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Gedenkkreuz an der alten Finsterlohrer Steige - Hier wurde 1488 Jörg Lochner erschlagen

Gedenkkreuz an der alten Finsterlohrer Steige - Hier wurde 1488 Jörg Lochner erschlagen

Aufgenommen am 12. Januar 2013 · Standort 49.44835, 10.07864

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Gedenkkreuz an der alten Finsterlohrer Steige - Hier wurde 1488 Jörg Lochner erschlagen Gedenkkreuz von 1488 an der Stelle eines Mordes am Beginn der alten Finsterlohrer Steige: Das Kreuz stellt in mancher Hinsicht eine Besonderheit dar: Zum einen ist es eines der ältesten Flurdenkmale mit Inschrift und Jahresangabe in der gesamten Region, zum anderen unterscheidet es sich deutlich von allen anderen Steinkreuzen aus jener Zeit: Nahezu alle regionalen Sühne- oder Gedenkkreuze aus dem 13. bis 16. Jahrhundert sind relativ schlichte und kompakte (Höhe meist weniger als 1m) Steinkreuze und weisen i.d.R. keinerlei Inschrift oder Verzierungen auf. Dieses Kreuz ist ungefähr 1,50m hoch und steht auf einem Steinsockel, der nochmals über einen Meter Höhe misst. Das schöne gotische Kreuz trägt auf der Vorderseite des Querbalkens eine große, mittlerweile restaurierte Inschrift. Über der Inschrift also im Kopfteil des Längsbalkens findet sich eine flache, T-förmige Nische, die heute leer ist, in welcher aber laut Beschreibung des Oberamts Mergentheim (1880) ursprünglich Christus am Kreuz im flachen Relief zu sehen war. Ein weiteres Relief weist das Kreuz ungefähr auf halber Höhe des Längsbalkens (Vorderseite) vor, direkt nach dem Ende der Inschrift: Dieses Relief ist heute zwar noch vorhanden, jedoch stark beschädigt. Ich hätte es als das Portrait eines Mannes mit Hut (des Mordopfers Jörg Lochner) gedeutet. Nach den Erläuterungen in der Beschreibung des Oberamts Mergentheim (1880) handelte es sich hier jedoch um das Wappen der Schweinemetzgerzunft, nämlich zwei Schweine im Wappenschild. Ein solches Wappen würde gut zur Inschrift auf dem Kreuz passen, denn diese lautete nach der Beschreibung des Oberamts Mergentheim (1880) ursprünglich: . Anno domini MCCCC und um LXXXVIII (=1488) iar am samstag vor sanct burghart (= 11.10.) alda ward schlaugen (=erschlagen) nonnenmacher und wirtt iörg lochner. dem got gnad. . Als Nonnenmacher wurden zu jener Zeit die Sauschneider bezeichnet, abgeleitet vonNunne (verschnittene, also kastrierte Sau). -- Zwischenzeitlich wurde die Inschrift allerdings restauriert und mit schwarzer Farbe nachgemalt, so dass ich heute folgendes entziffern kann: . An dn M CCCC un um LXXXVIII iar a samstag v` sat burghart alda ist schad genom d eber ud iert [Wirt?] Jorg lochner. de got gnad: . Die gesamte Inschrift weist also -wie damals üblich- zahlreiche, für mich nicht immer entschlüsselbare Abkürzungen auf, die großteils durch Striche (-) u.ä. über den Buchstaben als solche gekennzeichnet sind. Es erscheint mir plausibel, dass die oben zitierte Version aus der Beschreibung des Oberamts Mergentheim (1880) die sinngemäß korrekt entschlüsselte Inschrift widergibt. Archshofen.de weiß zu berichten, dass die Familie Lochner (Lochinger) schon seit mindestens 1391 in wichtigen Ämtern (Vogt/ Schultheis) in Archshofen (und Finsterlohr und Schön) ansässig ist. Spätestens seit 1515 besitzen die Lochners als Erblehen das alte Archshofener Schloss. Als letzter seiner Linie stirbt im Jahr 1688 Christoph Heinrich Lochinger (Lochner). verwendete Quellen: Archshofen.de K. statistisch-topographisches Bureau (Hrsg.) Beschreibung des Oberamts Mergentheim. (Stuttgart: W. Kohlhammer, 1880)

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