Pieta aus dem 19. Jhd. am Beginn eines Grabens
Aufgenommen am 26. Mai 2012 · Standort 49.57345, 9.44800
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Bildhäuschen mit großem Heilig-Blut-Relief (1742?) im Walldürner Wald (westl. von Bretzingen)
Wenn man von Bretzingen auf dem Heuackerweg (Scharrenweg/ Kapellenweg) zwischen Kornberg und Hohnberg durch den Steinichboden nach Westen Richtung Walldürn geht, erreicht man am Ende des Steinichbodens den Walldürner Wald. In diesem, nur ca 50m von seinem östlichen Waldrand entfernt, steht an einem Weg das obige Bildhäuschen. Da der Weg anschließend quer durch den Walldürner Wald nach Westen Richtung Walldürn zieht, könnte es sich hier um einen alten Wallfahrtsweg zum Heiligen Blut (Walldürn) handeln. Das würde zumindest gut zum großen, prunkvollen Relief passen, welches sich in dem Bildhäuschen befindet: Zentral ist nämlich hinter einem aufgezogenen Vorhang das Walldürner Blutwunder in der üblichen Darstellung zu sehen. Dieser Vorhang wird zu beiden Seiten jeweils von einem stehenden Engel aufgehalten. Die beiden Engel schauen sehr traurig und halten in ihrer jeweils anderen Hand eine Kerze. Über dem Vorhang sind in Wolken vier weitere Engelsköpfe zu erkennen. Das Relief, insb. die beiden stehenden Engel, ist detailliert und gut gearbeitet. Im Laufe der Zeit haben sich in dem Bildhäuschen noch zwei größere Marienfiguren (mit Jesuskind auf dem Arm) und noch ein kleineres Relief mit einem Engel, der ein Wappenschild zu halten scheint eingefunden.
Auf dem großen, altarartigen Sockel des Bildhäuschens befand sich vorne die Inschrift, die leider mittlerweile erheblich abgesplittert und so nur noch teilweise zu entziffern ist (Angaben in Klammer sind unsicher, Fragezeichen stehen als Platzhalter für gar nicht mehr zu erkennende Zeichen):
DEM H: BLUTH ZU
EHREN HAT IACOB UND
(GE???) A(BE)? ?(O)N (D)ISTEL
HAUSEN (??)DI(G?)N STANTS
DIES(E)S BIL(T)HEUS(???)
(??) STELLEN LAS(SEN) (???)
(???) (?a)y 17(4)2
Dem H. Bluth zu Ehren hat Iacob und Georg Abel von Distelhausen ledigen Stants dieses Biltheus??? ?? stellen lassen. ?? May 1742
Das Bildhäuschen könnte also von einem ledigen Geschwisterpaar namens Jakob und Georg Abel aus Distelhausen errichtet worden sein. Der Anlass war offenbar eine Wallfahrt zum Heiligen Blut nach Walldürn, die sie hier vorbei führte. Evtl. ereignete sich hier an dieser Stelle für die Pilger ein (Un)Glück, weshalb sie sich zur Stiftung des Bildhäuschens entschlossen. In der letzten Zeile stand das Stiftungsdatum. Der Tag ist vollständig weggebrochen, beim Monat könnte es sich um den Mai (
May) und beim Jahr dürfte es sich um 1742 handeln.
Das Heilig-Blut-Relief weist eine auffällig große Ähnlichkeit mit dem Relief eines Bildstocks in Oberlauda auf, so dass es vom selben Bildhauer stammen könnte.
Auch in Distelhausen selbst –heute in der Wolfgangskapelle- findet sich ein Heilig-Blut-Relief, das zumindest in seiner groben Anordnung an obiges Relief im Bildhäuschen erinnert, sich dann aber im Detail doch so davon unterscheidet, dass es wohl von einem anderen Bildhauer stammt, der wahrscheinlich das obige Relief im Bildhäuschen als Vorlage verwenden sollte: Darauf deutet hin, dass das in Distelhausen befindliche Relief im selben Zeitraum (vermutlich 18 Jahre später) entstanden ist und von einem Paulus Abel gestiftet wurde – also offenbar einem Verwandten der Abel-Brüder, die obiges Bildhäuschen im Walldürner Wald westlich von Bretzingen errichten ließen.
www.badische-heimat.de/neu/verein/heft/reprint/1979_bretzingen.pdf
d01992
Verwitterte Pieta am Beginn eines Grabens (bei Waldstetten)
Der gesamtze Bildstock ist leider sehr verwittert. Vom (sehr einfachen) Pietarelief sind so nur noch die Umrisse zu erkennen. Rechts und links oben im Eck des Bildteils sind zwei schlichte (Engels-)köpfe zu erahnen. Direkt unter der Pieta ist zu lesen:
Gott Mit Uns
Die Inschrift ist schwarz nachgezeichnet. Ich bin mir nicht sicher, ob es sich um eine Originalinschrift handelt.
Auf dem Sockel folgt die Stifterinschrioft, die jedoch zum Großteil schon abgesplittert ist (Angaben in Klammer sind nur noch vage zu erkennen und daher unsicher, Fragezeichen stehen als Platzhalter für Passagen, die gar nicht mehr zu entschlüsseln sind):
Gott (und der)
J(un)g(frau Maria)
zu E(hren) hat
Jo(s??) (?????)n
(??? ?????)
(??????)
(???) 18(84)
Das Ende der 4. Zeile lautet entweder tin (Valentin oder Martin?) oder hn (Kuhn oder Zahn?), der (erste) Vorname (Beginn der vierten Zeile) dürfte Josef heißen. Beim Stiftungsjahr handelt es sich wahrscheinlich entweder um
1884 oder 1844.
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