Johann Valentin Wüsts Eucharistie-Prozessionsaltar (1698)
Aufgenommen am 15. Dezember 2012 · Standort 49.60632, 9.74343
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Johann Valentin Wüsts Eucharistie-Prozessionsaltar (1698)
In der tiefen Nische des Prozessionsaltars/ Bildhäuschens finden sich an den beiden Seitenwänden und an der Rückwand bunt bemalte Reliefs: Das zentrale Bild ist das große Relief an der Rückwand, welches zwei auf einer Wolke
knieende Engel zeigt, die gemeinsam eine große Monstranz emporheben. Über den beiden Engeln und der Monstranz ist eine zweite Wolke, aus welcher vier weitere Engel herausschauen.
An der linken Seiteninnenwand ist unter einem Wolkenband ein Mond-Relief und an der rechten Seitenwand ein Sonnen-Relief (ebenfalls unter einem Wolkenband) angebracht.
Zentral vorne auf dem Rand des Runddachs ist schließlich noch ein beflügelter, pausbäckiger Engelskopf zu sehen. Direkt unter ihm, also nicht auf dem Rand, sondern auf der Innenseite des Runddachs erkennt man ein ovales Relief: Hierbei handelt es sich um ein Relief des Stifterwappens mit umlaufender Inschrift: Das Wappen zeigt im oberen Drittel einen Mann, der seine linke Hand in die Hüfte stemmt und mit der rechten einen kleinen Baum samt Wurzeln hält. Dieses Bild kommt häufiger auf Wappen vor und soll offenbar einen wilden Mann symbolisieren, der auch hier wohl auf den Nachnamen des Stifters (Wüst, s.u.) anspielen soll. Im mittleren Drittel sieht man einen Ritterhelm, Kelch oder Brunnen, aus dem der zuvor beschriebene wilde Mann herauszuwachsen scheint. Und im unteren Drittel ist schließlich noch ein rundes Feld zu entdecken, in welchem –hier viel kleiner- erneut der wilde Mann mit entwurzeltem Baum in der Hand zu sehen ist, dessen Unterkörper hier allerdings nicht von einem Helm, Brunnen oder Kelch, sondern von einem halben Wasserrad (?) mit 5 Speichen verdeckt wird. Die umlaufende, links unten beginnende Inschrift ist nur noch schwer zu entziffern und lautet vermutlich (Angaben in Klammern sind unsicher):
.
IOHANN VALENTIN WUEST (N)OT PUBLICAE SI(G)(??) .
Die letzten 2-3 Buchstaben kann ich gar nicht mehr entziffern (Fragezeichen oben). Ich vermute einmal, dass die zweite Hälfte der Inschrift grob
nota publicae signi heißen soll, also ungefähr öffentliches Siegel. Dieses Wappen war also offenbar das Amtssiegel des Johann Valentin Wüst, der laut einem Artikel auf Südwest Presse Online damals anscheinend der Cellarius im Amtshaus in Grünsfeld (Amtskeller) war. Auch in der Datenbank
gedbas.genealogy.net ist ein Johann Valentin Wüst zu finden, bei dem es sich um den obigen Stifter und Grünsfelder Amtskeller handeln dürfte. Demnach wurde er am 27.10.1652 in (Tauber-)Bischofsheim geboren, heiratete am 9.1.1673 in Lauda eine Susanne Catharina Jacobina Spönlein und starb am 22.4.1720 in Kitzingen. .
Auf dem
Sockel des Prozessionsaltars folgt eine weitere, vermutlich gar 7-zeilige Inschrift, die jedoch großteils derart verwittert ist, dass sich leider nur noch Bruchstücke von mir entziffern ließen:
(???)
(???)
(???)
(d?ß) (???)
hat Got zum (???)
(???) (???) (Dochter) diß (Bild) auf(???)
setzen lassen im Jahr Christi 1698 .
Bloss die letzte Zeile wurde im Zuge einer Renovierung mit schwarzer Farbe nachgezeichnet.
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- * Wüst - Johann Valentin Wüst
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