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Wegweiser zu einer gefassten Quelle beim Schellesee

Wegweiser zu einer gefassten Quelle beim Schellesee

Aufgenommen am 8. August 2014 · Standort 49.64072, 9.28474

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Der Schelle-See (Kerber-See): Bei dem kleinen Waldsee handelt es sich um einen künstlichen, quadratischen See mit einer Seitenlänge von 16m, der wohl im 19. Jahrhundert angelegt und zur Fischzucht genutzt wurde. Seine(n) Namen hat er -laut Infoschild direkt am See- erhalten, weil er zu einem Neudorfer Anwesen gehört, welches um 1840 herum von einer Familie Schell (und dann um 1900 herum von einer Familie Kerber) bewirtschaftet wurde. Weil das Wasser des Sees aber als "sehr sauer" gilt, endete die Nutzung als Fischteich irgendwann. Der "Ölantoni" (Euldoni): Um den See herum soll es laut Erzählungen schon seit langer Zeit wie heute noch einen dunklen, umheimlichen Wald gegeben haben - Und in diesem Wald treibt angeblich der "Euldoni" sein Unwesen: Der Euldoni soll Leute, die sich am See aufhielten, erschreckt haben, ihnen auf den Rücken gesprungen sein und sie in die Irre geschickt haben. (Quelle laut Infotafel vor Ort: Schell, Werner. Gottersdorf - Sagen, Geschichten, Überlieferungen und wahre Begebenheiten im und um das Dorf. (2003)) . Bei dem "Euldoni" dürfte es sich vermutlich um den in der Gegend legendären "Ölantoni" handeln, der wohl einst tatsächlich lebte und über den Monika Blättner (s.u.) u.a. zu berichten weiß, dass er einmal eine Witwe aus Reichartshausen heimtückisch ermordet haben soll. Als die Tote gefunden wurde, verdächtigte man wohl relativ schnell den Ölantoni des Verbrechens, weshalb man ihn herbeibrachte und die Leiche berühren ließ. Daraufhin sollen Bluttropfen auf der Stirn der Toten erschienen sein, was als Beweis dafür angesehen wurde, dass der Ölantoni der Täter gewesen sein musste. Man sagt, der Ölantoni müsse noch heute zur Strafe in diesem Wald "wewwern" (herumirren). Mir begegnete er allerdings nicht ;-) (Quellenangabe laut Infoschild vor Ort: Blättner, Monika. Heimatgeschichte Markt Schneeberg 1237 - 1987.) - Das "Schelle-Bild" (1841) beim Schelle-See: Nur wenige Meter von dem kleinen Schelle-See entfernt (direkt an der großen Wegekreuzung, ca. 50m nördlich des Sees) steht ein Bildstock (Schelle-Bild, 1841), vor welchem sich eine weitere Infotafel befindet, die von noch einer alten Geschichte über den Schelle-See zu berichten weiß: Der Bildstock an der großen Kreuzung einiger alter Wege wurde 1841 errichtet. Er soll vom Neudorfer Bauern Schell aus folgendem Grund errichtet worden sein: Der Bauer Schell bewirtschaftete zu dieser Zeit einen Neudorfer Hof, zu dem auch der hier im Wald liegende kleine Schelle-See gehört hat. Im Schelle-See wurden damals offenbar Fische gezüchtet. Eines Nachts soll der Bauer Schell aus einem Traum erwacht sein, in welchem ihm Diebe seine Fische aus dem abgelegenen Waldsee stehlen wollten. Aus Angst um seine Fische machte er sich in der Nacht sofort auf zu seinem See - und traf wirklich mehrere Personen am See an. Diese schlugen ihn jedoch nieder und ergriffen dann die Flucht. Bauer Schell schaffte es aber auf allen Vieren kriechend nach Neudorf zurück. Den Traum sah er nun als göttliche Vorsehung an. Und da er so seine Fische retten konnte und selbst am Leben blieb, errichtete er aus Dankbarkeit diesen Dreifaltigkeits-Bildstock, der in der Gegend "Dreifaltigkeitsbild" oder -nach seinem Stifter- "Schelle-Bild" genannt wird. (Quelle laut Infotafel vor Ort: Schell, Werner. Gottersdorf - Sagen, Geschichten, Überlieferungen und wahre Begebenheiten im und um das Dorf. (2003)) . Die Inschrift auf dem Bildstock-Sockel lautet: DER ALLERHEILIGSTEN DREI FALTIGKEIT ZU EHREN IST DIES BILD ERICHT WORDEN 1841 . Das Bildmotiv des "Dreifaltigkeitsbilds" ist eigentlich eine Kombination aus Heiliger Dreifaltigkeitsdarstellung mit Vater (Gott) - Sohn (Jesus) - heiliger Geist (als Taube) und der Marienkrönung (Krönung Marias als Himmelskönigin durch Jesus und Gott).

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