Panoramio reincarnated

Hardheim- Die (teils ehem.) Gasthöfe 'Badischer Hof' ('Grüner Baum'), 'zur Güldenen Sonne' und 'zum Ochsen' (v.l.n.r.)

Hardheim- Die (teils ehem.) Gasthöfe 'Badischer Hof' ('Grüner Baum'), 'zur Güldenen Sonne' und 'zum Ochsen' (v.l.n.r.)

Aufgenommen am 7. April 2012 · Standort 49.60825, 9.47434

Zum Bild

Hardheim-Panorama: Die Gasthöfe 'Badischer Hof' ('Grüner Baum'), 'zur Güldenen Sonne', 'zum Ochsen' und 'Weißes Roß' (v.l.n.r.) Hardheim, Walldürner Str.: Die vier (zum Teil ehem.) Gasthäuser auf dem Foto (v.l.n.r.): - Der Gasthof Badischer Hof, ehem. Grüner Baum: Der Gasthof wurde laut Inschrift über dem Kellertorbogen 1603 (oder 1607 oder von 1603 bis 1607) von jemandem mit den Initialen F.A.B erbaut und hieß zunächst Zum Grünen Baum. Der erste bekannte Wirt war Kaspar Beermayer, der aus Mühldorf zugezogen war und am 04.09.1691 Anna Elisabeth Leiben (Leiblein) heiratete. Sie war die Tochter des (vermutlich vorherigen Besitzers des Gasthauses) Adolf Leiben (Leiblein) und sicherlich mit den Leibleins verwandt, die zu jener Zeit die benachbarte Wirtschaft Weißes Roß betrieben. Nach dem Tod von Kaspar Beermayer am 26.08.1705 heiratet seine Witwe am 24.11.1705 den Glaser Johann Adam Beck aus Mulfingen. Beide betreiben die Wirtschaft weiter. Das einzige Kind der beiden, Anna Elisabeth Beck, heiratet am 24.09.1726 den Metzger Johann Mathes Burkhard aus Uffenau. Beide übernehmen kurz später das Gasthaus, das dann lange im Besitz der Burkhards bleibt. Am 08.10.1815 darf der damalige Wirt Franz Adam Burkhard mit Johann Wolfgang von Goethe einen hochrangigen Gast begrüßen. Goethe machte auf einer Reise von Heidelberg nach Würzburg im Grünen Baum Rast. Am 28.01.1833 übernimmt Franz Adams Sohn, der Poststallmeister Gottfried Burkhard denGrünen Baum und wandelt ihn am 06.06.1842 in den Badischen Hof um. Eine Tochter, Maria Sophia, heiratet 1855 Josef Derr, den damaligen Wirt des benachbarten Gasthauses Zum Ochsen. Ein Sohn, Karl Julius Burkhard, übernimmt 1875 den Badischen Hof, den er am 17.05.1901 seiner Tochter Anna Julie Burkhard vermacht, die dann am 22.05.1901 August Popp heiratet - den Sohn des Franz Popp, Wirt des nahe gelegenen Gasthauses zur Sonne(Wertheimer Str.). August Popp stirbt am 18.02.1941 in Würzburg an Lungenentzündung. Der ehem. Gasthof zur Güldenen Sonne (alte Sonne; auf dem Foto zwischen Badischem Hof und Ochsen): Am Gebäude befindet sich keine Inschrift, die über das Baudatum informiert. Vermutlich wurde es aber wie seine Nachbargebäude zwischen Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts erbaut. Ein Anbau, der einen unverändert erhaltenen Fest- und Tanzraum aus dem Jahr 1678 beinhaltete, wurde 1982 abgetragen und im Erfatal-Museum wieder aufgebaut. Im Gebäude befand sich ursprünglich das Hardheimer Gasthaus Zur Güldenen Sonne. Am 21. Januar 1780 verkauft Valentin Herbst der Junge sein Wirtschild Zur Güldenen Sonne(und damit die Schildgerechtigkeit) für 211 Gulden an Adam Hahn. Adam Hahn eröffnet nach einigen Haustausch-Aktionen bald darauf mit seiner Frau Katharina Reinhard aus Külsheim in der Wertheimer Str. das neue Gasthaus Sonne, welches noch heute steht. 