Wegkreuz (Anfang 17. Jhd.) an einer Weggabelung hinter der Ölmühle
Aufgenommen am 17. November 2012 · Standort 49.67797, 9.52454
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Wegkreuz (Anfang 17. Jhd.) an einer Weggabelung hinter der Ölmühle:
Das Kreuz trägt heute als einzige lesbare Inschrift (direkt oben auf dem Kreuzquerbalken) den bekannten Spruch aus den Klageliedern Jeremias:
O MENCHS BEDENCK OB AUCH EIN SCHMERTZ SEI ALS WIE MEIN SCHMERTZ
.
Dennoch erlaubt das Kreuz eine relativ genaue Datierung, da am Kreuzstamm -direkt unter den Füßen des Gekreuzigten- noch das Steinmetzzeichen und die Initialen WG zu erkennen sind:
Cucuel & Eckert (s.u.) fanden dieses Steinmetzzeichen nämlich auch auf Grab-/Gedenkplatten an/in der Külsheimer Kirche, die für Verstorbene Anfangs des 17. Jhd. gefertigt wurden. Kolb (s.u.) erkennt das Zeichen u.a. auch noch auf dem 1629 von Niclaus und Barbara Loer gestifteten Bildstock.
Auf dem Sockel befand sich ursprünglich wohl einmal eine Stifterinschrift, die jedoch bei Renovierungen dick überstrichen, geschliffen und somit letztlich leider unleserlich gemacht wurde. Nur noch wenige Buchstaben sind zu erahnen. Eventuell handelt es sich aber ohnehin nicht um den Original-Sockel des Kreuzes (vgl. Standort).
Standort:
Obwohl das Kreuz offenbar bereits mindestens seit 1942 (Cucuel/Eckert) am heutigen Standort zu stehen scheint, so handelt es sich doch nicht um seinen Originalstandort: Sowohl Cucuel & Eckert als auch Kolb berichten übereinstimmend, dass das Kreuz ursprünglich beim (alten) Rathaus am Treppenaufgang zur Kirche gestanden haben soll. (Nach einigen Jahren ohne Kreuz hat dort mittlerweile ein anderes Kreuz seinen Platz gefunden.)
Das Kreuz stand an an seinem alten Standort vielleicht auf diesem Sockel.
Auch jenes Kreuz, welches heute auf dem vermeintlichen Originalsockel Sockel steht trägt das Steinmetzzeichen desselben Meisters wie das obige Kreuz bei der Ölmühle, stammt also aus der gleichen Zeit. Das obige Kreuz an der Ölmühle weist aber im Gegenteil zum heutigen Kreuz auf dem potentiellen Originalsockel keinerlei Stifterinschrift auf. Der beschriftete Sockel würde beim obigen Kreuz also viel mehr Sinn ergeben.
Zudem weisen sowohl Kolb als auch Cucuel & Eckert ja darauf hin, dass obiges Kreuz ursprünglich beim (alten) Rathaus am Treppenaufgang zur Kirche gestanden haben soll. Einen derart populären und zentralen Standort konnte zur Errichtung eines Kreuzes auch damals schon aber wohl nur jemand auswählen, der einen hohen gesellschaftlichen Status und vor allem viel Macht hatte. Der auf obigem Sockel verewigte Stifter, H. Stephan Bauman, ein Doctor beider Rechte und hochfürstlicher deutschmeisterlicher Ratsherr hatte diese Macht und solches Ansehen sicherlich.
Weiß jemand, ob ich mit meiner Vermutung richtig liege? --
verwendete Quellen:
Kolb, Karl. Bildstöcke im Taubertal. (Tauberbischofsheim: Wig-Verlag 1952); S.13, Nr.28
Cucuel, Ernst & Eckert, Hermann. Die Inschriften des badischen Main- und Taubergrundes. Wertheim - Tauberbischofsheim. (Stuttgart: J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung 1942); S.157, Nr.423
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