Teilweise rekonstruierter Galgen (Ehemalige Hochgerichtsstätte)
Aufgenommen am 27. Mai 2012 · Standort 49.59076, 9.38099
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Ehemalige Walldürner Hochgerichtsstätte (Galgen):
Auf der schon sehr verwitterten Infotafel, die am Heidingsfelder Weg rechts vor der teil-rekonstruierten Hochgerichtsstätte steht, ist zu lesen:
Ehemalige Hochgerichtsstätte (Galgen)
Dieses Mahnmal, an einem uralten Fern- und Wallfahrtsweg gelegen, soll die Erinnerung
wachhalten an einen Ort der früh- und mittelalterlichen Hochgerichtsbarkeit.
Von der jüngeren Steinzeit an -in unmittelbarer Nähe sind heute noch 7 Hügelgräber aus
vorgeschichtlicher Zeit erhalten- bis ins 19. Jahrhundert reicht die Zeitspanne, in der
Menschen, die sich gegen Sitte, Recht und Gesetz vergangen hatten, am Galgen den
Tod durch den Strang erlitten. Bei den Germanen stand auf Verrat, Feigheit und
Flucht vor dem Feinde und Mord die Todesstrafe, die im Thing von allen freien Män-
nern eines Stammes beschlossen wurde.
Im Laufe der Jahrhunderte kamen weitere Tötungsdelikte hinzu.
Ursprünglich war es üblich, den Missetäter an einem dürren, "lebenshemmenden"
Baum zu erhängen. Im 8. Jahrhundert ordnete Karl der Große dann die Errichtung
von künstlichen Galgen an.
Im hiesigen Raum waren es die Edelherren von Dürn, die ab dem Jahre 1168 für
die Stauferkaiser das Straf- und Geleitrecht ausübten. Nach dem Übergang der
Stadt Walldürn an das Erzstift Mainz im Jahr 1294 lag die Gerichtsbarkeit bei den
Zentgrafen und Amtmännern der Mainzer Fürstbischöfe und verblieb dort bis zur
Säkularisation im Jahre 1803. Mit dem Anschluss Walldürns an das Großherzog-
tum Baden war daraufhin dessen Justiz zuständig. Die letzte öffentliche Hinrich-
tung im Amtsbezirk Walldürn erfolgte im Jahr 1817 durch den Scharfrichter.
Diese Gedenkstätte wurde im Jahre 1998 errichtet vom Walldürner Odenwaldklub aus Anlass seines 100jährigen Bestehens. Odenwaldklub e.V.
.
Mehr Infos und Kontakt:
Homepage des Odenwaldklubs Walldürn
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