Die 'Kreuzschlaffe' von 1750 (Kreuzschleife(r), Kreuzschlepper)
Aufgenommen am 29. Juni 2012 · Standort 49.74658, 9.32952
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Die 'Kreuzschlaffe' von 1750 (Kreuzschleife(r), Kreuzschlepper)
Die Kreuzschlaffe (1750):
Die Inschrift auf dem Sockel:
O MENSCH STEH
STIL UNDT SEH MICH AN WIE ICH
DIR CEH ZU LIEB EIN SCHMERZLICHEN GANG
DAN DEIN SUNDT SEYNDT SCHULT DRAN UNDT
WER SEYN CREUTZ NICHT AUFF SICH NIMBT
U VOLGT MIR NACH IST MEINER NICHT WERT
DISSES BILT HAT LASSEN AUFF RICHTEN DER
ERSAME JOHANN SEBASTIAN KNÖRTZER
UND MARIA CATARINA SEIN ELICHE HAUS
FRAU
1750
Der Standort:
Die Kreuzschlaffe befindet sich unmittelbar an dem am Ende der Hindenburgstraße gelegenen Waldparkplatz Kreuzschleife (...), ist aber von diesem aus dennoch nicht sichtbar und auch nicht ausgeschildert. Die Skulptur des kreuzschleppenden Jesus steht direkt an der Böschung unterhalb des Parkplatzes am Rande eines alten Weges. Der Einstieg in den alten Weg beginnt ungefähr dort, wo am Parkplatz die Infotafel "Wanderparkplatz Kreuzschleife" steht. Nur ca. 10m später sieht man dann die Kreuzschlaffe auch schon rechts am Hang (also an der Böschung zwischen diesem alten Weg und dem Parkplatz) im Dickicht stehen. Alle Fotos zur Kreuzschlaffe gibt es hier.
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Bei dem alten Weg, an welchem die Kreuzschlaffe steht, handelt es sich um eine Abkürzung des alten Viehwegs, welcher vom Ortskern Freudenbergs durch den Großen Wald hoch zum Dürrhof und Laukenhof und weiter nach Ebenheid und Rauenberg führt.
Der Stifter:
Die Stifter sind in der Inschrift namentlich erwähnt: Johann Sebastian Knörtzer und seine Ehefrau Maria Katharina.
Bereits 12 Jahre vor der Stiftung der Kreuzschlaffe ließ ein anderer Knörtzer, nämlich Matthäus (Johann Sebastians Vater?), einen Bildstock der Heiligen Familie (1738)errichten. Jener Bildstock stand ursprünglich auf halbem Weg zwischen dem Stundenstein im Großen Wald, bei welchem sich der von Freudenberg heraufziehende _Viehweg in dieRichtungen Ebenheid und Rauenberg gabelte und der großen alten Buche kurz vorm Laukenhof.
1749, elf Jahre nach der Stiftung jenes Bildstocks und ein Jahr vor der Stiftung der Kreuzschlaffe ließ Matthäus Knörtzer erneut einen Bildstock im Großen Wald errichten - dasDreiwegebild (1749). Auch das Dreiwegebild hatten sie der Heiligen Familie gewidmet. Das Dreiwegebild steht heute nicht mehr an seinem Originalstandort beim Stundenstein,_ bei welchem sich der von Freudenberg heraufziehende Viehweg in die Richtungen Ebenheid und Rauenberg gabelte.
Der Grund für diese also insgesamt drei Knörtzer-Stiftungen, die somit allesamt im Großen Wald am alten (Vieh-)Weg Freudenberg - Rauenberg stehen, ist naheliegend: Ab 1738, also dem Jahr, in welchem der erste Knörtzer-Bildstock errichtet wurde, war Mathes Knörtzer der Erbpächter des damals zum Amt Freudenberg gehörenden Laukenhofs. Der Laukenhof existiert heute noch und liegt auf der Höhe am Waldrand des Großen Waldes - und zwar beim alten (Vieh-)Weg Freudenberg - Rauenberg. Die Knörtzers hatten somit also wohl regelmäßig diesen teilweise sehr steilen und finsteren Waldweg nach Freudenberg zu gehen. Und die Kreuzschlaffe und die beiden Bildstöcke sollten sie auf dieser Strecke sicherlich vor Unglück bewahren.
Zusätzliche bzw. andere Gründe für die Errichtung der drei Kleindenkmale hätten aber auch die historisch belegten großen Viehseuchen in den Jahren 1732 und 1735 und die riesigen Heuschreckenschwärme des Jahres 1749 sein können.
verwendete Literatur:
Lauf, Helmuth. Bildstöcke, Hausmadonnen und Hausheilige in Freudenberg. FN-Druck (Tauberbischofsheim, 1982)
Schlagwörter
- Deutschland
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- Großer Wald
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- #Str. - Burgweg
- #Str. - Hindenburgstraße
- 1750
- * Knörtzer - Familie Knörtzer
- # Kreuzschlaffe
- * Knörtzer - Johann Sebastian Knörtzer
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