Panoramio reincarnated

Auf dem Stahlberg: Die Dreifaltigkeitskapelle (1870) und das Holzkreuz mit Pieta (1865)

Auf dem Stahlberg: Die Dreifaltigkeitskapelle (1870) und das Holzkreuz mit Pieta (1865)

Aufgenommen am 10. Dezember 2011 · Standort 49.68733, 9.56198

Zum Bild

Die Dreifaltigkeitskapelle auf dem Uissigheimer Stahlberg (Kapellenberg/ Kreuzberg) Der Bau einer Kapelle auf dem Stahlberg ist auf das Bestreben zweier frommer Uissigheimer Schwestern zurückzuführen, von denen die ältere die treibende Kraft war und im Dorf von allen nur Tante Nanni gerufen wurde. Tante Nanni hieß mit richtigem Namen Maria Anna Hübner (* 21.12.1824, + 22.11.1910), ihre Schwester Franziska Hübner (* ca. 1830, + 18.2.1900). Sie waren die Töchter des Schlossers Johann Josef Hübner und der Johanna Regina, einer geborenen Fleugaus aus Unterschüpf. Die bedien Schwestern hatte ihr Leben Gott verschrieben, ohne jedoch in einen Orden einzutreten. Tante Nanni arbeitete als Näherin im Kloster Bronnbach bei Prinzessin Adelheid von Löwenstein-Wertheim-Rosenberg und deren Mann Prinz Dom Miguel von Portugal. Dort kam sie vermutlich mit Kauzinermönchen des Wallfahrtsorts Engelberg bei Miltenberg ins Gespräch. Diese ermutigten sie vermutlich, den Uissigheimer Stahlberg nach Vorbild des Kreuzbergs (Rhön) zu einem religiösen Andachtsort umzugestalten. Von den 1860er Jahren an galt nun Tante Nannis größte Aufmerksamkeit dem Stahlberg. Das erste, was Tante Nanni und ihre frommen Freundinnen erreichten, war die Errichtung eines hochragenden Holzkreuzes oben auf dem Berg im Jahr 1865. Von da an wurde der Stahlberg zunehmend Kreuzberg genannt. Kurz darauf schon, 1866-1869, folgte der vom damals 24jährigen Karl Buscher gefertigte und durch zahlreiche Uissigheimer Einwohner (mehr dazu hier) finanzierte Stationsweg. (Infos zur Gamburger Bildhauerfamilie Buscher gibt es z.B. als Kommentar unter diesem Foto.) Im Frühjahr 1870 wurde dann schließlich mit dem Bau der –wieder in Uissigheimer Gemeinschaftsstiftung finanzierten- Dreifaltigkeitskapelle begonnen, die Grundsteinlegung erfolgte am 23. Mai 1870, die Einweihung am 4. Juni 1871. In den Grundstein wurde eine ausschweifende Urkunde eingemauert, deren vollständiger Inhalt im Uissigheimer Heimatbuch (Lauf & Uihlein, 1966; s.u.) wiedergegeben ist. Von nun an war der Stahlberg immer mehr unter dem Namen Kapellenberg bekannt. . verwendete Quelle: Lauf, Helmut & Uihlein, Otto. Uissigheim im Spiegel seiner 1200jährigen Geschichte (Eigenverlag der Gemeinde Uissigheim, 1966), S. 330 - 334, 411 - 414

Schlagwörter

Im Bildarchiv lässt sich dieses Foto in voller Größe ansehen, auf der Karte verorten und mit der Umgebung vergleichen.

Ähnliche Aufnahmen