Panoramio reincarnated

Infotafel beim Mautturm

Infotafel beim Mautturm

Aufgenommen am 11. Mai 2012 · Standort 49.70262, 9.33962

Zum Bild

Der Mautturm am Beginn der Alten Landsteige (Info: siehe Kommentar zum Foto) Der Mautturm und die Alte Eichenbühler Steige: . Die Alte Steige führt von Eichenbühl hoch auf die Eichenbühlhöhe. Am Anfang der Alten Steige in Eichenbühl zeugt der Mautturm (14./15 Jhd.) bei der Turmklinge noch davon, dass die Benutzung dieser wartungsintensiven Steige früher - und zwar noch bis ins Jahr 1818- mautpflichtig war. Da die Alte Steige ein Teilstück der früher wichtigen (Fern-)Handels- und Heerstraße zwischen Frankfurt und Nürnberg war, waren die Einnahmen sicherlich nicht gerade gering. Die Alte Steige war von der Gemeinde Eichenbühl vom Erzstift Mainz gepachtet und musste daher von der Gemeinde auf eigene Kosten erhalten werden. Ein Teil der Maut-Einnahmen ging als Steuer nach Mainz, der Rest ging an die Gemeinde. Von den Einnahmen zahlte die Gemeinde auch den Lohn für den Steigenwärter. Text der Infotafel vor dem Mautturm: . Alte Landsteige - Neubergsweg - Mistweg - Alte Steige Was der Mautturm erzählt In der ältesten Mainzer Heberolle von 1248 erscheint Eichenbühl als Dorf. Als 1495 der Gemeine Pfennig als Reichssteuer erhoben wurde, war Eichenbühl im Amt Miltenberg -nach Miltenberg und Bürgstadt- der drittgrößte Ort. _Diese positive Entwicklung verdankte Eichenbühl der Straße und der Alten Landsteige. Diese wichtige Straße kam von mainz, Frankfurt, Aschaffenburg, Miltenberg nach Eichenbühl. Sie war Teil einer großen Handelsstraße zwischen den Niederlanden und Südosteuropa. Für die damalige Zeit war Eichenbühl ein Ort mit Autobahnanschluss. Die in Friedenszeiten optimale Verkehrslage wurde zum Unglück in Kriegszeiten. Im 30-jährigen Krieg marschierten fast täglich Truppen durch Eichenbühl. Ob Freund oder Feind, die Soldaten holten alles aus dem Ort, was sie brauchten. Bis 1803 gab es für diese wichtige Handelsstraße bewaffneten Geleitschutz. Besonders Kaufleute aus Nürnberg, Augsburg und Ulm nahmen für ihre kostbaren Handelszüge Geleitschutz in Anspruch. Für das Geleit wurde eine Abgabe erhoben. So entstanden wohl als Folge des Geleits- und Handelsverkehrs nahe der Valentinus-Kapelle auf so engem Raum die drei Gasthäuser Krone, Ritter und Grüner Baum. Auf halber Höhe des Wengertsberges steht der Mautturm. Er dürfte aus dem 14. oder 15. Jahrhundert stammen. Der Turm ist acht Meter hoch und hat drei Stockwerke. Im unteren Teil ist die Mauer einen Meter dick. Der Einstieg in den Turm ist 4,50 Meter über der Straße. Nach allen Seiten sind Schießscharten im Turm. Drei Meter über der Straße ist eine Pfanne für eine Türangel - wahrscheinlich für ein Torgatter, das die Straße sperrte. Bis 1904 stand gegenüber noch der andere Torpfeiler. Der Turm steht auf Mainzer Gebiet. Das Erzstift zu Mainz hatte die ''sehr große und hohe Steig'' zu erhalten. Bis etwa 1818 mussten alle Benutzer der alten Landsteige ''Steigengeld'' oder Maut bezahlen. Davon musste ein Teil an die Kellerei in Miltenberg (Finanzamt des Erzstiftes zu Mainz) abgeführt werden. Der Rest ging in die Gemeindekasse. Aus dieser erhielt der Steigenwärter einen jährlichen Lohn. Quellen: ''Eichenbühl ist meine Heimat'' von Julius Keppner, Lehrer; ''Spessart'', Ausgabe 6/1991, Seite 16ff: Beitrag von Christa Breunig und Wilhelm Otto Keller Eichenbühl, 25. Juli 2008 Erftal-Volksschule Eichenbühl, Wilhelm Gotschy, Rektor

Schlagwörter

Im Bildarchiv lässt sich dieses Foto in voller Größe ansehen, auf der Karte verorten und mit der Umgebung vergleichen.

Ähnliche Aufnahmen