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Wegkreuz Todesstelle Hans Weber 1644 - das 2. der 2 sogenannten 'Schwedenkreuze'

Wegkreuz Todesstelle Hans Weber 1644 - das 2. der 2 sogenannten 'Schwedenkreuze'

Aufgenommen am 13. Oktober 2011 · Standort 49.59123, 9.62247

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Kleindenkmal Nr. 07 (Dittwar): Das Dittwarer "Schwedenkreuz" (1644) Das „Schwedenkreuz“ steht links vom Waldweg, der außerhalb des Räumersberg-Steinbruchs in den Förstleinswald führt. Maninger (1983, s.u.) berichtet, dass es beim Wegbau im Zuge der Flurbereinigung renoviert und wohl ungefähr am Originalstandort wieder aufgestellt wurde. Den gibt Maninger (1968, s.u.) so an: „(...) 5Meter links vom Waldweg, der oberhalb des Steinbruchs vom Förstleins-Weg links abzweigt (...)“. Die Abmessungen des Buntsandsteinkreuzes betragen: H 120cm, B 83,5cm, T 18cm. Die Inschrift Die Inschrift befindet sich mittig auf dem Querbalken des Kreuzes: 1644 IST HANS WEBER SIMONS SOHN DES GERICHS VON DEN SOLDATEN ERSOSEN WORDEN Auf dem Kreuz wurden in späteren Zeiten neben der schwarz nachgemalten, eigentlichen Inschrift noch zahlreiche, weitere Einkerbungen vorgenommen - nahezu auf allen verfügbaren Seiten. Das meiste davon ist aber nicht (mehr) zu entziffern. Nach einer alten Sage ist obiges Kreuz das zweite von zwei miteiander zusammen hängenden „Schwedenkreuzen“, auch wenn die Inschriften (unterschiedliche Namen und Jahreszahlen) diese Erzählung klar widerlegen: Die Dittwarer Sage der "Schwedenkreuze": (...) Natürlich werden die Kreuzinschriften, die meistens von einem Unglücksfall berichten, großenteils von der mündlichen Überlieferung aufgegriffen; teilweise werden sie auch ausgeschmückt (...), oder bekannte Steinkreuzsagen werden mit ihnen verknüpft (...) Dittwar Krs. Tauber¬bischofsheim: zwei "Schwedenkreuze" mit Inschrift und den Jahreszahlen 1607 und 1644 erinnern an einen Bauern, der am Platz des einen Kreuzes beim "Zackern" von den Schweden überrascht wurde, die Flucht ergriff, aber im Pflugeisen hängenblieb und nur noch bis auf den "Rammersberg" kam, wo er von den Schweden eingeholt und umgebracht wurde. Dort steht das zweite Kreuz, in dessen Inschrift es heißt: "... Hans Weber von den Soldaten ersosen worden". - Die kaum mehr lesbare Inschrift des erstgenannten Kreuzes berichtet vom Tod eines andern, wird jedoch von der Erzählung übergangen wie auch die Verschiedenheit der Jahreszahlen). (...) Quelle: suehnekreuz.de (s.u.) Das erste der zwei „Schwedenkreuze“, welches im Gegensatz zu obigem sicher kein solches ist, ist das „Hegeleins-Kreuz“, also „Kleindenkmal Nr. 4 (Dittwar)“: https://plus.google.com/u/0/+HBeierstettel/posts/KBBsoqoJGB6 Auch wenn obige Sage insgesamt also sicherlich nicht der Realität entspricht, so dürfte das obige Dittwarer „Schwedenkreuz“ tatsächlich eines der wenigen wirklichen „Schwedenkreuze“ sein: 1644, in der Endphase des 30jährigen Krieges, wäre es möglich gewesen, dass schwedische Soldaten Dittwar heimgesucht haben könnten. Und die Inschrift beweist immerhin, dass der arme Hans Weber hier von Soldaten erschossen wurde. Da Hans Weber auf der Inschrift mit dem Zusatz „Simons Sohn“ versehen wurde, könnte man aus heutiger Sicht annehmen, dass Hans noch ein Kind oder Jugendlicher war, als er erschossen wurde. Das dürfte aber ein Trugschluss sein. Solche Spezifizierungen waren früher üblich und in diesem Fall sogar dringend erforderlich, um Verwechslungen auszuschließen: Hans Weber war damals in Dittwar ein häufig vorkommender Name. So sind z.B. 1669, also 25 Jahre nach Hans Webers Ermordung, 5 (!) Personen mit diesem Namen als Dittwarer Zinszahler an das Juliusspital Würzburg gelistet (Dittwarer Ortschronik, s.u.): Hans Caspar Weber, Hanns Merten Weber, Hanns Weber Jörgen Sohn, Hanns Weber Berndts Sohn, Hanns Weber Stoffels Sohn. Aufgrund dieser großen Verbreitung des Namens damals in Dittwar lässt sich nicht sicher sagen, ob der Hannß Weber, der 1619 in der Liste der wehrfähigen Dittwarer Männer genannt ist, der später Erschossene ist. Auch in der Türkensteuerliste von 1578 ist ein Hanns Weber mit einem nicht unbeträchtlichen Vermögen von 669 Gulden gelistet. Da in keiner dieser drei Listen aber ein Simon Weber zu finden ist, ist zu vermuten, dass dieser bereits vor 1578 gestorben ist. Der 1578 und 1619 genannte Hans Weber könnte demnach also der Ermordete sein. Er dürfte unter dieser Annahme dann zum Zeitpunkt seines Todes zwischen 40 und 80 Jahre alt gewesen sein. Literaturangaben zum Kleindenkmal: Manfred Maninger, „Zeichen der Geschichte: Bildstöcke und Steinkreuze“, in: Kleemann, Hafner, Withopf, Zegowitz, Walz (Hrsg.), „300 Jahre Kreuzkapelle – Dittwarer Heimatfest 9./10. und 11. September 1983“, Lauda: Stieber-Druck 1983, S. 129-134; dort: Nr. 07 Manfred Maninger, „Chronik der Gemeinde Dittwar“, 1968; online auf: http://www.hkvdittwar.de/ (Homepage des Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V., abgerufen 10/2017); dort: Nr. 07 Heimat- und Kulturvereins Dittwar e.V. (Hrsg.), „Bildstöcke und Kleindenkmale“ ; online, auf der Vereinshomepage: http://www.hkvdittwar.de/bildstoumlcke.html (abgerufen 10/2017); dort: Nr. 7 Bernhard Losch, „Sühne und Gedenken – Steinkreuze in Baden-Württemberg“, Stuttgart: Kommissionsverlag Konrad Theiss 1981; dort: S. 109, Nr. „Tauberbischofsheim XII“ Ernst Cucuel und Hermann Eckert, „Die Inschriften des badischen Main- und Taubergrundes. 1. Band: Wertheim – Tauberbischofsheim“, Stuttgart: Alfred Druckenmüller Verlag 1969 (unveränderter Nachdruck der 1. Auflage: Stuttgart: J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung 1942); dort: S. 157 (Nr. 422) suehnekreuz.de: a) http://www.suehnekreuz.de/geschichte22.html , b) http://suehnekreuz.de/bw/dittwar.htm Online: https://plus.google.com/u/0/+HBeierstettel/posts/PQaDW1VdDEz

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