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Kreuz (1629) neben der Külsheimer Pfarrkirche

Kreuz (1629) neben der Külsheimer Pfarrkirche

Aufgenommen am 8. Dezember 2012 · Standort 49.67096, 9.52261

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Kreuz (1629) neben der Külsheimer Pfarrkirche Kreuz von 1629 (mit Sockel von 1631) neben der Külsheimer Pfarrkirche: Das Kreuz stammt laut Steinmetzzeichen vom selben Meister wie der im Jahr 1629 von Niclaus und Barbara Loer gestiftete Bildstock. Neben identischem Steinmetzzeichen weisen beide Kleindenkmale noch eine weitere Gemeinsamkeit vor: Auf beiden findet sich ein Wappen mit zwei gekreuzten Jochbogen. Da beide Werke von unterschiedlichen Personen gestiftet wurden, liegt die Vermutung nahe, dass der Steinmetz neben seinem Meister-Zeichen auch noch sein Familienwappen auf seinen Kunstwerken verewigt hat. Das wäre allerdings etwas ungewöhnlich. Vielleicht gibt es ja auch einen anderen Bezug (Wappen der Obrigkeit?), zumal beide Werke im selben Jahr gestiftet wurden. Unter den Füßen des Gekreuzigten ist zunächst das Stenmetzzeichen, darunter dann das Wappen und darunter schließlich die Inschrift eingehauen. Diese Inschrift lautet: ANNO 1629 DEN E IUNY HAT ADAM ARNOLDT UND CATHARINA SEIN EHLICHE HAUSFRAU DIS BILDT ZUR EHR GOTTES AUFRICHTEN LASSEN . Offenbar bei einer Renovierung wurde die Jahreszahl der obigen Inschrift verfälscht: Heute steht dort 1622, wobei auf den ersten Blick klar wird, dass dies nicht stimmen kann: Die erste (Original-)Zwei unterscheidet sich von der zweiten (renovierten) Zwei in ihrer Schreibweise komplett. Auch der E IUNY litt wohl stark unter der Renovierung. Ich tippe mal auf den 6. Juni oder8. Juni. . Kolb entdeckte zudem noch einen Hinweis auf jene unsägliche Renovierung, der mir jedoch nicht auffiel: renov. d. Jos. IGN. Arnold 1925 Kolb vermutet außerdem, dass auch erst bei jener Renovierung der obere Kreuzbalken gekürzt wurde. Das Kreuz steht heute auf einem Sockel, der ursprünglich vermutlich kaum zu diesem Kreuz gehörte: Zum einen erwähnt Kolb bei seiner Beschreibung des Kreuzes die Sockelinschrift nicht, zum anderen ist in dieser von einem anderen Stifter und einem anderen Stiftungsjahr die Rede als in der direkt auf dem Kreuz befindlichen Inschrift. Auch der Schriftstil beider Inschriften unterscheidet sich deutlich. Die Inschrift auf dem Sockel lautet: Gott zu Ehren hatt H. Stephan Bauman Beüder Rechten DOCTOR undt Hochfürst Teutsch meist. Rath Diß CRUCIFIX machen lassen ANO 1631 . Aus meiner Sicht wäre es möglich (Vermutung!), dass dieser Kreuzsockel der Original-Sockel des Kreuzes ist, welches heute an einer Weggabelung hinter der Ölmühlesteht. Auch jenes Kreuz an der Ölmühle trägt das Steinmetzzeichen desselben Meisters wie obiges Kreuz, stammt also aus der gleichen Zeit. Das Kreuz an der Ölmühle weist aber keinerlei Stifterinschrift auf. Der beschriftete Sockel würde dort also viel mehr Sinn ergeben. Zudem weisen sowohl Kolb als auch Cucuel & Eckert darauf hin, dass jenes Kreuz an der Ölmühle ursprünglich beim (alten) Rathaus am Treppenaufgang zur Kirche gestanden haben soll. (Heute steht dort ein anderes, erheblich jüngeres Kreuz, nachdem der Standort zwischenzeitlich wohl länger ohne Kreuz überdauern musste.) Einen derart populären und zentralen Standort konnte zur Errichtung eines Kreuzes auch damals schon aber wohl nur jemand auswählen, der einen hohen gesellschaftlichen Status und vor allem viel Macht hatte. Der auf obigem Sockel verewigte Stifter, H. Stephan Bauman, ein Doctor beider Rechte und hochfürstlicher deutschmeisterlicher Ratsherr hatte diese Macht und solches Ansehen sicherlich. Weiß jemand, ob ich mit meiner Vermutung richtig liege? verwendete Quellen: Kolb, Karl. Bildstöcke im Taubertal. (Tauberbischofsheim: Wig-Verlag 1952); S.17 (Nr.59) Cucuel, Ernst & Eckert, Hermann. Die Inschriften des badischen Main- und Taubergrundes. Wertheim - Tauberbischofsheim. (Stuttgart: J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung 1942)

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