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Liebfrauenbrunn (Quellheiligtum mit Wallfahrtskirche von 1902) und der Erlenbach-Bildstock (1754)

Liebfrauenbrunn (Quellheiligtum mit Wallfahrtskirche von 1902) und der Erlenbach-Bildstock (1754)

Aufgenommen am 2. Januar 2012 · Standort 49.67080, 9.66525

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Liebfrauenbrunn (Quellheiligtum mit Wallfahrtskirche von 1902) und der Erlenbach-Bildstock (1754) Liebfrauenbrunn (Quellheiligtum mit Wallfahrtskirche von 1902) und der Erlenbach-Bildstock (1754): Die Sage von der Entstehung des Liebfrauenbrünnleins In der Nähe des Moosigbrünnleins [beim Moosigwald, südlich der Landstr. zwischen Tauberbischofsheim und Großrinderfeld] hatte ein Tauberbischofsheimer Bauer einst einen Acker. Da alle Leute, die im Sommer auf den umliegenden Feldern arbeiteten, oft zum Brünnlein zum Wasserschöpfen gingen und dabei dem Bauern Gras zertreten wurde, geriet der Bauer mit der Zeit derart in Zorn, dass er den Brunnen mit Quecksilber vergiftete. Dafür muss der Bauer heute noch umgehen. Die Quelle läuft aber jetzt nahe dem etwa 1 1/2 Stunden entfernten Werbach heraus und heißt Liebfrauenbrünnlein. Das Gnadenwasser der Quelle soll gegen Kinderlosigkeit und Augenkrankheiten helfen. Die Sage, warum die Wallfahrtskapelle Liebfrauenbrunn gebaut wurde Bis Anfang des 18. Jahrhunderts sprudelte am Fuße des Höhbergs zwischen Werbach und Werbachhausen eine Quelle mit äußerst schmackhaftem Wasser, die gerade im Sommer gerne von allen auf den umliegenden Feldern und in den Weinbergen arbeitenden oder vorbei ziehenden Menschen aufgesucht wurde. Ungefähr um das Jahr 1700 ging der Acker mit der Quelle in den Besitz des reichen und geizigen Stürmers-Märtel, auch Geiz-Märtel genannt, über, dessen eigentlicher Name Martin Georg E(h)rlenbach war. Da es den geizigen Werbacher ärgerte, dass er seinen Acker wegen der Quelle und v.a. des Menschenstroms zu dieser nicht optimal ausnutzen konnte, wollte er die Quelle von seinem Acker entfernen. Nachdem er es vergeblich mit Abzugslöchern und Steinen im Quelltopf versucht hatte, besorgte er sich schließlich ein großes Quantum Quecksilber und warf dies in die Quelle. Die Quelle muss sich darauf wohl einen unter der Erde einen anderen Weg gesucht haben, jedenfalls versiegte sie von da an an ihre ursprünglichen Stelle und niemand konnte die neue Austrittsstelle finden. Martin Erlenbach hatte von da an aber das Unglück gepachtet: Zunächst zerstörte ein gewaltiges Unwetter mit starkem Hagel sein gesamtes Getreide kurz vor der Ernte. Durch das Unwetter führte der Welzbach enormes Hochwasser [in Oberaltertheim existieren noch dazu passende Hochwassermarken!] und Erlenbachs 12-jähriger Sohn, der am Ufer spielte wurde von der Flut fortgerissen. Erst mehrere Wochen später wurde sein Leichnam an einem Mühlrechen gefunden. Die Mutter der Knaben starb kurz darauf aus Kummer über den Tod ihres Sohnes. Martin Erlenbach war durch die Unglücksfälle schwer gezeichnet und hoffte durch die Hochzeit mit einer reichen, schönen Werbacherin wieder Glück zu finden. Die Hochzeitsfeier sollte gleich nach der Heuernte stattfinden. Die Braut Maria Franzisca half bei der Heuernte eifrig mit, kochte für die Taglöhner und das Gesinde und arbeitete am Nachmittag auf den Wiesen. Als sie eine Bürde Gras aufheben wollte, rutschte sie auf dem feuchten Wiesenboden aus und fiel so unglücklich in die Sense, dass sie am linken Bein eine tiefe, klaffende Wunde davontrug. Martin Erlenbach schickte sofort einige seiner Leute fort, um Hilfe zu holen und versuchte selbst, die Wunde mit einem Tuch