Kreuz (1849) und Kapelle (1585) auf dem Friedhof in Hochhausen
Aufgenommen am 18. Januar 2012 · Standort 49.66019, 9.63467
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Das Kreuz (1849) auf dem Friedhof in Hochhausen
Das Friedhofskreuz (1849) auf dem Friedhof in Hochhausen:
Inschrift (Vorderseite):
Ich bin die Auferstehung
und das Leben,
wer an mich glaubt, wird leben
wen er auch gestorben ist;
u. jeder der an mich glaubt,
wird in Ewigkeit nicht
sterben.
Joh. XI, 25-26.
-
Inschrift (linke Seite):
Es ist ein heiliger u. heilsamer
Gedanke für die Verstorbenen
zu beten,
damit sie von ihren Sünden
erlöst werden.
II. Buch Machb. XII, 46.
-
Inschrift (rechte Seite):
Erbarmet euch meiner
wenigstens ihr meine
Freunde!
Job. XIX, 21.
-
Herr gib ihnen die ewige Ruhe
u das ewige Licht leuchte
ihnen!
-
Inschrift (Rückseite):
Errichtet durch Regina Metzger
Erbin
der 1848 ledig verstorbenen
Maria Anna Ulrich
1849.
Renovirt durch Wohltäter 1903.
-
Der Grabstein von Maria Anna Ullrich existiert noch und befindet sich auf dem Friedhof an der Friedhofsmauer direkt links neben dem Haupteingang.
Umfangreiche Infos zum Bau des Friedhofs Hochhausen (1565/1572) und der Friedhofskapelle (1585) gibt es als Kommentar zum Foto Die alte Friedhofskapelle (1585) in Hochhausen.
Die alte Friedhofskapelle (1585) in Hochhausen
Friedhof Hochhausen (1565/1572) mit Friedhofskapelle (1585):
-
Inschrift auf einer Infotafel am Eingangstor zum Friedhof:
Der Friedhof wurde 1565 von Hanns Schürer gestiftet und am 18. Mai 1572 eingeweiht. 1585 wurde die Friedhofskapelle errichtet. Von 1607 stammt das Epitaph des Schultheißen Veith Schürer.
Nach Bechtold, Knüttel, Teller, Schramm & Votteler wurde die Friedhofskapelle in zwei Bauabschnitten erbaut, worauf zum einen die Jahreszahl 1759 im steinernen Türsturz zum Chor und zum anderen die Jahreszahl 1585 auf der Außenseite des Abschlussbalkens vom Kapellenschiff hinweist.
Bildstock zur Friedhofsgründung (Angaben nach Bechtold, Knüttel, Teller, Schramm & Votteler):
In der Friedhofskapelle befindet sich ein Bildstock zur Friedhofsgründung, der früher neben dem Friedhof stand.
Direkt um das Bild (Kreuzigungsszene) herum befindet sich die Umschrift O Sanctissima Trinitatis Uno Deus Nostri Omnium Miserere In Coeli.
Die aus dem Lateinischen übersetzte Inschrift auf dem Sockel lautet: 1572, am Sonntag Exaudi (18. Mai) wurde dieser Ort zu Ehren des Heiligen Johannes des Täufers und des seligen Pankratius geweiht.
Auf dem Sockel des Bildstocks befinden sich sechs Wappen: Freiherr Echter zu Mespelbrunn, Herren zu Rosenberg (die damaligen Besitzer von Hochhausen), Abt Johannes VIII Knoll, Daniel Brendel von Homburg (Erzbischof von Mainz), Georg Heilmann (zumindest im Jahr 1566 noch Pfarrer von Hochhausen), Familie Pfreundschig (für Bürgermeister Jacob Pfreundschig).
(Mehr Infos und Fotos vom Bildstock, den Grabsteinen in der Kapelle, dem Kapelleninnenraum etc gibt es Flurdenkmale in Hochhausen, siehe unten.)
