Staub, Johann Henrich Staub
vor 1684 – nach 1702
Apotheker · Rentmeister
Auch genannt: Staub, Johann Henrich Ludwig Staub, Staub, Johann Heinrich Ludwig Staub
Die Belege
1702 · Gesundheitswesen der Stadt (Apotheker)
Im Jahr 1702 behauptete der Apotheker Johann Henrich Ludwig Staub, die Bischofsheimer Apotheke habe bereits über 100 Jahre bestanden1;Nach dem Tod ihres 2. Mannes Tobias Bezold im Jahr 1692 heiratete Maria Elisabeth den Apotheker und Ratsherrn Johann Henrich Ludwig Staub, den Sohn des Kaufmanns Johann Staub aus Hammelburg. Beide waren offensichtlich große Marienverehrer und, wie ihre Stiftungen beweisen, insbesondere der Maria-Hilf-Verehrung zugetan, vielleicht unter dem Einfluss des berühmten Maria-Hilf-Bildes von Lukas Cranach. Im Jahr 1700 erbauten sie die Maria-Hilf-Kapelle in der oberen Hauptstraße. Sie stifteten 200 Gulden für sieben heilige Messen, die in dieser Kapelle zu lesen waren, und verpflichteten ihre Nachfolger, die jeweiligen Inhaber ihres Hauses und ihrer Apotheke am Marktplatz, die 200 gestifteten Gulden jährlich zu verzinsen und
Quelle: Stadtchronik 1997 (Müller & Gehrig)
1707 · Amtsträger: Rentmeister
Rent- und Baumeister; im Hauptberuf Apotheker.
Quelle: Stadtchronik 1997 (Müller & Gehrig)
1700 · Gesundheitswesen der Stadt (Apotheker)
Die Maria-Hilf-Kapelle: Ein Schmuckstück der oberen Hauptstraße ist die Maria-Hilf-Kapelle, die der Apotheker Johann Henrich Staub61 im Jahr 1700 erbaute. Im Innern ließ dieser eine barock verzierte Bauinschrift anbringen; sie befindet sich über der Eingangstür an dunkler Stelle und wird deswegen selten beachtet. Die Inschrift lautet: JESV CHRISTO DEM EINGEBORNEN SOHN GOTTES VNTT SEINER HILFREICHEN MVTTER MARIAE ZV EHREN HATT DER WOHLEDEL VNTT KVNSTREICHE HERR JOHAN HENNRICH STAVB DES RATHS VNTT APOTHEKER ALHIER MIT SEINER LIEBEN HAVSFRAVEN MARIA ELISABETH DAS CAPELLEN MACHEN LASSEN. Die barock gestaltete Inschriftplatte ist ein nach vorn gewölbtes und von Ranken umwundenes Oval. Links sieht man als Wappen des Apothekers einen Mörser mit dem Stößel und mit dem Blütenzweig einer Heilpflanze, rechts als Wappen seiner Frau Maria Elisabeth ein flammendes Herz und einen Blütenzweig. Darunter steht, durch das Rankenwerk zerteilt, die Jahreszahl 1700. Über der Inschrift breitet ein Engel schützend seine Flügel aus. Die beiden Wappen werden durch die Heimzier bekrönt. Über dem einen Helm hält ein Löwe den Stößel, über dem andern erscheint das flammende Herz noch einmal. Wie die Grabinschrift an der Seitenwand besagt, ließ sich der Apotheker auch in der Kapelle beerdigen. In einem großen, von einem Blätterkranz umgebenen Oval steht die lateinische Inschrift: HIC IACET QVI VIWS SEMPER STETIT SVB PYSSIMA (= piissima) PROTECTIONE VIRGINIS GENITRICIS DEI MARIAE. IACENS INFIRMVS SO.O. FECIT: VIVO AT TIBI IN CRVCE PENDENT!MORIOR, IOANNES HENRICVS STAVB. MORTWS NOMEN ET OMEN HABEO QVIA ECCE NVNC IN PVLVERE DORMIO (IOBI 7. cap.) ET IN PACE IN IDIPSVM DORMIAMET REQVIESCAM (Ps.4) AMEN.ANNO MILLESIMO SEPTINGENTESIMO VIGESIMO PRIMO PIE OBYT ( = obiit) NOBILIS ET CLARISSIMVS DOMINVS IOES HENRICVS STAVB CONSVL ET PHARMOCOPOLA CIVITATIS EPISCOPIENS(IS). Die Inschrift enthält eine ungewöhnliche Abkürzung: SO.O. (=sononem) FECIT = errief aus. In der fünften Zeile sind die lateinischen Zahlenbuchstaben durch Großschreibung besonders hervorgehoben (hier in Fettdruck); sie sind also als Chronogramm zusammenzuzählen (MDCCWVIIIIII) und ergeben das Todesjahr 1721.62 In deutscher Übersetzung lautet der Text: Hier liegt er, der lebend immer unter dem liebevollsten Schutz der Jungfrau und Gottesmutter Maria stand. Krank darniederliegend rief er aus: Ich lebe, aber dir, dem am Kreuze Hängenden, sterbe ich, Johann Henrich Staub. Als Gestorbener habe ich meinen Namen zum Wahrzeichen, denn siehe jetzt schlafe ich im Staube (Job 7. Kapitel). Und in Frieden möge ich fortan schlafen und ruhen. (Ps.4; vom Steinmetz falsch Gs.4) Amen. - Im Jahr 1721 starb fromm der vornehme und ruhmvolle Herr Johann Henrich Staub, Ratsherr und Apotheker der Stadt Bischofsheim. Die Kapelle stand außerhalb der Stadtmauern, etwa 20 m vom Zwingertor und etwa 30 m vom Torturm der Hauptmauer entfernt. In unmittelbarer Nähe befand sich seit 1612 als obere Begrenzung der westlichen Stadtzufahrt der prächtige Renaissance- Torbogen (heute bei der Halbigsmühle). Zwischen der Kapelle und diesem Torbogen war die Erdaufschüttung unter der Zufahrt für den Wasserdurchlauf des Stadtgrabens unterbrochen. Als Schutz gegen das Wasser wurden deshalb die Grundmauern an der Westseite (in Richtung Sonnenplatz) besonders dick gebaut.
Quelle: Stadtchronik 1997 (Müller & Gehrig)
1720 · Kleindenkmal: Grabmal – Grabstein
Auf dem Grabmal genannt: „Grabstein des J.H. Staub“ (Grabstein, Datierung laut Liste: 1720 (?)); heute: Innen an der Wand der Mariahilfkapelle, Hauptstr.; ursprünglich: nicht versetzt. Auf seinem Grabstein zusammen mit seiner Ehefrau Maria Elisabeth genannt; Jahr in der Liste als unsicher gekennzeichnet.
Quelle: Büschemer Kleindenkmale (Erfassung des Website-Autors an den Objekten)
1700 · Kleindenkmal: Stifter – Inschriftenstein, Figur/Statue (Maria, Wendelin u.a.), Figur/Statue (Mariahilf)
Als Stifter genannt: „Stifterinschrift Mariahilfkapelle“ (Inschriftenstein); heute: Innen über dem Portal der Mariahilfkapelle, Hauptstr.; ursprünglich: nicht versetzt – „4 Statuen in der Mariahilfkapelle“ (Figur/Statue (Maria, Wendelin u.a.)); heute: Mariahilfkapelle; ursprünglich: nicht versetzt – „Figur/Statue (Mariahilf)“; heute: Über dem Portal der Mariahilfkapelle, Hauptstr.; ursprünglich: nicht versetzt. Zusammen mit seiner Ehefrau Maria Elisabeth.
Quelle: Büschemer Kleindenkmale (Erfassung des Website-Autors an den Objekten)
1715 · Kleindenkmal: Stifter – Bildstock (Maria Hilf)
Als Stifter genannt: „Staub-Bildstock & identisches Oberteil am Dölzer-Haus“ (Bildstock (Maria Hilf)); heute: Königheimer Str, gegenüber Haus Nr. 81 bzw. am Dölzer-Haus; ursprünglich: nicht versetzt. Zusammen mit seiner Ehefrau Maria Elisabeth.
Quelle: Büschemer Kleindenkmale (Erfassung des Website-Autors an den Objekten)
1700 (ca) · Kleindenkmal: Stifter – Relief (Mariahilf)
Als Stifter genannt: „Relief (Mariahilf)“ (Datierung laut Liste: um 1700); heute: Über der Tür des Labors der Sonnenapotheke (Hinterhof), Sonnenplatz/Glockengraben; ursprünglich: nicht versetzt. Zusammen mit seiner Ehefrau Maria Elisabeth.
Quelle: Büschemer Kleindenkmale (Erfassung des Website-Autors an den Objekten)
Weitere Personen namens Staub
- Staub, Carl Anton Staub 1760
- Staub, Franz Adam Staub 1727
- Staub, Johann Markus Staub 1685
- Staub, Maria Elisabeth Staub 1700
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