Büschemer Persönlichkeiten

Wüst, ?

vor 1672 – nach 1690

Der Beleg

1690 (ca) · Hausgeschichte (Hausbesitzer)

Templerhaus: Wann das Haus gebaut wurde, lässt sich nicht sicher sagen. Nach Meinung A. von Oechelhaeusers weist der Stil der Köpfe auf das Ende, der Brunnen eher auf den Beginn des 17. Jahrhunderts. Auch der Name des Bauherrn ist nicht überliefert. Hinweise kann man allenfall einem Wappen entnehmen, das an einer mit einem Römerkopf geschmückten Eckkonsole angebracht ist. Neben einem nicht zu klärenden Wappen, einem Stern in einer nach oben aufsteigenden Spitze, befindet sich dort ein Wappen, das einer Familie eindeutig zugeordnet werden kann. Es zeigt einen Mann mit drei Blüten oder Kleeblättern und ist mehrfach für die Familie Wüst nachweisbar: auf dem bei der Peterskapelle stehenden Grabstein des 1675 verstorbenen Sonnenwirts Johann Jakob Wüst (im unteren Teil des Wappens zusätzlich noch ein halbes Mühlrad, da er offenbar auch Mühlenbesitzer war), auf einer Urkunde, die der Bischofsheimer Notar Georg Adam Wüst am 13. Februar 1726 für Dittwar ausgefertigt hat50, und auf einer vom Königheimer Faktor Johann Josef Wüst im Jahr 1771 gesiegelten Urkunde, welche die Ortschaft Weikerstetten betrifft. 51 Dasselbe Wappen mit dem Bild eines Mannes und drei Blüten oder Kleeblättern findet sich auch auf dem Grabstein des 1648 verstorbenen Centgrafen Leonhard Hügel und seiner Frau Magdalena, geb. Wüst52 der heute außen am nördlichen Seitenportal der Martinskirche steht. A. von Oechelhaeuser53 hält es für das Wappen der Familie Hügel. Wenigstens soviel scheint festzustehen, dass das Haus in der frühen Barockzeit vor 1700 erbaut wurde und dass der Bauherr oder seine Frau der Familie Wüst entstammten. Vielleicht waren der Centgraf Leonhard Hügel und seine Frau Magdalena, geb. Wüst, die Erbauer. Im Innern des vor einigen Jahren unter Schonung des alten Baubestandes - renovierten Hauses wurde eine alte Ei chenstütze erhalten, auf der das Kaufmannszeichen und die Buchstaben M und S zu erkennen sind. Es könnte sich bei den Initialen MS um Melchior Seyfried handeln, um denselben, der 1678 das Eckhaus an der oberen Marktplatzseite (das später sog. Rincker'sche Haus) erbaut hat. Ob auch er - oder ein anderer mit den Initialen MS - als Erbauer in Frage kommt, lässt sich nicht klären. Ungeklärt ist auch die Bedeutung der Der schön renovierte Brunnen des Inschrift, die auf der Rückseite des Hau- früheren Templerhauses. Ses seitlich von dem schön renovierten Brunnen auf einer Steinplatte steht: Edmund Axmann von Mainz 1603 (oder 1605?), den 9. April. Dies dürfte der Name des Steinmetzen oder Brunnenbauers sein. Die Jahresangabe beim Brunnen muss nicht auch für den Bau des Hauses gelten; dieses ist wahrscheinlich später erbaut, in der Mitte oder in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Der Brunnen kann von einem Vorgängergebäude oder von einem anderen Haus stammen.

Quelle: Stadtchronik 1997 (Müller & Gehrig)

Weitere Personen namens Wüst

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