Grabsteine in der Friedhofskapelle:
In der Friedhofskapelle befinden sich die Grabsteine des am 3. Juni 1600 verstorbenen Jacob Pfrundsig (= Pfreundschig, heute Freundschig) und seiner am 24. September 1583 verstorbenen Ehefrau Margarete Klock, für welche im Kirchturm von Hochhausen zudem ein Gedenkstein (1584) anläßlich ihres Todes existiert.
Jacob Pfreundschig war 24 Jahre lang Schultheiß von Hochhausen - in seiner Amtszeit wurde die Friedhofskapelle erbaut.
Die beiden Grabsteine standen ursprünglich im Freien an der Friedhofsmauer.
Das Schürer-Denkmal (Foto 1, Foto 2) an der Rückseite der Friedhofskapelle:
Nach Bechtold, Knüttel, Teller, Schramm & Votteler wurde das Schürer-Denkmal von Ortsvorsteher Werner Schramm auf einem Lagerplatz in Gerlachsheim wiederentdeckt und an seinem usrprünglichden Standort an der Außenwand der Kapellenrückseite wiedererrichtet.
Das Denkmal wurde im Jahre 1607 von Veit Schürer (2. Reihe, links, auf dem Bildstock), dem Sohn des Friedhofs-Stifters Hanns Schürer (1. Reihe, links, auf dem Bildstock), errichtet. Vor der Stiftung des Friedhofs durch Hanns Schürer wurden die Toten um die Kirche herum beerdigt.
Die Inschrift auf dem Gedenkstein lautet:
IM 1565 IAR, HAT DER ERBAR HANNS SCHURER
UND SEIN HAUSFRAW BARBARA DEN GOTTS
ACKER GESTIEF WELCHER IN DER EHR
s: IOANN BAPTIST GEWEIHET IST. ANNO
1607 HAT DER ERBAR VEIT SCHURER
SCHULTHEIS DISES EPITAPHIUM SEINER
LIEBEN HAUSFRAWEN ANNA BUNDSCHUGIN
UND SEINEN ELDERN ZU EHRN UND GE
DECHTNUS AUFRICHTEN LASSEN DENEN
SELLEN UND UNS ALLEN WOLLE GOTT GE
NEDIG UND BARMHERTZIG SEIN AMEN
SCHLAFT IM FRIDEN IR LIEBE BRUDER UND SCHWESTER
MEIN GOTT HELF MIR ZU EUCH HEREIN
-
Inschrift über Hanns Schürer (1. Reihe, links):
HANNS
SCHURER
DEN TOD
HAB ICH
UBERSTRITTEN
-
Inschrift über Barbara Schürer (1. Reihe, rechts):
BARBARA
SCHURERIN
DRUMB WO
LLET GOT
AUCH FUR
UNS BIT
TEN
-
Wenn man den Abbildungen auf dem Gedenkstein glauben darf, hatten Veit Schürer und seine Frau Anna Bundschu 12 Kinder (zweite Reihe auf dem Gedenkstein).
Nach Bechtold, Knüttel, Teller, Schramm & Votteler waren die Schürers damals die sehr wohlhabenden Müller in Hochhausen. Veit und Anna Schürers Tochter Anna kam einige Jahre später zusammen mit ihrem Ehemann in einem Hexenprozess zu Tode.
Quelle der Angaben nach Bechtold, Knüttel, Teller, Schramm & Votteler:
Obst- und Gartenbauverein Hochhausen. Flurdenkmale in Hochhausen (2007; erhältlich Buchhandel "Schwarz auf Weiß", Tauberbischofsheim und bei Markus Bechtold Tel. 09341/61039)
Die Familie Pfreundschig baute auch das Gasthaus Zum Engel in Hochhausen.
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- 1849
- 1565
- * Schürer - Hanns Schürer
- * Ullrich - Maria Anna Ullrich
- 1572 - 18.05.1572
- * Metzger - Regina Metzger
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