Büschemer Persönlichkeiten

Dürmstein, Caspar Lerch von Dürmstein

vor 1586 – nach 1619

Kurmainzischer Oberamtmann · Amtmann

Die Belege

1611-1619 · Amtsträger: Kurmainzischer Oberamtmann

Weitere Nennungen (Archiv-Findmittel): Kurmainzischer Rat und Amtmann bzw. Oberamtmann zu Bischofsheim an der Tauber: 1611 und 1615 Ankauf von Gülten und Wiesen im Raum Dirmstein/Gerolsheim, 1612 Umwandlung der Haferzinsen des Spitals in Geldzinsen mit Zustimmung Erzbischof Johann Schweikards, 1613 Gültkauf zusammen mit seiner Frau Martha geb. Brändelin von Homburg, 1614 Schuld- und Zinsforderung an die Linie Hohenlohe-Waldenburg, 1617/18 Verleihung seiner Güter zu Kastel an Jost Rhuemb zu Erbbestand; sein Zinsbuch über die Güter um Mainz wurde 1622 von Eberhard Reeb geschrieben und bis 1640 ergänzt. Landesarchiv BW, Staatsarchiv Ludwigsburg B 139 a I U 534, U 539, U 545, U 553 und Bü 859, Staatsarchiv Wertheim K-LRA 50 U 69, Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein Wa 145 Bü 69.

Quelle: Stadtchronik 1997 (Müller & Gehrig) | auch genannt: J. Berberich, Geschichte der Stadt Tauberbischofsheim (1895), S. 107; Archivalische Chronik (Findmittel von zwölf Archiven, Stand 09/2026)

1616 · Bildstock (Inschrift/Stifterangabe)

Die älteste Tauberbischofsheimer Kreuzigungsgruppe stammt aus dem Jahr 1616 und befand sich ursprünglich im alten Friedhof bei der Peterskapelle. Gestiftet wurde sie von Caspar Lerch von Dürmstein, dem kurmainzischen Amtmann in Bischofsheim (1611-1619). Gemäß der Inschrift am oberen Sockel wurde die große vollplastische Kreuzigungsgruppe im Jahr 1796 renoviert. Heute steht sie in der neuen Friedhofskapelle als eindrucksvolles Front- und Hauptbild. Der Fuß des Kreuzesstammes ist in spätgotischer Art ringsum mit behauenen mehreckigen Steinen verziert. Der breite Unterbau, durch facettierte Quader belebt, trägt seitlich die überlebensgroßen Figuren von Maria und Johannes. Diese beiden Figuren sind künstlerisch zweifellos die wertvollsten Teile der Kreuzigungsgruppe. A. v. Oechelhaeuser bezeichnet sie als„ vortreffliche Arbeiten des ausgehenden Mittelalters"; die Figur des Gekreuzigten ist für ihn jedoch „eine unschöne, handwerksmäßige Arbeit", die vielleicht erst bei der Renovation von 1796 angebracht wurde. 13 Ob die Figuren tatsächlich aus verschiedenen Zeiten stammen, lässt sich nicht klären; der Unterschied in der künstlerischen Qualität ist indes nicht zu bestreiten. Im Sockel des Kreuzes ist das Wappen des Caspar Lerch von den Namen des Stifterehepaares umgeben: CASP. LERCH und MARTA BRENDELIN. Darunter steht die Jahreszahl 1616. Die Inschrift auf der Tafel in der Mitte des Unterbaus lautet: AD DEI SALVATORIS HONOREM CASPARVS LERCH IN DIRMSTEIN NOBILIS IMMEDIATVS IMPERII SATRAPAS EPISCOP(iensis) FIERI F(ecit) Ao IESV 1616.

Quelle: Stadtchronik 1997 (Müller & Gehrig)

1613 · Kleindenkmal: Inschrift/Nennung – Relief (Inschriftentafel)

Auf dem Kleindenkmal genannt: „Inschriftentafel Caspar Lerch von Dürmstein, Johann Spehr und David Spehet von 1613“ (Relief (Inschriftentafel)); heute: Schloß (Tauberfränkisches Heimatmuseum); ursprünglich: ? (davor im Hof des alten Rathauses). Zusammen mit Johann Spehr und David Spehet.

Quelle: Büschemer Kleindenkmale (Erfassung des Website-Autors an den Objekten)

1616 · Kleindenkmal: Stifter – Figur/Statue (Kreuzigungsgruppe)

Als Stifter genannt: „Figur/Statue (Kreuzigungsgruppe)“; heute: Friedhof, in der Aussegnungshalle; ursprünglich: ? (Bei Kolb: Garten Peterskapelle (Museumsgarten)). In der Liste „Caspar Lerch“.

Quelle: Büschemer Kleindenkmale (Erfassung des Website-Autors an den Objekten)

1612 · Kleindenkmal: Inschrift/Nennung – Torbogen

Auf dem Kleindenkmal genannt: „Ober (Zier-)Stadttor, heute Hoftor der Rollenmühle“ (Torbogen); heute: Rollenmühle (Halbigmühle), Hoftor; ursprünglich: ca. Ende Fußgängerzone/Sonnenplatz. In der Liste „Caspar Lerch“.

Quelle: Büschemer Kleindenkmale (Erfassung des Website-Autors an den Objekten)

1612 · Gemarkungsgrenzbegehung: ließ einen zusätzlichen Grenzstein setzen

Ließ 1612 als Amtmann zusätzlich einen Grenzstein setzen (Grenzstein Nr. 148, Grenze mit Großrinderfeld). Wortlaut: „NB (zu 79): Von diesem an bis zum nächsten Mittel-Stein Zusetzung d. H. Ambtmann Caspar Lerch v. Durmstein als retlich Stein in dieem Districte ad 1612“.

Quelle: Gemarkungsgrenzbegehung 1608, Nachtrag 1612 (Protokolle der Landschieder, Stadtarchiv Tauberbischofsheim; Transkription des Website-Autors)

Im Personen-Index lässt sich dieser Eintrag im Zusammenhang durchsuchen, mit unscharfer Namenssuche, Registern und Zeitstrahl.