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Seelen im Fegefeuer (1755)

Seelen im Fegefeuer (1755)

Aufgenommen am 9. November 2013 · Standort 49.67158, 9.64170

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Seelen im Fegefeuer (Werbach, 1755) Das Bild erscheint mir zu groß, als dass es evtl. einmal ursprünglich Bestandteil eines Bildstocks (mit Säule) gewesen sein könnte. Heute ist es jedenfalls an der Werbacher Friedhofsmauer (innen, links neben dem Eingang) angebracht. Dort befindet es sich bereits mindestens seit Anfang der 1950er Jahre (vgl. Kolb, s.u.). Ich halte es für gar nicht so unwahrscheinlich, dass das Bild schon seit seiner Stiftung im Eingangsbereich des Friedhofs zu finden war. Auf dem großen Relief ist –eingerahmt von zwei Säulen, auf welchen ein geschwungenes Dach sitzt- das Fegefeuer in Form eines wabenförmig geflochtenen Korbes dargestellt, aus welchem viele hohe Flammen züngeln. Zwischen den Flammen ragen sieben Köpfe heraus, die sieben im Fegefeuer gefangene Seelen symbolisieren sollen. Links und rechts am Rand direkt über den Flammen fliegen zwei kleine, nahezu an kleine Feen erinnernde Engel, die damit beschäftigt sind, die unglücklichen Seelen aus dem Fegefeuer zu retten: Jeder der beiden Engel reicht gerade schon jeweils einer der Seelen die erlösende Hand, um diese aus dem Fegefeuer empor zu ziehen. Über den beiden Engeln folgt noch die Heilige Dreifaltigkeit, nämlich Jesus mit Kreuz (links), Gottvater mit Erdenkugel (rechts) und der Heilige Geist in der üblichen Darstellung einer Taube (zentral über beiden fliegend). Das ganze Bild ruht auf einem schmalen, rechteckigen Sockel, auf welchem sich folgende Inschrift findet: NIEMAND DER ARMEN SEELEN VERGESS SOWOHL IN ALS AUS DER HEIL MESS I.A.S. ERRICHTEN LASSEN (P.T.) LUDMAGIS DEN 22. NOVEM 1755 . Die Zeilenenden sind heute kaum mehr zu erkennen, P.T. (Ende der 3. Zeile) musste ich dabei nicht mehr nachprüfbar einfach von Kolb übernehmen. Falls P.T. Ludmagis tatsächlich der Stifternamen sein sollte, so dürfte es sich wohl um den damaligen Gemeindepfarrer gehandelt haben, wozu ja auch der fromme Spruch mit dezentem Hinweis auf die Hl. Messe in den beiden Zeilen zuvor sehr gut passen würde. I.A.S. könnte dann für in aller Sinne bedeuten als Hinweis darauf, dass der Pfarrer den Bildstock stellvertretend für seine gesamte Gemeinde errichten ließ. . Ein ähnlich (aber nicht identisch) aufgebautes Bild, auf welchem ebenfalls Seelen aus dem Fegefeuer gerettet werden, findet sich im Werbacher Grabenweg und zwar dort ebenfalls in eine Mauer eingesetzt (welche früher einmal die östliche Außenmauer des Ortes bildete). Jenes Bild ist doppelseitig (auf der Rückseite ist ein Relief des Hl. Andreas zu sehen), so dass sich die Frage aufwirft, ob das obige Fegefeuer-Bild in der Werbacher Friedhofsmauer ursprünglich nicht auch einmal doppelseitig war. . verwendete Literatur: Kolb, Karl Bildstöcke im Taubertal. (Tauberbischofsheim: Wig 1952), S. 42, Nr. 212 ähnliches Bild: d01270

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