes überhaupt, da sie nur wenige Jahre vor der Errichtung jener Figur erst heilig gesprochen worden war. Am Chor befindet sich ein Erker, dessen Dach vom steinernen Kopf Adams gekrönt wird. Am Ende des Daches nach unten zur Erkerwand hinfinden sich die merkwürdigsten Figuren: ein Drachenkämpfer, ein sonderbares Bär- und ein Fischwesen Getragen wird der gesamte halbrunde Chor-Erker einem Riesenkopf und einem Löwen. Der Riesenkopf hat einen Vollbart und lange Haare. Direkt aus seinem Hals scheinen zwei Füße zu entwachsen. . Die Kunigundenkapelle diente als Wallfahrtskirche und als Gotteshaus für die umliegenden Dörfer Buch, Burgerroth, Niedersteinach und natürlich auch die Burg Brauneck. Um sie herum entstand ein Friedhof für diese Ortschaften, an den heute noch die starke Friedhofs- und Wehrmauer mit Tor, einigen letzten Grabsteinen (19. Jhd.) an der Innenseite der Mauer und an dem Friedhofskreuz (1848/1893) hinweisen. Am längsten wurde der Friedhof von der Gemeinde Buch genutzt, die ihre Toten auf deren letzter Reise mühsam auf einem Ochsenkarren ins Gollachtal hinunter und drüben den Altenberg zur Kapelle wieder hinauf kutschieren musste. Erst durch die Kriegswirren 1945 konnten die Bucher zeitweilig nicht mehr ihre Toten auf den Alten Berg überführen, so dass der neue Friedhof am Bucher Ortsrand geschaffen wurde. . Von 1608 bis 1609 ließ Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn umfangreiche Erneuerungsarbeiten vornehmen und zum Gedenken daran an der Außenwand über dem Südportal der Kapelle eine Tafel anbringen. Auf dieser Gedenktafel ist zu lesen: Bischoff Julius hat Regirt Vierzig Jar die Kirch restaurirt Das Pfarhaus baut auch gaz u Neu Nach volget ehr auß vatters treu führt ein die alt Religion Die er[k]hand frei sein [un]dertha Solches alles nu zu glic[k]h u: Sege Der treue Fürst thut Gott ergeb: 1614 Der Kunigundenstein - Legende und Realität: Ca 150m südöstlich von der Kunigundenkapelle befindet sich am Anfang des alten Fußwegs ins Gollachtal der [Kunigundenstein](http://www.panoramio.com/user/5151034/tags/%23%20Kunigundenstein]. Es handelt sich um einen ca 2m langen unförmigen Muschelkalkstein, der zwei Besonderheiten aufweist: Zum einen hat seine Oberseite eine verblüffende halbrunde Form, die stark an das innere einer großen Schale erinnert. Zum anderen finden sich am rechten, unteren Rand dieser Oberseite drei sonderbare Vertiefungen. Der Legende nach soll es sich hier um die Hand-, Knie- und Fußabdrücke der Heiligen Kunigunde handeln, die sich hier einst zum Gebet niedergekniet haben soll. In Wahrheit handelt es sich bei dem Stein aber vermutlich um einen vorchristlichen Opferstein. In den Vertiefungen wurden eventuell Vögel und andere Kleintiere geopfert. Berührungen der Wallfahrer und Touriusten in den letzten 800 Jahren haben dann die Löcher stetig immer weiter vertieft und geglättet. Die Kunigundenlinde und die abgegangene Ortschaft Altenberg: Die Linde ist ein Naturdenkmal. Ihr Alter wird im Volksmund auf 1000 Jahre datiert - und dieses hohe Alter scheint gar nicht so abwegig zu sein. Die Linde stand hier also wohl schon wirklich zu Lebzeiten Kunigunds. Sie wurde mehrmals (erstmals spätestens 1760) bereits kräftig zurückgeschnitten -zuletzt um ein vollständiges Auseinanderbrechen der Linde zu verhindern- und treibt dennoch immer wieder neu aus. Ihr Hauptstamm ist mittlerweile dreigeteilt, so dass die Linde inne einen riesigen Hohlraum aufweist, in den man sich hineinstellen kann. Daher ist sie heute nur noch knapp 2 Meter hoch. Bis vor wenigen Jahrzehnten noch soll sie -noch nicht auseinandergebrochen- eine Höhe von 12 Metern gehabt haben und weithin sichtbar gewesen sein. Ein solch mächtiger Baum an einer derart markanten Stelle wurde sicherlich öfter vom Blitz getroffen... Der Sage nach (s.o.) soll die Linde ja den Standort der Kapelle bestimmt haben, indem sich der Schleier Kunigunds in ihr verfing. Und selbst in der Realität könnte dies zutreffen, jedoch aus anderem Grund: Ausgrabungen deuten darauf hin, dass es um das Areal der Kunigundenkapelle herum eine frühe mittelalterliche Siedlung (hieß evtl. auch Altenberg) gegeben haben muss, vielleicht ein Weiler mit wenigen Höfen und einer kleinen Wehrkirche. Dieses Kirchlein war vermutlich der