Panoramio reincarnated

Gamburg-Panorama: Schloßberg (links) und Mühlberg (rechts)

Gamburg-Panorama: Schloßberg (links) und Mühlberg (rechts)

Aufgenommen am 16. März 2012 · Standort 49.69047, 9.59842

Zum Bild

Die Gamburg (Oberes Schloß) Die Burg Gamburg (Oberes Schloß): Der Name Gamburg ist älter als die heutige Burg (Oberes Schloß), vermutlich gab es also bereits eine Vorgängerbefestigung. Gamburg gelangte während der Regierungszeit des Mainzer Erzbischofs Adalbert I. (1111-1137) als Schenkung eines Grafen Rudolf zum Erzstift Mainz. Dadurch stießen bei Gamburg Mainzer, Würzburger und Wertheimer Gebiet zusammen - die Gamburg gewann an strategischer Bedeutung, zumal sie den Mainzern auch die Kontrolle der im Süd-Nord-Verkehr wichtigen Gamburger Tauberfurt ermöglichte. Im Jahre 1157 belehnte der Erzbischof Arnold von Mainz einen Beringer von Gamburg mit der Burg. Grund war wahrscheinlich, Beringer von Gamburg dadurch zur Teilnahme anKaiser Friedrich I. Barbarossas (1122-1190) Mailänder Feldzug zu gewinnen. Der Beringer von Gamburg überließ im Gegenzug seine Villula Brunnenbach -den Weiler Brunnenbach am Standort des heutigen Dorfes und Klosters Bronnbach- dem Erzbischof, welcher sie den Zisterziensern schenkte. (Kloster Bronnbach: Bereits im Jahre 1151 hatten vier Edelfreie -unter ihnen auch Beringer von Gamburg- das Castrum Brunnebach, den heutigen Schafhof, den Zisterziensern zur Gründung eines Klosters gestiftet. Am 11. Januar 1153 wurde das Kloster durch papst Eugen III. bestätigt. Durch die Schenkung der Villula Brunnenbach im Jahre 1157 wurde das Kloster dann an diesen Ort, also den heutigen Standort im Tal der Tauber verlegt.) Nach dem Aussterben des Geschlechts der von Gamburg fiel die Gamburg Ende des 13. Jahrhunderts an das Erzstift Mainz zurück. Nun wechselte die Gamburg als Pfandobjekt häufiger die Besitzer, so ging es 1347 anHeinrich von Salza, dann 1359 an die Herren von Stettenberg, im Jahre 1429 an Hans von Witstat und von 1472 - 1477 an die Ritter von Stettenberg, von Seyfart und von Küchenmeister. Als im 16. Jahrhundert die Feuerwaffen aufkamen und dadurch die Bedeutung der Burgen abnahm, hatte Mainz zunehmend immer weniger Interesse an Gamburg. 1546 tauschte der Mainzer Erzbischof Sebastian von Heusenstamm dann den gesamten Mainzer Besitz in Gamburg (incl. Burg und Ort) mit dem kurmainzischen Amtmann zu Gamburg, dem kurfürstlichen Hofmeister und Rat Eberhardt Rüdt zu Collenberg (Rüdt zu Kollenburg). Als Eberhardt Rüdt zu Collenberg 1568 starb, ging die Erbschaft an seine Schwiegersöhne über: Dietrich von Hattstein bekam die Burg (Oberes Schloß), Eberhard Brendel von Homburg das Untere Schloß. 1570 mussten sie ihre Erbschaften jedoch tauschen. Nach dem Tod des Eberhard Brendel von Homburg ging die Gamburg mangels männlicher Nachkommen 1590 an dessen Schwiegersöhne , die Vettern Hartmut von Kronberg. Als die Tochter des älteren Vetters von Kronberg einen Herren von Dalberg heiratete, erhielt dieser damit 1606 die Burg (Oberes Schloß). Die letzte Erbin aus dem Geschlecht derer von Dalberg war die Echterin von Mespelbrunn und Kämmerin von Worms Maria Klara Philippina. Sie heiratete 1722 den Grafen Johann Philipp von Ingelheim - die Gamburg sollte nun für 7 Generationen im Besitz derer von Ingelheim bleiben. 1936 kaufte Graf Emanuel von Westerhold-Gysenberg zu Freckenhorst die Gamburg und vermietete einen Teil der Burg von 1947 bis 1980 an den Caritas-Verband. (Der Große Kammerforst, also der Wald bei der Gamburg, und das Jagdhaus am Burgtor gehören noch heute den Grafen von Westerholt.) 1980 schließlich kaufte Baron Hans-Georg von Mallinckrodt sen. die Gamburg. Sein Sohn,Baron Hans-Georg von Mallinckrodt jun. entdeckte 1986 bei Umbauarbeiten im Pallas dieromanischen Wandmalereien. Auch gerade aufgrund dieser ältesten weltlichen Wandmalereien nördlich der Alpen ist die Gamburg heute ein Nationaldenkmal. Die Wandmalereien stammen aus der Zeit des unter Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) geführten 3. Kreuzzugs ins Heilige Land (1190), an welchem sich womöglich auch der damalige Besitzer der Gamburg, Beringer von Gamburg, beteiligte. (Barbarossa ertrank auf diesem Kreuzzug in Kleinasien im Fluß Saleph im -damals- biblischen Alter von 68 Jahren.) Die Wandmalereien im Pallas der Gamburg stellen vermutlich Szenen aus dem Kreuzzug dar. Die Gamburg wird von den von Mallinckrodts bewohnt und kann nicht auf eigene Faust besucht werden; die Besitzer bieten aber regelmäßige Führungen, auch Themenführungen, an. Quelle und weitere Infos: Gamburg.de Termine und Infos zu Burgführungen: Burg-Gamburg.de

Schlagwörter

Im Bildarchiv lässt sich dieses Foto in voller Größe ansehen, auf der Karte verorten und mit der Umgebung vergleichen.

Ähnliche Aufnahmen