Kreuzigungsbildstock von 1704
Aufgenommen am 8. August 2013 · Standort 49.62005, 9.60512
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Kreuzigungsbildstock (1704) am beginn der Dienstadter Straße (Königheim)
Der Bildstock steht in Königheim, am Beginn der Dienstadter Straße vor dem Haus der Familie, die ihn 1981 renovieren ließ (s.u.). Ich weiß nicht, ob es sich dabei um seinen Originalstandort handelt, da der Bildstock erstaunlicherweise nicht in Kolbs Bildstöcke im Taubertal (1952) gelistet ist. Evtl. war das verwitterte Bildstockoberteil damals eingelagert, denn bei seiner Renovierung erhielt es einen neuen Stamm.
Auf dem nahezu rechteckigen Oberteil ist als schon stark verwittertes Relief die Kreuzigungsszene mit Maria links und Johannes rechts unter dem Kreuz und dem Adamsschädel (Totenschädel) direkt unter den Füßen des Gekreuzigten zu sehen. Auf dem Oberteil sitzt ein kleines, erneuertes Steinkreuz. Die Inschrift beginnt ganz oben auf dem Stamm, also unmittelbar unter dem Relief: Dieser ca 20-30cm lange, noch im Original erhaltene Anfang des Bildstockstamms wurde gemeinsam mit dem Oberteil monolithisch, aus einem Stein gefertigt. Von der Originalinschrift darauf sind noch die ersten drei Zeilen vorhanden, dann endet der Originalstamm und es folgt der im Zuge der Renovierung erneuerte Stamm.
Die drei noch vorhandenen Zeilen der Originalinschrift lauten:
1704 Trost
[G]ot alle glau
bige Sele
. Das G zu Beginn der zweiten Zeile ist nicht mehr zweifelsfrei zu erkennen, es könnte auch ein T sein, was aber wenig (christlichen) Sinn ergäbe. Die Inschrift ist aber auch so merkwürdig: Die Art der Buchstaben und vor allem die Schreibweise der Ziffer
4 als nach unten offene Acht deuten eigentlich darauf hin, dass der Bildstock aus dem späten 15. oder der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts stammen sollte. Datiert ist er jedoch laut erster Inschriftenzeile auf das Jahr 1704, was wiederum zur Art der Darstellung der Kreuzigungsszene und der Form des Oberteils passen könnte, auch wenn ich davon ausgehend eher aufs frühe bis mittlere 17. Jhd. schließen würde. Wurde die Jahreszahl bei der Renovierung fehlerhaft erneuert und lautete ursprünglich 1504 oder 1604? Auch der Inhalt der Inschrift
Trost Got alle glaubige Sele (Gott spende allen gläubigen Seelen Trost) ist sonderbar, da mir bisher auf keinem anderen Bildstock eine ähnliche Inschrift begegnete. Die Inschrift deutet stark darauf hin, dass es sich hier um einen Unglücksbildstock handeln dürfte, der die Stelle markiert(e), an welcher einst jemand zu Tode kam, was zum heutigen Standort -am Ende der steil nach Königheim abfallenden Dienstadter Straße- passen würde.
. Auf dem unteren, neuen Stammteil folgt schließlich noch die Renovierungsinschrift:
Renoviert / im Jahre / 1981 von / Eheleuten / Franz u. / Emma / Achstetter
Schlagwörter
- Deutschland
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- # 21-Bildstock-Kreuzigung
- 1981
- #Str. - Dienstadter Straße
- 1704
- #Str. - Professor-Träger-Straße
- #Str. - Breitenflur
- * Achstetter - Franz Achstetter & Emma
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