Vorgängerbau der heutigen Kapelle (evtl. finden sich letzte Reste in ihrer Bausubstanz) und könnte ca. im 11. Jhd. in der damaligen Ortsmitte -bei der Dorflinde- erbaut worden sein. Die Ortschaft ist, vermutlich schon gegen Ende des 15. Jhd., wieder verschwunden - die Linde blieb. (Ausgrabungen legen den Verdacht nahe, dass der Ort abgebrannt (Unglück oder Brandschatzung?) ist, evtl. war aber auch Wassermangel der Grund, den Weiler aufzugeben.) Neben dieser Kunigundenlinde gibt es in Franken noch einige weiterer alter Linden, die diesen Namen tragen. Die Vermutung wäre nicht allzu abwegig, dass all diese Bäume schon vorchristliche Kultstätten markierten, die dann im Rahmen der Christianisierung mit christlichen Legenden und Bauten vernebelt und vereinnahmt werden sollten. Der Alte Berg in vorchristlicher Zeit: Bereits lange vor der mittelalterlichen Siedlung mit dem wahrscheinlichen Vorgängerbau der heutigen Kapelle gab es auf dem Alten Berg immer wieder Siedlungen ((Jung-)neolithikum, Hallstatt- und Latenezeit). Kunigundenstein (s.o.), Ausgrabungsfunde, der Name Alter Berg (Berg des alten, heidnischen Gottes) und womöglich auch noch die alte Linde sind letzte Hinweise, dass dieses Areal aber nicht nur vorchristliches Siedlungsgebiet, sondern auch Kultstätte war. Schon alleine die exponierte Lage dieser steinigen Felsnase hoch oben über dem Gollachtal machte das Areal für einen heidnischen Kultort nahezu wie geschaffen. verwendete Quellen: Aushang direkt bei der Kuigundenkapelle (beim Torbogen der Friedhofsmauer) Menth, Georg. Stadt Aub: Kunst und Geschichte, Band I - St. Kunigund auf dem Altenberg. (Wolfratshausen: Aubanusverlag, 1985) kunigundenkapelle.de wikipedia.org Liste der Baudenkmäler in Aub Die Kunigundenlinde und die abgegangene Ortschaft Altenberg: Die Linde ist ein Naturdenkmal. Ihr Alter wird im Volksmund auf 1000 Jahre datiert - und dieses hohe Alter scheint gar nicht so abwegig zu sein. Die Linde stand hier also wohl schon wirklich zu Lebzeiten Kunigunds. Sie wurde mehrmals (erstmals spätestens 1760) bereits kräftig zurückgeschnitten -zuletzt um ein vollständiges Auseinanderbrechen der Linde zu verhindern- und treibt dennoch immer wieder neu aus. Ihr Hauptstamm ist mittlerweile dreigeteilt, so dass die Linde inne einen riesigen Hohlraum aufweist, in den man sich hineinstellen kann. Daher ist sie heute nur noch knapp 2 Meter hoch. Bis vor wenigen Jahrzehnten noch soll sie -noch nicht auseinandergebrochen- eine Höhe von 12 Metern gehabt haben und weithin sichtbar gewesen sein. Ein solch mächtiger Baum an einer derart markanten Stelle wurde sicherlich öfter vom Blitz getroffen... Der Sage nach (s.o.) soll die Linde ja den Standort der Kapelle bestimmt haben, indem sich der Schleier Kunigunds in ihr verfing. Und selbst in der Realität könnte dies zutreffen, jedoch aus anderem Grund: Ausgrabungen deuten darauf hin, dass es um das Areal der Kunigundenkapelle herum eine frühe mittelalterliche Siedlung (hieß evtl. auch Altenberg) gegeben haben muss, vielleicht ein Weiler mit wenigen Höfen und einer kleinen Wehrkirche. Dieses Kirchlein war vermutlich der Vorgängerbau der heutigen Kapelle (evtl. finden sich letzte Reste in ihrer Bausubstanz) und könnte ca. im 11. Jhd. in der damaligen Ortsmitte -bei der Dorflinde- erbaut worden sein. Die Ortschaft ist, vermutlich schon gegen Ende des 15. Jhd., wieder verschwunden - die Linde blieb. (Ausgrabungen legen den Verdacht nahe, dass der Ort abgebrannt (Unglück oder Brandschatzung?) ist, evtl. war aber auch Wassermangel der Grund, den Weiler aufzugeben.) Neben dieser Kunigundenlinde gibt es in Franken noch einige weiterer alter Linden, die diesen Namen tragen. Die Vermutung wäre nicht allzu abwegig, dass all diese Bäume schon vorchristliche Kultstätten markierten, die dann im Rahmen der Christianisierung mit christlichen Legenden und Bauten vernebelt und vereinnahmt werden sollten. (…) verwendete Quellen: Aushang direkt bei der Kuigundenkapelle (beim Torbogen der Friedhofsmauer) Menth, Georg. Stadt Aub: Kunst und Geschichte, Band I - St. Kunigund auf dem Altenberg. (Wolfratshausen: Aubanusverlag, 1985) kunigundenkapelle.de wikipedia.org Liste der Baudenkmäler in Aub d01439

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