1970 stirbt die Sonnenwertspaula, Paula Popp. Seitdem ist die Wirtschaft offenbar geschlossen. Der Gasthof zum Ochsen: Das Gasthaus Zum Ochsen wurde laut Inschrift über dem Kellertorbogen im Jahr 1589 von jemandem mit den Initialen V.Z. und einem Ziegenkopf an einer Stange im Wappen (Nachname Ziege, Ziegenbart, Ziegler?) erbaut. Der ehem. Gasthof Weißes Roß (auf dem Foto rechts neben dem Ochsen): Laut der Inschrift über dem Kellertorbogen wurde das Gasthaus im Jahre 1604 erbaut. Der erste bekannte Wirt ist Christian Bäuerlein, der 1607 bei der Güteraufteilung des letzten Ritters von Hartheim bezeugt, bereits seit 27 Jahren Hartheimer Hofbauer, also Pächter von Schloßgütern, zu sein. Im 30-jährigen Krieg (1618-48) wird das Haus weitestgehend zerstört und von 1685 bis 1687 von Hans Leiblein (10.03.1652 - 31.07.1721) und dessen Bruder (?) Phillipuswieder aufgebaut, der es dann als Gasthaus zum Weiß Rößlein betreibt. Im Anschluss an Hans Leiblein übernimmt dessen 1699 geborener Sohn Johann Stephan das Gasthaus. 1741 wird Johann Stephan Leiblein Schultheiß von Hardheim. Johann Stephan stirbt am 06.09.1762, seine Frau Anna Katharina (geb. Decker) 85jährig am 02.08.1784. Maria Elisabeth Leiblein (02.11.1741), die jüngste Tochter von Johann Stephan und Anna Katharina Leiblein, heiratet ca. 1760 Josef Ruppert aus Miltenberg und übernimmt nach dem Tode der Eltern gemeinsam mit ihrem Mann die Wirtschaft. Nachdem Elisabeth am 07.02.1794 kinderlos stirbt, heiratet ihr Mann am 05.08.1794 die 1768 geborene Maria Josepha Burkard, Tochter des Wirts des nahe gelegenen Gasthofs Grüner Baum (Badischer Hof). Aus der Ehe gehen drei Kinder hervor, das Älteste -Franz Ignaz (1796)- übernimmt später das Weiße Roß. 1796 nimmt Josef Ruppert wohl eine Renovierung bzw. einen Umbau des Hauses vor. (Inschrift JR 1796 über einem Kellerfenster.) Als Josef Ruppert am 29.12.1800 als Schultheiß stirbt, heiratet seine Frau am 09.02.1802 Josef Michael Gärtner, Sohn des Gerbertsmüllers Alban Gärtner. Franz Ignaz Ruppert erhält schon bei seiner Heirat mit Maria Barbara Horn aus Wolferstetten am 21.11.1821 die Wirtschaft überschrieben. Als er 1842 stirbt, führt seine Frau bis zu ihrem Tod am 15.09.1863 die Wirtschaft weiter. Danach geht die Wirtschaft auf die fünf Kinder über. Als mit dem ledigen Josef Anton am 10.03.1901 und Karl Friedrich am 17.03.1901 (nachdem er sich bei der Beerdigung seines Bruders eine Lungenentzündung geholt hatte) die beiden letzten Geschwister kurz hintereinander sterben, geht das Weiße Roß an Karl Friedrichs ältesten Sohn Karl Julius (04.02.1866) über. Als dieser 1913 ledig stirbt, geht das Gasthaus an seine drei Geschwister über. Am 10.02.1919 verkaufen die beiden da noch lebenden Geschwister Emma und Josef das Gasthaus an Franz Schweitzer. Dessen Sohn Fritz und seine Halbschwester Liesel Schweitzer führen das Weiße Roß bis 1958, dann wurde es von Fam. Greulich aus Külsheim gekauft. Ab wann dann im Haus keine Wirtschaft mehr betrieben wurde, ist mir nicht bekannt. - Quellen: hardheim.info, hardheim.de und erfatal-museum.de

Schlagwörter

Im Bildarchiv lässt sich dieses Foto in voller Größe ansehen, auf der Karte verorten und mit der Umgebung vergleichen.

Ähnliche Aufnahmen