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Der Burkardsaltar (1630) in der Burkardusgruft

Der Burkardsaltar (1630) in der Burkardusgruft

Aufgenommen am 23. August 2013 · Standort 49.79415, 9.62076

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Die Burkardusgruft (Homburg am Main): In dem imposanten Tuffsteinfelsen, auf welchem das Homburger Schloss steht, gibt es einige natürlich entstandene (Tropfstein-)Höhlen. Die bekannteste ist die Burkhardus-Gruft. Diese Höhle liegt im oberen Drittel des Nordwand und damit relativ nah am darüber stehenden Schloss. Von der Schlosskapelle der Vorgängerbauten des heute noch stehenden Gebsattel-Schlosses soll früher ein unterirdischer Gang hinunter in die Gruft geführt haben, die da vermutlich als Krypta diente. Diese Verbindung soll es bereits seit dem Bau der ersten dortigen Burg im 7. Jhd. gegeben haben. Die Legende erzählt, dass ** Burkhard, der erste Bischof Würzburgs,** einmal wieder auf Visitationsreise durch sein Bistum ritt, als er von Gegnern des christlichen Missionierungseifers angegriffen und verfolgt wurde. Der Bischof konnte sich in die Burg Homburg retten, fühlte sich aber selbst dort nicht sicher. Daher stieg er durch den einstigen Verbindungsgang in die Höhle hinunter und hielt sich dort versteckt. Seine Verfolger drangen am nächsten Morgen tatsächlich in die Burg ein und suchten den Bischof. Einer seiner Verfolger entdeckte dabei auch den Abstieg zur Gruft. Da dieser aber von einem mit Tautropfen benässten Spinnennetz überspannt war, glaubte er, dass niemand dort in der vergangenen Nacht hinunter gestiegen sein könnte und brach seine Suche ab. So wurde dem Heiligen Burghard also angeblich sein Leben durch eine Spinne gerettet. Jahre später, am 2. Februar 753, soll sich der plötzlich schwer erkrankte Burkard dann angeblich auch zum Sterben in diese Gruft zurückgezogen haben und dort wirklich auch gestorben sein. Dafür gibt es aber keine historisch gesicherten Belege. Viel wahrscheinlicher ist es, dass er direkt in Würzburg gestorben ist. Als Philipp von Gebsattel dann zwischen 1561 und 1568 das heutige Homburger Schloss erbauen ließ, gab er die Krypta auf und ließ die Grotte somit von der Schlosskapelle trennen. Dafür wurde der heutige, externe Zugang zur Grotte freigelegt und zugänglich gemacht. In den Folgejahren wurde die Grotte dann zwar schon immer wieder von Gläubigen zur Fürbitte aufgesucht, so richtig populär und auch offizielle als Wallfahrtsort anerkannt wurde sie aber erst im Jahre 1721: Am 2. Juli 1721 ließen der Würzburger Schiffmann Georg Stephan Herrbach und seine Frau in der Grotte ein vergoldetes Bild des Heiligen Burkhard aufhängen: Sie hatten bereits zuvor auf ihren Vorbeifahrten die Grotte regelmäßig besucht und als die Frau dann schwer erkrankte, gelobte sie, ein solches Votivbild anbringen zu lassen, sofern sie wieder gesund würde. Nach ihrer überraschenden Genesung erfüllte das Ehepaasr dann das Gelübde. Daraufhin setzte die Wallfahrt zur Grotte ein (wobei dem von der Decke tropfenden Wasser Heilkräfte zugeschrieben wurden), die schnell den kirchlichen Segen erhielt: Am 14. Oktober des gleichen Jahres ließ der damalige Würzburger Bischof, Johann Phlipp Franz von Schönborn, die Grotte benedizieren. Dabei wurden auch zwei Altäre, die im Würzburger Dom nicht mehr benötigt wurden, in die Grotte gebracht. Einer davon, der Burghards-Altar, steht heute noch darin. Er zeigt in der Mitte den Heiligen Burkhard, der von den Heiligen Vitus und Stephanus eingerahmt wird. Unter der Figur des Heiligen Burkhard ist in einem Inschriftenmedaillon zu lesen: AD LAUDEM ET GLORIAM DEI TER. OPT MAX. GLORIOSAE VIRGINIS MARIAE SS STEPHANI ET VITI TOTI US(que) CURIAE CELESTIS HOC ALTARE FIERI CURAVIT IOANNES STÖHR HERBIPOLENSIS HVIVS ECCLISIAE MAIORIS VI CARIUS ANNO MDCXXX Demnach wurde der Altar (ursprünglich ja für den Würzburger Dom) also im Jahre 1630 (laut Homburger Ortschronik (s.u.) 1611 (MDCXI)) vom Dominikal und Vikar Johann(es) Stöhr errichtet. Auch das Eisengitter, das den Eingang zur Grotte versperrt (Schlüssel gibt es im Rathaus und bei diversen Privatpersonen in Homburg), wurde laut Inschrift (Ano 1721) offenbar in diesem Jahr angebracht. Die Grotte als Wallfahrtsort wurde von den Mönchen des in der Nähe auf der anderen Mainseite liegenden Klosters Triefenstein betreut. Nach der Säkularisation des Stiftes im Jahre 1803 endete dann auch die Wallfahrt zur Grotte wieder. Das im Jahr 1721 vom Schiffmann Georg Stephan Herrbach und seiner Frau gestiftete Votivbild ist mittlerweile spurlos verschwunden. Am Eingang zur Grotte befindet sich eine Gedenktafel, auf welcher zu lesen ist: ANNO 753 VERSCHIED IN DIESER TROPFSTEINHÖHLE ST. BURKARDUS GRÜNDER UND 1. BISCHOF DES BISTUMS WÜRZBURG DIESE BURKARDUSGRUFT WURDE 1721 FEIERLICH ZUM GOTTESHAUS GEWEIHT UND WAR BIS 1803 WALLFAHRTSORT DAS PATROZINIUM ST. BURKARDI FINDET ALLJÄHRLICH AM 14. OKTOBER STATT -- verwendete Quellen: Huller, Lothar (Hrsg.: Markt Triefenstein). 1200 Jahre Homburg am Main. Band 1 (von 2) (1981, Gemeinde Markt Triefenstein) Liste der Baudenkmäler in Triefenstein Infotafel Auf Tuffstein - Das Homburger Schloss (Europäischer Kulturweg Triefenstein 1 & 2), Archäologisches Spessart-Projekt e.V.. Die Infotafel steht direkt auf dem Schloßplatz.

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