Irtenberger Wald (Hühnerberg) - Haselbrunn/ Haselbrünnle
Aufgenommen am 29. Oktober 2010 · Standort 49.74230, 9.78853
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Inschrift der Info-Tafel am Haselbrünnle:
Die verschwundene Siedlung Haselbrunn:
Geschichtlich begegnet uns Haselbrunn erstmals 1164, wo dieser Weiler zusammen mit Albstatt (Almstadt) und Waldbrunn durch Gütertausch von Bischof Udo II. von Naumburg-Zeitz in den Besitz des Prämonstratenser-Klosters Oberzell (gegründet 1128 durch den hl. Norbert) bis zur Säkularisation 1803 gelangte.
Das Kirchdorf Albstatt gehörte übrigens zur Schicht der ältesten fränkischen Siedlungen und war ursprünglich königliches Fiskalgut. Karl-Martell-Sohn Karlmann schenkte deren Zehnt schon 742 dem neu gegründeten Bistum Würzburg. (Haselbrunn und Waldbrunn waren also sicherlich nur spätere Ausbausiedlungen von Albstatt.) Im Laufe der Jahrhunderte fand jedoch in unserem Raum durch Siedlungsbewegungen ein Wüstungsprozess statt und die Äcker verwaldeten bis zum Spätmittelalter (auch um den alten Probstforst) immer mehr. Die einstigen Agrardörfer Albstatt und Haselbrunn einschließlich je einer Mühle (!) bestanden 1427 anscheinend lediglich nur noch aus einem Gehöft. Damals verlieh das Kloster Oberzell den beiden Brüdern Hans und Cuntz Brendelein den Haselhof zu Erbrecht.
Als der letzte Haselhof aber gegen Ende des 17. Jh. in Flammen aufging, war dessen Niedergang endgültig besiegelt. Danach wurden die Flächen um Haselbrunn mit den Flurlagen Hühnerberg, Haselbrunn, Eulennest, Dornrain, Lerchenhöhe, Tannengebüsch und Hofäcker Waldbrunn einverleibt, das von seinen Bewohnern nie ganz aufgegeben wurde. Albstatts Äcker waren bereits 1434 von Waldbrunn und (Wald-)Büttelbrunn aus bewirtschaftet worden. (Der Einzelhof aber soll ebenfalls noch bis ins 17. Jahrhundert bestanden haben.)
Seit jeher ranken sich viele Sagen und mythische Erzählungen um das Haselbrünnle. Das "rote Leiblein" spukt hier angeblich noch heute und der grauenvolle Tod eines jungen Mägdleins 1910 lässt einem auch jetzt noch fröstelnd erschaudern, wenn der Wind heulend durch die Baumkronen jagt. Dem auffallend kalten Wasser werden zudem magische Kräfte nachgesagt und ein alter Volksglaube will es, dass hier der Ort sei, wo die Hebammen hineingreifen und die Kinder herausholen.
Freundeskreis Waldbrunner Denkmäler - Anno Domini 2002
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