zu verbinden und die Blutung zu stoppen. Dies gelang ihm jedoch nicht und noch bevor seine Leute zurück kamen, war Maria Franzisca verblutet. Kurz darauf wurde Martin Erlenbach selbst schwer krank- alle Ärzte der Region versuchten 5 Jahre lang vergeblich, ihn von seinen heftigen Schmerzen zu befreien. Die Schmerzen wurden sogar immer stärker. Den Tod vor Augen bereute martin Erlenbach all seine Sünden und gelobte ein guter Mensch zu werden, sofern ihn Gott noch einmal am leben ließe. Insbesondere wollte er die verschwundene Quelle wieder finden und bei ihr eine Kapelle zur Ehre Gottes erbauen lassen. Kaum hatte Martin Erlenbach dieses Gelübde abgegeben, ging es ihm wider Erwartens schnell besser. Die Werbacher wunderten sich sehr, als Martin Erlenbach kurz darauf zahlreiche Taglöhner mit der Suche nach der verschwundenen Quelle beauftragte - die Suche nach dem neuen Quellort blieb zunächst jedoch erfolglos. Für die Stelle, an welcher zuvor seine Frau Maria Franzisca gestorben war, hatte Martin Erlenbach derweil einen Bildstock in Auftrag gegeben und nun seinen Arbeitern die Aufstellung desselben an der Todesstelle befohlen. Da meldeten ihm seine Arbeiter, sie hätten nahe bei der Todesstelle, direkt am Ufer des Welzbachs eine Quelle entdeckt, die keiner von ihnen und auch keiner der Alten des Dorfes je zuvor gefunden hätte. Auch Martin Erlenbach selbst, der sich um seine Äcker herum sehr gut auskannte, wußte bis dahin nichts von dieser Quelle. Das Wasser der neu entdeckten Quelle hatte denselben Wohlgeschmack wie das der verschollenen Quelle. Martin Erlenbach hielt sich an sein Gelübde, fasste die Quelle in Stein, baute ein Gewölbe darüber und errichtete auf diesem so eine Kapelle, dass der Altar der Kapelle seinen Platz direkt über der Quelle fand. Die Giebelmauer der Kapelle musste dafür direkt im Welzbach errichtet werden und ein kleines hölzernes Brücklein zum Eingang gebaut werden. Martin Erlenbach taufte sein Kirchlein auf den Namen Liebfrauenbrunnen-Kapelle. Von da an hatte Martin Erlenbach das Glück wieder auf seiner Seite. Und da er sich zudem zu einem guten Menschen gewandelt hatte, genoß er in Werbach bald derart großes Ansehen, dass er bald sogar als der Tüchtigste zum Bürgermeister gewählt wurde. Auch eine neue Frau hatte er gefunden und zu seinem vollkommenen Glück fehlte nur noch ein Kind. Da seine Frau sehr gläubig war, betete sie für die Erfüllung des Kinderwunsches sehr häufig in der Liebfrauenbrunnen-Kapelle und trank das Wasser der Quelle. Als sie bald darauf eine Tochter gebar, sah sie dies allein als Folge ihres Gottvertrauens an. Martin Erlenbach selbst drohte wenige Jahre vor seinem Tod zu erblinden, behielt das Augenlicht jedoch und schrieb die Erhaltung seines Augenlichts alleine auf den gottesfürchtigen und regelmäßigen Trank des heilkräftigen Quellwassers zu. Bald wurde Liebfrauenbrunn zu einer Wallfahrtskapelle, der Quelle wurde eine besondere Heilkraft zugeschrieben, z.B. bei Augenleiden und Kinderlosigkeit... Soweit die christlich motivierte Sage, die um die Geschichte der Errichtung des neben der Kapelle befindlichen Bildstocks durch Martin Erlenbach herum aufgebaut wurde, welcher auch tatsächlich mit der Kapelle selbst zu tun hat, jedoch in anderer Form: Er war einer der Männer, welche eine vor der heutigen Kapelle bereits an der Quelle befindliche Holzkapelle renovieren ließen! Die Quelle war nämlich in Wahrheit an ebenjener Stelle schon seit urdenklichen Zeiten bekannt und ebensolange wurde ihr auch schon eine besondere Heilkraft bei u.a. Augenleiden und Kinderlosigkeit zugeschrieben. Dies ist vermutlich bis auf die