Wartturm oder Raubritterburg? - Mauerreste am Hang des Zieglersrains zum Hachtelboden
Aufgenommen am 29. September 2013 · Standort 49.68950, 9.74823
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Zieglersrain - Am Hang zum Hachtelboden soll einst eine Burg gestanden haben (nahe Hof Baiertal)
An diesem Hang konnte Siegfried Schultheiß (s.u.) ca. 1980 mit seinen Grundschülern einige größere, bearbeitete Steine freilegen, die vermutlich von einem massiven Gebäude stammen, welches früher hier gestanden haben muss. Nach mündlichen, Großrinderfelder Überlieferungen stand hier einst eine Burg, deren Steine aber um das Jahr 1920 herum großteils abgetragen und zum Bau der Straße von Hof Baiertal zur Wenkheimer Straße bzw. zum Fundamentbau von Scheunen und Häusern verwendet wurden.
Laut Großrinderfelder Zeitzeugen soll bis dahin hier sogar noch ein gewölbter Torbogen gestanden haben.
Auch Oechelhäuser (s.u) berichtet 1898 von einer Burg in der Nähe von Gerchsheim, von der nur noch die Grundmauern vorhanden seien. Schultheiß zitiert noch weitere Literaturquellen, in denen sich Hinweise auf eine solche Burg finden: Demnach erwähnt Schuster (1908), dass zwischen Hof Baiertal und Gerchsheim ein Schloss namens Egenburg gestanden habe, von dem zwar Mauerreste gefunden worden sein sollen, niemand in der Gegend aber mehr etwas über eine solche Burg zu berichten wisse. (Zusammenhang bzw. Verwechslung mit dem ca. 8km südöstlich gelegenen Egenburgerhof (ca. 1,5km östlich von Schönfeld), der 1382 erstmals als die Egenburg erwähnt wurde?)
Auch Berberich (s.u.) erwähnt 1895, dass wenige Jahre zuvor beim Umgraben Mauerreste zwischen Hof Baiertal und Gerchsheim gefunden worden seien. Aufgrund der Funde des Lehrers Schultheiß und seiner Viertklässler kam schließlich das Landesdenkmalamt zu einer Ortsbesichtigung und stellte daraufhin fest, dass es sich bei den gefundenen Steinen eindeutig um behauene handelt, ihr Alter aber nicht mehr zweifelsfrei datiert werden könne. Das Landesdenkmalamt vermutete, dass die Steine von einem mittelalterlichen Wartturm stammen könnten, worauf auch die Nähe zur Alten Straße und der Grenze zwischen Kurmainz und dem Hochstift Würzburg hindeute. Schultheiß ergänzt, dass eben diese Lage aber auch genauso gut ein hervorragender Standort für eine
Raubritterburg (14./15. Jhd.) hätte sein können, wofür u.a. auch der nahe Flurname Grafenfeld (Grafenäcker) spräche.
verwendete Literatur:
Schultheiß, Siegfried Sagenhafte und wahre Großrinderfelder Geschichten. (Würzburg: Beckdruck GmbH 2012), S. 59-63 (Hrsg.: Heimat- und Kulturverein der Gesamtgemeinde Großrinderfeld e.V.)
Oechelhäuser, Adolf von & Kraus, Franz Xaver [Hrsg.] Die Kunstdenkmäler des Großherzogthums Baden (Band 4,2): Die Kunstdenkmäler des Amtsbezirks Tauberbischofsheim (Kreis Mosbach). (Freiburg i.Br., 1898); S. 24
Berberich, Julius Dr. Geschichte der Stadt Tauberbischofsheim und des Amtsbezirks. (Tauberbischofsheim: Verlag M. Zöller 1895); S.308
Schlagwörter
- Deutschland
- Baden-Württemberg
- Tauberfranken
- # Ruine-Denkmal
- #Str. - L 578
- Großrinderfeld
- # Sage-Legende
- Steinbach
- # A-Herbst
- # 1400 - 1499
- # Burg
- Gerchsheim
- # Turm
- # 1300 - 1399
- Hof Baiertal
- Hachtelboden
- Zieglersrain
- # Egenburg (abgetragen)
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