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Blick vom Kruzifix zum Sühne-/Pestkreuz (alter Amorbacher Weg)

Blick vom Kruzifix zum Sühne-/Pestkreuz (alter Amorbacher Weg)

Aufgenommen am 30. Juni 2014 · Standort 49.65535, 9.27437

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Kruzifix (1896) am alten Amorbacher Weg (Reichartshausen) Das Kruzifix steht auf den Kreuzwiesen, am alten Weg, der von Reichartshausen über Neudorf nach Amorbach führt (Neudorfer Weg). Dieser Weg wurde jahrhundertelang u.a. auch als Prozessionsweg der Amorbacher zur Reichartshauser Kirche St. Mauritius benutzt. (Reichartshausen ist die älteste Filiale der Pfarrei Amorbach.) Offenbar wurde das Kreuz aus diesem Grund (Pilger-/Prozessionsweg) dort errichtet, denn die Inschrift (Sockelvorderseite) spricht direkt die Pilger an: . Pilger. rette deine Seele. Für die ich am Kreuz gestorben bin. . Seitlich am Sockel findet sich ein weiterer Spruch: . (Ein) Kreuz verz(???) nicht. . (Ein Kreuz verzeiht (verzagt?) nicht.) . Und auf der anderen Sockelseitenfläche: . Durch Kreuz zum Licht. . Hier hat sich ganz unten zudem der Bildhauer verewigt: . Ch. Ziegler. T.bischofsheim. . Auf der Sockelrückseite folgt schließlich der Stiftervermerk: . Errichtet von Michael Adam Hess u. M. Theresia seine Ehefrau 1896. Das Reichartshauser Pest-/Sühnekreuz an der alten Straße nach Amorbach Ca. 200m südlich von der heutigen Straße (MIL10) verläuft die alte Straße, die von Reichartshausen über Neudorf nach Amorbach führte. Sie war zum einen natürlich ein wichtiger Handelsweg, zum anderen wurde sie auch jahrhundertelang als Prozessionsweg der Amorbacher zur Reichartshauser Kirche St. Mauritius benutzt. (Reichartshausen ist die älteste Filiale der Pfarrei Amorbach.) . Womöglich steht das knapp über einen Meter hohe Sandstein-Kreuz nur deshalb hier am Weg, kurz darauf ist vom Prozessionsweg erstmals die Mauritiuskirche zu sehen. Vermutlich gibt es aber einen konkreteren Grund, warum das Kreuz hier aufgestellt wurde. Der naheliegendste wäre, dass es sich um ein Sühne-/ oder Gedenkkreuz handelt, hier also evtl. jemand ermordet wurde und der Täter als Zeichen der Sühne das Kreuz zu errichten hatte bzw. es die Angehörigen des Verstorbenen zum Gedenken errichten ließen. Dann dürfte es spätestens bis zur Mitte des 16. Jhd. errichtet worden sein. Nach einer örtlichen Überlieferung soll es sich jedoch beim Kreuz um ein Soldatengrab aus dem Schwedenkrieg (Dreißigjähriger Krieg, 1618-48) handeln. Und schließlich gibt es nach mündl. Auskunft eines Reichartshauser Einwohners noch eine weitere regionale Überlieferung, nach welcher das Kreuz als Pestkreuz errichtet worden wäre, also von der Gemeinde Reichartshausen in der frommen Hoffnung aufgestellt wurde, dadurch die Pest davon abzuhalten, von Amorbach hoch ins Dorf zu kommen. In diesem Fall dürfte das Kreuz im 16. Jhd bis spätestens zur Mitte des 17. Jhd. errichtet worden sein. . siehe auch: (A) suehnekreuz.de (B) Walter, Max. Vom Steinkreuz zum Bildstock (1923), S.9

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