Hallstadtzeit zurückzuführen, zu welcher schon die keltischen Druiden das Wasser der Quelle als Heilmittel bei derartigen Leiden genutzt haben könnten. Die Quelle geriet im Laufe der Zeit nie ganz in Vergessenheit und bei der Christianisierung wurden die heidnischen Bräuche dann wie üblich mit christlichem Sinn versehen... Die Homepage der Gemeinde Werbach verrät mehr über die wahre Geschichte Liebfrauenbrunns. Nachfolgend ein Überblick: Fakten zur Geschichte Liebfrauenbrunns: Die Quelle existiert an jener Stelle schon seit sehr langer Zeit. Vermutlich galt sie bereits in der Hallstadtzeit als Quellheiligtum, wurde bereits von den Kelten als Heilwasser bei Augenleiden und Kinderlosigkeit genutzt. Vermutlich seit der Christianisierung des Taubertales durch Bonifatius und Lioba (um ca. 750) stand an der Quelle ein steinernes Mutter-Gottes-Bild. Anfang des 15. Jahrhunderts wurde wohl die erste Kapelle im spätgotischen Stil und aus Holz als offene Feldkapelle errichtet. Mitte des 18. Jahrhunderts ließen einige Männer diese Kapelle renovieren, unter Ihnen auch Martin Georg E(h)rlenbach, der auch den Bildstock neben der Kapelle gestiftet hatte und der später in der mündlichen Überlieferung zum Erbauer der Kapelle gemacht wurde. Im Jahre 1902 wurde das alte, morsch gewordene Holzkirchlein unter Pfarrer Julius Krug durch das heute noch stehende, steinerne Wallfahrtskirchlein im gotischen Stile ersetzt. Grundsteinlegung war am Feste Mariä Geburt, am 8. September 1902. Detailfotos von WanderGroschi & CGK zur heutigen Kapelle: Altarraum,Zugang zur Quelle unter der Kapelle Der Bildstock von 1754 rechts neben der Kapelle Liebfrauenbrunn: Der Bildstock von 1754 rechts neben der Kapelle Liebfrauenbrunn steht an der Stelle, an welcher am 4.7.1753 Maria Franzisca Erlenbach tödlich verünglückte. Die Inschrift auf dem Bildstock lautet: Betracht den Tod o Wandersmann, wie ungefähr er kommen kann und was sich hier begeben: Ein Bund von Gras aufheben, wie durch Unglück in die Sensen fiel, verlor dabei das Leben, Maria Franzisca Ehrlenbachin, 4. Juli 1753, ihrs Alter 61 Jahr. Zur Gedächtnus dieses Unglücks und seiner treugeliebten Ehefrau hat diese Bildnus hieher setzen lassen der ehrsame Mardin Georg Ehrlenbach Bürger und Bütner-Meister zu Werbach 1754 Laut Homepage der Gemeinde Werbach ist dieser Unglücksfall auch urkundlich belegt: (...) Am 1. Juli 1753 starb Maria Franziska, Ehefrau des Georg Martin Erlenbach. Sie fiel nahe bei der Kapelle, Liebfraubrunn genannt, plötzlich um. Ich eilte hin, fand sie aber schon tot. (...) - Was dabei im Vergleich mit der Inschrift auf dem Bildstock auffällt, ist das um 3 Tage abweichende Sterbedatum und die Anmerkung, dass die Frau "plötzlich umfiel", was eher nach Herzinfarkt oder Schlaganfall als nach Verbluten durch Fallen in eine Sense klingt. Außerdem ist an jener urkundlichen Erwähnung interessant, dass der Todesort mit "nahe bei der Kapelle, Liebfraubrunn genannt" spezifiziert wird - wodurch allein die Sage um die Erbauung Liebfrauenbrunns durch Martin Erlenbach schon widerlegt wäre... Quellen: Siegel, Hans Werner "Zwischen Tag und Dunkel - Sagen und Geschichten aus dem Taubergrund", Verein Tauberfränkische Heimatfreunde e.V., Tauberbischofsheim (1982) Gräter, Carlheinz & Lussin, Jörg "dem got genat - Steinkreuz und Bildstock in Kunst und Literatur", echter Verlag, Würzburg (2008) Lott, Bernhard H. "Die Tauber - von der Quelle bis zur Mündung", Swiridoff Verlag, Künzelsau (2005); dort zitiert von Originalquelle: "Das Großherzogthum Baden" (19. Jhd.) Homepage der Gemeinde Werbach

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