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Räuberschlößchen - letzte Mauerreste

Räuberschlößchen - letzte Mauerreste

Aufgenommen am 15. Mai 2012 · Standort 49.73686, 9.31292

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Das Räuberschlößchen: Das Räuberschlösschen war vermutlich der Vorgängerbau der heutigen Burgruine Freudenberg (Freudenburg), die ca. 1km weiter westlich am Hang liegt. Hinter dem Halsgraben, der heute ein Waldweg ist, findet man noch ein paar Trockenmauer-Reste, wahrscheinlich die letzten Überreste der Schildmauer des Räuberschlößchens. Diese, die Kellerwände (mit Treppe) zweier kleinerer Gebäude und Überreste eines Tores wurden 1890 vom Miltenberger Hobbyarchäologen Conrady ausgegraben. Bau und Niedergang des Räuberschlößchens: Der Bau des Räuberschlößchen wurde wohl in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts begonnen, wahrscheinlich zwischen Januar und April 1197 im Auftrag des Würzburger Bischofs Heinrich III.. Da dieser aber am 14.4.1197 starb, blieb der Bau zunächst unvollendet. Später sollte der (Weiter-)Bau wieder aufgenommen werden (unter Bischof Konrad), aber auch dieser Versuch blieb durch die Ermordung des Bischofs im Jahr 1202 in den Anfängen stecken. Wenige Jahre später muss der Fertigbau Anlage dann endgültig aufgegeben worden sein. Stattdessen entschied sich der zu diesem Zeitpunkt amtierende Würzburger Bischof Hermann von Lobdeburg, ca 1 km weiter westlich einen neuen Burgbau-Versuch zu starten - die heutige Burgruine Freudenberg (Freudenburg). Grund für die Standortverlagerung war vermutlich, dass Bischof Hermann von Lobdeburg nicht nur eine allein stehende Burg bauen, sondern nun auch eine Stadt (erste Erwähnung 1235) im Schutze der neuen Burg gründen wollte. Das Areal am Fuße der heutigen Freudenburg eignete sich dazu viel besser als der dafür viel zu schmale Mainuferstreifen unterhalb des am Steilhang liegenden Räuberschlößchens. Zwischen 1226 und 1233 gab es außerdem vermutlich wegen des Freudenberger Areals eine Fehde zwischen Würzburg und Wertheim. (Hintergrund: Der Würzburger Bischof Heinrich III. hatte das Areal um Räuberschlößchen/Freudenberg zum Bau einer Burg mit dem Kloster Bronnbach gegen den Würzburger Besitz (Hof) Wagenbuch getauscht, womit Bronnbach dann aber wohl einige Jahre später unzufrieden war.) Dabei könnte es auch zum Brand mindestens eines der Gebäude auf dem ersten Burgareal (Räuberschlößchen) gekommen sein (Brandspuren wurden gefunden). Evtl. wurde das unvollendete Räuberschlößchen zu der Zeit von Würzburg verwendet, um Bewacher der Furt und des Fernwegs auf die Höhe dort (bis zum Brand) zu stationieren. Grund der Standortwahl: Um den Standort des ehem. Räuberschlößchens herum befinden sich zahlreiche, kreuz und quer zueinander verlaufende Gräben und Wälle. Es könnte sein, dass diese die Funktion hatten, die Reisenden am unkontrollierten Verlassen des Fernwegs zu hindern. (Um womöglich am Räuberschlößchen evtl. anfallenden Schutzgeld-/Maut-Zahlungen zu entgehen?) Der im Mittelalter wichtige Fernweg kam aus dem Spessart, überquerte den Main an einer ehem. Furt ungefähr bei der Liebeseiche und zog sich dann Richtung Südosten den Berg hoch - unmittelbar oberhalb des Räuberschlößchens vorbei und immer weiter steil den Berg hoch bis auf die Höhe bei Ebenheid. Dort oben vereinigte sich der Fernweg mit einer Alternativroute der Mainzer Konkurrenz, die von Miltenberg ins Erftal und dort dann im zum Erzstift Mainz gehörigen Eichenbühl über eine Alte Steige auf die Höhe führte. Oben auf der Höhe ging es dann weiter über Neunkirchen - Külsheim - Tauberbischofsheim - Würzburg bis nach Nürnberg, Augsburg etc. Der Standort des Räuberschlößchens an einem sehr steilen Hang war ideal, um sowohl das Maintal als auch den direkt vorbei führenden Fernhandelsweg zu kontrollieren. Sagen zum Räuberschlößchen: Einer Sage nach wohnten im Räuberschlössle einst Raubritter, die die auf dem Wasser oder Lande Vorbeireisenden ausplünderten. Sofern diese Sage nicht auf damals Mainzer Gebiet entstanden ist und die Würzburger Gefolgsleute des Räuberschlösschens als Raubritter diffamiert wurden (, was durchaus plausibel wäre, um damit die Handelsreisenden zum Wählen der vermeintlich sichereren und mautpflichtigen Steige im mainzischem Eichenbühl zu bewegen), zeigen vorherige Erläuterungen, dass jene Geschichte keinen wahren Kern besitzen kann. (Es sei denn, sehr viel später, sogar nach dem Niedergang der Freudenburg (zweite Burg Freudenberg) -zum Beispiel in den grausamen Zeiten des Dreißigjährigen Kriegs (1618-1648)- hätten Straßenräuber die Überreste des Räuberschlößchens als ihr Räuberlager gewählt...) . Eine weitere Erzählung datiert den Bau des Räuberschlößchens gleich mal über 1000 Jahre früher und macht aus ihm einen Teil der Befestigungsanlagen des römischen Limes. Dies ist definitiv falsch. (s.o.) Da der Limes in der Region auch Teufelsmauer genannt wurde, wurde das Räuberschlößchen folglich auch Teufelsburg genannt. - Quellen: Burgfuehrungen.dreipage2.de Burgenwelt.de Geocaching.com, Cache Räuberschlößchen

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