Panoramio reincarnated

Kreuz 'Kergof zu Sandt Merten' (1577)

Kreuz 'Kergof zu Sandt Merten' (1577)

Aufgenommen am 4. August 2012 · Standort 49.51461, 9.53762

Zum Bild

Kreuz von 1577 auf dem ehem. Friedhof von Neidelsbach: Die Inschrift auf dem Kreuz lautet: ANNO CHRISTI 1577 IST DAS BILT UF GERICHT WORDEN UN D HEIST DE R KERGOF ZU SANDT MERTEN . Darunter befinden sich noch zwei Wappen: Das linke Wappen ist wohl das derer zu Rosenberg (vgl. auch hier), das rechte (Löwe mit Krone) könnte evtl. ein altes Löwenstein-Wappen sein. -> Bezug des Stifters zu den Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg? Wenn diese Vermutung zutrifft, dann käme als Stifter Graf Ludwig (III.) von Löwenstein-Wertheim (* 1530; † 1611) in Frage, der exakt im Jahre der Errichtung dieses Kreuzes (1577) die Konkordienformel (und 1580 dann das Konkordienbuch) unterzeichnete und im Jahr 1580 den Titel eines Grafen von Löwenstein-Wertheim annahm. Damit war er der erste, der die Bezeichnung Wertheim auch im Titel führte. . Der in der Inschrift genannte Kergof zu Sandt Merten soll wohl eher ein Hergott zu Sankt Merten sein und könnte auf eine zumindest beim Kreuz-Stifter populäre Darstellung des Gekreuzigten in einer Ortschaft bzw. einem Kloster namens St. Merten verweisen, die womöglich Ziel von Wallfahrten war. Allerdings konnte ich keinerlei Hinweise über einen Hergott zu St. Merten finden. Es gab aber einst ein Kloster St. Agnes in Merten, Rhein-Sieg-Kreis. In jenem Kloster war 1577 eine Äbtissin an der Macht, die evtl. mit einem derer zu Hatzfeld (vgl. Bergkirche Laudenbach!) verheiratet war. Gab es in diesem Kloster einen Hergott zu St. Merten und wurde dieser durch die regionale Verflechtung der Äbtissin in heimischen Adelskreisen populär?

Schlagwörter

Im Bildarchiv lässt sich dieses Foto in voller Größe ansehen, auf der Karte verorten und mit der Umgebung vergleichen.

Ähnliche Aufnahmen