Hier stand einst das Wasserrad der Teufelsschmiede (ca. 1480-1525)
Aufgenommen am 8. Januar 2013 · Standort 49.53575, 10.04286
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Panoramafoto Teufelsschmiede - Die Reste der Talsperre bei der Teufelsschmiede (ca. 1480-1525)
Hier stand einst das Wasserrad der Teufelsschmiede (ca. 1480-1525)
Die Teufelsschmiede bei der alten Talsperre:
Das Natur- und Kulturdenkmal Teufelsschmiede liegt still und einsam direkt an der Gollach am Rand des Grafenschlags. Die heute noch zu sehenden Reste einer beeindruckend mächtigen, flußaufwärts gerichteten Mauer sind allerdings keine direkten Überreste der einstmals hier mit Wasserkraft betriebenen Hammerschmiede, sondern die Reste einer Talsperre: Diese gewaltige Mauer zog sich hier über das gesamte Gollachtal, welches bis hier noch relativ weit geöffnet ist, sich dann aber unmittelbar nach der Teufelsschmiede zeitweilig arg verengt. Die natürliche Beschaffenheit dieses Talabschnitts bot sich also schon sehr gut für eine Talsperre an, die mit jener enorm starken Staumauer dann auch realisiert wurde. Die Mauer dürfte die Gollach hier damals zu einem stattlichen See angestaut haben, aus dem dann das Wasser in einem Kanal zum Wasserrad der Teufelsschmiede geführt wurde, welches deren Hammerschmiede betrieb. Die eigentliche Teufelsschmiede lag also in der noch gut sichtbaren Senke (hier stand das Wasserrad der Schmiede) unmittelbar hinter der gewaltigen Stützmauer (flussabwärts natürlich).
Menth (1985) berichtet, dass die Hammerschmiede offenbar in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts unter dem damaligen Lehensherrn Philipp dem Älteren von Weinsberg, errichtet wurde: 1480 baute er die Reichelsburg als seinen Sitz neu aus und vermutlich wurde im Rahmen dieser Arbeiten auch die Teufelschmiede (eigentlicher Name: Schleifmühle) erbaut. (Die Schmiede muss aber bereits im 16. Jahrhundert wieder aufgegeben worden sein, da sie 1595 schon nicht mehr erwähnt wird. Gut möglich, dass der Bauernkrieg damit zusammen hängte: Die Reichelsburg wurde 1525 von den Bauern gebranntschatzt, womit evtl. auch das Ende der Schmiede besiegelt war. Oder der Teufelsschmied, Hanns Schmidtmüller der Lang, beteiligte sich am Bauernkrieg und kehrte aus diesem nicht wieder zurück.)
Mit dieser Hammerschmiede brachte Philipp der Ältere von Weinsberg jedenfalls das Gollachtal damals auf den neusten Stand der Technik - Der Schmied Hanns Schmidtmüller der Lang musste dank seiner mit Wasserkraft betriebenen Hammerschmiede das Eisen derart schnell bearbeiten können, dass es bei ihm doch nur mit dem Teufel zugehen konnte! Dazu dann noch der monoton immer wieder kehrende und laute Schlag des Hammerwerks, dessen Echo sich hier im schmalen Tal ziemlich unheimlich angehört haben dürfte - genug Stoff für teuflische Sagen...
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Und natürlich ranken sich zahlreiche Sagen darum, wie die Teufelsschmiede zu ihrem Namen gekommen ist.
Eine Variante ist, das der Teufelsschmied nur eine Tochter hatte. Diese war bildhübsch und hatte eine Liebschaft mit dem Schmiedgesellen. Das war dem Vater nicht recht. Als das Liebespaar mal wieder fortgehen wollte, schrie der Schmied ihnen nach: Wenn euch zwä nur emal der Deifl holed, dass emal e Ruh wär! Kurz drauf zog unvermittelt ein schweres Gewitter auf, das Liebespaar suchte Schutz unter einem Baum - und wurde vom Blitz erschlagen.
Eine andere Sage erklärt den Namen der Teufelsschmiede damit, dass der Teufelsschmied im Bauernkrieg den Bauern half, indem er ihnen Waffen schmiedete. Der Schmied und sein Geselle stellten dabei derart schnell Spieße und Schwerter her (dank des mit Wasserkraft betriebenen Hammerwerks), dass die Sage aufkam, der Teufel hätte ihnen dabei geholfen. Der Schmied musste dem Teufel dafür aber freilich einen hohen Preis bezahlen: Er hatte ihm seine Seele versprechen müssen. Kaum hatte der Schmied seinen Auftrag erfüllt, holte sich der Teufel seinen Lohn...
Ein anderer Grund für den der Schmiede zugewiesenen Namen könnte auch sein, dass früher nahe der Schmiede ein seltsamer Stein gelegen haben soll, der eine seltsame Vertiefung hatte, welche als Fußabdruck des Teufels erkannt wurde. Dieser Stein, gewissermaßen ein Gegenstück zum Kunigundenstein, ist allerdings heute nicht mehr vorhanden.
Und schließlich gibt es noch eine weitere Sage um die Teufelsschmiede, die den direkten Zusammenhang mit der Reichelsburg herstellt: Auch diese spielt zur Zeit des Bauernkrieges und auch nach dieser Variante hatte der Teufelsschmied eine bildhübsche Tochter. Auch nach dieser Erzählung war sie verliebt, aber nicht in den Schmiedegesellen, sondern in den Burgherrn der Reichelsburg. Derweil schloss sich ihr Vater dem Bauernheer und so erfuhr sie vom Plan der Bauern, die Reichelsburg zu stürmen. Sie schlich sich zu ihrem Geliebten und warnte ihn. Der Ritter reagierte sofort und zog mit seinen Leuten runter zur Teufelsschmiede. Dort überraschten sie die nichts ahnenden Bauern, so dass fast niemand von ihnen überlebte. Der Ritter ließ die Schmiede niederbrennen. Der Schmied selbst jedoch konnte entkommen und wurde nie wieder gesehen. Handelt es sich bei diesem verliebten Ritter um Hans von Peulndorf, den damaligen Amtmann von der Reichelsburg, an welchen der Teufelsschmied Hanns Schmidtmüller der Lang zwei Morgen Weingärten beim Alten Berg (die historisch dort belegten Weingärten in bzw. bey der Höll?) verpachtet hatte?
verwendete Quellen:
Menth, Georg. Stadt Aub: Kunst und Geschichte, Band I - St. Kunigund auf dem Altenberg. (Wolfratshausen: Aubanusverlag, 1985)
Gehring, Alfred. Der Teufelsschmied der Reichelsburg. (Main-Post, 04.07.2008)
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